
21. März La Palma/Santa Cruz Spanien
Juhe, heute konnten mal etwas länger schlafen. Wir gehen erst um 11 Uhr auf Tour und zwar mit einem AIDA-Ausflug. Wir werden den Norden der Insel erkunden.
Dieser Teil der Insel ist von tiefen Schluchten durchzogen und ist bedingt durch das Klima üppig grün. Auf jeden Fall sind wir sehr gespannt. Eigentlich heißt die Insel ja "San Miguel de La Palma", liebevoll wird sie auch La Isla Verde, die grüne Insel genannt. Die Insel lockte Touristen an, aber nicht so viele, wie zum Beispiel Teneriffa. Die Hauptstadt Santa Cruz, so sagt man, sei wohl eine der schönsten kanarischen Städte. Später haben wir uns vorgenommen, werden wir dort noch etwas herumbummeln. So, nun aber zurück zum Ausflug. Der Busfahrer, ein Herr über das beherrschen von Kurvenfahren und unser Reiseleiter werden uns hoffentlich sicher zu allen Zielen bringen. Ich muss schon mal gleich die Augen zukneifen, als der Bus die kurvenreiche Straße hochkriecht und der Bus gerade so über schleicht. Mein Mann muss lachen und meint, ich sei doch ein echter Ansthase! Neee, das heißt Angsthäsin, flüstere ich zurück.
Irgendwann geht es flott abwärts und wir sehen das Meer wieder.
Die kleinen weißen Häuser mit den verschnörkelten Balkone gefallen mir und überall grünt irgendwas. Bäume, die bis in den Himmel wachsen, einfach toll.
Unterwegs erfahren wir vieles über die Insel und ihre Einwohner, die Vulkane und auch über das weltberühmte internationale Weltraumobservatorium mit Europas größtem Teleskop. Aber auch der Tabak- und Bananenanbau sind ein Thema. Auch hier erfahren wir, dass die Bananen wieder nicht EU-tauglich sind und daher nur auf der Insel und auf dem spanischen Festland verkauft werden dürfen. Wir fahren die steile Küste in Serpentinen hinunter in ein riesiges Bananenanbaugebiet und erfahren dort was über den Anbau, dass z.B. die Bananen keine Samen zur Vermehrung haben sondern das die Banane eine Knolle unter der Erdoberfläche hat. 15 Monaten dauert es, bis die grüne Bananenstaude abgeerntet wird. Neben der Mutterpflanze treibt ein Sprößling, der dann zu einer neue Staude heranwachsen kann. Die Mutterpflanze wird nach der Ernte einfach abgeholzt. Und wie heißt es so schön, Theorie ist gut, aber in Natura sich was anschauen, ist einprägsamer und so besichtigen wir eine Bananenplantage.
Der Bananenanbau sei ökologisch gesehen eigentlich eine Fehlinvestition für die Insel, denn es wird zu viel Wasser benötigt, so die Ausführungen unseres Reiseleiters dazu. 70 Prozent des Wasservorrats der Insel wird generell für den Anbau von Obst und Gemüse verbraucht und der Grundwasserspiegel sinkt von Jahr zu Jahr.
Da es auf der Insel neben Bananen auch Zuckerrohr gibt, findet man hier natürlich auch die Rumhersteller und so stand dann auch eine Verkostung auf dem Programm.
Wir haben nicht nur gekostet, wir haben auch eine Flasche gekauft und dazu noch eine Zigarre, Herstellung in Madeira. Die Zigarre ist ein Geschenk für eine lieben Freund und bei der Flasche, schauen wir mal, ob wir sie gut nach Hause bekommen.
Weiter führte unser Tour uns zum Lorbeerwald nach Los Tilos. Das Gebiet wurde im Jahr 1983 von der UNESCO als Biosphärenreservat unter Schutz gestellt. Feucht und schattig ist es dort in den Wäldern, Farne und riesige Bäume sind zu sehen aber auch boden-bedeckende Blumen und verschiedene Moosarten.
Inmitten dieser Wildnis gab es auch ein sehr schönes Gebäude zu sehen, in dem ein Besucherzentrum untergebracht ist.
Und warum der Lorbeerwald, Lorbeerwald heißt, erklärte uns der Reiseleiter. Natürlich, dort findet man auch einige echte Lorbeerbäume. Wer wollte, konnte ein kleinen Spaziergang durch den Wald machen. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen. Zwar es etwas glitschig auf den Wegen, aber der kleine Gang hat sich gelohnt. Der Geruch der feuchten Erde hing in der Luft und leise hörten wir einen Wasserfall rauschen. Entlang ein kleinen Stückes der berühmten Wasserläufe ging es zurück zum Bus.
Der Ausflug beinhaltete auch eine kleine Verkostung von kleinen Leckereien. Wir machten Rast in einem Lokal, wo wir ein wenig von der landestypischen Küche kennen lernten, wie die salziges Pellkartoffel mit der pikanten roten und grünen Soße, wohlschmeckenden Oliven, goldgelben Bananen und dazu gab es Rose- und Rotwein. Ich muss zugeben, alles hat wunderbar geschmeckt und macht Lust auf mehr. Zurück ging es dann in Richtung Santa Cruz über eine Panoramastraße mit Ausblick auf die Küste.
Ein kleiner Halt noch auf einer Anhöhe, mit toller Aussicht.
Der Reisleiter ruft zur Abfahrt und so geht es zurück nach Santa Cruz. Die Landschaft ist schon sehr beeindruckend. Ich könnte mir gut vorstellen, hier her mal zurück zu kommen um die Insel näher kennen zu lernen.
Weil das Wetter es gut mit uns meinte und wir noch Lust auf Neues hatten, streiften wir ein wenig durch Santa Cruz.
Gleich an der Plaza Alameda bleiben wir hängen. Das riesige Schiff ist nicht zu übersehen, und heißt Santa Maria. Es ist eine Nachbildung des des Flagschiffs von Kolumbus mit dem er vor über 500 Jahren seine ersten Reisen vor über in die "Neue Welt" unternahm. Nur auf La Palma war er nicht an Land gewesen. Der Nachbau des Schiffes stammt aus dem Jahr 1940 und ist aus Beton gefertigt worden. Es beherbergt ein Museum.
Was uns als erstes aufgefallen ist, das Kopfsteinpflaster, das in der Sonne glänzte, zu Ornamenten verlegt. Gottseidank waren wir für die kleinen runden Steine mit gutem Schuhwerk ausgerüstet.
Santa Cruz ist durchweg geprägt vom Flair der spanischen Kolonialzeit. Natürlich haben wir auch das vermeintlich schönste Bauwerk der Stadt, die Casa Salazar gehen.
Ein Herrenhaus, in dem sich die Toursitik-Information befindet. Ich habe mich total vergessen, an jeder Ecke gab es irgendetwas, was ich unbedingt fotografieren mußte: schmiedeeiserne Balkone, kunstvoll geschnitzte Holztüren, verwinkelte Gassen, riesige Kakteen und natürlich immer der Blick auf das Meer und die Berge hinter uns.
Zur Belohnung gab es zum Abschluss der Stadttour einen Capuccino, der mich einfach zum schmelzen brachte: unten in den Glastasse eine Portion gesüßte Milch (bei uns Milchmädchen) darüber ein rassiger Espresso und obendrauf eine Sahnehäubchen, bestäubt mit gemahlenem Kaffee, Kakao und einer Kaffebohne. Dafür hätte ich sogar den doppelten Preis gezahlt!!
Ein letzter Blick von der Stadt aus noch auf unsere Bella und dann hieß es für, zackig zurück an Bord laufen.
An Bord wurden erste Erfahrungen ausgetauscht und Fotos angeschaut, denn unsere Freunde hatten die Insel per Auto entdeckt. Sichtlich geschafft von den vielen neuen Eindrücken ließen wir den Abend ganz gemütlich verlaufen - entspanntes Abendessen mit allen erdenkbaren Gängen im Lieblingsrestaurant Weite-Welt. Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, zu vorgerückter Stunde in der Dunkelheit das Pooldeck aufzusuchen um die Lichter der Insel La Gomera und später auch von Teneriffa anzuschauen. Wir fuhren zwischen beiden Inseln hindurch und es war schon toll zu sehen. "Hey, hallo hier ist die Bella" hätte ich am liebsten gerufen, " wir grüßen euch, wir sind genau zwischen euch! Seht ihr uns?" Ich war schwer beeindruckt von den Lichterketten auf den Inseln, wie sie sich die Berghänge hochschlängelten oder sich in den Orten zusammenwunden. Toll!
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