
Warum tut man sich das eigentlich freiwillig an? ![]()
Für Nagasaki hatten wir keinen Ausflug gebucht, da wir, so hatten wir es vorab recherchiert, dort einen sehr zentralen Liegeplatz haben werden.
Und dem war auch so.
Die Einfahrt am frühen Morgen versprach wettertechnisch bereits ein schöner Tag zu werden, denn der Himmel war blau und die Sonne strahlte dazu.
Eine kleine Gruppe spielte für uns zur Begrüßung auf und winkte freundlich zu uns hinauf.
Das ist immer wieder so schön und man fühlt sich gleich willkommen.
Nach dem Frühstück zogen wir beide also los und unser erstes Ziel sollte der etwas entfernt gelegene Friedenspark sein.
Er liegt schon ein gutes Stück vom Terminal weg und, da wir weder mit Bus oder Tram fahren wollten, sondern uns den Weg am Wasser entlang zu Fuß auserwählt hatten, mussten wir auch das Tempo ein wenig hochschrauben.
Mehr als eine Stunde benötigten wir, bis zum unteren Park, dem Hypozentrumpark, dessen schwarzes Steinmonument an den genauen Explosionspunkt erinnert.
Eine weitere Viertelstunde benötigten wir, um in den Friedendspark zu gelangen.
Dort haben wir uns ausreichend Zeit gelassen, um uns das Mahnmal und alle zusätzlichen Gedenkstätten aus aller Welt, welche aus Solidarität gespendet wurden, anzuschauen.
Der Friedenspark in Nagasaki erinnert an den Atombombenabwurf auf die Stadt am 09.08.1945 .
Die blaue, 10 Meter hohe Statue, symbolisiert (mit ausgestrecktem Arm) Frieden, Hoffnung und Abrüstung und warnt (erhobener Arm) vor nuklearen Gefahren.
Der Brunnen des Friedens ist den Opfern gewidmet, die vor Durst starben.
Jährlich, am 9. August um 11:02 Uhr, gedenkt man den Opfern mit Zeremonien und Schweigeminute.
Dazu wird auch die Friedensglocke geläutet.
Für den Park sollte man sich wirklich etwas Zeit nehmen und sich vor Augen halten, wieviel Leid den Menschen zugefügt wurde.
Wir überlegten, nachdem wir auch noch ausreichend Fotos von dem blühenden Kirschbaum knipsten, ob wir hinüber zum Atombombenmuseum gehen sollten, um es anzuschauen.
Schlussendlich haben wir uns aber dagegenentschieden, da wir noch das chinesische Viertel „Chinatown“ und den Glovers-Park aufsuchen wollten.
Und so haben wir vom Friedenspark den Rückweg nicht am Wasser entlang, sondern durch die Stadt gewählt.
Unser Plan war nämlich zudem auf dem Rückweg noch, ein Einkaufszentrum aufzusuchen, um noch einmal nach Bänkchen für Essstäbe zu gucken.
Wir hatten in Naha 18 Essstäbe gekauft.
In Tokyo aber nur 12 Bänkchen bekommen.
Heute haben wir weitere 6 gefunden und sind jetzt überglücklich.
Ich habe zu Beginn geschrieben: „warum tut man sich das eigentlich freiwillig an“?
Weil wir gerne zu Fuß unterwegs sind und in der Regel dadurch auch Dinge und Geschehnisse sehen, die so am Wegesrand liegen und in keinem Reiseführer stehen.
Wir kommen gerade vom Abendessen zurück und meine App zeigt mir gelaufene 18,3 km an.
Ich brauche mich von daher nicht fragen, warum ich für heute platt bin und werde weiter über Nagasaki von daher erst übermorgen am Seetag berichten.
Gute Nacht! ![]()
Morgenfrüh laufen wir um 8 Uhr in Busan/Südkorea ein.
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