Also ich spreche jetzt für Mutti: "Na ja, eigentlich wollte ich keine Schiffsreise mehr machen, nach der Geschichte mit COSTA aber ..." Und dann habe ich doch gebucht, für meine Mutti, meine Schwester und mich. Eine Tour mit der SOL von Hamburg nach Oslo über Kopenhagen nach Warnemünde vom 19. bis 23. April. Die Anreise wieder nicht so weit und die Tour in die Kälte nicht zu lang.
Anreise, 19. April,
teils bewölkt, 15 Grad, erste Etappe bis Oslo 477 Seemeilen (883 Kilometer)
Ich bin schon einen Tag vorher mit dem Zug in den Harz gefahren, Muttis Koffer gepackt und dann ging es los, wir drei auf Tour. Die Vorfreude war groß und so stiegen wir ziemlich entspannt in den Zug. Die Entspannung hielt genau solange an, bis wir in Göttingen ankamen. Gerade in dem Moment, in dem unser Zug in den Bahnhof einfuhr, machte unser ICE winke, winke und weg war er, samt unserer reservierten Plätze. Ich war schon mal richtig sauer. Aber anscheinend hatten wir einen glücklichen Moment erwischt, in dem Zug, der eine Stunde später fuhr, gab es für uns 3 sogenannte Notplätze! Der Anreise nach Hamburg stand nun nichts mehr im Wege und wurde dann recht lustig. Im Abteil saßen zwei Männer, einer davon auch AIDAerfahren und so hatten wir ein tolles Gesprächsthema. Mutti konnte ja mitreden, schließlich war sie auch schon zweimal mit AIDA unterwegs.
In Hamburg angekommen, bei strahlendem Sonnenschein, konnten wir gleich unser Gepäck abgeben und fuhren mit dem Shuttle nach Altona. Vorbei an den herrschaftlichen Häusern und den Landungsbrücken. Der Check-In lief schnell über die Bühne und eh wir uns versahen, saßen wir schon im Restaurant und konnten uns stärken. Später vor der OCEAN-Bar stießen auf unseren zweiten 3-er Urlaub an und genossen den herrlichen Blick auf die Elbe. Schon bald konnten wir unsere Balkonkabine beziehen, Koffer auspacken und gingen zeitig zum Abendessen, denn für 20.30 Uhr stand ja noch die Seenotrettungsübung auf dem Programm. Alle waren pünktlich erschienen und ruck zuck landeten die Rettungswesten wieder im Schrank und wir gingen zur Welcome-Party. Der Himmel voller dunkler schwerer Wolken hat es verhindert, dass sie auf dem Pooldeck stattfand und so saßen wir trocken im Theatrium, nippten am am Welcome-Sekt und ließen uns von "Night Fiver" mitreißen. Mutti suchte die Kabine auf und meine Schwester und ich machten noch einen kleinen Rundgang. Draußen goss es, aber gut ausgerüstet genossen wir den Blick auf das erleuchtete Ufer. Bereits an der Schiffsbegrüßungsanlage sahen unsere Glücksstädter Freude die SOL durch das Fernglas anrauschen und sandten uns Blinklichtgrüße vom Ufer aus. Die AIDA-Bar war nächster Anlaufpunkt, Musik mit der Band Mr. Beat, ein wenig getanzt und dann war unser Tag auch fast zu Ende. Wir saßen noch eine Weile auf dem Balkon und nach Mitternacht hieße es dann "gute Nacht, morgen geht es mal nicht so früh raus".
Fotos:
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20. April - Seetag,
leicht bewölkt, 9 Grad auf dem Weg nach Oslo
Ausschlafen, Augen auf und auf das Meer schauen, welch ein Glücksgefühl. Der Himmel leicht verhangen. Auf der Seekarte sehe ich das, das Schiff hat in der Nacht ein große O gefahren. Gemütliches Frühstück im Marktrestaurant. Mutti ist ganz glücklich und genießt das Treiben auf dem Schiff. Es bleibt nicht aus, der wir der Shop-Meile hängen bleiben. Jacken anprobieren, Schmuck anschauen, Düfte schnuppern und kurz überlegen, was kann FRAU gebrauchen. Bordkarte durchgezogen und wir ziehen mit einem Tütchen ab. Mutti und Schwester lassen sich im Friseur-Salon hübsch machen und ich bummle ein wenig herum. Bleibe vor dem Blumenladen stehen, schaue mir die Bilder in der Galerie an. Um 11.30 Uhr war dann Bewegung angesagt, Tanzkurs "El Tiburon". 45 Minuten Schrittfolgen einprägen, rechts - links - rück - vor - wippen - hopps und dann auch noch in die Hände klatschen. Ich kannte den Tanz schon und so machte es doppelt so viel Freude, da mitzumachen. Uffz, zur gleichen Zeit mega Stimmung im Brauhaus beim Frühschoppen, aber man ja nicht auf allen Hochzeiten tanzen. Nach dem Mittagessen kurze Verschnaufpause und dann schauten wir zu, wie erlesene Kunstwerke internationaler Künstler im wahrsten Sinne des Wortes "unter den Hammer" kamen. Die sogenannten "Blind Date Bilder" entpuppten sich als sehr ansprechend und da haben die drei Ersteigerer bestimmt ein Schnäppchen gemacht.
Die Vorstellung der Offiziere am Abend ließen wir uns natürlich nicht nehmen und haben uns anschließend entführen lassen, in eine fantastische farbenfrohe Welt - unwirklich, plötzlich sich in einer Wüste zu befinden und eine "Fata Morgana" zu sehen. Diese Show wurde eigens für die SOL geschaffen. Wunderschöne Melodien, tolle farbenprächtige Kostüme und perfekt geschminkte Darsteller. Tanz, Gesang und Akrobatik ließen die Zeit und den Ort vergessen und wir versanken in der Traumwelt. Ein großes Lob dem AIDA-Showensemble!! Danach noch ein kleiner Absacker in der AIDA-Bar und der Seetag neigte sich für uns zu Ende. Am nächsten Morgen hieß es dann, früh aufstehen - Oslo wartet.
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21. April
bedeckt, 6 Grad
Die Nacht war kurz und bereits um 5 Uhr durchfuhr die SOL die Fjorde vor Oslo. Um 6.30 Uhr stand ich auf unseren Balkon, bei 2 Grad und sah das Ufer ganz nah. Schnell fertig machen, Frühstück. Auf Empfehlung des Kapitäns haben wir zwar keinen Norweger-Pullover mitgenommen, aber eine warme Jacke. Lange Fußmärsche können wir nicht machen, schließlich ist Mutti fast 83, aber was möglich ist, macht sie mit. Gleich am Hafen ist das Akershus Schloss zu sehen. Eine imposante Anlage, auf einem Felsen gelegen, umschlossen von einer trutzigen Wallanlage. 1299 ließ König Hakon V. Magnusson die Festung und das Schloss errichten. 1637 bis 1648 wurde es zum Renaissanceschloss umgebaut. Im Jahre 1899 hat man dann begonnen, Restaurierungsarbeiten vorzunehmen und so präsentiert sich heute das Akershus Schloss von seiner schönen Seite. Die Regierung nutzt einige Säle für Repräsentationszwecke. Die Schlosskirche, sicher einen Besuch wert. In der Anlage befindet sich auch das königliche Mausoleum.
Vor der SOL wartete schon unser Bus und es ging los, einmal quer durch die Stadt. Unsere nette norwegische Reiseleiterin erzählt uns viel über die Stadt Oslo, über die Norweger, wirtschaftliche Aspekte und so erfuhren wir, das Oslo wohl die teuerste Stadt der Welt sei. Hätte ich nicht gedacht. Auch dass rund 10.000 Deutsche in Oslo leben und viele deutsche Akademiker dort einen Arbeitsplatz gefunden haben. Nicht weg entfernt vom Hafen sehen wir das neue Opernhaus. Es wurde im April 2008 eröffnet und besticht durch eine imponierende architektonische Form. Angelehnt an die Form eines Gletscher, hat das Architekturbüro Snohetta ein Bauwerk geschaffen, das sich ohne viel Schnörkel sanft in die Fjordlandschaft einfügt. Weißer Marmor, der Himmel und spiegelglattes Wasser - eine Kombination, die man gesehen haben muss. Die neue Oper von Oslo soll eines der spektakulärsten Opernhäuser der Welt sein.
Aus dem Busfenster heraus kann ich noch schnell einen Blick auf das königliche Schloss werfen, mit dem Reiterstandbild von Karl Johann III davor. Und schon geht es weiter in Richtung Holmenkollen, der riesigen Sprungschanze und der Biathlonanlage, die ich im Fernsehen gesehen hatte. Der Bus fährt hoch auf 300 Meter, dort oben hält er kurz gegenüber der Schanze an. Oh, denke ich laut, ich dachte, die Anlage sei größer. Aber das war halt nur der Blick frontal auf die Schanze. Oben angekommen, es schneit ein paar kleine Flocken, ein eisiger Wind weht und dann schauen wir noch oben und nach unten. Doch sehr beeindrucken, die Ausmaße, die Höhe, der Verstrebungen, der Auslauf, die Arena - nur fliegen ist schöner, heißt es bei den Skispringern. 40.000 Zuschauer waren am 2. Sonntag im März dabei, beim legendären Holmenkollen-Rennen. Ein riesiges Volksfest, zu dem sich auch die Königsfamilie gesellte. Die Schanze blickt auf eine lange Geschichte zurück, 1892 eingeweiht, wurde sie mehrfach umgebaut, renoviert, bis man sich zur Weltmeisterschaft 2011 nach langem Hin und Her entschied, im April 2008 die Anlage komplett abzureißen und die Schanze neu zu bauen. 2010 fand die Einweihung statt. Über 200 Mio. Euro hat die gesamte Modernisierung des Holmenkollenareals gekostet - inklusive der Langlaufanlagen. So nebenbei erfahren wir auch, das der König ein überaus sportlicher Mensch ist. 1968 hat er bei den Olympischen Spielen eine Bronzemedaille gewonnen hat und zwar beim Segeln.
Erneut durchfahren wir einen Teil der Stadt bis rauf auf einen anderen Hügel, der uns einen herrlichen Blick über Oslo bietet. Gut zu sehen war auch der kleine gläserne Eisberg neben dem Opernhaus. Der königliche Palast steht strahlend in der Sonne. Die Gronland Moschee ganz in Blau fällt ins Auge, inmitten einer Häuserzeile. Und natürlich sehen wir auch den Hafen und unsere SOL. Zurück geht es wiederum an der Oper vorbei. Warm ist es gerade nicht. Die Reiseleiterin erzählt uns, dass der Hitzerekord in Norwegen bei 35 Grad lag. Bis April kann Schnee liegen und die Temperatur kann bis zum minus 20 Grad runtergehen im Winter. Witzig sind die Norweger schon, den Baustil der modernen Gebäude nennen sie "Brutalismus". Noch ein paar Zahlen sind bei mir hängengeblieben. 4 % Arbeitslosigkeit, jede zweite Ehe wird geschieden, 1,9 Kinder hat eine Familie, ein U-Bahn Ticket kostet 30 Kronen (3,50 Euro), 37,5 Stunden-Woche, 5 Wochen Urlaub, Rentenbeginn ab 67, Arbeitslosengeld 70 % vom letzten Verdienst, EU-Ablehnung durch die Bürger 1974 und 1992, alle 15 Minuten fährt ein Bus zum Holmenkollen, es gibt 50 Museen in Oslo, 1854 wurde mit dem Bau der Eisenbahnstrecken begonnen, Frauen werden 83 Jahre und Männer 79 Jahre alt im Durchschnitt, Edvard Munch Norwegens bekanntester Maler ist, der Schriftsteller Henri Ibsen in Oslo gelebt hat, am Oslofjord besitzt jeder dritte Familie ein Boot und das Norwegen durch die Erdölförderung ein sehr reiches Land geworden ist und so wie es aussieht, wird das schwarze Gold noch lange sprudeln.
Wieder im Hafen angekommen, unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang, gehen rüber zum Rathaus. Sehen das Nobel Peace Center und stehen dann vor dem Denkmal, das an das tragische Feuer auf der Scandinavian Star erinnert, bei dem 158 Menschen ums Leben kamen. Ein leicht beklemmendes Gefühl steigt in mir auf.
Zurück an Bord wärmen wir uns etwas auf, gehen ins Marktrestaurant und dann rauf aufs Deck, noch ein paar Eindrücke einfangen. Von dort oben aus hat man einen toller Blick auf das Museum der modernen Kunst, dem kleinen Jachthafen und dann heißt es schon "Sail away". Wir schauen den Offizieren mit ihren bunten Norweger-Mützen beim Cocktailshaken zu und es zieht uns erneut zur Kunstauktion. Wieder finden Bilder neue Besitzer
Am Abend singt William Khälled im Theatrium Pop und Rock, dies ist sogar was für Mutti. "Das wird ein strammer Abend", meinte sie. Erst Pop und Rock, dann "Eine große Nachtmusik" - Musik von Mozart. Die komödiantische Tanzshow in 12 Akten hat uns echt begeistert. Die Musik, die Kostüme, der Witz, der Charme, der etwas verrückte Mozart- alles vereint - eine Show, die Eindruck hinterlässt. Die würde ich gerne noch einmal sehen. Es bleibt kaum Zeit, sich die Beine zu vertreten, dann ist ABBA mitten unter uns. Eine Show, die ich schon oft gesehen habe - bei keiner Kreuzfahrt bisher verpaßt habe. Sie gefällt mir immer noch. Danach ist für Mutti der Tag erst mal beendet. Meine Schwester und ich schauen in der AIDA-Bar vorbei, die gerammelt voll ist. Ist ja klar, holdrijooooooooo "Alpenglühn". Die SOL gleitet ruhig die Nacht, Kopenhagen entgegen. Schade nur, dass wir so kurze Zeit in Oslo waren. Es gäbe dort eine Menge interessanter Dinge, die wir uns gerne angesehen hätten.
Fotos:
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22. April
leicht bewölkt, 11 Grad vorhergesagt. Nächste Etappe nach Warnemünde 110 Seemeilen (203 Kilometer)
Die Nacht wieder kurz, um 7 Uhr stehe ich im Bademantel auf dem Balkon und sehe Kopenhagen entgegen. Es ist kalt, sehr kalt schätze ich. Die Luft ist diesig, aber es regnet nicht. Im Dunst sehe ich die Kirchtürme auftauchen. Nun schnell unter die Dusche, Haare machen und nach dem Frühstück gehe ich gleich los. Meine beiden Mitreisenden besuchen das Spa-Center und ich mache derweil meine Fotos. Bewegung tut gut, denke ich so bei mir. Bei dem reichhaltigen Angebot in den Schiffsrestaurants, ist Kalorienverbrennung ein angesagtes Thema.
Die Anlegestelle in Kopenhagen liegt günstig, man kann hier viele Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß erreichen und natürlich ist mein erster Weg zur Kleinen Meerjungfrau. Ich konnte sie nicht sehen, sie war dicht umringt von einer japanischen Reisegruppe. Ich hob mir dieses Erlebnis für den Rückweg auf. In einem Park blühten kleine Kirschbäume, ein Geschenk der Japaner an Kopenhagen. Immer mit dem Blick auf das Kastellet (Kastell) setzte ich meinen Weg fort. Es befindet sich zwischen dem Hafen und dem Gefion Brunnen. Eine sehr gut erhaltene Wallanlage, die im 17. Jahrhundert zum Schutz der Stadt gegen die Schweden errichtet wurde. Die Häuser innerhalb dieser Anlage werden heute noch vom Militär genutzt. Der Wall ist hoch, ich sehe nur die Dächer, die Flügel einer Windmühle und einen Kirchturm. Auf dem Weg zum Amalienhafen komme ich vorbei an riesigen Standbildern inmitten blühender Blumen und dem gigantischen Gefion Brunnen. Der 1908 erbaute Springbrunnen ist eines der größten Monumente in Kopenhagen. Die Göttin Gefion ist die zentrale Figur und vor ihr stehen die riesigen Ochsen, die einer Sage nach ihre verwandelten 4 Söhne sein sollen.
Direkt nebenan steht die St. Alban Church, die einzige anglikanische Kirche in Kopenhagen. Vorbei am Museum für Kunst geht es zum Tor des Handelshafen, direkt am Tor sitzen auf hohen Säulen Hermes und Neptun. Inzwischen 10 Grad und ich strebe der königlichen Anlegestelle zu. Wenn die Königin hier per Schiff ankommt, wird der rote Teppich zwischen den beiden türkisfarbenen Häuschen ausgerollt, es wird Salut geschossen und sie kann Land schreiten. Gegenüber sehe ich die scghönbe weiße Segeljacht der Königin liegen. Weiter geht es zum kleinen Amalien-Park mit einem Springbrunnen. Schaue ich gerade aus, blicke ich genau auf den königlichen Palast. Der achteckige Platz ist umrahmt von vier Palästen, die königliche Garde steht stramm und hat alles im Blick. 3 Paläste werden von den Königskindern bewohnt, ein Palast ist für Besucher reserviert und die Königin bewohnt den mittleren Palast mit dem riesigen Balkon. Ist sie da, weht die Fahne auf dem Dach. In der Mitte des Platzes steht das Reiterstandbild von König Frederik V. Man kann viel über den Platz schreiben, ich lasse die Bilder für sich sprechen.
Ein Blick zur Uhr erinnert mich, ich muss zurück zur SOL. Unsere Stadtrundfahrt mit Bus und Boot findet ja noch statt. Ich komme an der Frauenkirche vorbei, an der orthodoxen Kirche mit den schönen goldenen Türmchen, dem medizinischen Museum, dem Design-Mesum, kleinen Cafés und lande wieder am Gifeon-Brunnen. Ich sehe die SOL im Hafen liegen und gehe zur kleinen Meerjungfrau. Glück gehabt, kaum Leute da. Schlendere noch durch den kleinen Jachthafen und komme zur großen Meerjungfrau - ein Granitgebilde, 14 Tonnen schwer, sehr üppig ausgestattet. Es gibt noch eine Meerjungfrau in Kopenhagen zu sehen und zwar im Skulpturenpark "Das genveränderte Paradies" von Bjorn Norgaard. Der Park liegt in direkter Nähe zur Anlegestelle. Vom Schiff aus hat man einen guten Blick in die Anlage, wenn das Schiff ein- oder ausläuft.
Ich treffe Mutti und meine Schwester im Restaurant, wir essen und dann ab zum Bus. Es regnet inzwischen und ich bin froh, dass ich meine Fotos noch bei trockenem Wetter in den Kasten bekommen habe. Mit dem Bus geht es zu einigen Anlaufpunkten, die ich schon morgens erkundet hatte. Bei der Tour besuchen wir die Frauenkirche und bewundern das Innere, den segnenden Christus und Skulpturen der heiligen 12 Apostel. In dieser Kirche fand auch die Trauung von Kronprinz Frederik statt.
Wir fahren zur Anlegestelle für die Kanalfahrt und leider sind die Scheiben des Bootes so nass, dass ich kaum Fotos machen kann. Die Fahrt geht durch den Binnenhafen, wir sehen das "Norma", das angesagte Restaurant mit zwei Michelin-Sternen. Vorbei am Schauspielhaus, dem 5 Milliarden Kronen teurem Opernhaus, sehen das schwedische Schulschiff, die kleine Meerjungfrau vom Wasser aus. Wir erblicken prächtige Bauten, Hausboote, fahren unter niedrigen Bücken hindurch und Kopenhagen präsentiert sich von einer beeindruckenden Weise. Ich muss unbedingt nochmal hierher kommen, es gibt so viel zu sehen, dass eine Stadtrundfahrt und ein Spaziergang nicht ausreichen. Etwas Herzklopfen hatten meine Schwester und ich schon, denn als wir das Boot bestiegen, streikte Mutti. Ohne Steg aufs Schiff stiegen, den Spalt sehen und dann noch das Wasser drunter, das war eindeutig zu viel. ...aber sie hat ihre Angst besiegt, lies sich helfen und so konnte sie diese kleine Wasserrundfahrt doch mitmachen. Bravo Mutti!!
Es ging zurück zur SOL. Der Reiseleiter war ein recht witziger und geistreicher Mensch und so gab es viel zu lachen. Gegen 17.30 Uhr kamen wir an und hatten noch eine Stunde Zeit, die Koffer zu packen - leider. Rechtzeitig zum Ablegen kam doch noch etwas die Sonne durch, ich immer schnell aufs Achterdeck und geschaut, wo wir gerade sind und um den Sonnenuntergang einzufangen. Im Bella Donna wartete unser letzten Abendessen der Reise und wir ließen es gemütlich angehen, der Abend sollte noch lang werden. Wer die Wahl hat die Qual, Vorspeise, Suppe, Salat, Fisch, Fleisch, Gemüse, Käse, Obst, Kuchen, Eis usw. - die Küche hatte wieder alles aufgefahren, was das Vorratsdeck hergab. Vergessen ist die Waage und ein schlechtes Gewissen, aber bei einer Kurztour hält sich alles im Rahmen fanden wir und genossen jeden Bissen.
Dann noch schnell beim Foto-Shop vorbeigehen, Bilder gucken und abholen. Meine Schwester hat sich entschieden, doch noch ein Düftchen zu kaufen und ich konnte der schönen roten GAASTRA-Jacke nicht widerstehen. Alles noch im Koffer verstaut, trafen wir uns im Theatrium wieder. Waghalsige Akrobatik in der Kuppel lies uns den Atem stocken. Alles ohne Netz und dazu noch Artistik und Musik, einfach schön. Dann hieß es Farewell - Sektchen holen und die Show "True Colers" ansehen. Super Musik der 80er Jahre, hat uns den Abschied von der SOL etwas leichter gemacht. Das AIDA-Showensemble begeistert immer wieder. Es war nie langweilig.
Wir tranken einen Absacker in der AIDA-Bar, packten die Koffer fertig, stellten sie vor die Tür und dann ab in die Koje.
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23. April - Ankunft Warnemünde und Abreise
Es ist morgens, 5.15 Uhr, mein Handy klingelt. Ulrich aus Warnemünde ruft an. "Wo ist eure Kabine, der Balkon, macht Licht an, ich will euch fotografieren!" Ich noch recht verschlafen raus auf den Balkon und winke, winke - machen. Die Sonne geht schon auf und färbt den Horizont rot. Hat sich doch gelohnt, geweckt zu werden. Der Blick auf den Warnemünder Hafen ist recht schön und so legen wir uns nicht mehr hin. Fertigmachen zum letzten Frühstück und um 9 Uhr stehen wir vor der SOL, schauen rauf und sind doch etwas still. Ulrich ist noch einmal gekommen, macht ein paar Fotos und dann sind wir schon im Shuttle nach Rostock. Die Rückreise war etwas kompliziert, chaotisch wegen dem Schienenersatzverkehr nach Schwerin, aber auch dass haben wir gut gemeistert. Übrigens, wer mal nach Schwerin kommt, unbedingt den Bahnhofsvorplatz anschauen, lohnt sich. Nach ein paar mal Umsteigen waren wir dann um 18.20 Uhr wieder im Harz angekommen. Am nächsten Tag dann für die nächste Etappe, Heimfahrt nach Baden-Württemberg. Im Kopf noch die schönen Eindrücke der Reise, im Gepäck einige nette "Mitbringsel" und natürlich auch die Idee, wir könnten doch wieder eine Reise zusammen machen. Mal sehen, wohin die Reise geht - auf jeden Fall mit AIDA, das hat Mutti schon gesagt. Mein Mann und ich gehen im Mai erst mal auf die MAR - 2 Nächte
und dann schauen wir weiter.
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Fazit: Auch wenn das Wetter schlecht ist, kann eine Reise gelingen. Auch wenn die Reise nur kurz ist, kann man viel sehen und erleben. Auch wenn man 83 Jahre alt ist, kann man noch schöne Dinge machen. Auch wenn es andere Schiffe gibt, Mutti fährt nur noch AIDA! Und meine Schwester und ich auch.
Wir haben die Tage auf der SOL genossen, alles war prima - das Schiff, der Kapitän, die Crew, die Kabine, das Essen, das Trinken, die Musik, die Shows usw.
AIDAsehen
Perlenfee
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