
12. März 2023 –Samana, 27 Grad, sonnig
Nach einem gemütlichem Frühstück stellen wir uns an, um in das Tenderboot zu gelangen. Kein Gedrängel, die meisten Mitreisenden sind schon unterwegs – irgendwohin. Es ist unser erster Besuch von Samana und weil wir es ja ruhig angehen lassen wollten, haben wir keinen Ausflug gebucht. Ich möchte ein wenig durch den Ort bummeln, schauen wie die Menschen dort leben und vielleicht auch irgendwo einfach nur sitzen, was trinken und das Karibikfeeling aufsaugen.
Übrigens hat Christoph Columbus als erster Europäer 1493 die heutige Bahia de Samana gesehen. Die Gegend muss nicht so interessant gewesen sein, denn bis ins 18. Jahrhundert soll es dort nahezu menschenleer gewesen sein. Heftige Kämpfe beutelten die Dominikanische Republik und alles was es in Samana gegeben hat, wurde 1946 durch ein riesiges Feuer vernichtet. Historische Gebäude wurden zu Asche, aber die Bewohner schafften es anschließend, die Stadt wieder aufzubauen. Touristen kamen erst in den 90er Jahren auf die Halbinsel, die vorher bei Aussteigern sehr beliebt war. Kein Wunder, Sonne und warmes Wasser sind doch paradiesisch. Ja, und der Rum, der floss schon damals durch durstige Kehlen. Ob wir heute einen trinken werden, warten wir ab.
Mit dem kleinen Stadtplan in der Hand machen wir uns auf den Weg. Entlang der Uferpromenade sehen wir, dass gebuddelt und gebaut wird. Erst im September 2022 hat ja ein Hurrikan große Schäden angerichtet.
Die mehrspurige Straße wird saniert und was für mich schwer zu ertragen ist, es liegt sehr viel Müll herum. Ein Windstoß genügt und der Dreck landet im Wasser. Am liebsten hätte ein kleines Cleanup-Projekt gestartet … wie ich es an der französischen Atlantikküste praktiziere. Aber ich habe jetzt mal Pause von Müll- und Kippensammeln. Mein Mann schaut mich an und errät meine Gedanken. Tröstend legt er seine Hand auf meine Schulter und sagt, er fühlt mit mir.
Es begegnen uns keine AIDAreisende auf dem Weg. Ich glaube, wie vergnügen sich auf der Bacardi-Insel Cayo Levantodo. Dort wurde an den pudrig weißen Stränden Ende 70er Jahre der Werbespot gedreht, um den Konsumenten Menschen Lust auf Karibik-Feeling zu machen. Den weißen Rum findet man ja auch am Bord in Cocktails. Ich kann mich noch gut an meine „Sturm- und Drangzeit“ erinnern. Man(n) kaufte eine Flasche Cola, Rum rein und die Party konnte steigen. Als ich meinem Mann meine Gedanken offenbare, lacht er … „Du und Cola-Rum und das vor dem Cola-Ball im Haus der Jugend. Schade, dass ich dich da noch nicht kannte.“ Na ja, ich durfte das Zeugs nicht trinken, mein Vater roch jeden Tropfen Alkohol, den ich konsumierte und auf Stubenarrest hatte ich nun wirklich keine Lust.
Von der Uferpromenade aus sehen wir die vorgelagerte Insel, Cayo Virgia, die mit einer Fußgängerbrücke vom Festland aus zu erreichen ist. Müsste bestimmt auch interessant sein, aber dafür müssten wir ein ganzes Stück zurück laufen um die Brücke zu betreten.
Ich bin begeistert von den niedrigen Palmen an der Uferstraße, endlich erscheine ich nicht so winzig. Strahlend weiß steht die katholische Kirche Santa Barbara Parish etwas zurückgesetzt inmitten grüner Bäume.
Vorne am Ufer sehen wir einen kleinen Kiosk und gleich daneben ein paar Tische und Stühle. „Wollen wir uns setzen?“ fragt mein Mann mich und so kaufen wir uns am Kiosk 2 Flaschen Bier, die mit Papier umwickelt sind.
Eigenartig sieht das schon aus, darf man Bier nicht sichtbar trinken? Wahrscheinlich ist der Konsum auf öffentlichen Wegen und Plätzen verboten, in Lokalen und Bars sicher erlaubt. Übrigens, eine Flasche Bier kostete 5 USD. Stolzer Preis, aber es war lecker und kalt.
So,
die kleine Pause war erfrischend. Ich vertrete mir vor den Tischen
die Füße und muss schnell wegschauen – Müll ![]()
Es gibt große Plakate, auf den die Verwaltung aufruft, doch den Müll mit aufzusammeln. Aber wo anfangen, wo aufhören. Rinnsteine, kleine Wasserläufe, am Strand. Es gibt viel zu tun – aber die Menschen müssen bereit sein, zu erkennen, das der Müll der Umwelt schadet.
Eine Runde noch in die entgegengesetzte Richtung und da stehen hübsche bunte Holzhäuser, so wie man sich diese in der Karibik vorstellt – sanfte Farben.
Ich schaue in den kleinen Laden und das Angebot ist nett – Strandkleider, Sonnenhüte, Taschen, halt alles, was ich als Urlauber gebrauchen kann. Und wer Zigarren liebt, wird auch hier fündig. Die Bars sind noch geschlossen, ich denke am Abend ist hier schon Betrieb.
Es bleibt noch Zeit für einen Blick in die hölzerne Kirche, die übrigens bei dem großen Feuer verschont geblieben ist.
Gut gefällt mir dieser moderne Bau mit einem Standbild davor, leider kann ich nicht erkennen, wer oder was das ist.
Wir müssen uns sputen, das letzte Tenderboot geht um 15.15 Uhr und so sitzen wir rechtzeitig im Boot und können auf dem Weg zur Luna noch ein wenig die Küste und die kleinen Inseln anschauen.
Bei Sonnenschein verlässt die Luna den Reedeplatz und es geht in Richtung Tortola.
Gegen 17 Uhr verdunkelt sich Himmel, aber zum Glück trifft der Regen nicht auf unser Schiff und einem kleinen Drink an Ocean Bar steht nichts im Wege. Mein Favorit ohne Alkohol ist Ipanema …. Zitrone, brauner Zucker, Tonicwasser und Eis.
Nun noch ein wenig Wissen konsumieren, Lektor Adrian Geiges steht im Theatrium auf der Bühne und verrät uns, was es auf den Inseln zu sehen gibt, die wir auf unserer Route noch anlaufen werden. Also eine kennen wir, das ist St. Maarten und da haben wir einen Ausflug vorgesehen. Etwas unschlüssig sind wir, was auf den Inseln treiben werden. Aber es wird uns schon was einfallen.
Es bleibt etwas Zeit, um zu richten und dann lassen wir uns das Abendessen schmecken. Ganz ehrlich, es gibt wieder so viel, was ich mag und die Qual der Wahl ist groß. Olli wird mit Applaus empfangen bei seiner Prime Time. Er schafft es mit seinem Charme, die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen und heute sitzt ihm unser Kapitän Sven Gärtner gegenüber, der seit 2009 auf AIDAkreuzfahrtschiffen unterwegs ist.
Wir hatten ihn 2015 als Kapitän auf der Sol gehabt, als unsere Reise von Cochin in Indien nach Antalya ging. Viel Zeit bei Olli heute nicht für seine Prime Time, denn um 20.45 Uhr beginnt die Übertragung der Oscarverleihung ins Theatrium und was machen wir? Machen eine Runde über das Deck und versacken an der Poolbar, treffen Bekannte und auch da gibt es wieder viel zu erzählen.
In der Kabine wird noch etwas aufgeräumt, den Rucksack brauchen wir nicht großartig packen. Wir werden in Road Town einen Bummel machen – ganz gemütlich.