
13. März 2023 – Road Town, Tortola, 26 Grad leicht bewölkt
An diesem Tag erwischte mich so etwas wie „senile Bettflucht“ und so schlich ich leise die Tür hinter mir schließend hoch zum Pooldeck. Es ist kurz nach 6 Uhr und mein Mann liegt selig schlummernd im Bett. Tja, wie still ist es auf dem Gang, im Treppenhaus und erst mal oben an Deck? Ich höre nur meinen Atmen, Wellenrauschen gibt es nicht, Ententeich!
Die einzigen Menschen, die hier aktiv sind oder waren, sind die Crewmitglieder.
Das Pooldeck ist geputzt, die Liegen sind aufgestellt. In den Restaurants werden die Platten für das Frühstück gerichtet – ab 7 Uhr kann man im Bella Vista schon seine erste Mahlzeit vertilgen.
Nun aber wieder zurück zu mir. Ich stehe an der Reeling und bin wieder mal überwältigt vom Schauspiel des Sonnenaufgangs. Das Meer ist spiegelglatt, die Wolken hängen locker am Himmel und der Horizont färbt sich rot.
Der Mond spielt etwas mit mir, mal sehe ich ihn über den Schornsteinen, ein anderes mal hat er sich an der Radarstation herum getrieben und Potzblitz, er kann sogar auf einem Kabel balancieren. Verrückt einfach.
Die hübsche Dame im Strandkorb hält ihr Hündchen fest.
War er schon Gassi heute morgen? Ich finde, sie sieht nicht besonders amüsiert aus, sie schaut so skeptisch oder lachen ihre Augen hinter der Brille? Ihr Outfit signalisiert auf jeden Fall – es wird ein heißer Tag und wenn ihr Wauzi sich beruhigt hat und nicht mehr so böse schaut, könnte sich ein männlicher Passagier zu ihr setzen. Nette Unterhaltung gefällig, Händchen halten, kleiner Cocktail usw. Das kennt man ja als Frau ...
Herrlich, ich muss niemanden bitten, mal zur Seite zu treten, wenn ich ein Foto machen möchte. Ich bin allein und nutze die Gunst der Stunde, schaue durch ein Fensterchen und sehe die Brücke, der Gang entlang der Reeling ist leer.
und der sportliche junge Mann ist gerade dabei, den Mond in seinem runden Gefäß aufzufangen. Das nenne ich doch eine stramme Leistung.
Inzwischen ist es etwas hell geworden, die aufgehende Sonne glitzert auf dem Wasser, der Himmel färbt sich blau, fasst so blau wie der „Tunnel zum Vergnügen“ - sprich der Gang in die Anytime Bar. Auch dort ist niemand anzutreffen. Die Leute, die hier gestern getanzt haben, schlafen noch. Ich kenne das, es gibt Abende, die nehmen kein Ende …
Es ist 6.40 Uhr, ich schleiche mit wieder runter auf die Kabine, wecke meinen Mann. Er hat sich schon gewundert, wo ich abgeblieben bin. „Sonnenaufgang schauen, war toll heute!“ Ich nehme verziehe mich ins Bad, Haare wollen heute gut aussehen und dann geht es Frühstück. Aber keine Eile, Frühstück gibt es bis 11 Uhr und ab 11.30 Uhr heißt es dann für uns: Abmarsch, Landgang, Road Town erkunden – zu Fuß und gaaaanz gemütlich. Davon berichte ich später und vom Abendprogramm gibt es diesmal auch einen gesonderten Teil. Leute, der Tag hat viele Stunden ...