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  3. Endlich wieder Regen und dicke-Jacken-Wetter in Norwegen

Neu 7. Harstad – das Tor zu den Vesterålen und Lofoten

  • joachimmeertal
  • 11. Oktober 2026 um 14:05
  • 40 Mal gelesen
  • 1 Kommentar

4. August 2026 - Harstad

Wir waren recht früh auf den oberen Decks. Der übliche Blick zum Himmel: nordische Mystik zeigte sich. Die Wolken hingen ziemlich tief; die Sonne versuchte sich zu behaupten und einige blaue Flecken zeigten sich am Himmel. Diese Mystik sollte uns den ganzen Tag begleiten. Unser Schiff bewegte sich zwischen den Inseln Andøya und Hinnøya. Durch den starken Dunst, der die Mystik verschärfte und uns zeigte: Fotografieren lohnte sich nicht. Zunächst behielt der große Regenmacher seine Flüssigkeit bei sich, so dass der Wachmacher auf dem Außendeck genossen werden konnte. Während des Frühstücks übte Petrus keine Zurückhaltung mehr – der Regen kam. Und blieb. Irgendwann am Vormittag legten wir in Harstad an,

der mit fast 22.000 Einwohnern norwegisch bunte Hauptort der größten Insel Norwegens Hinnøya, von dem wir zunächst nicht viel sahen. Kurz nach dem Anlegen begann unser über nicko cruises gebuchte Ausflug „Bootsfahrt auf dem Gullesfjord“. Schnell verließen wir die Stadt und fuhren quer über die Insel zum Kvæfjord. Es regnete – wir sahen so gut wie nichts. Die Gegend und später auch die Fjordränder waren landwirtschaftlich geprägt. Wir wagen zu sagen, dass wir uns im Kartoffelzentrum Norwegens befanden. Daneben sahen wir ausgedehnte Wiesen und Weiden – das Heu wurde für die vielen, hier im Moment noch grasenden Pferde, Schafe und Kartoffeln benötigt. Unterwegs sahen wir bei einer kurzen Aufklarung, wie ein majestätischer Seeadler über den Fjord schwebte.

Irgendwann erreichten wir das Ziel unseres Ausflugs und kamen am Gullesfjord an. Der Bus hielt am Fähranleger Refsnes und alle Ausflügler verließen – oh Wunder im Trockenen – den Bus, der bis zu unserer Rückkehr Pause machte, und warteten auf die Fähre.

Die magische Landschaft hatte sich noch immer nicht verändert. Tief liegende Wolken, die wir nebenbei beachteten, als die Fähre ihr Maul öffnete und ihre Ladung ausspuckte.

Mit dem Betreten der Fähre begann unsere „malerische Mini-Kreuzfahrt durch die friedvolle Landschaft des Kvæfjord“ (original Ausflugsbeschreibung nicko cruises). Die meisten von uns stürmten das Restaurant in froher Erwartung „einer gemütlichen Kaffeepause mit Kuchen im bordeigenen Café“.

Okeh, der Kaffee war gut, der „Kuchen“ (p.P. je ein Teil) schmeckte. Aber er war eher für den hohlen Zahn. Aber egal, bei der Verpflegung auf der Vasco da Gama dürfte niemand vom Fleisch gefallen sein.

Nach dem Verputzen der typisch norwegischen Delikatessen (Waffeln mit Schmand und Brunost) drängelte ich mich auf das Freideck und sah schon das Ziel der Fähre – das Örtchen Flesnes mit seiner bäuerlichen Umgebung.

Nach 20 Minuten Fahrt legte die Fähre an und entledigte sich seiner Last in Form von fahrbaren Untersätzen. Wir Ausflügler blieben an Bord, beobachteten das rege Hafentreiben und traten frohgemut die Rückfahrt an. Mit einigen schönen Ausblicken auf die ursprüngliche Landschaft,

die sich leider zum größten Teil schamhaft in den tief liegenden Wolken versteckte. Sie hatte es doch nicht nötig …

Nach weiteren 20 Minuten kamen wir wieder in Refsnes an und stürmten den Bus. Das war´s dann mit der „malerischen Mini-Kreuzfahrt“.

Für uns war es sehr interessant zu erfahren, dass Fußgänger und Passagiere auf den regulären Auto- und Inlandsfähren kostenlos fahren. Die von uns genutzte Fähre von Refsnes nach Flesnes war eine reguläre Fähre.

Gute Laune war trotz des nicht optimalen Wetters und der tollen Mini-Kreuzfahrt noch immer vorhanden und so fuhren wir auf derselben Strecke wie auf der Hinfahrt zurück mit einem geplanten Stopp beim Museumskomplex Hemmestad Brygge.

Dieser Platz entwickelte sich in den vorigen Jahrhunderten zu einem wichtigen Handelsstandort für die Umgebung. Irgendwann um 1800 wurde als Mittelpunkt ein Lagerhaus erbaut,

dem auch ein Laden und Postamt angeschlossen war. Heute ist es ein Museum, das über Fischerei, Handel und Landwirtschaft in dieser Umgebung informiert. Aber nicht uns – das Museum war geschlossen, wie auch in der Ausflugsbeschreibung angekündigt.

Wir konnten uns die Beine vertreten und genossen die Landschaft mit Meer und Bergen,

auch wenn das Wetter hätte besser sein können. Immerhin klarte es etwas auf.

Die Reiseleitung merkte, dass nach der unbefriedigenden „Mini-Kreuzfahrt“ die Stimmung der Ausflügler teilweise kippte. Wohl aus diesem Grunde legte sie während der Rückfahrt zwei nicht vorgesehene Fotostopps ein. Zunächst im Ort Straumen. Dort, wo der Kvæfjord endet

und sich das Salzwasser des Fjords mit dem Süßwasser des von vielen Bächen und kleinen Flüssen gespeisten Straumsbotn vermischt. Ein idealer Ort für Angler.

Unserer zweiten außerplanmäßige Fotostopp wurde bei der Trondenes Kirche eingelegt; aus Zeitgründen gab es nur eine Außenbesichtigung.

Ein bisschen oberhalb des Vågsfjord gelegen mit einer entsprechenden Rundumsicht wurde sie mit ihren dicken Mauern und wie Schießscharten wirkenden Fensteröffnungen als trutzige Wehrkirche erbaut. Sie gilt als nördlichste mittelalterliche Kirche.

Direkt neben der Kirche befindet sich ein gut gepflegtes sowjetisches Ehrenmal. Es ist den sowjetischen Soldaten gewidmet, die bei dem Ausbau der deutschen Verteidigungsanlagen in Trondenes um ihr Leben kamen.

Von dort aus fuhren wir zum Schiff. Bei einem schnellen Mittagessen unterhielten wir uns mit Mitausflüglern, die wie wir der Meinung waren, dass dieser vierstündige Ausflug zum Preis für € 159,-- nicht dem entsprach, was in der Beschreibung verlautbart wurde. Statt Mini-Kreuzfahrt je 20 Minuten Fähre hin und zurück, wobei der Ausflugsanbieter nichts für die Fahrt allein bezahlen musste. Auch für norwegische Verhältnisse war der Preis zu hoch.

So, nun aber zum angenehmeren Teil. Die noch freie Zeit bis zum Ablegen nutzten wir für einen kurzen gemütlichen Stadtspaziergang. Da Harstad für unsere Verhältnisse relativ klein ist, war es nicht weit bis zum Zentrum. Nach dem Verlassen des Schiffs fiel uns zunächst ein längeres Gebäude ins Auge:

In früheren Zeiten war es u.a. das Gebäude der Store Norske Spitsbergen Kulkompani, das staatliche Kohlebergbauunternehmen, das mit dem Kohleabbau auf Spitzbergen beschäftigt war. Aktuell ist in ihm die Hafenverwaltung, das Fremdenverkehrsamt und ein Café untergebracht.

Von dort aus zog es uns in die Innenstadt. Und zwar auf die Haupteinkaufsstraße mit einem gemütlichen Restaurant.

In den benachbarten Straßenzügen wurde es nicht langweilig. Gepflegte Holz- und Steinbauten lösten sich ab. Und in der City gingen immer wieder unsere Blicke nach oben. Hoch oben, von uns unerreichbar, hingen unterschiedlichste Wäschestücke an der Leine. Ob sie bei Regen heruntergeholt werden? Über Sinn und Zweck dieser Präsentation konnte uns niemand auf dem Schiff informieren … vielleicht jemand von Euch?

Uns zog es wieder zum Wasser. Gut so, denn wir entdeckten eine lange schöne Promenade. Und eine davon abgehende längere Mole. Sie gehörte auf einmal uns. Von ihr aus hatten wir einen guten Überblick auf Stadt und Hafen. Und auf unsere Vasco da Gama. Und auf zwei aneinander vorbeigleitende Schiffe.

Ein bald 160 Jahre altes Segelschiff, die Anna Rogde, die als ältester Schoner der Welt gilt. Gruppen können sie buchen und drei- bis fünfstündige Ausfahrten in Harstads Umgebung unternehmen.

Dann eine nicht so alte Katamaranfähre, die Fjordprinsen. Sie übernimmt den Pendelverkehr von Harstad nach Tromsø und zurück.

Nun aber zurück zur Vasco da Gama. Sie legte ca. 17.30 Uhr ab und nahm langsam Kurs auf das Nordmeer. Vorbei an der Kirche von Trondenes.

Na ja, so toll war die Aussicht nicht. Die Wolken hingen noch immer oder schon wieder tief. Ein Grund, sich zum Essenfassen bereit zu machen. An diesem Abend gab es ein Buffet auf dem Lido Deck mit Köstlichkeiten aus verschiedenen Teilen der Welt; z.B. Japan mit Sushi, USA mit Hot Dogs und Hamburger, Griechenland mit Gyros und Souvlaki, … Zur Abrundung ein Nachtischbuffet, bei dem die Vasco da Gama auf den Weltmeeren herausragte und leicht beschädigt aussah.

Wir waren nicht pünktlich um 18 Uhr beim Buffet. Menschenschlangen, ein Gedränge, so dass wir zunächst lieber auf unserem Balkon die an uns vorüberziehende Inselwelt betrachteten. Eine Stunde später begannen wir mit der Schlacht am Buffet – es war noch genug vorhanden und wir wurden mehr als satt.

Zum Abschluss des Tages wurden wir – auf Deck 9 am Heck sitzend – belohnt: ein schöner Sonnenuntergang.


5. August 2026 – Seetag 3

Ein herrlicher Seetag – blauer Himmel und Sonne satt bis zum Abend. Kein Wunder, dass die Außendecks sehr gut belegt waren. Wir hatten uns auch daran beteiligt und genossen – auch wenn der Wind frisch war – die wärmende Sonne. Unsere frische-Luft-Phase begann jedoch erst am späten Vormittag. Nach dem Frühstück ließen wir uns vom Lektor über „Ålesund – die Perle des Jugendstils am Fjord“ informieren. Viel Neues hörten wir nicht. Das lag wahrscheinlich daran, dass wir nicht zum ersten Mal Ålesund besuchten.

Anschließend plätscherte der Tag so vor sich hin. Nichtstun … Essen … Nichtstun … Kaffee und Kuchen … Nichtstun … bis am späten Nachmittag zum nicko cruise club geladen wurde. Die Hollywood´s Show Lounge war auf Deck 7 gut gefüllt. Bei Sekt u.ä. unterhielt uns der Kreuzfahrtdirektor mit Zaubertricks und flotten Gedichten; der Höhepunkt der Veranstaltung war der Auftritt des Klassikduos mit Violoncello und Geige.

Es ging weiter Schlag auf Schlag. Zunächst das portugiesische Abendessen mit rosa Entenbrust und gegrilltem Saibling – ein Genuss … Dann die Showtime „Die schwingende Nacht“, die uns in die Zeiten der goldenen Swing-Ära zurückführte und zum Abschluss wieder ein herrlicher Sonnenuntergang, bei dem sich die Sonnenröte nicht vom Himmel lösen wollte.

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Kommentare 1

Xarus
11. Oktober 2026 um 20:01

Wenn wenigstens das Wetter gepasst hätte, die Ausflugsplaner von Nicko Tours sind ja wohl wahre Poeten

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