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Beiträge von Morris

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  • St. Vincent

    • Morris
    • 11. Januar 2009 um 17:44
    Zitat von Stephan+Sabine

    Hi Morris,

    toller Bericht, so einen Tag und Taxifahrer vergisst man bestimmt nicht. Schreib doch noch ein paar Erlebnisse auf.

    LG S+S

    Danke, freut mich wenns euch gefällt. :blumen: Gesammelte Erlebnisse gibts unter Bikingberichten und unter den Reiseberichten, falls Ihr mögt. 8)

  • St. Vincent

    • Morris
    • 11. Januar 2009 um 14:59

    St. Vincent – A day with Brodda

    Zur Osterreise 2008 mit der Aura gibt es keinen ausführlichen Reisebericht, aber ein Tag, der geht mir nicht aus dem Kopf, und ein Mann verdient besondere Erwähnung.

    Sahara, Ha-Gue, Lastorder, Doctorfish, Sisserl und ich hatten beschlossen, dass wir an den Strand wollen. Also suchten wir uns direkt am Hafenterminal ein Taxi. Ein Dispatcher teilte die Taxen zu (wir fuhren mit einem offiziellen Taxi der örtlichen Genossenschaft) und unser Fahrer stellte sich uns vor. Er war ein schmaler dunkelhäutiger Typ, der grinste, aber trotzdem ernsthaft blieb bei all seinen Erklärungen und Versicherungen. Seine Augen waren ein wenig gerötet, die Jungs hatten wohl am Vorabend zuviel Rum, oder schlechten Stoff erwischt oder gleich beides.

    „Call me Brodda“, grinst er.
    „Brodda?“, frage ich verunsichert.
    „Yes“, gibt er zurück, erstaunt dass ich ihn nicht verstehe, „Brodda, as in Little Brodda or Big Brodda.“

    Alles klar, Mr. Brodda hatte Probleme mit dem Ti-Ätsch.

    „What do ya want? Round trip da island, to da beach? I know da best beach on da island.“
    „Just to the beach, please. How much?“

    Ehrlich gesagt, ich weiß den Preis nicht mehr. Es war wohl OK, für die Fahrt, das Warten am Strand und für den Unterhaltungswert allemal.

    Brodda fuhr einen Japaner oder Koreaner, top-gepflegt und recht neu. Er hatte seinen ganz eigenen Fahrstil, und der sah so aus:

    Gas geben, bis wir so bei 80 bis 90 Ka-Em-Ha waren, dann abrupt bremsen, weil ein Schlagloch im Weg war, eine Kreuzung kam oder weil ein Hund, ein Kind oder sein Dealer über die Straße lief.

    Vollgas – Bremsen - Schlagloch – Schlenker – Vollgas – Bremsen – Schlenker – Vollgas.

    Auf dem Weg zum Strand gab Brodda uns reichlich Erklärungen zu seiner Insel ab, hin und wieder hielt er auch an, um uns die örtliche Fauna näher zu bringen. Aber zunächst stellte sich der Philosoph in ihm vor.

    „I love da island, cause dis is my home. I have love in me for all my home, my people, for all people, cause if I have no love, da vulcano will come for me. Yah mon, one love, all one big family. If you have no love, da vulcano comes for you.“

    Gemeint war der Soufrière, ein aktiver Vulkan, der letztmalig 1979 ausgebrochen war. Nun, man hatte ihn wieder eingefangen, und solange Brodda genug Love hat, wird der Vulkan wohl friedlich bleiben.

    Während der rasanten Fahrt nahm Brodda auch gerne mal einen Plan der Insel zur Hand, um mir darauf die Lage der verschiedenen Sehenswürdigkeiten zu zeigen, oder die Teile der Grenadinen, in denen Donald Trump gerade 300 Millionen Dollar investiert hatte.

    „You can come to my country, too, and invest, sir, you will be welcome. My people go to your country, and you can come to my country, all one big family, sir.“
    Solange die Saint Vincentianer – oder sagt man Vincentinesen – nicht als Englischlehrer arbeiten oder als Taxifahrer, sollen sie kommen.

    Am Strand herrschte Hochbetrieb („You gonna mix up wid da local people.“), denn es war noch Ostern, und die Hälfte der Inselbevölkerung, die sonst arbeitete, hatte auch frei. Kinder spielten Cricket am Strand, Familien bereiteten das Bar-B-Q vor (allerdings grillten Sie wohl mit alten Autoreifen.) Der Strand war Broddas secret beach, aber nicht nur seiner, denn es waren schon gelb-weiße Handtücher da. Und es gab eine Verpflegungsstation für Taxifahrer. Weil Brodda ein großes Herz mit viel Liebe darin hatte, bot er uns von seinem Mittagessen an.

    Hmm, lecker, werdet ihr denken, karibisches grilled chicken oder grilled fish, lecker. Nahe dran, es war so ähnlich. In einem Plastikbecher hatte er eine undefinierbare grau-güne heiße Pampe.

    „Try it“, bot er an, „it’s very good.“

    Wer die Berichte von Schinamarkus aufmerksam verfolgt, der weiß, wenn etwas very good ist, und nur so ähnlich aussieht wie Essen, dann ist es meist mit Vorsicht zu genießen.

    „Is it to drink or to rub on the skin?“, fragte Sisserl skeptisch.
    „No, it’s to drink, it´s very good for your held.“

    Oha, wieder denken wir an Schinamarkus, denn wenn etwas very good for your health ist, dann sollte man still und heimlich verschwinden. Nicht so Sissi, sie kostet das Zeug, ebenso Ha-Gue und Lastorder. Es war heiß, nach wie vor undefinierbar, schien aber total verkochtes Gemüse zu sein.

    „Dis is very good for the men, too“, freute sich Brodda, „Makes you last longer, you know, dat will make da ladies happy.“ Viagra auf St. Vincent. One love.

    Der Strand war grau, weil der Sand vermischt war mit Vulkangestein und er gefiel uns nicht ganz so gut, aber das Wasser war klar und warm, es gab Bier (das hatte der Doktor aufgetan, mit seiner untrüglichen Biernase, und er wurde auch zum Cricketspielen eingeladen), was will man mehr. Mucke dröhnte über den Strand, und kleine schwarze Kinder spielten mit kleinen weißen Kindern, ohne ein Wort der Sprache zu verstehen. Es kann so einfach sein. One Love, all one big family.

    Auf dem Rückweg setzte ich mich zu Brodda nach vorne, ich wollte noch etwas über die Insel erfahren. In einem Becherhalter hatte er anscheinend schon was für die Tea-Time parat gelegt. Ich hoffte, er würde davon nicht auch noch anbieten. Denn entweder war das Fisch, der da in der Sonne ranzig wurde, oder Obst, das so langsam in den Zustand der Vergärung überging, oder beides, und es war bestimmt auch very good for my health.

    „I apologize for da bad road conditions, but our governement took all da money for da roads and put it in da pockets of friends and family.“ Dabei sprach er das ‚A’ in and oder family wirklich wie ‚A’ aus und nicht wie ‚Ä’. Ich ließ ihn wissen, dass ich Verständnis habe, denn bei uns sei es auch nicht anders, nur die Beträge eben größer. Brodda fuhr natürlich immer nach bewährter Weise:

    Vollgas – Bremsen - Schlagloch – Schlenker – Vollgas – Bremsen – Schlenker – Vollgas.

    Aber Brodda war voll multitasking-fähig: Inselplan falten, Gespräch führen, Auto fahren, mit dem Finger auf etwas zeigen – alles gleichzeitig, no problem. One love.

    „Look at dat tree, sir“ deutete er mit der rechten Hand aus dem linken Fenster Hand (die andere Hand hielt noch den Plan), „dis is a mango tree. We have over 250 different spezies of mangos. Da mango is a very clean fruit, no worms, you can take da mango direct from da tree to ya mout.“ Dabei grinste er wie ein Honigkuchenpferd, aber ich hatte was gelernt.

    Vollgas – Bremsen - Schlagloch – Schlenker – Vollgas – Bremsen – Schlenker – Vollgas.
    Vollbremsung!

    Brodda steigt aus und pflückt eine Pflanze.
    „Look at dis, rub it in your hands and smell it.“
    Wir schauen, reiben, und riechen, skeptisch und vorsichtig – aha – Minze.
    „Peppermint“, ruft Sisserl.
    „Dank you, mam, dats right, peppermint. You can have tea from peppermint. I have it evry morning. You can have it wid cream, you can have it wid sugar. Dats very good for da held. You have peppermint all day, you don’t need a doctor. All da young people go to the pharmacy, but the island has all medicine you need growing outside. You drink hot peppermint it makes you sweat, and da sweat takes all da bad tings out off your body. But you must have love, too. All one big family.“ Und schon ging’s weiter.

    Vollgas – Bremsen - Schlagloch – Schlenker – Vollgas – Bremsen – Schlenker – Vollgas.
    Vollbremsung!

    Brodda pflückte wieder was.
    „Look at it, rub it, smell it“.
    Nun waren wir schon mutiger. „Lemongrass“, rief Sisserl aus.

    „Dank you Mam, yes Lemongrass. It is good for your held. I have lemongrasstea once a week. You can have it wid cream and you can have it wid sugar.“
    „We have lemongrass in germany“, warf ich unvorsichtigerweise ein, „it’s imported from Asia. The Thais are runnig the business“.
    „Sir, we can do the Thais business“, schlug Brodda ernsthaft vor, „we can bod make a living out of dis. I support you wid lemongrass and you sell it at home.“ Schöne Idee: Brodda & Morris Importgesellschaft mbH & Love KG.

    Und wieder: Vollgas – Bremsen - Schlagloch – Schlenker – Vollgas – Bremsen – Schlenker – Vollgas.

    Das Ganze fand übrigens statt unter dauerndem Protest von Harah und Sans, die meinten, ich solle Brodda sagen, er solle langsamer fahren. Nun ja, ich genoss die Fahrt viel zu sehr, denn außer Brodda war ich der einzige, der die Schlaglöcher kommen sah und die Schlenker ahnte, und Brodda hatte soviel Love, das würde schon gut gehen.

    Ich erhielt noch Erklärungen über die Bemühungen, sich aus dem Commonwealth zu lösen, die Brodda gar nicht gut fand; über den Gouverneur, der unbedingt bleiben müsse, denn er kontrolliert die Regierung, und den Regierungschef, der unbedingt weg gehört, „cause he has no love but corruption in his heart.“

    Zurück am Hafen schlug uns Brodda noch vor, die Kirche zu besuchen: „I know da minister, you can renew your wedding vows.“ Er ermahnte uns, immer genügend love zu haben, und er umarmte uns herzlich und sehr schwitzig.
    „I feel deep in my heart we’ll meet again, cause you have love and we are all one big family.“

    Woran es lag, dass Ha-Gue am Abend ins Hospital musste – ob am Mittagsmahl oder am Fahrstil – werden wir wohl nie erfahren, aber er hatte seinen eigenen Vulcano und er hat Frau Dr. Hu-Hu-Was-Geht eine Eruption zu Füßen gelegt.

    Brodda jedenfalls wird uns noch lange in Erinnerung bleiben: Kreuzfahrer, kommst Du nach Kingstown, frage nach Brodda, denn Brodda is good for your held, yah mon. One Love, all one big family.

  • Schatz, Ick freu mir - TA2006

    • Morris
    • 10. Januar 2009 um 13:19

    Sacht ma Kinners,

    hat eine/r von euch noch das Handout vom CW der TA2006? Habe alle CW Unerlagen seit 2004, aber ausgerechnet 2006 fehlt mir. Eine Kopie würde mir ja schon ausreichen, gerne inklusive aller Flecken und Notizen. Wenn einer noch was hatte, bitte schicken.

    Danke schon mal.

    LG

    Morris

  • Schatz, Ick freu mir - TA2006

    • Morris
    • 9. Januar 2009 um 23:11

    Moin im neuen Forum.

  • Schatz, Ick freu mir - TA2006

    • Morris
    • 9. Januar 2009 um 07:17

    Moin Kinners,

    bevor wir irgndwas ändern, weil sich Morris über das Klo beschwert, könnte man ja kurz abstimmen, denn wenn für die meisten Willingen "alt" OK ist, dann passt das ja. Ansonsten, was uns angeht, sagen wir ja zu Hüttenzauber.

    Biggi
    Hat Ihr was gebucht :papierschiff:?

    Marc
    Und, wars heiß unter dem Rock?

    Freue mich auch aufs WE, eine hektische Woche geht zu Ende.

    Bis später
    LG
    Morris

  • Panama

    • Morris
    • 9. Januar 2009 um 07:11

    Es wäre doch schön, ihr würdet NACH der Reise hier eure Erfahrungen und Tipps posten, und wer mit wem wann in welchem Taxi durch Panama fährt, das besprecht ihr in euren Wer-geht-wann-Freds. Dann haben wir auch was von den Beiträgen hier. Danke.

  • Schatz, Ick freu mir - TA2006

    • Morris
    • 8. Januar 2009 um 20:01
    Zitat

    Original von Fritz & Buddy
    Hey (micha nochmal),

    sehr interessant zu lesen.

    Also, da Nico dabei ist komme ich auch mit

    Nico hier... ich hab was in Willingen gefunden...

    Objekt Nr. 297793
    http://www.1001-ferienhaus.de/Deutschland/Sauerland.htm

    das hier ist die Homepage dazu

    http://www.huettenzauber24.de/ettelsberg.html

    Alles anzeigen

    Das finde ich ja jetzt toll .... also nicht nur, dass Du jetzt gesucht hast - wozu ich grad keine Lust hatte - sondern auch, was Du da gefunden hast. Sowas könnten wir uns auch vorstellen.

  • Schatz, Ick freu mir - TA2006

    • Morris
    • 8. Januar 2009 um 15:25
    Zitat

    Original von Dirk75
    Wenn der Termin irgendwie passt, komme ich mit natürlich mit nach Willingen! Oder auch sonst wohin...

    Sonstwohin .... ja gerne :lachroll:.

    Biggi
    Gebe auch Dir recht, stimmt alles mit WZ und Bar und Terrasse ... aber ich mag die Hütte einfach nicht mehr.

    Macht aber ja nix, Transsaar steht ja noch an, und Schiff, wer weiß und was sonst noch so kommt, das Jahr ist jung.

  • Schatz, Ick freu mir - TA2006

    • Morris
    • 8. Januar 2009 um 13:19
    Zitat

    Original von ossi
    @transwillingen:was ein kindergarten. wenn der nicht kommt, komme ich auch nicht...bla bla.

    Sind wir mit dem falschen Fuß aufgestanden oder was?

    Zitat


    vorschlag: jeder soll sagen ob er kommt oder nicht.

    Mache ich: Also, ich komme nicht mit.

    Zitat


    dementsprechend wird dann ein haus gesucht/gebucht. und wenn es dann das vom letzten mal ist, auch gut!

    Wenn Ihr feststellt, die Bude ist top-renoviert, dann hab' ich eben Pech gehabt.


    Marc
    Du Stricher, gib mal nicht so an mit Eurem Eingeborenensport.

    Feuerteufel
    Ich hätte die Hütte abgefackelt, halbe Sachen gibt's nicht.

    LG
    Morris

  • Schatz, Ick freu mir - TA2006

    • Morris
    • 8. Januar 2009 um 11:06

    Morjen, Kinners,

    welch eine hektische Woche, wird Zeit das dass WE kommt.


    Zitat

    Original von Trine1202

    @morris+marcbremen: Also ganz so dramatisch fand ich den Zustand des Hauses jetzt nicht. Und es ist immer noch so, dass es schwer ist ein Haus mit so vielen Bädern und so einer Ausstattung für so viele Leute zu bekommen.

    Das ist richtig, und spricht nach wie vor für die Hütte.

    Zitat


    Aber es wird ja niemand gezwungen.

    Das ist auch richtig.

    Zitat


    Die Mehrheit hat sich halt einfach entschieden, Willingen nochmal in Angriff zu nehmen.

    Mich hat der Gestank aus der Toilette unten schon mehr als gestört und auch sehr geärgert, deshalb hatte ich ja schon 2008 spontan beschlossen, da fahr ich nimmer hin. Der Billardtisch ist völlig im Ar***, die Stühle im Eßbereich fallen auseinander, im Keller gibt's Zimmer mit Schimmel an der Wand. Man merkt schon, dass nichts mehr investiert wird, wer weiß, wie's da jetzt aussieht. Ich lasse einfach mal aus.

    Markus
    Hab ich Dir nicht gesagt, dass wir bald wieder Geschichten von Dir hören werden?

    Marc
    Wird eigentlich auch bei Schnee geboßelt?

    LG
    Morris

  • Schatz, Ick freu mir - TA2006

    • Morris
    • 7. Januar 2009 um 17:16

    Ich wollte eigentlich ja nimmer in die Hütte mit dem stinkenden Klo, dem kaputten Billardtisch, den schimmeligen Wänden, aber gut ... wenn sogar der Hafensänger kommt ... dann komm ich auch, aber nur im Sommer. Vielleicht lass ich aber auch aus ... mal sehen.

  • Schatz, Ick freu mir - TA2006

    • Morris
    • 7. Januar 2009 um 07:21

    Moin Kinners,

    melde minus 14°, es ist gesäßkalt. Das weiße Zeug ist kein Strand :verzweifelt:, und am liebsten bliebe ich im Bett :schlafen:. Soll ja so bleiben und sogar noch schneien, das ist was für :bayern:, aber doch kein Wetter für'n Rheinländer. Ich will nach Antigua an den Strand - jetzt!

    Habt einen schönen Mittwoch.
    LG
    Morris

  • Transkaribik AIDAaura 24.10. - 08.11.2008

    • Morris
    • 3. Januar 2009 um 23:46

    24.10.2008 bis 08.11.2008

    Kreuzfahrt gebucht – Clubschiff bekommen

    Um es gleich vorweg zu nehmen: Diese Reise war eine der besten, die wir auf Aida je hatten, vergleichbar nur mit den Transatlantikreisen. Es war pures Clubschiff, wir hatten grandiose Ziele, beeindruckende Erlebnisse und jede Menge Spaß und Party. Der Bericht gehört mal wieder in die Kategorie: Wer hat den Längsten, aber weiter kürzen konnte ich nicht.

    Anreise
    Seit der geplatzten Aura-Weihnachts-TA bleibt uns immer ein gewisses Bangen, wenn wir in Düsseldorf am Flughafen sind, aber diesmal ging natürlich alles gut, wir wurden nicht zurückgerufen, der Flieger startete pünktlich – mit uns an Bord. OK, die Sitzplatzreservierung hatte mal wieder nicht hingehauen, wir hatten völlig andere Plätze, als die gebuchten. (Alle anderen AC Passagiere übrigens auch.) Diesmal sollte sich das als Glücksfall erweisen, denn so kamen wir direkt hinter den Goofys zu sitzen, und wir konnten uns gegenseitig mit netten Geschichten unserer vergangen drölfhundert Reisen die Zeit vertreiben.

    Jay Eff Kay Ärport
    Nach einem sehr kurzweiligen Anflug auf New York – man kann sehr schön die Küste und die unterschiedlichen Landschaften sehen – landeten wir einigermaßen pünktlich auf dem Flughafen, der nach dem 35. Präsidenten der USA benannt ist. Moni, Exi, Toddy, Dirk und Jan mussten unbedingt die Sanitärausstellung besuchen, und während ich wartete, rannten gefühlte 50.000 Menschen an mir vorbei, um sich an der Immigration anzustellen. Musste wohl am A380 liegen, und den beiden Triple7, die kurz vorher gelandet waren. Nun, nach dem alle abgeschüttelt hatten, stellten wir uns brav ebenfalls in die Schlange. Von etwa eintausend Schaltern waren ungefähr 12 besetzt, davon sechs nur für US-Bürger, von denen aber kaum welche da waren.

    Dafür standen in der Schlange aber Menschen aus aller Herren Länder, Amerika hat anscheinend nichts von seiner Anziehungskraft verloren, und noch immer strömen sie dorthin, auf der Suche nach irgendwas. Wir sahen Pakistanis, Inder, Japaner, Vietnamesen und und und. Man konnte die Menschen recht gut an ihren Pässen erkennen, die die meisten in der Hand hielten. Außerdem vernahmen wir babylonischen Sprachwirrwarr aus Polnisch, Arabisch, Französisch oder Russisch, und sicherlich kamen noch etliche Sprachen und Dialekte hinzu, die keiner von uns irgendwo einordnen konnte.

    Wir alle standen also nun für ca. zweieinhalb Stunden an der Immigration. Dort versuchen die Amis, so zu tun, als könnten sie mit Kontrollen und Datensammlungswahn Sicherheit erreichen. Dies ist nicht nur ein gefährlicher Trugschluss, sondern gerade für das Land, das Freiheitswerte immer so plakativ hochhält, auch ein gefährlicher Eingriff in gerade diese Freiheitsrechte. Wie sagte Benjamin Franklin, ein großer Amerikaner aus einer längst vergangnen Epoche: Wer meint, er kann Sicherheit gewinnen, indem er die Freiheit aufgibt, wird am Ende beides verlieren. Mulmig wurde uns allerdings, als jemand einen Koffer entdeckte, inmitten der Wartenden, der scheinbar niemandem gehören wollte. Alle rückten plötzlich einige Schritte zur Seite, als ob der Abstand von wenigen Schritten vor der Bombe würde schützen können. Ein freundlich lächelnder Turbanträger, der einige Schritte entfernt stand, bedeutete dann, dass es wohl sein Koffer sei. Ganz ehrlich, das machte es nicht besser. Soweit sind wir also.

    In der Menge entdeckten wir Kay Ray, wir sangen ihm ein munteres „Du hast die Haare schön“, und er erkannte uns und erschreckte sich gleichzeitig: Die schon wieder.

    Wir vertrieben uns die Zeit mit CNN schauen (es waren einige Bildschirme installiert), mit Meckern über die Immigration, und mit allgemeinem Dummschwätz. Als man die nur für US-Bürger vorgesehenen Schalter endlich öffnete, und nachdem die wahrscheinlich gewerkschaftlich verordnete Burgerpause vorüber war, ging es endlich schneller. Wir waren dran.

    „Goodday Sir“. - Immer freundlich bleiben, der kleine Beamte hier entscheidet ob man einreisen darf.
    Nicken.
    „Passport.“
    Die grüne Einreisekarte geben wir freiwillig mit ab.
    „Dirk, your left indexfinger here.“ – Gescannt.
    „Right finger.“ – Gescannt.
    „Look here, Dirk.“ Zack. Foto.
    Die Ausreisekarte wird eingeheftet, der Pass wird zurückgereicht.
    „Goodbye Sir.“ – Immer freundlich bleiben, ihr wisst schon.
    Nicken.

    Das war's. Nun zum Kofferband. Dort drehten sich inzwischen die Koffer aus einer Maschine vom völlig anderen Ende der Welt, und unser Gepäck stand kunterbunt verteilt zwischen den Kofferbändern und wartete vorwurfsvoll darauf, eingesammelt zu werden. Nachdem wir alle sechs unser Gepäck hatten – die Goofys waren schon lange durch– marschierten wir Richtung Ausgang. Wie immer gab es auch eine Aida-Ground-Crew, die uns schon erwartete. Wir wurden auf Listen abgehakt, und sollten zur Haltestelle vor dem Terminal. Dort warteten wir nun erneut, auf unseren Shuttlebus zum Schiff.

    Während wir aber nur auf den Bus warteten, mussten die Goofys noch einige Schreckminuten überstehen. Eine Alubox mit für Simone überlebenswichtiger medizinischer Ausrüstung fehlte. Nach einer halben Stunde tauchte die mit einem großen Roten Kreuz und Aufklebern in Deutsch und Englisch versehene Box dann doch noch auf. In Düsseldorf hatte ein wahrscheinlich grenzdebiler Kofferstapler entschieden, die Box mit dem Flieger zu schicken, der 15 Minuten nach uns von D’dorf nach NY startete. Exi nutze die Wartezeit für einen Burger, es sollte die erste von vielen Extramahlzeiten werden.

    Es war inzwischen längst dunkel geworden. Nach einer weiteren Stunde des Wartens kam endlich unser Bus, und als ob man verlorene Zeit aufholen könnte, donnerte der Busfahrer durch das abendliche New York, und angesichts des Verkehrs und vor allem der Fahrweise konnte einem schon Angst und Bange werden.

    Endlich, nach einem langen Tag, kamen wir am Pier 90 an. Erneuter Sicherheitscheck, Passkontrolle, und dann endlich – einchecken auf die Aura. Ist Euch auch aufgefallen, dass alle US-Kontrolleure ein so wichtiges Gesicht machen. Wahrscheinlich bekommen die zusammen mit ihren Badges grundsätzlich auch eine verspiegelte Sonnenbrille und eine Fibel, aus man der grimmig zu schauen lernen kann.

    Egal. Wir stürmten in unsere Kabinskis, klatschen uns grad `ne Hand voll Wasser ins Gesicht, schoben uns einige schnelle Happen zwischen die Zähne und dann machten wir uns auf nach Manhattan – und als wir gegen 21 Uhr Ortszeit dann auf dem Times Square standen, da waren alle Strapazen vergessen. Der Wahnsinn, oder? Die Leuchtreklamen, das HRC, die Virgin-Tribüne, Taxis, Menschen, die Ticketverkäufer („Wanna see the greatest show ever? We have air condition and cheap drinks…“), dampfende Gullys, wie im Film, Kondome mit Obama, McCain oder sogar Palin drauf. Alle von uns, die erstmalig dort waren, waren schier überwältigt. Nun sollte es ein Burger im HRC sein, aber dort hätten wir 30 Minuten warten müssen. Schon wieder warten, och nö, lieber nicht. Während sich nun Jan, Dirk, Toddy und Exi ins Planet Hollywood begaben, nahmen wir uns eine Fahrradrikscha zurück zum Schiff.

    Nachdem ich dem russischen Emigranten, der die Pedale trat, auf seinem Stadtplan erklärt hatte, wo Pier 90 ist, ging’s auch schon los (Wieso muss eigentlich ich den Weg wissen, ich war doch gerade mal seit 5 Stunden in NY?) Der Junge haute richtig rein. Dabei musste er nicht nur dem einen oder anderen Taxi ausweichen, sondern vor allem den Schlaglöchern, die sich auf den Straßen wie Perlen an einer Kette aneinander reihten. Zurück auf dem Schiff nahmen wir noch einen Drink, und fielen dann müde und erschöpft, und von unseren ersten Eindrücken überwältig, ins Bett.

    Manhattan, New York, NY, USA
    Heute wurde mir in Wunsch erfüllt, an dessen Erfüllung ich lange nicht geglaubt hatte. Als Bike-Fan und Fan der Biker wollte ich natürlich ganz dringend mit dem Rad durch New York bzw. Manhattan fahren. Diese Tour wird auch angeboten, und zwar an unserem Anreisetag und auch am darauf folgenden Tag, also heute. Leider ist die Nachfrage am 2. Tag immer sehr gering; so dass die Tour eigentlich schon gestrichen war, aber dank David konnte die Biketour stattfinden. Normalerweise hatte er frei, aber für uns 5 Hanseln – das war Sigrun, Hans, Jan, André und ich – hat er es möglich gemacht. An dieser Stelle nochmals: Danke, Alter, ich werde Dich vermissen, und immer an unsere Touren durch die Städte dieser Welt denken. Wie sagte Ha-Gue doch an diesem Morgen: „Wenn Morris eine Tour will, dann…“

    Big Apple by Bike
    Meine 34. Bike-Tour, und es war ein absolutes Highlight, eine grandiose Tour durch den Big Apple.

    Wir trafen uns um 9 Uhr und nach einer kurzen Einweisung radelten wir auch schon los. Wir, das waren David, Hans und Sigrun, Jan, André und ich. Ein übersichtliches Häuflein Radverrückter, die auf dem Weg zu einem grandiosen Erlebnis waren.

    Unser Weg führte uns durch Hell’s Kitchen hinauf zum Columbus Circle und von dort hinein in den Central Park. Diesen umrundeten wir einmal, stoppten an den Strawberry Fields und gedachten John Lennon. Vorbei am Jackie O. Reservoir ( hier grüßte der Marathon Man) warfen wir Blicke aufs Guggenheim Museum und die 5th Avenue. Nach einer Runde um den Park verließen wir den CP und folgten dem Broadway bis zum Times Square. Wusstet Ihr, das der B’Way einen Radweg hat? Wo es keinen Radweg gab, folgten wir einfach der Busspur. Da Samstag war, war der Verkehr sehr dünn, und wir konnten entspannt durch Manhattan radeln.

    Rockefeller Center, 42nd Street, Little Italy und Chinatown – mit dem Rad ein einmaliges Erlebnis. Da es in NY geführte Biketouren gibt, wurden wir nicht ganz so bestaunt, wie an anderen Orten. Wir folgten dem Broadway bis zur Lower East Side um dann auf die Brooklyn Bridge abzubiegen. Auch hier gibt’s wieder einen Radweg, und die meisten New Yorker halten sich an die Trennung zwischen Fußgängern und Radfahrern, so dass wir auch hier entspannt die Pedale treten konnten. Wir stärkten uns mit köstlichen Sandwichs und Kuchen aus eine kleinen Bäckerei, die wir im Fulton’s Landing Ferry State Park verzehrten, unterhalb der Brooklyn Bridge und der Manhattan Bridge. Hier hat man einen schönen Blick auf New York, die Pier 17 und auf die Brooklyn und die Manhattan Bridge.

    Von hier aus drehten wir eine Runde durch die malerischen Straßen von Brooklyn Heights
    und zurück auf die Brooklyn Bridge wieder hinüber nach Manhattan und hinunter in den Battery Park. Hier blickten wir auf Miss Liberty und Ellis Island. Weiter ging’s durch den Financial District zur Wall Street, zur Börse und weiter zum Bullen, um ihn bei den Ei… also den Hörnern zu packen. Dann hinauf zum Ground Zero. Vom Wintergarten des Financial Centers aus schauten wir auf die Baustelle, und es war schon ein merkwürdiges Gefühl. In Gedanken tauchten sofort die Bilder auf, die wir alle kennen, von den brennenden und einstürzenden Zwillingstürmen, ein etwas düsterer Höhepunkt der Tour.

    Der Rückweg führte uns noch durch Greenwich Village (hier grüßte mich Bob Dylan) und Soho zurück zur Pier 90 am Manhattan Cruise Terminal. Viele Radwege und die souveräne Führung durch David machten die 44km zu einer großartigen und entspannten Tour, die ich jedem, der 2009 nach New York kommt nur wärmstens empfehlen kann. Die Tour kostete 69 Euro und es gab 2 Trinkflaschen und den obligatorischen Riegel. Da die einzigen Anstiege die hinauf zu Brooklyn Bridge sind, kann wirklich jeder diese Tour fahren.

    Moni war an diesem Tag mit den Goofys unterwegs, und ich war sehr froh darum. Denn so konnte Sie New York unter der fachkundigen Führung von Simone und Marco erleben, und wir hatten beide einen tollen Tag. Gegen 15 Uhr – wir waren gerade zurück auf dem Schiff – fing es an zu regnen, und es sollte auch bis zum Auslaufen nicht mehr aufhören.

    Natürlich wollten wir das Auslaufen aus NY von Deck 11 aus sehen, denn dieses Erlebnis würden wir so schnell kein zweites Mal haben. Leider war es kalt, sehr windig, diesig und der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet. Wie Nadelstiche trafen uns die vom Wind gepeitschten Regentropfen, und nach einiger Zeit gaben wir auf, und schauten uns Miss Liberty durch die Fenster der Aida Bar an, denn da war es trocken und es schiffte uns nicht in den Drink.

    Heute hatte ich auch erstmalig beim Aida-TV angerufen, welches vom Tanzball moderiert wurde:

    „Hallo, wer ist da?“
    „Hallo Markus, hier ist Morris.“
    „Wer? Moritz?“
    „Nein, Morris“
    „Moritz?“
    „Morris – Em – O – Er – Er – I – Es“
    „Ah Morris ….. hallo Morris, alles klar wie geht’s bla bla bla. Wer ist bei Dir“
    „Keine Ahnung.“
    „Bist Du alleine auf Kabine?“
    „Nein.“
    “Ja wer ist dann bei Dir?“
    „Weiß nicht, die hab ich so angesprochen hier.“
    „Und dann seid Ihr gleich auf Kabine?“
    „Ja, klar, ist doch ein Clubschiff hier.“
    „Bist Du denn alleine an Bord? Oder mit einem Freund oder wie?“
    „Ne, mit meiner Frau ……“
    Ihr hättet sein Gesicht sehen sollen. Er hat die Geschichte so lange geglaubt, bis Moni ins Studio ist um mir über die Kamera mitzueilen, dass ich sie endlich in die Kabinsky reinlassen soll. Schön, so ein Clubschiff.


    1. Seetag
    Von einem kleinen leichten Anfall von Seekrankheit am Vorabend hatte ich mich gut erholt. Es war recht kühl heute, und nach dem vormittäglichen Unterhaltungsprogramm –genannt Seenotrettungsübung – verbrachten wir den Tag mit Pegeln, vorzugsweise an der Poolbar.
    Außerdem fand heute ein kleines Aida-Fans-Treffen statt, zu dem die Family vollständig erschien, ebenso die Reisegruppe Aidabar nebst Gräfin, Gabi, den Goofys und einem alten gar nicht so alten Freund nebst Bruder und einer Schwester. Die Family, vertreten durch Motte & Campino, Schiggi & Ossi, Toddy, Jan, Exi, Doktorfisch, Sahara & Ha-Gue, Nico & Micha sowie Sisserl & Morris, trug heute die grünen Shirts. Arne gab einen kleinen aus und so verging der Tag irgendwie mit Essen, Trinken, Labern, Leute treffen, bis zum Theater am Abend. Außerdem fand heute der Vielfahrer Treff 1 statt. Es gab Aida-Plörren-Brause für alle 300 Paxe und CD Schaubensteiner übte die freie Rede, was aber nicht so gut gelang. Am Abend hatte ich mich aus irgendeinem Grund den Theatergängern angeschlossen, aber als dann nach so einer langweiligen Nummern wie Love Boat sogar Junge komm bald wieder gesungen wurde, bin ich an die Bar gegangen. Die neue Welcome-Show war wirklich schlecht.

    Wilmington, NC, USA
    In Wilmingon gab es Shuttlebusse vom Hafen in die Stadt, und weil es am Hafen keine Taxen gibt, und es zum Latschen zu weit ist, sollte man in den sauren Apfel beißen und für 9 Euronen ein Shuttle-Ticket kaufen. Dies taten auch wir, und so drehten wir eine Runde durch diese wirklich todlangweilige Stadt, die aber auch gar nichts zu bieten hat (es sei denn, man interessiert sich für olle Südstaatenhäuser, aber weil wir dass so spannend fanden, wie Farbe beim Trocknen zuzuschauen, liefen wir einfach so durch die Stadt.) In einem T-Shirt-Shop in einem alten Baumwolllager erklärten wir der Verkäuferin wer wir sind, woher wir kommen, machten ihr klar dass Jan eigentlich Kommunist ist weil er im Osten geboren sei, wollten Exi dort verkuppeln, und kauften sogar ein paar Shirts.

    Den Höhepunkt stellte das Home Made Beer dar, in der Front Street Brewerie (http://www.frontstreetbrewerie.com), und die Burger waren auch recht gut, außerdem entdeckten wir hier die universelle und weltweit nun gültige Maßeinheit für flüssige Nahrung und alkoholische Getränke: Die Flotze. Überall sonst vom Aussterben bedroht, hier gab es sie noch. Wir flotzten hier auch einiges weg, etliche Pints Lager und Ale. Die Hausband hätte ich gerne mal gehört, die hat den spannenden Namen „Gnomes with no homes“. Ansonsten kannste Wilmington – Cape Fear hin, Cape Fear her – getrost vergessen. Ach ja, ein olles Schlachtschiff kann man noch besichtigen.

    An der Haltestelle des Shuttlebusses trafen wir Kay Ray. Der erklärte Moni nach heftigstem Küssen, dass er Lagerfeld Femme drauf hatte, und dass der 2006 verliehene Fan-Pin nicht mehr in seinem linken Nippel steckt, sondern an einem Duschvorhang, den er zur Aufbewahrung von Devotionalien nutzt. So, nun wissen wir auch das, und können getrost zurück zum Schiff.

    Den Abend verbrachten wir in der Nightfly Bar, wo das großartige Trio Tuesday Night jede Nacht auftrat. Die Jungs waren richtig gut, erfüllten Zuschauerwunsch um Zuschauerwunsch, und überraschten uns gegen halb eins mit einem Gastkünstler: Kay Ray. Kay sang einige Lieder um sich auf- und das Publikum anzuwärmen, aber als er den ersten Touch Down sang, da dachte ich schon, jetzt brauchst Du ein Snickers. Aber er blieb brav, und nachdem er eine Hete schwul angesungen und ein paar weiße Socken beleidigte hatte, war er auch schon fertig.

    Charleston, SC, USA
    In Charleston war es lausig kalt. Ein strahlend blauer Himmel, aber nur 4° Celsius. Ausgerechnet bei diesem Wetter wollte ich aufs Bike. Aber wie immer, gebucht ist gebucht, und so schlimm wird es schon nicht werden.

    La Belle of the South by Bike
    Über diese Tour ist schnell berichtet, denn Charleston hätte als Ziel durchaus fehlen können, das wäre nicht weiter aufgefallen. Wir bekamen allerdings einen guten Eindruck von amerikanischen Vorstädten, die wir sonst nur aus dem TV kennen. Denn unser Weg führte uns größtenteils durch die Suburbans der Stadt Mt. Pleasant, die Charleston am Wando River gegenüber liegt. Die Boone Hall – eine Plantage bekannt aus „Vom Winde verweht“ und „Fackeln im Sturm“ – konnte es auch nicht herausreißen. Ebenso wenig der Patriot's Point, ein Kriegsschiffmuseum, typisch amerikanisch eben und für unsereinen nicht so interessant. Einziger Schwierigkeitsgrad der 52 km langen Tour war der Anstieg hinauf zur Ravenel Bridge bei Gegenwind. Der hatte es aber dafür in sich, einige mussten absteigen. Jan, David und ich hatten am Fuß der Brücke noch schnell einen Kümmerling inhaliert, und dann haben wir die Brücke gestürmt. Die Tour kostete 49 Euro und es gab 2 Trinkflaschen und einen Wirf-ihn-nach-dem-Hund-Riegel.

    Ansonsten: Häuser, Häuser, Häuser aus dem längst verfallenen Süden, aber wie gesagt, Farbe beim Trocknen anschauen ist ähnlich spannend.

    Der Abend brachte uns endlich ein Highlight des Entertainments: Kay Ray. Er war sehr gut drauf, soff deutlich weniger und war dadurch besser als beim letzten Mal in Köln. Trotzdem nickte einer ein! Ja, Lothi, ich kann es Dir nicht ersparen, wir haben genau gesehen, wie Du weggenickert bist. Der Abend sah uns dann in der Anytime Bar, dort fand Black & White statt, und wir machten nach einem rauschenden Fest das Licht aus.

    Edutainment – Gastkünstler
    Da gab’s zum einen den Maler, der mit großer Fertigkeit Bilder vom Meer malte. Die See, der Himmel, Wolken, Strand. Wolken, der Himmel, die See, Strand. Strand, Meer, Himmel, Wolken. Und weil alles immer in Blautönen gehalten war – mit Ausnahme der Wolken, die waren entweder weiß oder dräuten blauschwarz am Himmel - nannten wir ihn Monsieur Le Bleu. Im Malworkshop saßen so zwei bis drei ältere Damen.

    Dann war da ein Fotograph, der auch Seemannsgarn über Piraten und Voodoo in der Karibik spann. Christoph hat uns auf dem Katamaran-Ausflug in Antigua begleitet, und weil er nett ist, gönnen wir ihm seinen Laumannjob. Ach ja, und Fotoworkshops gab er natürlich auch, für so zwei bis drei Paxe.

    Dann hatten wir noch die Benimmtante. Moni wollte da in einen Kurs gehen, aber 20 Euronen waren mir zu teuer. Als ob das bei uns auch noch was genutzt hätte. Ich hab gesagt, zu der gehe ich nur, wenn die einen Wie-kleide-ich-mich-passend-Kurs belegt. Da sie aber immer in Großmutters Gardine gewandet (vulgo: Faltenrock bis unter die Arme) erschien, brauchte ich auch nicht in ihren Kurs.

    Artist in Residence - echt ein geiler Job.

    Zu Kay Ray brauch ich nicht viel zu sagen, der war großartig.

    Don Clarke kam ebenfalls aus dem Schmidt Tivoli. Don war nicht schlecht, hatte es aber schwer gegen Kay Ray.

    Die Walkings Acts, die wir dabei hatten, tauchten unvermittelt auf, machten mal eine mehr mal eine weniger lustige Show, und verschwanden wieder. Alles in allem eine schöne Unterbrechung des Tagesablaufs.

    2. Seetag
    Der Tag vergeht mit Lümmeln, Pegeln, Pokern, und Jan, der Doktor und ich lassen uns breitschlagen, bei der Schau „Ich glotz TV“ mitzumachen. Wir erscheinen in Trikots, wie es sich für eine Mannschaft gehört. Die Aufschriften „Kein Schiff wird kommen …“ und „Es war die defekte Welle – Aura Weihnachts-TA 2007“ erregten allerdings das Missfallen des Theatermanagers, aber dem Publikum gefiel es. Aus Rache werden wir bis zur Unkenntlichkeit verkleidet. Team 1 – Aida-Fans-Rhein-Main – bekommt Lottokugeln auf den Kopf, Team 2 etwas, das aussieht wie abrollbereite Kondome, und Jan und Dirk bekommen einen Ernie verpasst, ich einen Bert. Wir können die Show souverän gewinnen, und bekommen eine Tasse mit „Ich glotz TV“ Aufdruck. Das Beste ist allerdings, dass wir hinten auf der Bühne sitzen dürfen, und somit dem Showensemble aus nächster Nähe auf den ….ähm auf die … also zuschauen dürfen. Danke nochmals an die Unterstützung durch unser Publikum.

    Das Highlight des Tages war der Auftritt von Kay Ray um 23 Uhr in der Aida Bar. Der Junge war so gut drauf, die Bar war so voll wie noch nie, und wir waren auf der Bühne bei erster sich bietender Gelegenheit. Es hat Spaß gemacht. Hinterher waren wir noch in der fast leeren Anytime Bar. Aber es war trotzdem schön, denn es war der erste warme Abend (obwohl, mit der Schwester war ja jeder Abend warm).

    Miami, FL, USA
    Welcome to Miami – nachdem wir an den Abenden vorher immer wieder Will Smith in der Disse gehört hatten, löste der Willkommensgruß am Hafenterminal ein großes Hallo aus. Mit einem Taxi ließen wir uns für 20,70 $ zum Ocean Drive/5th Street fahren. Von hier aus erliefen wir uns Miami. Ocean Drive, Miami Beach, Art Deco, Lincoln Blvd., Starbucks Coffee, Cubanian Food, Miami T-Shirts, was der Mensch so braucht. Nach etlichen Stunden Latsch brachte uns ein Taxi für 18.70$ zum Bay Side Market, dort gingen wir noch Shoppen und zu Hooters auf ein oder zwei Bier. Bei Hooters gibt’s draußen nur Kännchen, die man hier Pitcher nennt, und die Mädels, die hier bedienen, zeichnen sich durch außerordentliche zwei Charaktere aus. Für 15$ bringt uns ein Taxi dann zum Schiff, so dass wir insgesamt – inklusive Tipp – knapp 60USD für diesen Ausflug bezahlt haben, etwa 9 Euro pro Person. Der Ausflug von AC wäre deutlich teurer gewesen.

    Das Auslaufen von Miami wird zu einem grandiosen Ereignis. Der Himmel brennt, die Sonne hat die Wolken entzündet, und wir sehen ein kitschiges Postkartenpanorama nach dem anderen. Aber so – live dabei – ist es schon sehr beeindruckend und anrührend. Gerade auch nach einem oder zwei Mai Tai. Das sind die großen Momente einer Schiffsreise, die nichts extra kosten.

    Am Abend sahen wir den sehr bemühten und durchaus nicht schlechten Don Clark im Theater, hörten den Ikea Boys zu und angesichts einer leeren Anytime Bar ging’s relativ früh zu Bett.

    Nassau, Bahamas
    Tout la famille plus einem Freund und seinem Bruder schmeißen sich in 2 Taxen, und auf geht’s nach Paradise Island. Für 4 $ each gelangen wir an einen sehr schönen Strand unterhalb des Atlantis. Das Wasser ist fantastisch, warm, türkisgrün, gute Wellen und weicher Sand runden das Bild ab. Ein Rumpunschverkäufer serviert Bahama Mama Rumpunsch in der Kokosnuss. Ten Dollars each, 15 Dollars and you get 3 refills, 20 Dollars and you get as much refills as you want, my friend. Wir schlagen zu. Lecker sach ich euch, so eingepegelt an einem Strand auf den Bahamas. Später essen wir noch die Kokosnüsse, die wir allerdings auf Steinen weiter aufschlagen müssen, wie einst unsere Vorfahren. Back to nature.

    Ein Teil der Truppe macht sich später noch auf Richtung Atlantis, weil M. Le Docteur herausgefunden hatte, dass am Strand vor dem Hotel einige Einheimische schwarz die rosa Eintrittsbänder für 30 statt für die regulären 120 Dollar verkaufen. Wir bleiben, erleben einen kurzen Regenschauer, und fahren nach genügend Sonne und Wasser zurück nach Nassau. Im dortigen HRC erwerben Moni und ich unsere ersten HRC-Shirts ever, während draußen ein tropischer Regen niedergeht, wie wir ihn selten erlebt haben. Riesige Tropfen klatschten zu Boden und trommelten aufs Wellblech der Dächer, im Nu ist alles Nass und aufgeweicht, aber schon nach 10 Minuten ist die Sonne wieder da, und sofort wird es schwül- warm wie in einer Waschküche. Ich liebe es, yah mon luv da carribean.

    Weil heute Halloween ist, verbringen Jan, Dirk Moni und ich einige Zeit in der Maske, schließlich wollen wir zeigen, was wir haben und sind. Heute hat die Crew seit langem wieder Ausgang, und alle freuen sich wie Bolle auf diesen Abend. Dem entsprechend ist auch die Stimmung. Die Crew ist verkleidet, hat sich richtig auf Halloween eingestellt. Egal, wir können, im Gegensatz zu vielen anderen Paxen, mithalten.

    Ein ganz grüner Kay Ray gibt uns noch eine Runde Wodka-Lemon aus und wankte mit arger Schräglage übers Pooldeck. Später habe ich noch hocherotisch mit ihm getanzt. Es wird schon wieder ein rauschendes Fest bis zum frühen Morgen.

    Restaurants
    Da wir im Marktrestaurant selten bis nie waren, kann ich dazu nichts sagen. Im Calypso fanden wir jedenfalls immer ein hervorragendes, abwechslungsreiches und schmackhaftes Essen. Der Service war freundlich, und auch die schon geschmähten Pakistanis waren immer auf der Höhe. Mir drängt sich manchmal der Gedanke auf, der eine oder andere Pax mag es selber Schuld sein, wenn etwas nicht klappt.

    „Good Morning C******“
    „Good Morning Sir.“
    „I’d like to have some pancakes please“
    „Of course, here you are Sir.“
    „Thanks C******“
    „I’m surprised ….“
    „Why?“
    „Someone who speaks English …. And he speaks to me!“

    So etwas gibt mir zu denken.

    Oder:

    Gast hält dem Koch in der Show-Gally seinen Teller hin, er möchte anscheinend ein Spiegelei.
    „Eins.“
    Koch nimmt Teller, legt ein Ei darauf, und reicht ihn dem Gast.
    „Bitte sehr, guten Appetit.“
    Der Gast möchte sein Ei anscheinend von beiden Seiten gebraten haben, und sagt:
    „Umdrehen.“
    Der Koch dreht sich um. Der Gast geht sich beschweren.

    Jedenfalls hatten die Restaurantleiter Veit und Thomas ihren Laden kompetent, freundlich aber bestimmt im Griff. Auch an Euch und Eure Teams nochmals einen Dank für alles. Leute wartet nicht auf daheim, geht sofort zum Restaurantleiter und Ihr werdet sehen, die meisten Dinge lassen sich regeln. Inklusive eines freien Tisches für 6 oder 8 Personen.

    Das Rossini präsentierte sich weltmeisterlich auf höchstem Niveau, sowohl beim Service als auch bei den Speisen. Auch die Weinkarte bietet wirklich hervorragend Tropfen an, für jeden Geschmack und für jeden Geldbeutel.

    3. Seetag
    Heute ist Cocktailworkshop, nur für uns Aida-Fans, mal wieder. Dafür ebenfalls vielen Dank, vor allem an den EM (dazu später mehr). Barto und Stephie mussten mit viel Geduld und Humor diese Truppe hüten, von denen die meisten schon eins bis drölf CW hinter sich hatten. Andere wiederum waren zum ersten Mal dabei und wollten noch was lernen, und alle sollten zu ihrem Recht kommen. Gut, es gab auch einen, der sich dadurch hervortat, dass er unbedingt die vielgeliebte Alwine machen wollte. Übrigens, wenn ihr der Barcrew mal so einen richtigen Gefallen tun wollt, dann bestellt doch mal im dicksten Gewühle und Betrieb so etwa 12 Alwinen. Wir beschließen den CW traditionell mit einem U-Boot, wie es sich gehört. Das U-Boot ging aufs Haus, und man munkelt, es hätte einem Barchef Ärger eingebracht. Liebe Rostocker Mitleser: Das ist es, was wir wirklich zu schätzen wissen, diese Art von Aufmerksamkeit, diese Kleinigkeiten, die nicht weh tun (und bei der Zeche, die unsereins auf dem Dampfer macht erst recht nicht), die uns aber erfreuen.

    Überhaupt, die Barcrew. Ein Traum oder? Schnell, engagiert, freundlich, zuvorkommend, attraktiv und kompetent. Da geht man doch gerne noch einen trinken, und noch einen, und auch doch einen Letzten.

    Da nach einem ordentlichen CW nicht mehr viel kommen kann, waren wir heute nach einem Besuch bei den Ikea-Boys recht früh im Bett.

    Ocho Rios, Jamaica
    Moni und ich legten heute einen Strandtag ein. Direkt am Schiff, 5 Minuten zu gehen, gibt’s einen ganz netten Strand. Er kostet 3$ Eintritt, eine Liege kostet die obligatorischen 5$, und ein Bier ist Verhandlungssache. Aufgerufen werden 5 oder 6 Dollar, 3 oder 4 Dollar sollten aber reichen. Das Wasser ist nicht ganz so schön, und der durchlöcherte Fuß eines Liegennachbarn zeigt: Es gibt Seeigel hier. Und der Tritt auf so ein tropisches Nadelkissen kann sehr schmerzhaft sein. Außer Bier könnt Ihr auch Eistee und Rumpunsch bekommen, oder schönes jamaikanischen Gras. Schon fertig gedreht, frei nach Peter Toshs Motto „Don’t walk on the Grass, smoke it“. Den Preis weiß ich nicht, ich hab’s nicht versucht. Da müsstet Ihr jetzt den Liegennachbar „gelochter Fuß“ fragen, der brauchte das, zu rein medizinischen Zwecken natürlich.

    Der Rest der Familie besuchte heute auf eigene Faust die Dunn River Falls. Der Spaß kostete 25$ pro Nase inklusive Guide plus 5$ für obligatorische rutschfeste Gummischuhe (im Preis mit drin: tropischer Fußpilz). Für 20$ bekamen man noch ein Video. Das wurde gekauft und zu Hause für alle kopiert. Die Family war’s wohl zufrieden, und deshalb empfehle ich das hier mal, obwohl wir nicht dabei waren. Bei AC kostet das Ding übrigens 55 Euro plus 5$ für die Schuhe.

    Das Auslaufen erlebten wir heute einmal mehr in der Blubberbox, schön mit Kaltgetränken. Hier verbrachten wir sowieso manche Stunde, und etliche Flaschen Brause unterschiedlichster Art mussten dran glauben.

    Am Abend wurde es dann zünftig, wir gingen zum Alpenglühn. Ich muss ja zugeben, dass ich diese Veranstaltung anfangs verweigert habe, weil ich nicht einsehen wollte, was denn Alpenglühn mit Karibik zu tun hat, aber mittlerweile muss ich da einfach hin, denn es ist partymäßig doch immer ein Höhepunkt.

    Natürlich waren wir bestens vorbereitet, schließlich hatten wir doch gerade erst auf Andreas Party in Rietberg geübt. Heute ging sogar die Benimmtante steil. Sie war ganz nass – in den Augen – und der Faltenrock flog über die Tanzfläche und später noch sonst wohin. Und so wurde es erneut ein rauschendes Fest bis in die frühen Morgenstunden.

    4. Seetag
    Heute wollten wir mal einen Ausflug buchen, konnten uns aber nicht entscheiden, im Angebot waren:
    SEE01 – Ausschlafen auf eigener Kabine – 29 Euro
    SEE02 – Ausschlafen auf fremder Kabine – 199 Euro
    SEE03 – Aufzug fahren mit Hintergrundmusik – 29 Euro
    SEE04 – Aufzug fahren mit anderen Passagieren – 9 Euro
    SEE05 – Poolbar sitzen (Getränke exklusive) – 9 Euro
    SEE06 – Liegenreserviererkurs – 49 Euro
    SEE07 – Liegenentreserviererkurs (inkl. 1.-Hilfe-Kurs) - 99 Euro
    SEE08 – großes Seetag-Paket: Liegenreserviererkurs, Buffetdrängler-Workshop und Wochen-Video-Kopier-Lehrgang – 299 Euro
    SEE09 – Mit der Meute am Pool rumliegen und einpegeln – unbezahlbar

    Wir hatten mal wieder SEE09 gebucht.

    Später gingen wir dann zum VF2, der in der Nightfly begann, mit Sekt und einer erneuten Freie-Rede-Übung von Herrn Schaubensteiner. Käpt’n Hoppert lud uns trotz der großen Zahl von 40 Paxen auf die Brücke ein, und wir kamen erneut auf die Brücke der Aura, mit der wir so viele Erinnerungen verbinden.

    Im Theater sahen wir heute Kay Ray zum Dritten, und es war wieder eine absolut großartige Show die Kay da ablieferte. Später hatten wir mit ihm noch einige Drinks und Moni und Kay ein langes Gespräch über die Schnaps und die Welt.

    Oranjestad, Aruba
    Nachdem wir Aruba beim letzten Mal als Wechselhafen hatten, wollten wir heute hier an den Stand. Für 3$ / Person ließe wir uns zum Eagle Beach fahren. Ein traumhafter Strand, nur leider sind kaum Sonnenschirme zu bekommen, und anderweitigen Schatten gibt es fast keinen. Die Schirme und Liegestühle gehören entweder zu Hotels, oder sie sind schon früh besetzt, so dass Spätankommer wie wir keine Chance mehr hatten. Es war trotzdem ein schöner Strandtag mit der ganzen Meute, und die Zeit hat auch noch gerecht, ins Städtchen zu gehen.

    Wir shoppten ein wenig, ich erstand eine echte falsche Ray Ban, und schließlich landeten wir in einem Restaurant mit schönem Blick auf Oranjestad, und hier sprachen wir dem Rumpunsch ordentlich zu. Der Punsch wurde in Blumenvasen serviert, und da kann man schon Mal das Maß verlieren. So waren wir bestens vorgepegelt für die abendliche Schlagerpoolparty und die Schlagertörtchen.

    Um es kurz zu machen: Die Törtchen waren einfach mitreißend, großartig, toll, voller Energie und sprühten geradezu vor Spielfreude. Der Abend wollte und sollte kein Ende nehmen. Es war so heiß, daß Jan, Dirk und ich beschlossen, die Poolparty dort fortzusetzen, wo eine Poolparty stattfinden sollte, im Pool nämlich. Dass wir außer unseren Schuhen nichts weiter ausgezogen hatten, war dem SecO anscheinen nicht so recht, denn nach 20 Minuten pfiff er uns raus. Vielleicht lag es auch daran, dass er den Ruf von AC schützen musste, denn schließlich war noch ein gewisser Mitarbeiter der Firma ebenfalls in den Pool gehüpft.

    Die Party dauerte jedenfalls erneut bis zum frühen Morgen, und wegen des Hörnerwhiskys hatte ich am nächsten Tag einen wirklich unschönen dicken Kopp und die tote Maus in meinem Mund schmeckte heute besonders pelzig und eklig.

    Entertainment
    Zeit, ein Wort über den Club zu verlieren. Zunächst riesen Dank an Arne persönlich und auch an sein sein Team, die haben wirklich mal wieder Clubschiff gemacht. Arne hat nicht nur den EM gegeben, sondern ist mit bestem Beispiel voran gegangen, wir hatten unendlich viel Spaß. Die Barcrew ging ebenfalls fast alles mit, Chapeau. Aber, auch das muss mal sagt werden, an die Adresse derjenigen, die immer den alten Club vermissen: Clubschiff ist auch, was Ihr daraus macht.

    Mehr als einmal hat man uns nach unseren Namensschildern gefragt, weil wir wegen der einheitlichen Shirts oder wegen mitgebrachter Verkleidung für Crew gehalten wurden. Wir haben dann erklärt, wir wären Paxe mit einem Vertrag, und bekommen 50 Euro täglich fürs aktive Mitmachen.

    Wie oft suchte das Clubteam verzweifelt nach Mitspielern, nach Mitmachern, und fand keine, so dass letztlich immer dieselben Leute mitgemacht haben. Trotzdem: Weiter so Leute, trotz Rostock, oder gerade deswegen. Die Partys waren klasse, gut besucht bis in den Morgen hinein, Dank daher auch an DJ Jörg Hightower.

    5. Seetag
    Die tote Maus habe ich nach einem warmen Frühstück aus der Pizzaecke mit einem Stützradler verjagt, und so konnten wir endlich wieder SEE09 frönen. Heute gab’s mal wieder „Wetten dass ...“ und weil die üblichen Wetten mit den Nautikern nicht gestattet waren, musste das Clubteam dran glauben. Arne zoppen war auch verboten worden, also brachten wir die üblichen „Clubtanz rückwärts im Pool tanzen“ oder „Karo trockenen Fußes über den Pool“ ein, und ich konnte mit meiner Wette gewinnen.

    Den Abend verbrachten wir im Rossini mit einem wirklich sehr guten 11-Gänge-Menu. Sogar der Nicht-Fisch-Esser kam auf seine Kosten, man ist dort ausgesprochen flexibel. Da wir zu 18 Personen dort waren, stellte die Gruppe eine kleine Herausforderung dar, die aber hervorragend gemeistert wurde.

    St. John’s, Antigua
    Einige der Familie hatten heute die Katamaran-Tour gebucht. Wichtig war den meisten der Zusatz „Open Bar“, ich denke, damit sind Sinn und Zweck der Tour hinreichend erklärt. Wir verließen St. John’s auf dem Katamaran Mystique zu Klängen von Mr. Bob Marley & seinen Wailers unter der fachkundigen und humorigen Führung von Captain Mango.

    Der Schnorchelstopp fand and er gleichen Stelle statt wie schon 2003, und weil schon damals auf einem Friedhof mehr los war als an dem Spot, habe ich mir das Schnorcheln gespart und Moni und ich sind ein wenig geschwommen. Als von der Crew eine Warnung vor Jellyfish kam, zogen wir es vor, an Bord zu gehen, denn dort öffnete nun die Bar. Es gab Softdrinks, Bier und vor allem Rumpunsch.

    Als nächstes Highlight wartete der Lunch auf uns. Frisch an Bord gegrillter Fisch oder Chicken, dazu Salat, Coal Slaw, karibischer Reis und Nudelsalat, das war echt lecker, vor allem die Bar-B-Q-Sauce war ein Gedicht.

    Wir segelten weiter die Küste entlang. Sissi und ich saßen, die Beine außenbords baumelnd, und schauten auf Antigua.
    „Schatzi …?“
    „Jaha..!“
    „Schau mal, ist das nicht toll…“
    Wir waren mittelmäßig illumniert, und so lauetet die Antwort:
    „Jahaa … subber.“
    „Und? … das willst Du gegen eine Woche Kanaren tauschen…?“
    Hmm…. Dummdidumm … was hatte die Frau vor, genau das war der Plan. Doch ehe ich es mich versah, war die Antwort:
    „Nein, Karibik ist doch viel schöner.“
    Grinsen.!

    Wir landeten an einem Strand, hier konnten wir sonnen, schwimmen oder verbotener Weise von der Terrasse einer Hütte springen. Das war unvernünftig und gefährlich, hat aber Spaß gemacht. Einer von uns hat dafür auch von zu Hause Mecker bekommen, ich war’s aber nicht.

    Die Hot Nights Party am Abend haben wir ausgelassen, es soll aber gut gewesen sein.

    Road Town, Tortola
    Auf Tortola hatten wir nur eine kurze Liegezeit bis 14 Uhr, deshalb war es sehr riskant, Ausflüge auf eigene Faust zu unternehmen. Wer noch nicht auf Virgin Gorda bei The Baths war, der buchte halt über AC, wir blieben einfach an Bord, da wir Tortola und auch The Baths schon kannten. Das frühe Ablegen nutzten wir, um in der Anytime sitzend, den Gewinnsekt und etliche zusätzliche Flaschen ihrem Zweck zuzuführen.

    Abreise
    Den Abreisetag verbrachten wir auf dem Pooldeck. Alle hatten im Hafen eingecheckt – das ging relativ chaotisch von statten – und warteten nun auf den Transfer. Es wurden Abschieds- und Stützbiere getrunken, und so nach und nach lichteten sich unsere Reihen. Das Warten am Airport verkürzten wir uns mit einigen fettigen Burgern und Pommes (können wir aber sehr empfehlen), um dann den nervigen weil langen Rückflug anzutreten. Dieser verlief ohne Vorkommnisse, selbst unsere Sitzplatzreservierung war richtig.

    … und sonst so ….
    Ihr müsst nicht alles wissen. Der eine oder andere mag sich an Begebenheiten erinnern, die hier nicht hergehören. Exi denkt sicherlich gerne an Dialoge über Kopfkissen, Micha erinnert sich an einen Abend des Wartens, der Bruder eines Freundes mag über dieses nicht reden, der Freund über jenes nicht, und schon gar nicht muss hier die Feiercrew erwähnt werden, ohne die wir nur halb so viel Spaß gehabt hätten, jedenfalls nicht namentlich, aber seid gegrüßt an dieser Stelle. Es soll verfängliche Situationen gegeben haben, und überhaupt war es diesmal auf dem Schiff recht heiß, nicht nur der tropischen Temperaturen wegen. Es wurde reichlich geflotzt, und der Tagesvollste wechselte mitunter, ging aber insgesamt an einen bekannten Naturwissenschaftler.

    Fazit
    Schön war’s, und es wird kaum zu toppen sein. Schau’n wir mal …

  • Der " Wer ist Fred?"- Fred und was flozt der so? AURA 24.10.-8.11.08

    • Morris
    • 3. Januar 2009 um 22:04

    In unserer bevorzugten Kneipe in Wilmington, der Front Street Brewerie, spielen heute mal wieder die Gnomes with no Homes. Da könnten wir jetzt schön ein paar Lager wegflotzen.

    Tante Edit sagt:
    Nachdem nun einige vorgelegt haben, habe ich mich heute Mittag hingesetzt und nun auch endlich meinen Reisebericht geschrieben.

  • Wochen-Video / Wochen-DVD Unvergessliche Momente

    • Morris
    • 3. Januar 2009 um 21:57

    Ich finde, die Qualität des Wochenvideos hängt auch immer sehr davon ab, wer den Film gedreht hat. Manche sind ... na ja, grenzwertig, manche OK und wieder andere waren einfach der Knaller. Die Filme von Steffen fand ich persönlich immer toll, der hatte ein Auge fürs Detail. Auch früher, die Filme von Verena, waren immer sehr gut.

    Man muss ja nicht nur das richtige Material drehen, sondern auch vernünftig schneiden und so. Das Ding läuft ja lange genug im TV, so dass jeder entscheiden kann, ob es ihm den Preis wert ist.

  • Schatz, Ick freu mir - TA2006

    • Morris
    • 2. Januar 2009 um 12:35
    Zitat

    Original von kolumbuserbe04

    Auf das sich Eure Vorsätze erfüllen (lassen)!

    Solange die Dampfer nicht kaputt gehen .... kriegen wir das hin. :papierschiff:

    Ach ja .... TGIF! :lachroll:

  • Schatz, Ick freu mir - TA2006

    • Morris
    • 1. Januar 2009 um 02:43

    Moin Ihr Saufnasen,

    happy Nw Year und njodg die assen sach ich ma un alle s gute im neuen 2009 und so, wünsceh

    MoSis

    hab ein sitzen und <ihr?

  • Getränke / Preise an Bord

    • Morris
    • 30. Dezember 2008 um 18:29
    Zitat

    Original von Hexenkönig
    Hallo,

    hat vielleicht jemand von Euch (im Gegensatz zu mir) beim Cocktailworkshop aufgepasst und das Rezept vom BBC mitgeschrieben?? :)

    Alex

    Steht im Thema Cocktails / Cocktailworkshop:

    Zitat


    Original von panhead
    Ich wollte jetzt nicht den ganzen Thread durchackern, um zu schauen, ob das Rezept für den BBC schon geschrieben wurde.

    Habe nämlich gestern beim Aufräumen einen alten Zettel von der AIDA-Bar gefunden, auf dem das Originalrezept vom Barkeeper genannt ist :

    2 cl Myer´s Rum
    2 cl Bailey´s
    4 cl Kokossirup
    2 cl Sahne
    10 cl Ananassaft
    1/2 Banane

    Alles in den Mixer, ab ins Glas, Stückchen Ananas an den Rand geklemmt und .....

    LECKER

    Prost
    panhead

    Alles anzeigen
  • Schatz, Ick freu mir - TA2006

    • Morris
    • 30. Dezember 2008 um 12:41

    Das Jahresende kommt immer so plötzlich ... da muss am letzten Tag dieses oder jenes noch gebucht, angelegt, verkauft oder übertragen werden, und wehe, das klappt nicht mehr im alten Jahr :crazy:. Das Leben könnte so schön sein ohne Kunden :blumen: :lachzwink:.

    LG
    Morris

  • Schatz, Ick freu mir - TA2006

    • Morris
    • 29. Dezember 2008 um 13:22

    Moin Kinners,

    da dachte ich, so zwischen den Feiertagen verbringen wir paar ruhige Tage ... nix wars. Alle haben frei und nichts besseres zu tun, als inne Bank zu latschen. Ick freu' mir.

    Zitat


    helli
    Jo, gibt reichlich Angebote, hab ich auch schon gesehen, aber ich muß jetzt erstmal mein neues Auto bezahlen, bevor ich in Urlaub fahre...

    Das ist neu ... :zwinker:


    LG
    Morris

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