Genau, man kann es fast schon sehen, also ich sehs jedenfalls vor mir.
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Morgens, auf dem Weg zum Büro, komme ich immer ein Stück schnurgerade Straße entlang, links und rechts sind Felder und in der Nähe ein kleiner Fluss. Wenn die Morgensonne sich über die sanften Hügel des Bergischen Landes erhebt, dann erscheint der Morgennebel, der über diesen Feldern liegt, immer in einem unwirklichen Glanz und die Tautropfen schimmern wie Diamanten im Sonnenlicht.
Etwa so, wie nach einem Landregen auf St. Lucia. Kennt Ihr das? Wenn plötzlich die schwarzen schweren Wolken da sind, die den Himmel verdunkeln und einen fast erdrücken? Diese dicken Wolken, die auf den Palmen zu sitzen scheinen? Wenn diese Wolken ihre Schleusen öffnen, dann fallen fette Tropfen, die auf dem Asphalt zerplatzen wie kleine Geschosse. Schnell sammelt sich Wasser, und es bilden sich Pfützen, auf denen schwimmen Benzin und Öl, die aus den Trucks der Einheimischen tropfen. (Ihr wisst schon....“Schillernd wie ein Regenbogen......“).
Es sind diese fetten Tropfen, die auf die Blätter der Bananenstauden klatschen, und dort zerplatzen sie, allerdings mit einem kleinen Knall, mit einem Prasseln, wie wenn man Perlen aus der Hand in eine Schüssel fallen lässt. Sie sammeln sich in der Blattachse zu kleinen Bächen und dann rinnt das Wasser an den Blättern entlang zu Boden und die Staude sieht aus wie ein kleiner Springbrunnen. Genau so plötzlich, wie der Regen losbricht, hört er auch wieder auf. Die Wolken ziehen wie an einem Faden gezogen weiter, und die ersten Sonnenstrahlen brechen durch die Lücken zwischen den schwarzen Wolkenbergen.
Es wird wieder wärmer, und schon nach wenigen Minuten erstrahlt der Himmel in einem unverschämt tiefen blau. Und der Boden scheint zu dampfen. Über der Straße, aus den Büschen und von den Blättern steigt er auf: Weißer, nebliger Dunst, und binnen kurzer Zeit ist es wie in einer Sauna. Für eine knappe Viertelstunde befindet man sich in einem Dampfbad, aber dann siegt dank der Kraft der Sonne das Feuer über das Wasser. Am Strand hat sich auf dem feinen weißen Sand eine etwas dunklere feuchte Schicht gebildet. Darin kann man noch die Stellen erahnen, an denen die Tropfen aufgeschlagen und im durstigen Sand versickert sind. Wie kleine Krater in einer Mondlandschaft. Darunter ist der Strand jedoch trocken, und die Füße wissen gar nicht so recht, was sie dem Hirn jetzt melden sollen. Warmer Sand oder kühles Wasser? Aber auch hier siegen schnell die Strahlen der Sonne und der Strand leuchtet wieder. Höchste Zeit, das ich mir an der Bude dort vorne ein kühles Piton kaufe, oder?