Neu 2 Kopenhagen – nein; Oslo – ja!

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Kabinenkategorie
Balkonkabine
Kabinennummer
6.068
Reisedatum von
5. Dezember 2021
Reisedatum bis
12. Dezember 2021

8. Dezember 2021 - Seetag 2


Am Vortag wurden wir bereits darauf hingewiesen, dass unser Schiff ca. 1 Uhr nachts die Große-Belt-Brücke unterqueren würde. Zu einer Zeit, die nur echte Großbrückenfans wachhalten würde. Wir beschlossen, nicht Fan zu sein und gingen rechtzeitig in die Koje. Tja, wie es im Leben immer öfters geschieht: Wir wurden doch zu Großbrückenfans. Kurz vor eins wurde ich wach. Ein Blick auf die Uhr, ein Sprung aus dem Bett, den Vorhang und anschließend die Balkontür geöffnet und … ich war froh, dass die Kamera griffbereit lag. Da waren sie … Punkt 1 Uhr morgens … die Pylone der Große-Belt-Brücke!



Na ja, so toll sahen sie in der stockdunklen Nacht nicht aus … aber wir sahen sie, frönten anschließend ganz schnell wieder dem Schlaf der Zufriedenen und freuten uns auf unseren nächsten Hafen Kopenhagen …


Stunden später - am nicht ganz so frühen Morgen machte ich meine erste Kaffeerunde auf Deck 14. Es war noch immer dunkel und mit gerade + 1° schon wieder s..kalt. Aber der Cappuccino wärmte ein wenig.


Während des Frühstücks unterhielten wir uns über das Tagesprogramm. Nachdem am Tag zuvor der von uns gebuchte Ausflug „Auf den Spuren von William Shakespeare“ aufgrund fehlenden Interesses abgesagt worden war, hatten wir vor, uns Corona-gerecht durch Kopenhagens Innenstadt treiben zu lassen. Daraus wurde allerdings nichts. Denn kurz vor Erreichen von Dänemarks Hauptstadt wurden wir im Morgengebet unseres Kapitäns informiert, dass wegen z.Zt. starken Windes mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von 70 km/h ein gefahrloses Anlegen nicht möglich war. Weitaus stärkere Böen waren an diesem Morgen bereits aufgetreten. Ergo: Mein Schiff 1 drehte und machten sich direkt auf den Weg nach Oslo und wir fanden uns mit einem weiteren Seetag ab.


Während des Frühstücks kamen wir in den „Genuss“ von sehr egoistischen Mitreisenden. TUI hatte ein sehr gutes Hygienekonzept entwickelt. Es lebte und scheiterte allerdings an der Umsetzung durch unbelehrbare Passagiere. Wir fanden es sehr vorteilhaft, dass in den Restaurants genügend Abstand zwischen den Gästen vorgesehen war. So z.B. auch dadurch, dass einzelne Tische unbesetzt bleiben sollten. Auf diesen Tischen standen Schilder mit entsprechenden Hinweisen. Was konnte man mit diesen Schildern machen? Einfach auf einen Nebentisch oder sonstwohin verlagern und schwupps … die Egoisten hatten einen freien Tisch. Staunen in der Runde … und die Egos ließen entsprechende Bemerkungen von Gästen der näheren Umgebung an sich abprallen. Offizielle des Schiffes ließen dieses nicht akzeptable Benehmen durchgehen. TUI, solltet Ihr von diesem Vorfall Kenntnis nehmen: Arbeitet daran! Mitreisende, die sich nicht an die vor der Reise von Euch anerkannten Regelungen halten: Überlegt bitte, ob Euer Verhalten fair ist …


Nun aber zum Angenehmen: Die frische Luft lockte und damit wieder unsere Rundläufe auf den Decks 12 und 14. „Unterwegs“ nahmen wir die Information mit, dass Mein Schiff voll Stoff fahren und wir Oslo gegen 23 Uhr erreichen sollte/n. Schade, denn wir würden so gut wie nichts vom attraktiven Oslofjord mitbekommen. Andererseits: Bei der ursprünglich geplanten Ankunft in Oslo um 11 Uhr hätten wir auch nicht viel gesehen, denn im höheren Norden ist es im Winter am Morgen länger dunkel als bei uns. Mitreisende, die nach dem Anlegen auf eine Kneipentour aus waren, wurden direkt enttäuscht – die Freigabe des Schiffes war erst ca. 9 Uhr am Folgetag zu erwarten.


Nicht um uns zu beschäftigen: Norwegische Behörden bestimmten so mal eben, dass Einreisende neben Impfung und Registrierung (in Warnemünde per Smattefohn erledigt) zusätzlich ein aktuelles negatives Covid-Testergebnis belegen mussten. Wir bekamen im Laufe des Nachmittags kostenlose Selbsttests; nach dem Test mit negativem Ausgang mussten wir dieses schriftlich bestätigen und diesen „Beweis“ gegen eine Bestätigung der Reederei in der Abtanzbar tauschen. Das ganze erfolgte ohne großen Zeitaufwand und vollkommen problemlos. Vorab: Wir mussten bei unseren beiden norwegischen Zielen kein einziges Mal Impfzertifikat, Registrierung und Testergebnis vorweisen.


Den Rest des Tages verbrachten wir abwechselnd im Freien und in den Innereien des Schiffes. Zum Abendessen gab es keine Probleme, Platz im Bedienrestaurant Atlantik Klassik zu finden. Es schmeckte … jeder Gang …


Der allerletzte Gang bestand aus einer Tasse Borscht, gereicht auf dem Pooldeck; der Weihnachtsmarkt war wieder geöffnet. Viel war nicht los. Auch nicht auf Deck 14, das wir rechtzeitig besuchten. Wir befanden uns im Oslofjord und sahen – wenn überhaupt – ab und zu Lichterketten am Ufer. Bis wir eine Insel mitten im Fjord passierten.



Scheinwerfer strahlten mächtige Mauern an, die zum Fort Oscarsborg gehörten. Das Fort wurde gebaut, um die Einfahrt nach Oslo abzusichern. Und zwar zunächst sehr gut, denn von den Geschützen des Forts wurde Anfang April 1940 der Kreuzer Blücher versenkt.


Den Abend schlossen wir an der frischen Luft mit einem Becher Gin-Glühwein ab. Gut wärmend und sehr, sehr lecker …


Vom Anlegen um 23 Uhr merkten wir nichts. Lag es an den Getränken des Weihnachtsmarkts oder waren wir einfach nur müde und schlafbedürftig? Wohl Letzteres – Seetage sind anstrengend …



9. Dezember 2021 - Oslo


Am frühen Morgen war es sehr ruhig. Keine Schiffsbewegung. Logisch, denn Mein Schiff 1 lag stocksteif im Osloer Hafen. Ein Blick nach draußen: Wo war das Dach des rot-orangen Rettungsbootes? Weg – ich sah nur weiß. Toll – es hatte nachts geschneit. Also schnell nach oben zum üblichen Rundgang auf den oberen Decks. Mit Kaffee? Jaaaa…


Kaum hatte ich das Pooldeck betreten, hörte ich Freudenschreie. Zwei Damen von der Crew, m.E. aus dem Wellnessbereich – hatten, wie sie mir später erzählten, zum ersten Male Schnee gesehen. Für sie ein Jahrhundertereignis. Weiter – und oben auf Deck 13 kniete einer von drei Schiffsmitarbeitern im Schnee. Er strahlte. Er machte einen Schneeball. Nicht, um ihn in Richtung seiner Kumpel zu werfen. Nein, freudestrahlend rieb er ihn durch sein Gesicht. Ich will einfach annehmen, dass das nicht seine Morgenwäsche war. Ich bot ihnen an, Fotos von den Dreien zu machen. Erst wollten sie nicht – aber nach kurzem Zögern rückten sie ein Handy raus. So einfach konnte man die fern von der Heimat Lebenden ein wenig Freude machen …


Rund um das Schiff war es kurz nach 8 Uhr noch sehr dunkel.



Man sah an den Lichtern in den unmittelbar in der Hafengegend stehenden hohen Häusern, dass Oslo allmählich erwachte. So richtig konnte ich Oslo noch nicht einschätzen – ich sah zu wenig und wusste nur eins, dass diese Gebäudeansammlung zum recht neuen Stadtteil Tjuvholmen gehörte. In früheren Zeiten war es eine Arbeitergegend. Werften; später auch Büroanlagen und Lagerhallen. Kurz nach der Jahrtausendwende begann der große Kehraus – weg mit den Docks- und Werftanlagen sowie in der Zukunft störenden alten Büroanlagen und Lagerhallen. Her mit supermodernen Wohn-, Geschäfts- und Bürohäusern. Mehr als 20 Architekten verwirklichten ihre Ideen und schafften wahre Hingucker. Dazwischen einige großzügige Fußgängerzonen und an vielen Stellen vielseitige Skulpturen. Uns gefiel dieser geschmackvoll gestaltete Stadtteil, als wir nach dem Frühstück das Schiff verließen, um die Attraktionen Oslos aufzusuchen.



Überall war es weihnachtlich geschmückt. Welch eine Energie geht hier drauf … aber Norwegen hat´s ja. Nach wenigen Minuten standen wir vor einem riesigen Backsteinklotz – dem Rathaus.



Monumental, funktionell, sonst nichts. Nicht gerade schön. Und irgendwie erinnerte mich das Rathaus an die Hamburger Elbphilharmonie. Nein, nicht wegen der exorbitanten Kostensteigerung, nein, zwischen Grundsteinlegung und Bezug der ersten Räumlichkeiten vergingen 8 Jahre; die endgültige Fertigstellung erfolgte erst nach 19 Jahren. Der Hauptgrund der Verzögerung lag mit Sicherheit an der Besetzung Norwegens im Zweiten Weltkrieg.


An diesem Tag konnten wir uns frei auf dem Rathausplatz bewegen. Einen Tag später war es vermutlich nicht mehr möglich. Denn am 10. Oktober 2021 wurde im Rathaus der Friedensnobelpreis vergeben mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen rund um das Rathaus.


Warum fuhren wir Anfang Dezember in den höheren Norden? Wir wollten erleben, was sich auf den Weihnachtsmärkten tat. An unserem Besuchstag gab es dazu die besten Voraussetzungen! Oslo im Schnee und wir genossen ihn. Vorbei am Nationaltheater standen wir auf einmal vor dem Eingang eines der größten Weihnachtsmärkte der norwegischen Hauptstadt, vor Jul i Vinterland.



Wie Ihr seht, war es ein Paradies für Kinder. Alte Karussells, eine Eisbahn, ein Riesenrad, Lebkuchen, gebrannte Mandeln.



Und selbstverständlich auch Julegløgg, Würste, Elchburger – alles, was warm und satt machte. Für uns zu früh. Deshalb schauten wir uns vornehmlich Stände mit kunsthandwerklichen Produkten u.ä. an. Ein Wegweiser zeigte, wo die einzelnen Attraktionen zu finden waren:



Wir schauten uns um – zum richtigen Weihnachtsmarktgefühl fehlte allerdings die Dunkelheit. Dafür gab es kein Gedränge – in Corona-Zeiten nicht schlecht.


Unser nächstes Ziel war was königliche Schloss. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem klassizistischen Gebäude vorbei, das uns mit seinem Säulenvorbei an das Alte Museum in Berlin erinnerte.



Wir standen vor der juristischen Fakultät der Universität Oslo. Erbaut wurde es Mitte des vorletzten Jahrhunderts unter einem dänisch-norwegischen Architekten, der ein Schüler von Karl Friedrich Schinkel war; insofern ist die Ähnlichkeit mit dem Alten Museum zu erklären. In diesem Gebäude tagte von 1854 bis 1866 das norwegische Parlament und von 1947 bis 1989 wurde in ihm der Friedensnobelpreis verliehen.


Nun nur noch einige Meter weiter in Richtung einer vor uns auftauchenden Parkanlage. Mist, wir kamen trotz der Kälte ins Schwitzen – durch den Schnee stapften wir bergauf. Ein Blick zurück –



na ja, so steil war´s doch nicht. Und der Blick nach vorne –



das königliche Schloss breitete sich vor uns aus. Der Initiator dieses in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichteten Baus wollte eins haben: immer den Überblick! Und zwar auch auf seine zu seinen Füßen wohnenden und arbeitenden Untertanen. Unbehelligt spazierten wir fast bis zum Eingang. Keine Königs von Untertanen und Touristen trennende Zäune. Das Portal wurde von lediglich zwei in der Kälte nicht stocksteif stehenden Soldaten bewacht. Ein Zeichen der Volksverbundenheit und des Vertrauens.


Wir umrundeten im Landschaftspark das Schloss und strebten Richtung Hafen. Selbstverständlich nicht auf dem direkten Wege. Unterwegs fiel uns ein mächtiger Gebäudekomplex ins Auge.



Die Victoria Terrasse, die im späten 19. Jahrhundert als Wohnanlage errichtet wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts leibte sich die norwegische Regierung den Komplex ein; verschiedene Regierungsstellen wurden in ihm untergebracht. Während der deutschen Besatzung diente das Gebäude als Gestapo Hauptquartier.


Das Rathaus tauchte wieder vor uns auf. Schräg gegenüber hielt uns ein prachtvolles Gebäude auf.



Der ehemalige Westbahnhof dient seit einigen Jahren als Ausstellungszentrum, in dem rund um den Friedensnobelpreis informiert wird.


Fast hatten wir es geschafft. Wir befanden uns wieder im Hafengebiet mit vielen Anlegestellen. Eine davon trug die Bezeichnung Kiss and Sail.



Was verbirgt sich dahinter? Eine unbedingt zu folgende Pflicht nach Betreten eines dort liegenden Bootes? Ich weiß es nicht – Tante Guggel half auch nicht weiter. Vielleicht einer von Euch? Ich fand nur heraus, dass dort Ausflugsboote und Fähren anlegen.


Auf der anderen Seite des Hafens erstreckte sich die Festung Akerhus, deren Vorläufer ab dem 13. Jahrhundert an dieser strategisch hervorragenden Stelle angelegt wurden. Nach Jahrhunderte langen Funktionen im militärischen Bereich wird es heute als Multifunktionsobjekt verwendet: ein Teilbereich zu Repräsentationszwecken für die norwegische Regierung, ein anderer als Grablege der norwegischen Könige der Neuzeit, ein dritter wiederum im militärischen Sektor und daneben gibt es noch einen frei zugänglichen Freizeitbereich.


Nach der Kurzbesichtigung Oslos betraten wir wieder unser Schiff. Eins nahmen wir uns vor: Wir waren nicht das letzte Mal in dieser interessanten Stadt. Nach einem (echt!) kleinem Mittagessen im Anckelmanns begann kurz vor 15 Uhr unser Busausflug mit einer kleinen Stadtrundfahrt in Oslo, Besuch des Künstler-/Weihnachtsdorfes Bærums Verk sowie des Holmenkollens. Die Stadtrundfahrt war ein Witz. Mit Beginn der Busfahrt kam die Dämmerung und es dunkelte schnell. Viel sahen wir nicht von den Sehenswürdigkeiten, die wir übrigens bereits am Vormittag abgegrast hatten. Darüber hinaus befanden wir uns im beginnenden Berufsverkehr – deshalb wurde aus einer kurzen eine längere langweilige Stadtrundfahrt. Danach fuhren wir durch die im Hellen mit Sicherheit wunderschönen norwegischen Landschaft. Was sahen wir? Von der Landschaft so gut wie nichts. Ach ja, Weihnachten kündigte sich an und aus diesem Grunde waren Ortschaften und Häuser ausnehmend geschmückt. Mit unzähligen Lämpchen. Gut, die Norweger konnten sich den dadurch entstandenen Mehrverbrauch (früher) bekanntlich leisten. Gestöhnt wurde lt. Reiseleitung auf jeden Fall, denn in den letzten Wochen stiegen auch in Norwegen die Strompreise rapide an; sie sollten sich dem deutschen Niveau nähern (Stand 12/2021).


Weg von den Strompreisen – hin zu Bærums Verk, ein etwas mehr als 20 km von Oslo entfernt liegendes Örtchen, das sich nach dem Entdecken von Eisenerz Anfang des 17. Jahrhunderts peu á peu entwickelte. Im Laufe der Jahrhunderte entstand eine für diese Gegend große Gießerei, die 1964 stillgelegt wurde. Nach einigen Jahren Stillstand und Entkernung der Fabrikbauten wurde daraus ein Einkaufszentrum mit rd. fünfzig Geschäften, Kunsthandwerker Stores, Werkstätten, Galerien und Restaurants. Davon sahen wir zunächst nichts, als wir am Ortsanfang, am Beginn der Verksgata, den Bus verließen und nach dem bisher nicht ansprechenden Programm begeistert waren.



Schnee! Und vom Schnee bedeckt und umrahmt die herausgeputzten und weihnachtlich geschmückten alten Arbeiterhäuser. Wir hatten 1 ½ Stunden Zeit, um uns alles anzuschauen. Das, was wir sahen, entsprach unserem Wunsch nach Weihnachten im Schnee. In den Häusern wurden kunsthandwerkliche Gegenstände, norwegische Textilprodukte, Spielzeug, Dickmacher und natürlich auch Kitsch angeboten. In einem Häuschen war eine Glasbläserei untergebracht; an der offenen Tür standen kleine Kinder und bestaunten mit offenen Mündern, wie eine Glaskugel entstand.


Logisch, dass in dieser Umgebung der Weihnachtsmarkt nicht fehlen durfte.



In den Buden fanden glasierte Äpfel, heißer Kakao, selbstgemachte Marmeladen, warme Kleidung, Norwegersocken, Spielzeug, Weihnachtsschmuck, Schafsfelle und vieles mehr ihre Abnehmer. An einigen Stellen luden Feuerschalen zum Aufwärmen ein; die dort befindlichen Bänke aus rohem Holz hatten die richtigen Sitzunterlagen – Felle! Kinder waren über die angebotenen Pferdeschlittenfahrten begeistert.


In diesem Örtchen durfte ein Kirchlein nicht fehlen.



Es hatte viele Jahre überdauert und wurde mit den Arbeiterhäusern renoviert. Ob in diesem Kirchlein auch Gottesdienste stattfinden? Ich weiß es nicht … hatte leider auch nicht die Möglichkeit, danach zu fragen. Oder ich hatte es einfach vergessen.


Wir trieben uns so lange wie möglich in dem Dörfchen herum. Immer wieder faszinierten neue Entdeckungen. Die mit Schnee bedeckte Gulaschkanone, der Korbmacher, schmale Wege zwischen den Häusern. Alles ganz toll geschmückt.


Wenn es früher irgendwo eine Fabrik gab, musste Wasser sein. Die Lomma zeigte sich der Jahreszeit entsprechend winterlich.



Einfach nur schön! Und romantisch. Damit war es leider nach 90 Minuten vorbei, als wir dem Flüsschen folgten und auf einmal wieder im Bus saßen. Bereit für die nächste Landschaftsfahrt in der Dunkelheit. Die richtige Voraussetzung, dass die Augen zufielen. Sie öffneten sich ganz schnell, als wir das „Zauberwort“ Holmenkollen hörten. Auf der Backbordseite des Busses wurde es hell. Starke Scheinwerfer, die das Skisport-Mekka ausleuchteten. Skisprung, Langlauf, Kombination und Biathlon sind einige Wintersportarten, die an diesem Flecken betrieben wurden. Und das seit 1892, als auf dem Holmenkollen das erste Skispringen vor 12.000 Zuschauern stattfand; der Sieger erzielte für die damaligen Zeiten stolze 21,5 m. Die aktuelle Skisprungschanze wurde 2010 nach Totalabriss und Neubau als modernste Schanze der Welt eröffnet. Die aktuelle Bestleistung liegt seit 2019 bei 144 m.


Nach kurzer Bergauffahrt wurde der Bus abgestellt und wir eilten (Jawohl eilten, denn uns wurde nur 15 Minuten Aufenthalt zugebilligt.) zum Aussichtspunkt nahe der Absprungstelle.



Das Wetter stimmte. Es schneite und der Wind trieb die Schneeflocken um uns herum. Skispringer waren nicht auf der Schanze – dazu stimmte das Wetter nicht. Dafür beobachteten wir Schwärme von Langläufern, die blitzschnell erschienen und wieder verschwanden. Profis? Wohl nicht – dafür waren es zu viele. Außerdem hörten wir das Knallen von Schüssen. Die Biathleten übten.


Das, was wir von ganz oben sahen, war mehr als beeindruckend. Und schuf großen Respekt vor den Sportlern, die sich bei Wettkämpfen (und auch beim Training) auf unserer Höhe vom Bakken lösten und zu Tal stürzten.


Auch uns rief das Tal. Hinein in den Bus und ab Richtung Hafen. Der eigentlich geplante Besuch des Weihnachtsmarktes Jul i Vinterland fiel aus – keiner der Ausflügler hatte Lust dazu, zumal es bereits recht spät war.


Auf dem Schiff angekommen merkten wir, dass wir lange nichts mehr gegessen hatten. Die Mägen knurrten … ab in den Fischmarkt. Süßkartoffelsuppe mit Chili, fritierte Meeresfrüchte/Garnelentartar, Backfisch mit Kartoffelsalat/gebratenes Störfilet an Szegediner Kraut und Gnocci mundeten nicht nur … sie waren ein Genuss.


Nach dem Essen … ja, das kennt Ihr schon. Wir suchten Deck 14 und Pooldeck auf. Nach einigen Runden ganz oben kam die Maskenpflicht. Wir schoben uns durch die Weihnachtsmarktmengen.



An keinem Abend der Reise war dort so viel los wie an diesem Abend. Lag es daran, dass das gemeinsame Weihnachtsmarktsingen auf dem Programm stand? Möglich – wir suchten uns einen freien Platz abseits der Menge. Denn mit Maske ließ sich schlecht singen … Leider dauerte die Veranstaltung nur ca. 30 Minuten; die Resonanz im hinteren Bereich, in dem wir standen, war enttäuschend – nur wenige sangen mit. Schade …

Kommentare 3

  • Eigentlich bin ich eher der Weihnachtsmuffel. Der Anblick von Weihnachtsmännern ab September und das Gedudel ab November schrecken mich ab.

    Aber deine Bilder machen sogar mir Lust auf Weihnachten.

    Danke für deinen stimmungsvollen Bericht.

  • Ach, was für ein schöner Bericht, der nicht nur an einigen Stellen selbst im Januar beim Lesen noch einmal richtige weihnachtliche Stimmung aufkommen ließ. Auch lernte ich dadurch das winterliche Oslo kennen. Vielen Dank dafür.


    Schön finde ich auch diese kleine Anekdote mit den Crew-Mitgliedern, die zum ersten Mal in ihrem Leben Schnee sahen.


    Überhaupt nicht schön - vielmehr extrem bedenklich - finde ich wiederum das Verhalten einzelner Gäste im Hinblick auf die Nichteinhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Und noch unmöglicher, dass die Crew nichts dagegen unternommen hat. Ich finde es gut, dass du das erwähnt hast und hoffe, TUI liest hier mit.


    Nun bin ich gespannt, wie eure Kurzreise weitergeht.


    Ein schönes Wochenende und liebe Grüße, Meerelfe :ciao:

  • Hallo Joachim,schön Dich wieder einmal zu " treffen",diesmal im verschneiten Oslo.

    Dein,wie immer,sehr schöner Bericht,weckt Erinnerungen an vergangenen Aufenthalte,und

    und stärkt die Vorfreude auf eine Reise nach Oslo im Juni.

    Ich wünsche Dir und Deiner Familie für die restlichen 350 Tage diesen Jahres alles Gute und noch viele tolle Reisen,auf denen ich Dich hoffentlich ab und zu " begleiten" darf.

    :sdanke::bye1::Boot1::matrose:

    Viele Grüße aus Leipzig Klaus