
Es ist unser 80. Tag, der wunderschönen Reise um den Globus und es ist ein (verregneter) Seetag.
Ich nehme mir etwas Zeit, ein paar Gedanken vorab einzubringen.
In 80 Tagen um die Welt!
Das klappte bei uns nicht und wir sind darüber auch sehr froh, geht die Reise nämlich noch 51 Tage lang für uns weiter, bis wir am 52. Tag, sicher mit vielen Eindrücken im Herzen und dennoch wehmütig, wieder von Bord gehen werden.
Der zweite Reiseabschnitt fand gestern sein Ende und der Dritte begann.
Wir haben auf unserer bisherigen Reise äquatoriale Gebiete und Längengrade durchquert und dabei schon recht viele Länder und unterschiedliche Kulturen auf unseren Stopps/Landgängen kennengelernt.
Wir haben Sonne, Wind und ein paar Regentropfen auf unserer Haut gefühlt und uns gerne nachts sanft von den Wellen- und Schiffsbewegungen in den Schlaf wiegen lassen.
Wir haben sehr viele freundliche und überaus fleißige Crewmitglieder, unterschiedlicher Nationalitäten und aus unterschiedlichen Aufgabenresorts, schon richtig freundschaftlich ins Herz geschlossen und sind dankbar über das, was sie täglich hier an Bord leisten.
Wir haben bisher nette Kontakte zu Mitreisenden, gleichsam unterschiedlicher Nationalität, erfahren und geknüpft, aber leider auch diverse unangenehme Charaktere kennengelernt.
Viele spannende Erfahrungen sind somit in kurzer Zeit unseres, so nennt man es wohl, „Once in a Liftime-Erlebnis“ mit uns gereist.
Morgen werden wir noch einen weiteren japanischen Hafen anlaufen und Nagasaki besuchen dürfen.
Japan wird mit ganz großer Gewissheit für uns immer in Erinnerung bleiben und wir hätten großes Interesse daran, noch viel mehr von diesem interessanten Land zu sehen.
Damit schlüpfe ich jetzt auch in die Überleitung zum gestrigen 2. Tag und unserem Ausflug in Tokyo.
Es war ein von uns über MSC gebuchter Ausflug der unter der Überschrift „Shibamata und Tokyo Skytree“ angeboten wurde.
Die einstündige Fahrt führte uns zunächst nach Shibamata.
Das nostalgische Viertel Shibamata wurde weitestgehend von Kriegszerstörungen verschont und hat somit ihren zeitgeschichtlichen Charakter beibehalten.
Die historische Tempelanlage „Taishakuten“ besichtigten wir zuerst ausgiebig.
Ein buddhistischer Tempel, welcher farblich sehr schlicht gehalten ist, ihn dafür aber reichlich Holzschnitzereien zieren.
Der Ort wird vorwiegend zum Beten aufgesucht, um sich Schutz vor Unheil zu erhoffen.
Das Nitenmon Tor markiert den Eingang zum Innenbereich.
Man betritt den Tempel ohne Schuhe und kann, gegen eine kleine Gebühr, so auch über einen mit Teppich ausgelegtem Steg, den dazugehörenden Garten besichtigen.
Geradewegs vom Tempel führt der Weg zur geschichtsträchtigen Einkaufsstraße „Sando“.
Viele kleine Verkauslädchen für Souvenirs, Süßigkeiten und auch Streetfoodangebote findet man dort vor.
Interessiert schauten wir der Zubereitung eines Nudelteigs zu und anschließend auch gleich dem Zuschnitt der Nudeln.
Auch der frischen Zubereitung von Keksen bzw Crackern sahen wir zu.
Der Ort Shibamata erfuhr außerdem Bekanntheitsgrad als Drehort der japanischen Filmserie „It’s tough to being a Man“.
Die Bronzestatue am Bahnhof zeigt den Filmhelden Tora-San.
Wir liefen, wie so oft, auch ein Stück weg vom eigentlichen touristischem Geschehen und damit an einem, im Ortskern gelegenem, Friedhof vorbei.
Shibamata ist ein sehr schönes ruhiges Viertel, welches, so wurde es uns erklärt, nicht zur priviligiertesten, also eher zu einer ärmeren Gegend Tokyos zählt, dafür aber immer noch vieles an Traditionellem behalten hat.
Uns hat es sehr gefallen, dieses Viertel besuchen zu dürfen.
Wie wir es überall in Japan zu sehen bekamen, auch hier war alles sehr sauber.
Unsere Ausflugsroute führte anschließend zurück ins Zentrum Tokyos und zwar zum „Tokyo Skytree“.
Wir bekamen unsere Tickets, welche uns berechtigten beide Plattformen zu besuchen, also diese auf 350 m Hohe und auch noch diese auf 450 m Höhe, wobei man beim Herumlaufen dann auf 451,2 m Höhe gelangt.
Bei der Auffahrt von der ersten zur zweiten Plattform konnte man, im Innenraum des Aufzugs durch ein Fenster in der Decke, die Fahrt im Schacht mitbeobachten.
Der Rundumblick ist schon gigantisch und man sieht dabei sehr gut, von wieviel Wasser Tokyo umgeben und wieviele Wasserarme und Flüsschen es innerorts gibt, sodass unzählige Brücken für die Anbindung zu den Vierteln dazu notwendig sind.
Bei besserer Sicht hätte man ggf. bis zum Fuji schauen können.
Nunja, alle Wünsche bekommt man nicht erfüllt. Wir waren insgesamt froh, so ein gutes Wetter gestern gehabt zu haben.
Wir hatten 2,5 Stunden Zeit uns dort in dem Gebäude zu verweilen und wir dachten, prima, da bleibt uns sicher auch noch Zeit, um anschließend etwas durch das große angeschlossene Einkaufszentrum zu stromern.
Weit gefehlt, die Zeit flog nur so dahin!
Ein schöner, interessanter und ausgefüllter Ausflugstag, das dürfen wir auch diesmal mit Recht für uns sagen, haben wir noch einmal in Tokyo erleben können.
Ich hoffe und wünsche, auch ihr konntet ein wenig von dem kulturellen Leben in und um Tokyo aus meinem Geschriebenen für euch mitnehmen und ich habe auch euch etwas neugierig, auf diese tolle Stadt und ihren Wahrzeichen an kulturellen Schätzen, gemacht.