Mit der Fähre ging es bei strömenden Regen nach Playa del Carmen. Dort wurden wir an der Anlegestelle von dem „einheimischen“ Tauchguide Stefan empfangen. Er ist Deutscher und daher gab es mit der Kommunikation keine Probleme. Von der Anlegestelle mussten wir ca. 300 m laufen – was mit den Tauchtaschen nicht gerade ein Vergnügen war. Aber zumindest hatte es aufgehört zu regnen. Mit einem Van ging es los – Richtung Cenoten. Ausser Stefan war noch ein mexikanischer Guide dabei und ein Tauchlehrer von der AIDA. Insgesamt waren wir 4 Gäste von der AIDA und noch ein Crew-Mitglied die ihre Freizeit für diesen Tauchausflug nutzte. Auf der Fahrt zu den Cenoten hat Stefan sich über die Taucherfahrung jedes Einzelnen informiert (Anzahl der Tauchgänge, wann der letzte Tauchgang war und wie man sich selbst einschätzt im Bezug auf das Tarieren…) und so wurden auch die Gruppen entsprechend eingeteilt. Es gab auch schon auf der Fahrt ein ausführliches Briefing und er hatte Unterlagen und Bilder dabei über die Cenoten, die wir betauchen würden. Die Cenote heisst „Dos Ochos“ (zwei Augen) und wir würden zuerst die „Barbie Line“ betauchen und danach die „Bat Cave“. Die Barbie Line ist danach benannt, dass man unterwegs auf eine Barbie-Puppe „trifft“, die gerade von einem (Plastik-) Krokodil gefressen wird. Beim Tauchgang „Bat Cave“ taucht man zwischendurch in einer Fledermaushöhle auf.
Die Fahrt zu den Cenoten dauert ca. 30-40 Minuten, wobei die letzten 2-3 Kilometer doch recht holprig durch den Dschungel gehen. Am Tauchplatz selbst gibt es Toiletten (Plumps-Klo) und auch einen Tisch bzw. einen überdachten Platz, wo man sein Gerät zusammen bauen kann, ohne, dass es übermässig dreckig wird. Bevor es losging, haben wir uns den Einstieg eingeschaut. Einfach TRAUMHAFT !!! Ein Schritt nach vorne in glasklares Wasser das türkisfarben schimmert. Der Ausstieg ist dann über eine Holztreppe.
Man zieht sich oben komplett an und läuft dann doch einige Steinstufen runter bis zum Einstieg.
Jeder bekommt eine Leih-Lampe und bevor es dann endgültig losgeht wird noch ein Blei- und Bubble-Check gemacht.
… und dann ging es los!!! Gleich nach ca. 30 m auf der rechten Seite eine Stalagmiten-„Formation, die an eine Madonna mit dem Jesus-Kind erinnert. Sehr schöne Formationen – einmalig fantastische Eindrücke, wenn man in die Grotten kommt, wo die Sonne von oben ins Wasser scheint und sich das Wasser von glasklar über türkis- bis dunkelblau abstuft. Das Wasser ist glasklar – man meint man taucht in Luft - die Sicht war über 100 m.
Wären die einzelnen Grotten nicht mit Höhlengängen verbunden, die komplett dunkel und auch komplett mit Wasser gefüllt sind, wären es für mich bestimmt auch tolle Tauchgänge geworden. Es war mein erster Höhlentauchgang und da ich auch erst seit Juli letzten Jahres den Tauchschein habe fehlte es mir doch auch etwas an Erfahrung. Der Guide hatte uns vorher erklärt, dass kein Höhlengang länger als 65m ist und er uns – falls irgendwas passieren sollte – innerhalb einer Minute draussen hat.
Ausserdem hatte ich Probleme mit meinem Jacket. Ich bekam die Luft nicht raus – wenn sie raus sollte und so kam es dann auch, dass Stefan mich beim zweiten Tauchgang aus den Stalaktiten holen musste (ich hab aber nichts kaputt gemacht …) Beim Austauchen in der Fledermaushöhle, gab er mir dann den logisch-einfachen Tipp – dass ich doch auch meine Luft im Jacket da hinbringen soll, wo ich sie rauslassen kann … das hat dann zwar aber auch ganz gut geklappt – aber für mich war es irgendwie schon gelaufen und ich hatte nur noch den Wunsch da wieder rauszukommen. Die Dunkelheit war einfach nichts für mich. Bin zwar nicht panisch geworden – aber ich hab mich absolut nicht wohl gefühlt.
Zumindest weiss ich jetzt, dass Höhlentauchen für mich persönlich nichts ist. Ich bin aber froh, dass ich bei meinem ersten (und auch letzten) Höhlentauchgang in einer der schönsten Cenoten der Welt war.
Ich kann diesen Tauchausflug wirklich nur empfehlen. Es ist absolut traumhaft und wenn man es mit dem tarieren einigermassen im Griff hat und keine Probleme mit der Dunkelheit hat auch sehr entspannend.
Der deutsche Guide war klasse – ich hab mich trotz allem sehr sicher gefühlt und wenn irgendjemand der diesen Bericht liest den Tauchausflug zu den Cenoten macht, der soll Stefan doch bitte einen Gruss ausrichten von seinem „Sorgenkind“ Monika.