
20. April 2026 – Stockholm, Wetter: 12 Grad, Sonne
„Na, der Tag fängt schon gut an. Sekt zum Frühstück“, sage ich zu meinem Mann. „Ach komm, schon vergessen, Geburtstagsreise? Heute feiert die Diva ihren 19. Geburtstag und da darf man schon ein Gläschen drauf trinken. Also zum Wohl liebe Diva.“
Der Liegeplatz unseres Schiffes ist etwas abseits und zu Fuß bis ins Zentrum zu den Sehenswürdigkeiten laufen, war uns zu weit. Ich kenne die Stadt von vorherigen Reisen und so haben wir der Bequemlichkeit halber, einen Ausflug gebucht. Es geht mit dem Bus zu den interessanten Orten und die Fahrt mit dem Boot ist auch super, denn man sieht vom Wasser auch mit einem anderen Blick auf die Stadt.
Pünktlich um 9 Uhr setzt der Bus sich in Bewegung und eine knappe Stunde später erreichen wir das Rathaus der Stadt. Der riesige Backsteinkomplex ist wohl eines der sehenswertesten Bauwerke von Stockholm. Im Jahr 1911 fand die Grundsteinlegung statt und nach 12 Jahren wurde es 1923 eingeweiht.
Das Rathaus ist nicht nur der Sitz der Verwaltung, sondern hat auch eine hohe kulturelle Bedeutung. In den großen Festräumen finden Veranstaltungen statt, deren Höhepunkte die jährliche Nobelpreiszeremonien sind. Die ganze Welt schaut an diesem Tag auf Stockholm und den Blauen Saal, der jedoch nicht blau gestrichen wurde. Architekt Osberg entschied sich während der Bauarbeiten dazu, die roten Ziegelsteine so zu lassen – ohne den geplanten blauen Anstrich. Ich habe gelesen, es gäbe noch ein Goldenes Zimmer, bei dem die Wände mit 18 Millionen goldfarbenen Mosaiksteinen verziert sind. Also ich glaube, beim nächsten Besuch sollten wir doch mal eine Führung dort buchen. Man kann sogar den 106 Meter hohen Turm besteigen und bekommt dort einen Eindruck über die Stadt.
Jetzt bleibt uns noch genügend Zeit, die Straßen und Gassen rund um das Schloss zu besichtigen. Es gibt ein schönes schmiedeeisernes Tor, das oben einen deutschen Schriftzug hat: Fürchtet Gott! Ehret den König! Ich bin gerade echt überfordert, alle paar Meter gibt es tolle Fotomotive. Der kleine Hunger ruft und so kaufen wir uns die berühmte Zimtschnecke und laufen weiter, bis wir unten am Wasser landen.
Das Ausflugsboot wartet und die Fahrt kann beginnen.
Was ist auch ein Geburtstag ohne Torte? Es gibt sie, schön dekoriert vor den Restaurants zu betrachten.
Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich was zu essen und zu trinken aus dem Restaurant geschmuggelt. Sitzt da doch eine junge Frau auf dem Boden und bettelt, um sich ein Bier kaufen zu können. Ich flitze zur Bar, bestelle eins und überreiche es der durstigen Dame. Die hat sich sehr gefreut, dass sogar Tränen kullerten.
Zweifellos ist der folgende Programmpunkt im Theatrium ein Höhepunkt. Sarah Barelly erscheint in einem modernen Outfit und einer unverwüstlichen Frisur auf der Bühne.
In der AIDA Bar spielt die Band ReGroove Evergreens, finden wir gut und bleiben erst mal dort. Kurz vor 23 Uhr suchen wir den Ocean Club auf - ist noch leer. Die Technik steht und dann sind sie im Raum, die LIVE BEATS. Wer sie schon mal erlebt hat, weiß, was passiert. 3 Männer vereint sorgen für gute Laune, bringen uns zum tanzen und der Klang der Trommeln und des Saxophons erfüllen den Club.
An der Bar geschieht etwas merkwürdiges, Gläser werden aufgebaut und so langsam dämmert es mir: Leute, das U-Boot wird gebaut. Das haben wir schon lange nicht mehr gesehen.
So langsam leert sich der Raum, wir schnappen noch eine Prise Frischluft und gegen den Durst bestelle ich meinen obligatorischen blauen nicht alkoholischen Cocktail. Es ist schon eine Leistung, was die Crew hinter der Bar alles zu tun hat. Dankeschön und kleines Trinkgeld fließt von uns in die Crewkasse.