
Vergangene Nacht haben wir unsere Uhren erneut zurückgestellt, wir liegen damit 7 Stunden voraus.
Heute, in der Nacht, werden zu Hause die Uhren auf Sommerzeit umgestellt, damit nähern wir uns um eine Stunde gegenseitig wieder an.
Wir müssen immer vorher nachschauen, um die Familie nicht nachts zu wecken, oder umgekehrt, wie unser Enkel uns Nachts einmal versucht hat anzurufen.
Auf was man bei einer Reise alles achtgeben muss.
Nicht nur fremde Sprachen, Gesten, veränderte Verkehrsordnungen, Währungen, nein auch der Tagesablauf läuft zu unterschiedlichen Zeiten ab.
Das alles macht aber auch das Reisen interessant.
In gewissen Kulturkreisen geht man viel später erst zur Arbeit, kommt dafür auch später nach Hause. Die Geschäfte öffnen später, haben dafür aber länger auf.
Über Tag ißt man eine kleine Mahlzeit und am Abend wird die Hauptmahlzeit zelebriert.
Faszinierend zu sehen, wie diszipliniert man in Asien z. B. für etwas ansteht.
Egal, ob bei einer Attraktion, nur um ein Foto machen zu können, am Streetfoodstand, um einen Snack zu kaufen, oder vor einem Restaurant, um einen Platz zugewiesen zu bekommen.
So, wie wir es gerade erfahren und miterleben dürfen spüren wir täglich, wie unsere Sinne sensibilisiert werden, für ganz einfache und simple Alltagsabläufe die uns zu Hause mit Sicherheit stressen würden, es für diesen Kulturkreis jedoch ganz normale Alltagsgegebenheiten darstellen.
Wir befinden uns aktuell auf dem ostchinesischem Meer, dürfen somit unsere Gedanken, über das zuvor Erlebte, wieder einmal am heutigen Seetag sammeln und werden morgenfrüh Shanghai erreichen.
Auf diese Metropole sind wir natürlich auch schon sehr gespannt.
Ich möchte jetzt noch einmal rückblickend auf Nagasaki schauen und über unsere dort, zusätzlich zum Hypozentrum- und zum Friedenspark, besuchten Stätten kurz berichten.
Unser Weg führte, so berichtete ich es vorgestern, zu Fuß vom Friedenspark wieder zurück und durch das belebte Zentrum Nagasakis, bis hin zu „Shinchi Chinatown“.
Dieses, im 17. Jahrhundert gegründete Chinatown, diente während der Edo-Zeit als Handelsviertel für chinesische Kaufleute.
Die Edo-Zeit begann mit der Einigung Japans und war eine Ära des Friedens und der Entstehung der bürgerlichen Kultur, was zu einer starken Verstädterung führte.
Edo wurde zum Zentrum, so das heutige Tokio.
Es gibt in Nagasakis Shinchi Chinatown vier Eingangstore, welche sehr prunkvoll erscheinen und mit Feng Shui Elementen verziert sind.
In der lebhaften Gasse, welche wir durchlaufen haben, gab es Andenkenlädchen, Restaurants (zu dem Zeitpunkt geschlossen) und Foodläden, um typische kleinere Snacks und Süßigkeiten zu verköstigen.
Die Zeit raste leider viel zu schnell dahin, um 17:30 Uhr sollten alle Mann an Bord sein.
Da wir noch zu „Glover Garden“ wollten, haben wir es bei dem nur kurzen Aufenthalt in Chinatown belassen.
Der Glover Garden in Nagasaki ist ein Freilichtmuseum auf einem Hügel, unweit des Cruiseterminals.
Der Eintrittspreis lag bei 620 Yen umgerechnet ca 3,15 €
Wir haben uns diesen Besichtigungspunkt für zuletzt aufgehoben, um das für uns dazu verbleibende Zeitfenster besser im Auge behalten zu können.
Um die einzelnen hügeligen Ebenen gut zu erreichen, gibt es zwei Band-Rolltreppen.
In diesem Freilichtmuseum besichtigt man historische Wohnhäuser aus dem 19 Jahrhundert, diverser westlicher Kaufleute.
Der Blick vom ehemaligem Haus des Schotten Thomas Glover über den Hafen, gebietet symbolisch die Öffnung Japans.
Es gibt auch eine schöne bewirtschaftete Terrasse/Freifläche und der Garten an sich bietet einige hübsche Elemente und Wasserwände.
Wie schon vorgestern geschrieben, waren wir über 18 km zu Fuß unterwegs.
Auch wenn ich am Abend total platt war, wir bereits nach 21 Uhr die Segel für uns strichen und die Nachtruhe einläuteten, so blicken wir nunmehr dankbar auf einen erkundungs- und besichtigungsreichen Tag zurück.