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Tag 7
05.11.2014 Cabo San Lucas, Mexico
In Cabo San Lucas wird getendert. Dies wird mit Tendertickets organisiert. Bevor wir also unsere morgendliche Walkingstrecke absolvieren, holen wir uns auf dem Pooldeck unsere Tickets. Wir erhalten Tickets für die Gruppe 5. Heute walken wir sieben Runden übers Schiff und brauchen dafür 35 Minuten. Wir entschließen uns, direkt nach dem Walken auf dem Pooldeck zu frühstücken. Es ist herrliches Wetter und wir genießen die Fahrt entlang der Küste Richtung Cabo San Lucas, das wir pünktlich erreichen. Auf Empfehlung holen wir uns an der Bar noch eine Flasche Wasser für sage und schreibe 5$. Wir warten darauf, dass unsere Tendernummer aufgerufen wird und marschieren Richtung Ausgang. Das geht alles ziemlich zügig und wir sitzen als bald in einem örtlichen Tenderboot. Am Hafen angekommen, wird erst einmal das Gepäck kontrolliert und natürlich auch noch das obligatorische Foto mit einem mexikanischen Trachtenmädel gemacht. Wir gehen ein paar Schritte und schon prasseln schreiend die Offerten für Bootstouren von allen Seiten auf uns herein. Best Price überall. Wir lassen die erste Meute hinter uns und kommen mit einem weiteren Anbieter ins Gespräch. 35$ pP will er zunächst für die Tour zum Arcos, vorbei an den Pelikanen und Seelöwen, und dann zum Strand Medano Beach inklusive Abholung haben. Wir einigen uns auf 15$ pP und haben die Wahl zwischen einem größeren Glasbodenboot und einer kleinen Nussschale namens Claudia. Wir nehmen die Nussschale und unser Skipper heißt Julio. Es geht auch sofort los und wir stellen erfreut fest, dass wir die einzigen Passagiere sind. Es ist ziemlich wellig und Julio erklärt uns alles, was es zu sehen gibt, die alte Thunfischfabrik, die Pelikankolonie, den Loversbeach, der wirklich ein Traum ist, eine Höhle, die Seelöwenkolonie und natürlich den Arcos. Es ist wunderschön hier und Julio bringt uns danach zum Medano-Beach. Er verspricht, uns pünktlich um 15 Uhr wieder abzuholen. Wir springen aus dem Boot an den Strand, der touristisch erschlossen ist. Es gibt also Liegen und Schirme, Bars und Restaurants und jede Menge fliegender Händler. Wir gehen erst einmal ein Corona trinken, um uns einen Überblick zu verschaffen, genießen die Aussicht und gehen dann an den Strand. Schnell stellen wir fest, dass wir nur ein schattiges Plätzchen bekommen, wenn wir uns an einem Restaurant oder einer Bar niederlassen. Wir bekommen zwei Sonnenliegen in der zweiten Reihe, bestellen zwei Corona und gehen erst einmal baden. Das Wasser ist herrlich und doch eigentlich wenig erfrischend. Wir kehren zu unserem Platz zurück und lassen uns von der lauten Musik die Ohren volldröhnen. Die Amis lieben das, ne Pulle Bier in der Hand, Mucke in der Lautstärke eines startenden Jumbos und eine dies übertönende kreischende Unterhaltung. Wir fragen nach einem anderem Platz und ziehen um an den Rand des Areals. Jetzt sind wir doch ein wenig hungrig geworden und bestellen uns eine Portion Nachos mit Guacemole, Bohnenmus, Tomaten und Käse. Es schmeckt uns sehr gut, aber die Portion ist so groß, dass wir es zu zweit nicht schaffen können. Langsam nervt uns die Musik mit annähernd 100 Dezibel, gefühlt. Wir zahlen und brechen auf. Am Ende des Strandes, Richtung Hafen, wollen wir noch einmal in Ruhe baden. So ein Bad im Pazifik ist schon herrlich. Wir wollen nicht mehr zurück zu den dröhnenden Amis, Julio wird es verkraften, dass wir zur Abholung nicht da sein werden. Bezahlt haben wir ja schon. Wir werden den Weg zurück zu Fuß machen und gehen am Ende des Strandes einen ziemlich schmutzigen Fußweg an der Hafeneinfahrt entlang. Gerade zu der Zeit kommen auch viele Boote vom Fischen zurück und ich traue meinen Augen nicht. Hinter dem einen oder anderen Boot hat sich ein Seelöwe angehängt und wartet auf seine Fütterung mit frischem Fisch. Das ist ein wirklich drolliger Anblick. Es sieht so aus, als wenn der Seelöwe sich an einer Anhängerkupplung angedockt hat. Dies zu sehen, war ein echtes Erlebnis. Wir gehen den Weg weiter und er wird breiter und sehr gepflegt. Wir sind erstaunt, wie groß die Marina ist und ahnen, dass noch ein weiter Weg vor uns liegen wird. Ab und an halten wir und schauen zu, wie die zurückgekehrten Angler stolz ihren Fang präsentieren. Da sind schon einige Prachtexemplare von Thunfischen und Marlins darunter. Wir gehen weiter, bis sich uns ein kleiner Mann in den Weg stellt, der uns in ein Lokal rechter Hand lotsen will. Erst wollen wir ihn ignorieren, aber irgendwie hat er was Lustiges und wir folgen ihm auf einen Drink. Er freut sich und läutet eine Glocke als wir eintreten. Wir sollten es nicht bereuen, es wird die beste Margaritha, die wir je getrunken haben. In einem großen, einem Kaktus nachempfundenen Glas bekommen wir so etwas schmackhaftes und erfrischendes, wie wir es gerade jetzt brauchen. Ein wirklich uriges Lokal an der Marina. Wir bezahlen, ich hätte auch gern noch eine zweite getrunken, und gehen weiter. Wir sollten unseren Fußmarsch nicht bereuen. Eine wunderschön angelegte Marina mit Bars, Restaurants und Geschäften erwartet uns. Überall liegen Yachten, aber im wesentlichen Boote, mit denen Touristen zum Fischen rausfahren. Auch das ist wieder sehr typisch für die Amerikaner. Am Ende unseres Rundganges um die Marina schauen wir noch zu, wie der gefangene Fisch an einer Stelle gesammelt, zerteilt und verkauft wird. Da wird es in dem einen oder andren Restaurant heute Abend fangfrischen Fisch auf der Karte geben. Wir haben jetzt genug gesehen, unseren Kühlschrankmagneten gekauft und nehmen das nächste Tenderboot zum Schiff. Wir ruhen uns noch ein wenig auf dem Sonnendeck aus und machen uns dann frisch zum Abendessen. Wir sind noch immer pappsatt von den Nachos und beschließen heute nur ins Market-Café zum Buffet zu gehen. Wir suchen uns einen Platz, wo wir das Buffet fest im Blick haben. Es wird ein lustiger Abend. Wir fühlen uns wie in der Muppetshow. Es kommen jede Menge Klischee-Amerikaner daher und wir amüsieren uns köstlich. Wahrscheinlich die auch über uns. Das Essen ist heute Abend Nebensache, es ist ok und die drei Glas Wein sind sehr lecker. Nach diesem amüsanten Auftakt des Abends sind wir noch in der Stimmung für weiteres "Fremdschämen". In der Red Lion Bar ist Karaoke angesagt. Wir machen uns auf den Weg auf Deck sieben, gleich hinter der Rezeption ist die Red Lion Bar. Eigentlich sollte das schon eine Stunde in Gang sein, aber anscheinend hat sich noch niemand getraut. Wir finden einen schönen Platz und schauen dem Entertainer zu. Er gibt sich größte Mühe und ist auch echt witzig, schon an sich. Er ist höchstens 1,50 groß und wirbelt herum wie Sammy Davis Jun. Als sich die ersten trauen, kommt Stimmung in den Laden, nur ein paar betrunkene Schweden, die meinen, sie können ihr eigenes Ding durchziehen, stören ein wenig. Aber auch das meistert Sammy Davis souverän. Wir bleiben bis zum Ende und hatten einen wirklich schönen und lustigen Abend. Einen schönen Cocktail nehmen wir noch mit auf unsere Kabine und lassen den Abend ausklingen. Ein wirklich schöner und gelungener Tag.