Hallo Lars :o)!
Gerade zurück vom Schiff nun auch mal unsere "Meinung" dazu:
Es ging ja, wenn ich den Fragesteller richtig verstanden habe, weniger darum, dass er selbst nun eine solche Reise buchen will um jeden Preis, sondern um den Sachverhalt als solchen, da es wohl einige Ausnahmeregelungen gibt und allgemeine Fragen bzgl. Säuglingen an Bord.
Grundsätzlich sind die Informationen im Katalog verbindlich - aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Tatsache ist allerdings, dass diese Regelungen erst einmal sinnvoll sind und ihren Grund haben ( und der ist sicherlich nicht, junge Eltern ärgern zu wollen) und zudem erst einmal bindend sind und das nicht nur bei AC.
Klar gibt es Ausnahmen, aber und darüber muss man sich im Klaren sein, liegt die Veranwortung wenn etwas passiert, dann bei den Eltern ganz allein ( das lassen sich die Reedereien schriftlich geben !!!).
Man kann auch die Reise mit einem jüngeren Kind anfragen, aber, wenn dieses überhaupt ansatzweise seitens der Reederei erlaubt wird, wird neben einer Reisefähigkeitsbescheinigung vom Arzt , dann auch eine unterschriebene Anerkennung des Haftungsausschluss erwartet.
Im Klartext: An Bord ist definitiv KEIN Pädiater ( Kinderarzt) sondern in aller Regel ein Internist oder Chirurg mit notfallmedizinischer Zusatzausbildung ( Fachkunde Rettungsdienst oder Zusatzbezeichnung Notfallmedizin ). Auf medizinische Notfälle bei Säuglingen ist man nicht wirklich vorbereitet und ausgelegt, denn deren Behandlung muss deutlich schneller erfolgen als bei einem Erwachsenen mit ähnlicher Symptomatik. Medikamente müsssen anders dosiert werden und oft verlaufen die Symptome komplett anders als bei Erwachsenen.
Ein Säugling trocknet z.B. innerhalb kürzester Zeit bei Durchfallerkrankungen etc aus. Und das ist noch das harmloseste Beispiel...
Klar kann man mit Säuglingen reisen ( kein Mensch muss jahrelang zuhause bleiben ) und ich denke, den Babys tut die entspannte Atmosphäre mit beiden Eltern im Urlaub mit viel Zeit für`s Kind sogar gut und den Eltern ebenfalls. Aber bezüglich des Reiseziels sollte man sich mal ganz objektiv mit den Gegebenheiten auseinandersetzen ( alles andere muss ohnehin jeder mit sich selbst ausmachen )
Ob man nach sachlicher Auseinandersetzung und Abwägung dann wirklich eine solche Tour unternehmen möchte, ist eine andere Sache.
Flug:
- ein kurzer Flug ist bei guter Vorbereitung ohne weiteres auch mit einem Säugling möglich - oft sogar besser als mit einem Kleinkind, welches lieber seine Umgebung erkunden möchte und evtl. noch keinen Sitzplatzanspruch hat - für einen Säugling bekommt Ihr einen Babykorb zum einhängen ( ein kleines Bettchen) - früh genug anmelden.
Unser Jüngster hatte seinen ersten Flug mit 6 Monaten. Allerdings sollte es wirklich ein kürzerer Flug sein und nicht gerade die Langstrecke. Die Luft ist auch so schon nicht gerade die beste, Wickelmöglichkeiten im Flieger sind begrenzt und ausgesprochen beengt - auf dem Platz wickeln geht nicht- das wird Euch das Kabinenpersonal verständlciherweise untersagen. Auf einer Langstrecke müsste man sicherlich öfter mal wickeln... suboptimal. Start- und Landung lassen sich mit einem Schnuller oder Tee ganz gut überwinden. Darüberhinaus wird Euch ein Kinderarzt wahrscheinlich ein Nasenspray empfehlen.
Reiseziel:
Karibik: heiss, extrem hohe Luftfeuchtigkeit, keine westl. Hygienestandards...bei vielen Seetagen bei medizinischen Notfällen keine Möglichkeit, Patienten auszufliegen oder in ein Krankenhaus an Land zu bringen. Klima schon für Erwachsene ausgesprochen belastend und ausreichender Impfschutz notwendig. In aller Regel auf den Inseln keine deutschen Ärzte verfügbar und keine Krankenhäuser nach westlichem Standard. Wenn nicht gerade einer von Euch selbst Mediziner ist und Ihr eine entsprechende Reiseapotheke für Euren Junior dabei habt: Lieber nicht ! Vom Sandflohbiss bishin zu entzündeten Mückenstichen, Sonnenstich, Durchfällen aufgrund des Klimawechsels bishin zu "normalen" Säuglingsproblemen können medizinische Probleme schnell zu lebensgefährlichen Situationen auswachsen.... Wir waren mit unserem Jüngsten in der Karibik da war dieser knapp 2 Jahre alt, der Impfschutz altersentsprechend vollständig und wir hatten den Arzt ja dabei....ansonsten hätten wir es wohl nicht gemacht. Mit einem 4 Monate jungen Säugling halte ich eine solche Reise für nicht verantwortbar !
Kanaren: mildes Klima im Winter, kurze Strecken zwischen den Destinationen, an Land auf fast allen Inseln deutsche Ärzte erreichbar ( Krankenhäuser allerdings nicht überall ideal...). Apotheken in Hülle und Fülle. Medizin wäre schnell verfügbar. Flug von ca 4,5 Std. grenzwertig aber machbar. Im Notfall gehen regelmässig Flüge Richtung Deutschland. OK
Mittelmeer: Kurzer Flug, relativ stressfrei, kein allzugrosser Klimawechsel, milder aber nicht heiss im Herbst. Ziele fast ausnahmslos mit recht guter Infrastruktur mit westlichen Standards ( Barcelona hat grosse Kinderklinik) - regelmässige Flüge Richtung Deutschland von fast allen angefahrenen Destinationen möglich. kein grosses Risiko. Apotheken an Land überall vorhanden. Keine Impfungen über das normale altersentsprechende Mass hinaus notwendig. Somit IDEAL !
Ich hoffe, das war sachlich genug.... macht was draus.
Wiegesagt, ein entspannter Urlaub tut sicherlich allen Beteiligten gut, aber von der Karibik würde ich persönlich mit einem so jungen Baby definitiv die Finger lassen...es ist in meinen Augen nicht zu verantworten.... sie schwimmt Euch ja nicht weg. Es hängt natürlich auch noch vom gesundheitlichen Zustand Eures Kindes ab. Ohnehin würde ich da wohl eine Last-Minute Buchung vorziehen, wenn man die Situation besser einschätzen kann, insbesondere falls es Euer erstes Kind ist. Euer Kinderarzt gibt Euch darüberhinaus sicherlich weitere Infos.
Lieben Gruss