Mein Schiff 1 - Best of Mittelamerika, Tag 4, 12.11.2025, Costa Maya, Mexiko
Endlich Boden unter den Füßen, die Reise kann jetzt so richtig Fahrt aufnehmen. Nach zwei Seetagen war es doch ungewohnt, dass wir uns vorsorglich einen Wecker stellen mussten. Das Anlegen war geplant für 8 Uhr, der Ausflug sollte 30 Minuten nach Freigabe des Ausstiegs starten.
Gebucht hatten wir im Vorfeld über Get your Guide den Ausflug "Chacchoben Maya Ruinen & Mexikanisches Mittagessen am Strand (Kombi)" für knapp 131 Euro (10 Prozent Newsletter Rabatt inbegriffen).
Natürlich werden die Öffnungszeiten der Restaurants an die Liegezeiten des Schiffs angepasst. So hatten wir heute wirklich die Möglichkeit, schon um 7 Uhr im Atlantik Klassik zu sitzen, uns für den Tag zu stärken und auf das Anlegen in Costa Maya zu warten. Mit uns sollten auch die weitaus größeren "Regal Princess", "Norwegian Escape" und "Harmony of the Seas" anlegen.
Die sehen wir aber erst mal nicht oder nur wie in einem Horrorfilm verschwommen hinter einer Nebelwand. Während der zwei Seetage wartete hier in Mexiko scheinbar der Regen auf uns, der Wetterbericht ließ für den gesamten Tag nichts Gutes erahnen. Liquid Sunshine nennt das der Kreuzfahrer gerne.
Pünktlich haben wir mit den Ersten das Schiff verlassen, dem vollkommen auf Amerikaner ausgerichteten Cruise Terminal noch wenig Beachtung geschenkt, um schnell zum Treffpunkt am Eingang zu eilen. Ich hatte Angst, als wenige Deutsche unter vielen Amerikanern im Bus zu den Chacchoben zu sitzen, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass so viele Mitreisende ebenfalls über Get your Guide buchten. Die Angst war definitiv unbegründet. Zunächst landeten wir in einem kleinen Ausflugsbus für circa 20 Personen, den wir allerdings bereits nach 200 Metern wieder verlassen sollten. Dieser Transfer führte uns nämlich nur zum Office von Toucan Tours.
Toucan Tours scheint DER große Operator zu sein. Hier am Office trafen sich alle, egal ob über den Vermittler "Meine Landausflüge", Get your Guide oder andere Portale gebucht. Dank der Deutschen Pünktlichkeit waren wir Gäste der Mein Schiff nicht nur die Ersten, sondern komplett unter uns. Von außen betrachtet chaotisch, aber doch irgendwie gut organisiert wurden wir verteilt auf größere Reisebusse, die entweder direkt zu den Chacchoben oder zur Lagune der 7 Farben fuhren.
Zu Beginn der knapp einstündigen Fahrt zur Maya Stätte mitten im Regenwald erzählte unser Guide Rafael viel über das Land, die Region und deren Flora und Fauna. Interessant ist die zum Beispiel die Übersetzung unseres heutigen Ziels: Chacchoben setzt sich zusammen aus den Begriffen für "Groß" und "Ort, an dem Mais angebaut wird". Wir führen also zu den Maya Ruinen im großen Maisfeld. Mais hatte ohnehin einen sehr hohen Stellenwert im Reich der Maya, so dass sogar menschliche Ähnlichkeit mit Maiskolben zum Schönheitsideal der damaligen Zeit gehörte. Die Mayas gingen dafür soweit, dass Köpfe von Neugeborenen brutal verformt wurden.
Einmal an die Aussprache gewöhnt, waren die englischen Ausführungen recht gut zu verstehen. Wenn man aber Wert auf deutschsprachige Ausflüge legt, ist man mit unserer heutigen Tour nicht gut bedient.
Angekommen bei den Tempeln und Ruinen hatten wir natürlich zunächst die übliche Möglichkeit, diverse Andenken und Souvenirs zu erwerben. Auch sanitäre Anlagen (am frühen Morgen sogar richtig sauber) konnten noch aufgesucht werden. Rafael empfahl es uns, im Dschungel hinter den Ruinen wird es nämlich schwer mit der Notdurft.
Wir haben nicht genau auf die Uhr geschaut, aber ich schätze, dass wir etwas mehr als eine Stunde Zeit hatten, uns die kleinen und großen Ausgrabungen anzusehen. Man bekam sogar einen Eindruck davon, wie viel noch immer im Dickicht der Palmen und Pflanzen vergraben ist. Insgesamt war dieser erste Teil unseres Ausflugs informativ und interessant, wenn man sich ein bißchen für Kultur und Natur interessiert. Sollten wir irgendwann noch mal dort hin kommen, würde ich mich aber für eine individuelle Tour ohne Zeitdruck entscheiden.
Der zweite Teil des Ausflugs hielt für uns zwei Getränke und einen Lunch im Beachlcub Maramao am Strand von Mahahual bereit. Wir verließen den großen Bus und waren danach nur noch zu zehnt auf den mittlerweile überfluteten Straßen von Mahahual unterwegs. Lasst euch bitte nicht von manch schlechter Bewertung abschrecken. Trotz immer wieder einsetzendem Regen und auch ohne Sonne hat uns der Ort, der Strand und vor allem die Promenade gut gefallen. Man darf einfach nicht zu viel erwarten, wir waren schließlich nicht in Saint-Tropez. Die inkludierten Getränke konnten wir uns frei aussuchen, Softdrinks, Bier oder Cocktails, da wurde uns die Wahl gelassen und von den typisch mexikanischen Snacks wie Tacos und Fajitas hätten wir sogar Nachschlag bekommen.
Trotz des Wetters war der Ausflug also ein voller Erfolg und der Preis hat sich tatsächlich gelohnt.
Zum Cruise Terminal lohnt es eigentlich nicht, viel zu schreiben. Costa Maya ist gezeichnet vom Amerikanischen Tourismus: Shops, Bars, Restaurants und das gar nicht mehr zeitgemäße Delfinschwimmen, ja sogar die Sanitäranlagen erinnern eher ans Phantasialand als an einen Hafen.
Viel erwähnenswerter ist doch, dass ich es vor unserer Reservierung im Esszimmer (das Gourmetpaket Plus lässt grüßen) bis in den Fitnessbereich auf Deck 15 und in die Sauna auf Deck 12 geschafft habe; jetzt will ich auch mal gelobt werden. Während meiner Zeit auf dem Crosstrainer konnte ich gut die Menschen auf den Balkonen der Harmony beobachten. Also: wenn ich zuhause jeden Tag solche Schiffe hätte, würde ich öfter zum Sport gehen. Da braucht es keine Musik, ist auch so interessant genug.
Wir sind ja Erstfahrer der Mein Schiff Flotte und auf Bildern wirkt der Diamant von außen immer wie ein Geschwür. Von innen - und das erlebten wir spätestens jetzt im Esszimmer - ist der Diamant aber eine Meisterleistung, ein Höhepunkt der Atmosphäre auf dem gesamten Schiff.
Wir haben ja im Vorfeld das Gourmetpaket Plus gebucht und oft hab ich überlegt, ob sich das wirklich lohnt. Von wirklich vielen Seiten liest man, dass es sich nicht lohnt, man hätte ja schließlich alles auch im Atlantik. Aber nein: 30 jähriger Portwein, der Blick auf die Heckwellle, Nordseekrabben, Himmel un Äd, Geschnetzeltes vom Kalb und Kaiserschmarrn haben uns in unserer Reservierung bestätigt. Das war der kulinarische Höhepunkt der ersten drei Tage!
Wir schenken uns nun erneut eine Stunde Extra. Morgen wirds spannend: wir tendern als Dänemark, empfangen in Belize City unser gechartertes Bötchen, treffen unterwegs hoffentlich auf Nemo und Co und machen Bekanntschaft mit Haien und Rochen.