Teil 1: Einstimmung auf eine Traumreise - Wie alles begann ...

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Kabinenkategorie
Balkonkabine
Kabinennummer
5.250
Reisedatum von
3. Februar 2012
Reisedatum bis
10. Februar 2012

Es begab sich vor noch nicht allzu langer Zeit, als sich über der sächsischen Heimat einer jungen Frau der graue Himmel anno Anfang November 2011 von einem fernen Horizont zum anderen spannte. Doch mit einem Mal fiel ein Sonnenstrahl herab und erhellte den trüben Tag, denn: Die junge Frau trat gerade lächelnd aus einem Reisebüro. Es war nicht die gute Fee, die ihr den Weg dorthin gewiesen hatte. Nein, es war das verlockende Reiseangebot einer Automobil-Zeitschrift, das ihr sagte: „Buch mich!“ ... - So oder ähnlich könnte das Märchen begonnen haben ... Doch halt, nein – So HAT es begonnen, mein arabisches Märchen ...


Geliebäugelt hatte ich schon länger mit einer Reise in diese faszinierenden Städte und Länder Arabiens, von denen ich schon viel gelesen und gesehen habe. Doch es sollte auch in anderer Hinsicht eine Premiere werden. Noch nie bin ich allein auf Reisen gegangen, geschweige denn, allein in ein Flugzeug gestiegen. Ich gebe ja zu, ich fliege nicht gern, aber wenn man was von der Welt sehen will, geht das oft nicht anders. Schon länger hatte ich mich jedoch gefragt, warum ich das eigentlich nicht mal probieren sollte, die Sache mit dem Alleinreisen. Und gerade auf einem Schiff trifft man doch viele nette Menschen und ist ja dadurch nicht so wirklich allein. Und schon jetzt kann ich sagen: Ich bereue keine einzige Minute, denn es war eine wirkliche Traumreise.


Gesagt, getan. Das Reiseangebot war so unschlagbar günstig, dass ich basierend auf AIDA-Vario-Konditionen gleich eine Balkonkabine buchte. Wenn schon allein in den Orient, dann auch richtig ... Und nun hieß es abwarten, auf welchem Deck sich mein schwimmendes Zuhause befinden würde? Richtung Bug oder eher achtern? Steuerbord oder backbord? Wird es bei der avisierten Chartermaschine von Condor bleiben, die mich von Frankfurt ins warme Dubai bringt? Fragen über Fragen, auf die ich im Januar 2012 endlich eine Antwort in Form eines Briefumschlages mit einem großen roten Kussmund bekommen sollte. Post aus Rostock von AIDA Cruises... Heiß ersehnt ...


Das Geheimnis konnte gelüftet werden: Oh, weiter hinten ging ja nun wirklich nicht mehr: Kabine 5250 auf Deck 5. Die letzte Kabine backbord also. Dafür schien der Balkon größer zu sein als die Balkone meiner „Kabinennachbarn“. Na, da hatte ich doch wirklich Glück mit meiner Vario-Buchung. Und auch bei Condor ist es geblieben. Der Abflug erfolgte sogar noch drei Stunden früher: Um 19:35 Uhr Start in Frankfurt. Toll, demzufolge auch eine frühere Ankunft in Dubai: 04:55 Uhr. Mit Passkontrolle und Warten am Gepäckband (mein Koffer würde hoffentlich mitkommen) müsste es mit dem Beginn des Check-In am Schiff um 07:00 Uhr eigentlich so ungefähr hinkommen.


Und dann endlich nichts wie rauf auf die schöne AIDAblu. Nach sieben Monaten Kussmundschiff-Abstinenz zeigten sich bei mir mittlerweile enorme Entzugserscheinungen, die es zu stillen galt.


Um die Vorfreude noch weiter zu steigern, buchte ich gleich das „volle Programm“: eine Flasche Sekt als Begrüßung und Einstimmung auf unvergessliche Tage im Orient, Rasul und Massage und natürlich auch schon erste Ausflüge. Der Urlaub konnte also beginnen.


In den Tagen vor Beginn meines „Abenteuers Arabien“ schlug der in diesem Jahr eigentlich schon fast vergessene Winter in meiner Heimat noch einmal richtig zu. Nächtliche Temperaturen von bis zu minus 20 Grad waren mittlerweile die Regel. Doch ich erwärmte mich mit Gedanken an meine Urlaubswoche im Persischen Golf.

Noch ist der Frühling fern ...

... und die Schneeglöckchen machen ihrem Namen alle Ehre ...


Donnerstag, 2. Februar 2012 – Anreise nach Frankfurt


Es geht los. Mein arabisches Märchen beginnt endlich. Sieben Monate sind vergangen, seit ich mich auf meiner ersten AIDA-Reise an Bord von AIDAsol auf der Ostsee mit dem Kreuzfahrt-Virus infiziert habe. Einem Virus, von dem ich niemals geheilt werden möchte. Es wird also Zeit, Wiedersehen mit dem schönsten Lächeln der Weltmeere zu feiern.


Der Koffer ist gepackt, Reiseunterlagen und Bikini im Rucksack. Dubai – ich komme. An einem eisig kalten Morgen (es sind fast 19 Grad minus) fährt mich ein Teil meiner lieben Familie zum Bahnhof. Eingemummelt in einen dicken Anorak, Stiefel, Mütze, Schal und Handschuhe könnte man eher meinen, ich breche nach Sibirien auf und nicht zur Arabischen Halbinsel. Doch anders ließ sich dieser Eiskeller einfach nicht ertragen.


Der Zug ist fast pünktlich und los geht es zunächst in Richtung Nürnberg. Vor den Zugfenstern erwacht der Tag. Selbst der Sonne fällt es schwer, bei dieser Kälte ihre Strahlen durch die Wolken zu schicken.

Kaum zu glauben, dass ich in wenigen Stunden in Dubai bin ...

Selbst die Sonne tut sich bei fast 19 Grad minus schwer ...


Bei meiner Ankunft in Nürnberg sehe ich doch tatsächlich schon ein Paar mit AIDA-Anhängern an ihren Koffern. Ja, das Virus hat um sich gegriffen. Als der ICE den Bahnhof in Richtung Frankfurt Flughafen verlässt, scheint die Sonne von einem mittlerweile blauen Himmel. Und auch der Schnee wird in Richtung Maintal immer weniger. Die Frankfurter Skyline grüßt und ich komme auf die Minute genau (das habe ich auch schon ganz anders erlebt) auf dem Fernbahnhof an. Nach gefühlten fünf Kilometern durch endlose Gänge, über Laufbänder und Rolltreppen erreichte ich endlich den Condor-Schalter im Terminal 1.


Ich bin früh dran und somit im Moment die Einzige. Doch das ist mir gerade im Winter lieber. Nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn ein Zug ausgefallen oder eine Weiche eingefroren gewesen wäre, aber es ging alles gut. „Wo wollen Sie denn hin?“ fragt mich der junge Mann am Schalter. Als ich ihm mein Reiseziel Dubai nenne, meinte er „Da sind Sie aber zeitig“. Schnell Anorak, Mütze und Handschuhe noch im Koffer verstaut und dann das 20 Kilo-Gepäckstück eingecheckt. Ich habe Glück und bekomme im Flieger sogar noch einen Platz in der Premium Economy Class. Mehr Beinfreiheit also, und das ganz ohne vorherige Reservierung. Meine rund viereinhalb Stunden bis zum Boarding vergehen im wahrsten Sinne des Wortes wie im Fluge. Zwar steigt meine Nervosität etwas, wenn ich an den bevorstehenden sechsstündigen Flug denke, aber es ist erträglich.

Abflugtafel Flughafen Frankfurt


Bei einem Cappuccino beobachte ich, wie bei minus 4 Grad die Flugzeuge enteist werden. Eine völlig neue Erfahrung, kannte ich das doch bisher nur aus dem Fernsehen.

Enteisung einer Lufthansa-Maschine


Dann mit dem Flughafenbus zum Terminal 2, wo ich in der langsam sinkenden Sonne von der Besucherterrasse Starts und Landungen beobachte.


So lerne ich auch schon die Condor-Maschine kennen, die mich über Nacht von der Kälte in die Wärme bringen wird. Na ja, sie sieht noch ganz gut aus, und wenn der Pilot seinen Job versteht, kann ich meinem Flug eigentlich ganz gelassen entgegensehen.

Diese Condor-Maschine bringt mich nach Dubai


Zurück im Terminal 1 werden die Schlangen vor der Condor-Abfertigung immer länger. Lauter (mehr oder weniger) lächelnde AIDA-Gäste, die für ihren Flug nach Dubai oder Manaus-Punta Cana einchecken. AIDA-Kofferanhänger in allen möglichen bunten Farben. Derjenige, der natürlich auch meinen Rucksack als Gepäckstück einer AIDA-Süchtigen ausweist, leuchtet dieses Mal in einem freundlichen Gelb. Vorfreude und auch eine gewisse Anspannung steigen von Minute zu Minute. Beim Sicherheits-Check ist man sehr gründlich, wogegen ich schon mal nichts habe. Ich bedauere dann nur die Kontrolleure, die sich vor allem für die Damenschuhe und -stiefel interessieren. Wir tragen die ja zum Teil schon seit dem frühen Morgen ohne Unterbrechung. Und viele der Frauen müssen ihr Schuhwerk ausziehen, auch ich. Doch die Dame lächelt noch, als sie mir nach nochmaligem Check meine Winterschuhe wiederbringt. Also war´s wahrscheinlich nicht so schlimm mit den schwitzigen Füßen ...

Dubai-Boarding


Es ist soweit: Boarding. Mit unseren Bordkarten steigen wir in einen der Flughafenbusse, der uns nach einer gefühlten Ewigkeit irgendwo in der Weite des Flughafengeländes vor unserer Boeing 757 absetzt. Einige Gäste fragen sich schon, ob wir vielleicht nach Dubai fahren?! Es dauert noch eine Weile, bis sich die Bustüren öffnen und die Reisenden ihrem Flugzeug entgegen strömen können. Wie wir später vom Piloten erfahren sollten, musste wohl noch ein Bauteil (???) ausgewechselt werden. Jetzt sei aber alles in Ordnung. Na, ich verlasse mich einfach mal drauf, denn die Herren in den gelben Sicherheitswesten haben das Flugzeug inzwischen verlassen.


Ein eisiger Wind weht uns entgegen, als wir die Gangway betreten. Und in der Ferne hören wir die Sirenen der Flughafenfeuerwehr, was einigen von uns ein leichtes Stirnrunzeln beschert ...

Wir gehen an Bord unseres "Andenvogels"

Tschüss, Frankfurt! Mach´s gut, winterliches Deutschland!

Condor Premium Economy


Platz 6A erwartet mich schon mit Kissen und Decke und einigermaßen Beinfreiheit. Nach und nach füllt sich unser Ferienflieger. Neben mir nimmt ein nettes Ehepaar Platz, mit dem ich mich auf Anhieb verstehe. Wir richten uns für die vor uns liegenden sechs Stunden Nachtflug ein und bereiten uns auf den Start vor. Es ist schon lustig, wenn der Pilot die Passagiere im Namen von Condor und AIDA Cruises an Bord des Condor-Fluges nach Dubai begrüßt.


Er rechnet mit einer pünktlichen Landung in Dubai. Es sei denn, wir müssen aufgrund des hohen Flugaufkommens im Luftraum über der boomenden Stadt noch ein paar Runden drehen. Der Pilot nimmt mir mit seiner locker-lustigen Art ein wenig meine Anspannung, als er Sprüche loslässt wie „Getankt haben wir genug“ und „Über die Flugroute will ich mich gar nicht auslassen, es ist eh dunkel“. Wir rollen zur Startbahn und donnern kurz nach 20 Uhr los – der Moment, den ich beim Fliegen am meisten hasse. Ganz leicht heben wir ab, der Flughafen wird kleiner und kleiner und verschwindet schließlich in der Nacht. Die glitzernde Skyline von Frankfurt verabschiedet uns bei glasklarer Sicht und im Nu sind wir den Sternen ein Stück näher.


Hurra, Dubai und AIDAblu, wir kommen!


Schnell erlöschen die Anschnallzeichen. Tief unter uns ziehen erleuchtete Städte und Dörfer entlang – wie kleine Lichtinseln in einem endlos dunklen Meer. Je höher wir steigen, umso kälter wird es draußen, schon minus 57 Grad, bibber! Die Stewardess kündigt einen Cocktail nach Wahl an – Mensch, das ist ja wie auf AIDA! Hätten sie beim Start „Sail Away“ gespielt, es hätte mich nicht gewundert ...


Unser „Erster Mann im Cockpit“ meldet sich dann wieder, nach dem Motto „Was interessiert mich mein Geschwätz von vorhin. Wach sind Sie ja eh. Wir hier vorn auch. Also kann ich Ihnen auch was zur Flugroute erzählen“: Klagenfurt – Zagreb – Belgrad – Sofia – Antalya – Zypern – Beirut – Saudi-Arabien – Bahrain – Dubai. Wir haben günstigen Rückenwind und werden kurz vor 5 Uhr auf dem Dubai International Airport landen. Ach so, ganz wichtig – das Wetter in Dubai: 23 Grad, nahezu wolkenlos und frischer Wind. Oh, welche „Überraschung“, wärmer als in Frankfurt ...


Mit unserem Startgewicht von 119 Tonnen lagen wir knapp unterhalb des zulässigen Gewichts von 122 Tonnen. Mensch, da hatten aber einige Koffer anscheinend ganz schönes Übergewicht ...


Der kleine Hunger meldet sich, der dann bei Gemüse-Lasagne (brühheiß aber doch ganz lecker), Brötchen, Käse und Kuchen gestillt werden darf. Dazu ein gutes Warsteiner-Dosenbier ... Natürlich kein Vergleich zum AIDA-Buffet, aber da habe ich schon ganz Anderes erlebt. Den Rettich-Salat lasse ich aber dann doch lieber mal weg ...

Flugzeugessen auf dem Weg nach Dubai


Irgendwann stelle ich meine Uhr sowie meine Digitalkamera drei Stunden vor, um schon Dubai-Zeit zu haben. An Schlaf ist bei mir während eines Fluges ohnehin nicht zu denken, obwohl es keinerlei Turbulenzen gibt. Ich vertreibe mir die Zeit mit „fröhlichem Städteraten“. Durch die Dunkelheit gibt es kaum Anhaltspunkte, wo wir gerade sein könnten. Langsam kommen wir Dubai näher und selbst in 10.000 Metern Höhe wird es immer wärmer. Wir haben „nur“ noch minus 48 Grad ...


Vor der Landung gibt’s dann noch Kaffee im Pappbecher mit Snoopy-Motiv und Kürbiskernbrötchen mit Bärlauchkäse.


Rund 30 Minuten vor der Landung beginnt es in den Ohren zu knacken und die Anschnallzeichen erscheinen – ein untrügliches Zeichen dafür, dass wir unseren Landeanflug auf Dubai beginnen. Ich kann es noch gar nicht glauben. Mein zweiter Urlaub auf AIDA steht unmittelbar bevor. Zuvor wird zu beiden Seiten noch fleißig die Skyline von Dubai gesucht, kann aber nicht ausgemacht werden. Ein paar Wolkenfetzen ziehen auch immer mal durch.


Es ist dann wider Erwarten doch weniger los, so dass wir keine „Ehrenrunden“ drehen brauchen. Die Wüstenstadt empfängt uns am 3. Februar 2012 um kurz vor 5 Uhr morgens bei 21 Grad (ha, das haben die in Deutschland stellenweise auch gerade, allerdings minus ...). Mit unserer Boeing 757 kommen wir uns neben den aufgereihten Airbus A380 ganz schön klein vor. Ein kleines bisschen stolz war ich schon auf mich selbst, hatte ich doch meinen ersten „Alleinflug“ gut gemeistert ...


5 Uhr: „Parking position“


So, das war Teil 1 meines arabischen Märchens. Keine Sorge, es folgen weitere Kapitel.


Wenn ihr das nächste Kapitel aufschlagt, dann geht’s hoch hinaus, es wird romantisch und endet in einer bunten Willkommensparty auf AIDAblu.


Schöne Vorfreude!

"Travelling - it leaves you speechless, then turns you into a storyteller" (Ibn Battuta)

Kommentare 8

  • Schöner Beginn der Reise, ich freue mich auf die nächsten Kapitel (sind ja schon online, ich lese zeitverzögert :)). Bei Deinen Fotos musste ich schmunzeln: bei meinen Flügen fotografiere ich auch immer die Hinweistafeln im Flughafen, dass Essen im Flieger und wenn möglich, das Flugzeug beim Anrollen (ansonsten auf der Parkposition), kommt mir alles bekannt vor :jump:

    • Na, da bin ich ja beruhigt, dass ich nicht die Einzige bin, die fototechnisch so ziemlich alles akribisch festhält. :zwinker:Danke dir für deinen Kommentar. Ich muss sehen, dass ich am Wochenende endlich das nächste Kapitel hochlade. Hatte in letzter Zeit durch meine kranke Mama leider nicht sehr viel Muße dafür.

  • Ich bin dabei :jump: Ich habe die Tour 2017 gemacht und bin auf Deine Eindrücke gespannt. :matrose:

    • Das freut mich. Spätestens morgen kommt das nächste Kapitel.

  • Bist Du sicher, dass der Flugkapitän wach war??? Egal - Du hast auf jeden Fall den Flug gut gemeistert und eine interessante Erfahrung gemacht: Wie verarbeitet ein Mensch den Temperaturschritt von - 19° auf + 21°. So schlimm muss es nicht gewesen sein, denn Du hast weitere Folgen angekündigt, worauf ich mich freue!

    Danke und liebe Grüße aus dem weder eiskalten noch warmen Rheinland

    Achim

    • Lach ... :lachzwink: Nein, so schlimm war es nicht. Bei der Rückreise hatte ich mehr mit dem Temperaturunterschied zu kämpfen. Aber erst einmal stand mir eine tolle Kreuzfahrt durch den Orient bevor. Schön, dass du (und vielleicht - hoffentlich?! - auch der eine oder andere) mich dabei begleiten willst.


      Liebe Grüße, Meerelfe :ciao:

    • Jaaaa, ich will auch! Unbedingt!

    • Ich auch :lachzwink::lachzwink::lachzwink: