Hier noch das 2. Formular, das wir von Costa bekommen haben.
Beiträge von Mar-Lene
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Nun noch – wie versprochen – mein Bericht zur Visabeantragung für Russland. Das Visum benötigt man nur, wenn man ganz individuell an Land geht. Um der besseren Übersicht willen schreibe ich in Stichpunkten:
- Vorab: die Visabeantragung ist gar nicht so kompliziert. Wir waren mit Aida auch schon in Indien. Die indischen Visa zu beantragen, erschien uns wesentlich komplexer. Aber das ist vielleicht eine Sache des individuellen Empfindens.
- Man kann das Visum für Russland entweder direkt bei der Botschaft in Berlin oder bei einem der Konsulate beantragen. Wir haben in unserer Heimatstadt ein Konsulat und sind deshalb dorthin gegangen. Im Nachhinein hat uns ein bisschen geärgert, dass die Gebühren im Jahr 2017 von 28 Euro p.P. auf 44 Euro p.P. erhöht wurden. Das Konsulat schickt ja lediglich die Sachen nach Berlin und händigt dann die fertigen Visa aus. Wir fanden 88 Euro (für 2 Personen) einen sehr stolzen Preis dafür. Das nächste Mal werden wir gut überlegen, ob wir nicht direkt nach Berlin zur Botschaft fahren (wir sind ohnehin öfter in Berlin). Das Visum selbst kostet 35 Euro p.P. (Touristenvisum, zweifache Einreise).
- Jetzt zu dem Antrag selbst. Man benötigt:
- den Visaantrag (online zu finden)
- Reisepass
- ein Passbild, Format 3,5 x 4,5 cm (wir haben selbst fotografiert, in Irfanview entsprechend zugeschnitten und selbst bei DM ausgedruckt)
- Garantie der Rückkehrwilligkeit (wir hatten: Kopie des Arbeitsvertrages, Heiratsurkunde; die wollen irgendetwas vorgelegt bekommen, aus dem ersichtlich ist, dass man hier in D seinen Lebensmittelpunkt hat. Also ginge auch Nachweis von Immobilienbesitz, Rentenbescheid, irgendsowas ...)
- Krankenversicherungsnachweis (die Auslandskrankenzusatzversicherung hat hier spezielle Bestätigungen, die sie einem zuschickt. Man muss die direkt anfordern – unter Angabe des Zeitraums, in dem man sich in Russland aufhält. Wir sind bei der Huk Coburg bzw. bei der Debeka – beide Versicherungen haben uns eine solche Bestätigung geschickt.)
- Reisebestätigung des russischen Veranstalters (bei der Reederei anfordern)
- Einige Angaben der Reisebestätigung muss man in den Visaantrag übertragen. Hierzu sind rudimentäre Kenntnisse des kyrillischen Alphabets nötig. Ich nehme aber an, dass es mit dem Google-Übersetzer auch ganz gut funktionieren wird (Es ging um den Namen „Arktur Travel“, die Referenz- und Voucher-Nummer sowie um die Adresse. Alles habe ich aus dem Voucher/der Confirmation kopiert und in die Visaanträge eingefügt). Keiner hat da nochmal irgendetwas beanstandet oder nachgefragt.
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Als Bestätigung der Rückkehrwilligkeit habe ich eine Kopie meines Arbeitsvertrages vorgelegt. Mein Mann ist selbständig und wollte nicht unbedingt alle möglichen Daten preisgeben. Daher haben wir noch eine Kopie der Heiratsurkunde mitgeschickt (also dass er mein Mann ist und wieder mit mir, die ich in D ordentlich angestellt arbeite, wieder zurückreisen wird). Hat geklappt. Zum "Einladungsschreiben": Das muss man bei der Reederei extra beantragen. Wir sind ja mit Costa gefahren. Da mussten wir schriftlich anfragen, hatten dann aber recht schnell das entsprechende Formular.
Ich setze mich gleich mal hin und schreibe, wie das bei uns mit dem Visum war ...
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Wir sind auch Balkonkabinenbucher. Meerelfe hat es oben sehr gut beschrieben.
Auf unserer ersten Reise mit einem kleinen Schiff (Aura, Orient-Indien) haben wir aber dann doch mal eine Meerblickkabine gebucht. Gründe gab es gleich mehrere: Die Balkonkabinen auf der Aura sind ungünstig angeordnet (laut, weil unterm Restaurant oder unter der Aida-Bar). Sie sind nicht überdacht, außerdem sehr schmal. Die nur halben Abtrennungen lassen wenig Privatsphäre zu. Es gibt keine Hängematten. Und: die Balkonkabine für jene Reise wäre mehr als doppelt so teuer gewesen wie Meerblick. Also haben wir erstmals keinen Balkon gebucht. Die Meerblickkabine war sehr schön. Da die Atmosphäre auf dem Schiff gestimmt hat und es auch sonst eine wunderbare Reise war, haben wir das unter "Meerblick ist auch okay" abgespeichert. Im Sommer dann gleich nochmal die Aura gebucht. Wieder Meerblick, diesmal WMM. War leider nicht so schön. Die Kabine hatte ein total verzogenes Fenster. Wenn man rausguckte, bildete der Horizont keine LInie, sondern eine heftige Delle. Das Meer lief sozusagen aus. Alles, was man durch das Fenster sah, war wie durch einen Zerrspiegel dargestellt. Auch sonst war es "anders".
Deshalb: Wir bleiben Balkonkabinenbucher. Nach zwei Mal Meerblick sind die nächsten Reisen alle wieder mit Balkon.
Ich liebe es besonders, spät abends, wenn alle schon schlafen, nochmal auf den Balkon zu gehen und das Meer zu genießen. ÜN im Hafen ist deshalb auch nicht so meins. Ich liebe es, zu fahren. Einmal bin ich in der Hängematte sogar eingeschlafen.
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larissa: ach, ich nähme auch 2 Kugeln meiner Lieblingssorten. Leider hat hier noch niemand ein Buffet aufgebaut ...
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Beim Thema Reservieren fällt mir noch eine Anekdote von unserer letzten Aida-Reise ein:
Als Menschen, die gern erst sehr spät essen und die nicht unbedingt ins Marktrestaurant wollen, ist es nicht immer ganz leicht, einen Tisch zu finden. Meist klappt es doch, aber der Schwierigkeitsgrad ist schon sehr hoch. Eines Abends war wirklich jeder Tisch besetzt. Nach der dritten Runde durchs Restaurant guckten wir auch dort, wo eigentlich nie was frei ist, weil da die schönsten Plätze sind. Und siehe: ein 2er Tisch schien frei zu sein. So jedenfalls unsere Interpretation: leergegessene Teller, eine halbe Karaffe Wein - haben die Kellner bestimmt noch nicht abgeräumt. Wir also freudig diesen Tisch genommen, dann fiel uns beim Hinsetzen auf: da hängt ja noch eine Jacke überm Stuhl (der Tisch ist etwas versteckt, der Stuhl nochmal um die Ecke, da hat man es nicht gesehen). Na ja, wenn die Jacke so versteckt hängt, haben die Leute sie bestimmt vergessen. Ist heute ja auch besonders warm draußen.
Die Kellner machten auf die Frage, ob noch frei sei oder nicht, so undefinierbare Gesten und Laute, dass man wirklich nicht draus schlau werden konnte.
Jedenfalls: so gegen 20.30 Uhr kam dann ein Paar an den Tisch, das uns vorher in anderen Zusammenhängen schon einige Male aufgefallen war (warum, tut nichts zur Sache; sympathisch geht aber jedenfalls anders). Es stellte sich heraus, dass sie gleich 18 Uhr zu Abend gegessen hatten, dann ca 90 min draußen herumflaniert sind, um den Sonnenuntergang zu genießen, und dass sie nun wie selbstverständlich mit zwei Schüsseln Eis an "ihren" Tisch kamen, um weiterzuessen.
Die waren ganz schön sauer, dass wir sitzengeblieben sind. Die Kellner haben sich einen weggegrinst ...
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Ich meine, man muss es gar nicht so kompliziert machen.
Vom Lesesaal einer Bibliothek kenne ich es so: Dort sind die Plätze auch sehr begehrt, es sind immer zu wenige vorhanden. Wer seinen Platz verlässt, geht an die Theke, holt sich eine Parkuhr, stellt sie ein und legt sie gut sichtbar auf seinen Platz. Dann hat er 30 min Zeit, bis er zurückkommen muss. Kriegt er das nicht hin, ist sein Platz freigegeben. Er wird aber nicht vom Personal abgeräumt, sondern jeder, der einen freien Platz sucht, darf dann diesen Platz benutzen. Also reservierte Plätze ohne Parkuhr und reservierte Plätze mit abgelaufener Parkuhr dürfen von jedem Bibliotheksnutzer besetzt werden.
Es geht ums große Ganze, nämlich dass Plätze nicht unnötig reserviert werden. Es ist keine Polizei - wer 2 Stunden wegbleibt, kann auch Glück haben, dass sein Platz noch frei ist. Und jeder weiß sowieso, dass er auf seine Privatsachen selbst achten muss. (Es hängen Schilder da.) Und wenn einer den Nachbarn fragt, die Parkuhr immer nachzujustieren, kann das gut klappen, dann ist es eben so. Aber das sind doch Einzelfälle. Es geht nicht darum, die Leute an den Pranger zu stellen, sondern es sollen nicht unnötig Plätze belegt werden. Jedenfalls funktioniert dieses System seit Jahren ausgezeichnet!
Das kann man doch auch auf Aida umsetzen. Ob dann jeder einzelne Fall mit erwischt wird, ist egal. Entweder man setzt Parkuhren ein wie in meiner Bibliothek. Oder man arbeitet mit Zetteln (wie oben beschrieben). Das mit den persönlichen Sachen halte ich für eine fadenscheinige Ausrede. Man muss sowieso immer auf seine Sachen achten (auf der Luna haben wir mal an der Rezeption mitgekriegt, wie der Diebstahl einer Canon Eos gemeldet wurde. Die Leute hatten sie im Restaurant auf dem Tisch liegengelassen, während sie kurz zum Büffet gingen.)
Und zur Umsetzung: sachlich, korrekt, freundlich. Nicht mit Scherz und Dönekes, sondern freundlich-neutral die Zettel verteilen und die Liegen abräumen. Wieso soll das nicht gehen?
Noch ganz generell: Es liegt vermutlich tatsächlich nur an einigen wenigen. Die meisten wollen doch gar nicht vor dem Aufstehen losgehen und reservieren. Sie tun dies, weil die anderen es sonst machen und sie dann keine Liege mehr abbekämen. Wenn sich rumspricht, dass das Reservieren nicht mehr funktioniert, wird es entspannter werden. Wir selbst sind gar keine Poollieger. Manchmal würde wir aber doch gerne für eine halbe Stunde ... das geht derzeit auf Aida nicht. Wir finden es schade, aber früh aufstehen würden wir deshalb nicht! Im Juli auf der Aura war es ganz schlimm. Wir sprachen u.a. mit einem Vater - der ist auch immer früh los, obwohl er es nicht wollte. Den Kindern zuliebe.
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Na ja, dann wird es eben eine "See-Alm".


Gibts hier außer mir noch andere Digedags-Leser? Ich muss jedenfalls spontan an Ritter Runkel denken, der das vom Dogen erbetene Schiff ganz nach seinen Vorstellungen umbaute. Er kam aus einer eher bergigen Gegend. Das, was auf seiner Burg auf heimischem Hügel funktionierte, hat er aufs Schiff gebracht - zum Beispiel eine deutsche Eiche, damit er immer weiß, wo Westen ist (bei ihm zu Hause ist die Wetterseite vermoost). Usw. ...
Diese Assoziation hatte ich bei "Almhütte" auf Aida Bella. Wir wollten nächstes Jahr mit ihr von Singapore nach Hongkong fahren und versprechen uns von dieser Reise jedenfalls andere Eindrücke als heimische deutsche Gemütlichkeit.
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Ich habe für Orient-Indien gestimmt, weil wir 1. gern ferne und exotische(re) Ziele bereisen, zu denen man ansonsten nicht so leicht hinkommt und weil außerdem 2. für mich die Seereise selbst auch wichtig ist (und Orient-Indien hat bei der gegebenen Auswahl die längsten Fahrtrouten). Ich mag es vor allem, bei einer Seereise Regionen zu verbinden. Also ich möchte wirklich das Gefühl haben, ein Stück Welt zu bereisen und mich voranzubewegen. Von a nach b nach ganz weit weg, bei Landgängen sehen, wie sich Landschaft und Kultur ändern, eben unterwegs sein.
Unsere nächste Tour geht von Buenos Aires einmal südlich ums Kap Horn nach San Antonio (Chile). Wir freuen uns schon wie verrückt darauf! Sie verbindet alles, was wir an Kreuzfahrten schätzen (auf dem Meer richtig unterwegs sein, Regionen bereisen, die man mit Flug und Mietwagen schlecht erreichen kann, ein Stück Welt erschließen, ...). Das ist dann natürlich kein Aida-Schiff, sondern wir fahren (zum ersten Mal) mit Princess Cruises. Sind gespannt!
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Wie lange ist was los im Theater, 22:30 !
Mittag Proben,Na ja. Auf der Transatlantik 2016 mit der Luna hatten wir eine Kabine direkt unterm Theatrium (im Forum hier hatte sie übrigens allerbeste Bewertungen, nach dem Motto: schön ruhig, man hört nichts).
Mehrere Nächte wurden auf dieser Reise bis weit nach Mitternacht die Shows geprobt. Offenbar wurde da auch immer getestet, was die Soundanlage hergibt. Die Bässe waren unbeschreiblich. Rückfrage an der Rezeption (kann man wenigstens die Bässe zurückdrehen?): "Nein, das muss so!".
Nach dieser Erfahrung würde ich freiwillig niemals wieder eine Kabine in der Nähe des Theatriums beziehen. (Zur Erklärung: Unsere Fahrt mit der Luna haben wir kurz vor knapp gebucht - die letzte verfügbare Kabine, unmittelbar nach Buchung war komplett belegt. D.h. wir hatten die ganze Zeit das Gefühl "Gut, dass sie uns noch mitgenommen haben." Aber bei einer regulären Buchung wäre ich schon angesäuert gewesen.)
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Wenn man das Wasser aus dem Hahn nicht trinken möchte (wir tun das ab und zu ohne Bedenken), kann man auch in den Sportbereich gehen: Dort gibt es Trinkwasserspender. Ich war zwar noch nicht auf Perla oder Prima, aber auf den anderen Aida-Klassen, und da bekommt man dort immer zu jeder Tages- und Nachtzeit sein Trinkwasser.
Noch ein OT zur obigen Anmerkung, jede andere Reederei stelle Trinkwasser zur Verfügung: Also Costa jedenfalls nicht. Bei denen schmeckt das Leitungswasser auch so scheußlich, dass man freiwillig die an jeder Bar angebotenen Wasserflaschen erwirbt.
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Danke für Euer Feedback!
Gern schreibe ich noch einen ausführlichen Beitrag zur Visabeantragung. Allerdings wird das frühestens nächste Woche, diese Woche ist voll mit Arbeit (inkl. Dienstreise am Wochenende). Ich melde mich wieder.
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Hier also wie versprochen mein Bericht über den ganz individuellen Landgang in St. Petersburg – ohne irgendetwas vorgebucht zu haben, dafür mit eigenem Visum.
Im Internet hatte ich gelesen, dass ein Bus ab Hafen fährt. Weiter vorn in diesem Thread steht, man müsse ein Stück zur Haltestelle laufen. Diese Info ist veraltet. Der Bus fährt jetzt tatsächlich zu jedem einzelnen Terminal und hält direkt vorm jeweiligen Eingang. Man muss also weniger weit laufen als alle organisiert von Bord gehenden Passagiere (sowohl Privattouren als auch von der Reederei gebuchte). Vom Balkon aus hatten wir schon gesehen, wann der Bus fährt, und hatten uns entsprechend zeitlich orientiert. Bei der Passkontrolle waren wir die einzigen und waren sehr zügig durch. An der Bushaltestelle stand ein Fahrplan, der aber nicht wirklich eingehalten wurde. Das war aber auch das einzige Problem (und war nicht einmal ein solches). Es lief alles reibungslos und wunderbar. Hier der Bericht:
1. Tag
Bus 158 kam leider nicht zur angekündigten Zeit. Ein Russe hat uns freundlicherweise in seinem Auto zur Metrostation mitgenommen (als wir im Auto saßen, sahen wir dann den Bus kommen, es wäre also auch kein Problem gewesen, mit dem Bus zu fahren).
Ausstieg an der Metrostation Primorskaya – dort erst einmal ein bisschen russisches Leben genießen: Markt, Geschäfte, Supermärkte, am Kanal schauen usw.Danach Metrofahrt zur Innenstadt. Direkt am Metroeingang eine „Kassa“, wo man Tickets kaufen kann. Es gibt Magnetkarten für mehrere Fahrten und Jetons. Wir haben uns für Jetons entschieden. Ein Jeton kostet 45 Rubel. Damit kommt man in den Metrobereich und kann sich dort unbegrenzt lange aufhalten (und natürlich fahren). Wir haben gleich Jetons auf Vorrat gekauft, um nicht in der Innenstadt nach Verkaufsschaltern suchen oder Schlange stehen zu müssen.
Metrofahrt 2 Stationen: Ausstieg Gostinyi Dwor. Wenn man wieder auf die Straße tritt, steht man auf dem Newskiy-Prospekt direkt gegenüber der Kasaner Kathedrale (dem Petersdom nachempfunden).
Ich hatte eigentlich geplant, ab dort mit dem Hop on Hop off eine Stadtrundfahrt zu machen. Aber mein Gatte, der das erste Mal in Russland war, guckte in eine Seitenstraße und rief ganz verzückt: „Sieh mal, die Kirche da!“ Es war die Blutskirche, auf die wir vom Newskiy-Prospekt aus am Kanal entlang einen postkartenmäßigen Blick hatten! Also liefen wir da hin – am Kanal entlang, an Souvenirständen vorbei (lohnend). Und ab da war meine Planung über den Haufen geworfen. Wir haben an beiden Tagen die Stadt zu Fuß erkundet. Das war für uns die beste Variante. Auf Stadtrundfahrt per Bus oder Boot hatten wir keine Lust. Es wäre aber ganz problemlos möglich gewesen. Sowohl Busse standen bereit, als auch (am ehernen Reiter) unzählige Boote. Kein Problem, individuell und kurzentschlossen mitzufahren.
Wir aber haben also die Stadt zu Fuß erkundet. Hier im Telegrammstil unsere Route:
Erlöserkirche (Blutskirche) inkl. Besichtigung innen – Marsfeld – Sommergarten – Sommerpalast – Troitsky-Brücke (Blick genießen) – zurück zum Palastufer – durch die Millionärsstraße (Adelspaläste) zum Winterpalast/Eremitage – Schlossplatz – Innenhof Eremitage (Bank für kurze Pause, wir hätten auch in die Eremitage gehen können, der Andrang war nicht groß, wollten aber lieber weiter die Stadt besichtigen) – durch den großen Torbogen zurück zum Newskiy-Prospekt – überquert und zur Isaakskathedrale (inkl. Besichtigung innen) – eherner Reiter – am Ufer zurück Richtung Newskiy-Prospekt – Dvortsoviy-Brücke (Blick genießen) – über den Schlossplatz zurück zum Newskiy-Prospekt und zur U-Bahn-Station
Hier dann eine russische Besonderheit, die ich schon von Moskau kenne: Dort, wo man aus der U-Bahn rauskommt, kommt man nicht unbedingt wieder rein. Wir waren völlig verblüfft, dass der Eingang (tatsächlich NUR der Eingang) unserer Metrostation ausgerechnet zur Rush-Hour zwischen 16.15 Uhr und 18.30 Uhr komplett gesperrt war. Es gab ein Schild mit auch englischen Erklärungen, was die Alternative ist. Statt das zu lesen, sind wir einer Gruppe junger Einheimischer nachgelaufen, die auch erst dort reinwollten, dann aber zielstrebig zum nächsten offenen Eingang liefen und also auch uns dorthin führten.
2 Stationen zurück bis Primorskaya. Bus 158 zum Schiff. Ende Tag 1.
2. Tag
Diesmal mit Bus 158 zur Metro (der kam leidlich pünktlich, Ticket kostet 40 Rubel, man bezahlt beim Fahrer oder der mitfahrenden Schaffnerin). 2 Stationen bis Gostiniy Dwor. Umstieg in die M2 Richtung Parnass. 1 Station Fahrt zur Gorkowskaya. Ab dort Stadt zu Fuß wie folgt erkundet:
Peter und Pauls Festung (Rabbit Island) – 12 Uhr Kanonenschuss und eine Art Militärparade mit Abspielen der russischen Nationalhymne (recht eindrucksvoll, aber keine Ahnung, ob das täglich so abläuft. Den Kanonenschuss gibts aber definitiv jeden Tag um 12). – Peter-Paul-Kathedrale (Besichtigung innen: Gräber der Zaren) – ausgiebige Pause am Ufer in Festungsnähe, schönster Sonnenschein, traumhafter Blick zum Palastufer mit Eremitage usw. – zurück zur Petrograder Seite – Peters Häuschen (ältestes Haus St. Petersburgs, Haus Peters des Großen) – Panzerkreuzer Aurora (sehr eindrucksvoll), auf dem Weg dahin am Wasser lang sehr schöner Blick zur anderen Seite – dann über die Samponijewski-Brücke zum Finnländischen Bahnhof – Metro bis Moskauer Bahnhof (für weitere U-Bahn-Stationen wie Antono usw. fehlte die Zeit. Es hätte geklappt, wäre aber knapp geworden) – hoch zum Newskiy-Prospekt – zu Fuß zu unserer Metrostation Gostinyi Dwor – Rückfahrt bis Primorskaya – an der Metrostation leckere Piroggen gekauft (eine Bäckerei mit Straßenverkauf gleich am U-Bahn-Eingang), die hatten mich schon am Vortag so „angelacht“, noch etwas zu trinken dazu, dann eine Bank im Wohnviertel gesucht, Rast gemacht und Leute beobachtet – zurück zur Bushaltestelle 158 – da standen schon alle Individualfahrer versammelt, die wir während der 2 Tage kennengelernt hatten – die Wartezeit auf den Bus kurzweilig, weil wir unsere Erlebnisse austauschten – Rückfahrt zum Schiff - letzte Rubel am Anleger in Souvenirs investiert – Passkontrolle (dauerte bei uns ewig, sehr zur Freude der hinter uns in der Schlange stehenden Gruppenreisenden, aber wir konnten es ja nicht ändern), und mehr als pünktlich beim Schiff gewesen
Alles in allem 2 wunderbare Tage voller intensiver Eindrücke, die wir als Indivualisten genau so erleben wollten.
Wer ebenfalls lieber allein als in Gruppe unterwegs ist: Traut Euch! Es ist nicht kompliziert. St. Petersburg funktioniert wie andere europäische Großstädte auch. Im Gegensatz zu Moskau sind ausnahmslos alle Schilder in der Metro usw. auch in Englisch . Man kann sich sehr gut zurecht finden, und falls es doch einmal nicht funktioniert, gibt es immer jemanden, den man fragen kann.Wir hatten mehrere Reiseführer (Bücher) mit. Letztlich am praktischsten hat sich der vom Michael-Müller-Verlag erwiesen (St. Petersburg. Autor: Marcus X. Schmid). In Ergänzung dazu hatten wir den exzellenten Stadtplan vom Polyglott-Reiseführer (aber der Müller hat auch einen ganz passablen Stadtplan).
Wir möchten also ausdrücklich allen, die gern auf eigene Faust unterwegs sind, zuraten, sich auch in St. Petersburg allein zu bewegen. Hätten wir noch 2 Tage Zeit gehabt, hätten wir unseren Individualtrip fortgesetzt (dann um den Fontanka-Kanal herum und zum Smolny-Kloster, evt. Straßenbahnfahrt durch die Stadt). Peterhof und Katharinenpalast hätten auch dann noch nicht auf unserem Plan gestanden. Aber da sind die individuellen Interessen ja sehr verschieden. Uns war wichtig, 1. die Schönheit der Stadt St. Petersburg intensiv zu erleben und 2. einen Eindruck vom Leben in Russland zu bekommen. Beides ist für uns durch unsere Art der Stadterkundung aufgegangen.
Insgesamt haben wir vielleicht 10 deutsche Paare/Familien getroffen, die ebenfalls ganz individuell von Bord gingen und mit uns Bus und Metro fuhren. Dann noch einmal so viele Italiener und andere Gäste (wir waren mit Costa da).
Das einzige Problem (wie gesagt, eher ein Problemchen) war der Bus vom Hafen zur Metrostation, der seinen Fahrplan nicht eingehalten hat. Irgendwann kam er aber immer. Man muss hier also etwas mehr Zeit einplanen. Aber das ist die einzige Schwachstelle. Alternativen zu diesem Bus:
1. Einige Italiener haben sich per Taxi zur Metro bringen lassen. Das haben wir gesehen (die Taxen waren recht zügig wieder da, daraus schlossen wir das).
2. Zu Bus Nr. 7 außerhalb des Hafengeländes laufen
3. Zu Fuß zur Metrostation bzw. in die Richtung am Kanal entlang, man stößt früher oder später auf weitere Haltestellen mit anderen Buslinien. Für die Rückfahrt schafft man es zur Not, wenn man zügig den Kanal von der Metrostation zum Hafen läuft, in 30-45 min. Das Schiff muss man wegen dieses Busses also nicht verpassen. -
Wir waren Anfang September in Riga. Vom Anleger aus ist alles bequem zu Fuß erreichbar. Ich hatte mir Beitrag 11 dieses Threads ausgedruckt (vielen Dank, pugnaira), und wir haben uns im Wesentlichen an die dortigen Empfehlungen gehalten.
Die meisten machen wohl erst die Altstadt und dann das Jugendstilviertel. Ich fand es andersrum besser, weil man dann die Zeit besser managen kann. Wenn noch Zeit übrig ist, gibt es in der Altstadt sehr viele Möglichkeiten, diese zu verbringen. Im Jugendstilviertel sind zwar auch nette Cafés usw., aber die Altstadt hat das größere Angebot und man kann ruhig auch noch einmal eine Runde über den Domplatz schlendern.
Das Schwarzhäupterhaus ist momentan übrigens eingerüstet und mit Planen verhangen.
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Wir hatten einen Mietwagen von Avis. Vorab im Internet direkt reserviert. Das Büro ist keine 300 m vom Anleger entfernt. Der Wagen stand schon bereit, als wir zum Büro kamen. Hat alles reibungslos geklappt. Der große Vorteil von Avis gegenüber anderen Vermietern in Klaipeda: Man kann den Wagen auch nach Büroschluss abends noch zurückgeben. Gleich im Hafen ist ein bewachter Parkplatz, wo man den Wagen abstellt und dem Wachpersonal den Schlüssel überreicht.
Wir fanden es sehr gut, per Mietwagen unterwegs zu sein und so auch das weniger touristisch erschlossene Hinterland zu erkunden.
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ACHTUNG!
In Helsinki haben sich vor kurzem die Straßenbahnfahrpläne völlig geändert. Das, was man z.B. in Wikipedia derzeit findet, ist definitiv nicht mehr aktuell.
Hier der neue Plan:
https://www.hsl.fi/uudet-raitioli…injat-ja-kartat
(Lesen kann ich das alles auch nicht, aber der abgebildete Plan ist der richtige.)
Wir kommen gerade von der Costa zurück. Alle Schiffe (Costa, MS Europa 2, noch zwei andere) haben im Westhafen angelegt. Wie es aussieht, wird dort ein ganz neuer Kreuzfahrerbereich gebaut (mehrere Terminals usw.). Wir waren vor allem überrascht, auch die Europa 2 dort anzutreffen. Laut vorab eingesehener Hafenauskunft sollte die nämlich eigentlich am Südhafen, d.h. in direkter Innenstadtnähe anlegen. Nun waren also alle Schiffe im Westhafen, und ich vermute, das wird nächste Saison ähnlich gehandhabt.
Das Gute daran: Die Straßenbahn Nr. 7 fährt praktisch direkt vor den Anleger und hat dort ihre Endhaltestelle. Man kann also ganz bequem vom Schiff zur Straßenbahn laufen und dann direkt zum Hauptbahnhof oder Senatorplatz fahren (außer, die Bahn hat Verspätung wie bei uns, dann fährt sie vom Hauptbahnhof direkt in die nördlichen Außenbezirke und lässt den Schwenker über den Senatsplatz aus - wer auf die Durchsagen des Fahrers hört, kann dann auch rechtzeitig aussteigen und muss sich nicht wie wir wundern, warum die Bahn ganz anders fährt als auf dem Plan angezeigt).
Tickets gibt es beim Fahrer. Wir haben für ein Tagesticket pro Person 9 Euro bezahlt. Damit kann man dann auch mit der Linie 2 zur Felsenkirche und zum Sibeliuspark fahren.
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Waren Anfang September mit Costa in Gdingen. Ich vermute, der Anleger ist der gleiche wie bei Aida (direkt am Museum für Emigration). Gleich am Hafenausgang fuhren zwei Buslinien: Nr. 119 und 137. Wir nahmen die 119 zum Bahnhof von Gdingen. Ticket gab es für 4 Zloty pro Person beim Busfahrer. In Gdingen am Bahnhof ein schöner überdachter Markt. Dann per SKM-Bahn nach Danzig. Wenn Ihr vor dem Bahnhofsgebäude steht, nicht in den Haupteingang reingehen, sondern erst ein Stück links laufen (gibt auch Hinweisschilder). Dann kommt Ihr über eine kleine Treppe in eine Seitenhalle, in der es auch Schalter mit Personal gibt, wo Ihr das SKM-Ticket kaufen könnt. Wir haben für 14 Zloty pro Person ein Tagesticket genommen. Die Züge fahren tagsüber alle 15 min, zur Rush-Hour am Nachmittag alle 7-8 min. Nach Danzig sind es ca. 40 min Fahrt (vorletzte Haltestelle). In Danzig ist alles sehr gut fußläufig erreichbar. Auf der Rückfahrt haben wir in Zoppot Stop gemacht. Vom Bahnhof geht eine Fußgängerzone bis zur Seebrücke. Zurück in Gdingen (mit SKM) hatten wir keine Lust auf Busfahren zum Hafen. Meine Smartphone-Navigator-App hat uns angezeigt, dass es auf kürzester Strecke zu Fuß 1,8 km bis zum Schiff sind. Also haben wir der App geglaubt und uns auf sehr abenteuerlichen Wegen zurück zum Anleger führen lassen.
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