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Neu Tag 86 „siebenundvierzigster Seetag“

  • parvus
  • 31. März 2026 um 08:49
  • 89 Mal gelesen

Den zweiten Seetag hintereinander genießen wir gerade, bis zum nächsten Landgang in Hongkong und sind dabei vom ostchinesischen ins südchinesische Meer gewechselt.

Es ist wirklich so, dass wir diese Seetage zwischendrin nicht nur mögen, sondern sie mental auch benötigen.

Wir spüren, seit wir hier in Asien unterwegs sind, dass die kulturelle Vielfalt, das reiche Angebot an Sehenswürdigkeiten, einen fast erschlägt und einem viel an Kraft, bei der Verarbeitung des Gehörtem und Gesehenem, nimmt.

Es ist eine ganz andere Art des „Sightseeings“, da in diesen anlaufenden und besuchten Destinationen dabei der Fokus stark auf Kultur und weniger auf Umgebung/Landschaft gesetzt ist.

Mit diesem Empfinden stehen wir jedoch nicht alleine. Wir hören dies aktuell auch vermehrt von Mitreisenden.

Ich versuche, in diesem Reiseblog, ja nicht nur von unseren vielseitigen schönen Landgangerlebnissen zu berichten, sondern hier und da auch vom Bordleben allgemein etwas zu erzählen.

Für uns hatte sich eigentlich recht schnell ein sogenannter „Bordalltag“ entwickelt und ein gleichmäßiger Rhythmus eingestellt, sodass auch an Seetagen bisher keine Langeweile aufkam.

Kennen wir lange Seetagezeiten von vorherigen Kreuzfahrten und wussten, dass diese auch diesmal immer mal wieder auf uns zukommen werden.

Die Angebotsvielfalt an Aktivitäten ist aber an Bord enorm, um dabei Kurzweil zu genießen.

Gerade an den Seetagen wird sehr viel zusätzliches Fitness-/Gymnastik-/Gesundheitsprogramm am Vormittag und auch am Nachmittag angeboten.

Es werden Spiele, Turniere und Wettkämpfe abgehalten, an denen man als Teamplayer oder Einzelkämpfer, meist sportlich, spielerisch oder quizzaktiv, teilnehmen kann.

Zweimal täglich an Seetagen bietet das „Arts & Crafts“ Team einen Basteltreff an. Auch diese Aktivität wird immer gerne besucht.

Tanzkurse, teils angeboten in unterschiedlichen Levelgruppierungen, werden rege besucht und auch der nachmittägliche Tanztee, der das Zusammenkommen klassisch mit Gebäcketagere und kleinem Kuchenangebot abrundet, findet regen Anklang.

Unterschiedliche Sprachkurse, diverser Language-Schools in Fortschritts-/Levelstufen, wird professionell angeboten.

Es gibt den Gästechor Schola Cantorum und Instrumentalgruppen zum Erlernen des Ukulelespielens.

Der Fitness-/Geräteraum ist ansprechend und mit modernen Geräten ausgestattet.

Diese beiden Fotos zeigen nur einen Teil der verschiedenen/unterschiedlichen Räumlichkeiten in dieser Abteilung.

Mein Mann nutzt nahezu täglich diese Gerätschaften und auch das Training am Spinningrad, jedoch meist am Nachmittag.

Ach, lest gerne einfach mal den heutigen „Daily-Planner“ durch, den ich euch hier einstelle.

Es gibt noch vieles mehr an Freizeitangebote, welche ich nämlich nicht speziell angesprochen habe.

Wenn ihr euch das mal so durchlest erahnt ihr, dass so manch einer vergisst den Erholungswert der Reise für sich mitzunehmen, da das Angebot, und die Versuchung an vielem teilzunehmen, groß ist und man sich ggf. unbewusst auch so dem Aktivitätsstress unterwirft.

Ich komme jetzt auf das Wort „Stress“ im Speziellen zurück.

Dass eine so lange Reise insgesamt ein großer Einschnitt in jedermanns Alltag mit sich bringen wird und dabei eine zwischenmenschliche Anpassung, in den einfachsten Abläufen, für alle respektvoll bleiben und unerlässlich sein sollte, ist leider nicht jedem bewusst, oder mittlerweile verloren gegangen.

In zwei Tagen liegen 2/3 unserer kompletten Reisezeit hinter uns und wir beobachten gerade mehr und mehr, wie heimisch so manche Passagiere sich fühlen, jedoch mit wenig Rücksicht auf die gleichen Bedürfnisse ihrer Mitmenschen.

Es sind seit Reisebeginn bei einigen Mitreisenden leider stetig egoistische Züge weiter in den Vordergrund gerückt und charakterliche Schwächen dabei zum Vorschein gekommen.

Dies erzeugt hier und da schon auch ein Kopfschütteln, bzw. Unmut und auch stressiges Verhalten untereinander.

Auch wenn das Schiff für jedermann ausreichend Freiraum und Rückzugsmöglichkeiten bietet, so gibt es Situationen, wo man immer wieder, bewusst oder unbewusst, enger aufeinandertrifft.

Wir sind sehr gerne mal nur für uns, auch wenn wir es nicht ablehnen, uns netter Gesellschaft anzuschließen.

Für uns bedeutet „nette Gesellschaft“, dass man einen gepflegt höflich kultivierten Umgang zueinander zeigt und sich gegenseitig respektabel begegnet.

Dies haben wir bei unserer Tischgesellschaft leider, mit Fortschreiten der Reise, so nicht erfahren und zur Mitte der Reise, eigentlich im Nachhinein für uns bereits vier Wochen zu spät, sahen wir uns gezwungen, einen Schlussstrich zu ziehen und im Restaurant um einen Tisch für uns alleine zu bitten.

Es gestaltete sich zunächst schwierig, weil nicht nur uns es so erging, vielmehr recht viele Mitreisende sich bereits gleicher Problematik ausgesetzt sahen.

Man hat jedoch eine gute Lösung gefunden und wir sitzen seitdem an einem Tisch alleine, nunmehr in einer rundum englischsprachigen Abteilung (vorher war es deutschsprachig) und sind jetzt überaus zufrieden.

Diese Mitreisenden um uns herum sind freundlich und lebensfroh und wir fühlten uns ab dem 2. Abend gleich integriert, obwohl wir die einzigen deutschsprachigen sind.

Natürlich hätten wir als eigene Lösung es auch vorziehen können, lediglich auf das Buffetrestaurant auszuweichen, was von der Angebotsvielfalt auch recht gut ist.

Ein gepflegt ruhiges Abendessen im Restaurant einzunehmen, das wollten wir uns jedoch auch nicht nehmen lassen, zumal wir es nun in netter Umgebung tun können.

Uns unwohl zu fühlen und diese einmalige Reise von Mitreisenden uns leidig machen zu lassen, das haben wir damit erfolgreich abwenden können.

Uns war es von vornherein klar, dass ein langer Zeitraum des Zusammenlebens auf beschränktem Raum, gemeinsam mit Menschen unterschiedlicher Kulturen, Lebensgewohnheiten und Charakteren, Reibungspunkte erzeugen lässt, die sich bei einer ein-/zweiwöchigen Reise ganz bestimmt nicht eingestellt hätten.

Doch es gibt für alles Lösungen!

Man muss sie nur thematisieren

Wir haben uns diesem Problem gestellt, uns damit auseinandergesetzt und sind eine Lösung angegangen, damit weiterhin unsere Traumreise eine Reise voller guter Erinnerungen bleibt.

Da auch diese Erfahrung geschuldet zu einer Weltreise gehört, war es mir ein Bedürfnis, dies hier und heute gleichsam einmal ungeschminkt vorzutragen/anzusprechen.

Es soll aber niemanden abschrecken, was ich hier an unsere gemachte Erfahrung schreibe!!!

Vielmehr diejenigen darauf vorbereiten, was nebensächlich und unplanbar auf einen zukommen kann, wenn man sich auf das Abenteuer „Weltreise“ einlässt.

Wir sind weiterhin begeistert von dieser Reise und freuen uns auch jeden Tag erneut, dass es uns vergönnt ist, eine solch schöne Reise zu erleben.

„Wo Licht ist, da ist eben auch Schatten“.

Morgenfrüh werden wir Hongkong erreichen.

Am Nachmittag steht dort für uns ein weiterer, zur Reise zugehörender, inkludierter Ausflug an, den wir auch wahrnehmen möchten.

Wir sind auf diese Metropole schon sehr gespannt. :ciao:

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