
-Fortsetzung "Schwedens Westküste"-
Der letzte Halt ist das Städtchen „Skärhamn“, wo selbst der Kirchturm lacht...
Auf dem Weg zum Wasser entdecke ich erstmal ein rustikales Freibad für hartgesottene Nordmänner- und frauen.
Und ansonsten etwas Landschaft, Impressionen und Fundstücke am Wegesrand.
Eigentlich ist es der Pfad zum Aquarellmuseum, in welches wir aber schon allein aus Gründen von Corona zum Glück nicht reingehen.
Der Reiseleiter findet es schade, -ich nicht.
Wir alle wollen ja in der knappen Zeit die Natur live sehen und nicht „boah, toll“ auf die Schnelle und das wars auch schon, irgendwelche Aquarelle von Künstlern besichtigen die ich eh nicht kenne. Da stimme ich mal voll und ganz dem kauzigen Teddy neben mir zu.
Das wäre ja dann wie bei der Kreuzfahrtserie „Verrückt nach Meer“, wo die in den atemberaubendsten Destinationen lieber Batikkurse besuchen, oder Brötchenbacken gehen… Für uns ist das jedenfalls nichts. Wir wollen schließlich was sehen. Und die Landschaft und das wider Erwarten passable Wetter unterstützen uns dabei.
Tatsächlich ist auch hier wieder der Weg das Ziel und der führt uns an dem Museum vorbei zu einigen hübschen Häusern und Aussichtspunkten.
So ist dieser Ausflug auch wegen der vielen Ausblicke eigentlich selbst während der Busfahrt recht kurzweilig.
Jedenfalls sind wir überrascht, als plötzlich schon wieder der Schornstein von Aida Sol auftaucht und signalisiert, dass nun auch unser letzter Ausflug in Schweden zu Ende ist.
Ja, diese Schweden, die haben schon so manche Eigentümlichkeiten...
Nicht jeder wäre hier darüber uneingeschränkt begeistert und manches ist bei uns auch schlichtweg unvorstellbar.
In einer Reform der Gesundheitsförderung hat man erfolgreich die vorher wohl so auffällig vielen „blauen Montage und Freitage“ dadurch bekämpft, dass man am ersten Krankheitstag Null % und ab dem zweiten Tag dann direkt auch nur 80 % vom Bruttolohn bekommt. Das hat die Gesundung hier enorm beschleunigt...
Den Innenstadtverkehr bekämpft man z. B. in Göteborg mit zeitlich unterschiedlichen und straßenunabhängigen Mautgebühren beim Einfahren und auch Verlassen der Stadt.
Und dann ist da noch dieses „Allemansrecht/Jedermannsrecht“, dass hier in den nordischen Ländern und wohl auch in der Schweiz üblich ist. So lange man sich vernünftig benimmt, darf man im Wald Zelten, Beeren und Pilze pflücken, schwimmen, angeln etc.. Campieren und Zelten darf man auch auf privaten Grundstücken, nur vielleicht nicht gerade im kleinen Vorgarten. Und vorher Fragen erhöht natürlich die Akzeptanz.
Auch zu fast allen Akten und auch der Steuererklärung des Nachbarn hat man Zugriff. Es gibt mittlerweile sogar eine App mit der man vom Sofa aus an die Daten des Nachbarn gelangt. Einigen Schweden ist das dann aber doch ein bisschen zu wenig Datenschutz.
Den Teddys wäre das eigentlich egal. Wir sind auf Sponsoren angewiesen, weil (mit Ausnahme unserer Buttons) vollkommen mittellos. Und wenn man „Nichts“ durchleuchtet, kann man im Ergebnis auch „Nichts“ sehen.
Generell ist so eine Kreuzfahrt ja schön. Man sieht viel und schippert von Ort zu Ort. So dann auch bei den Ausflügen.
Aber manchmal würde ich mir wünschen, dass die Zeit nicht so schnell vergehen würde und ich etwas länger an so manchem Ort bleiben könnte.
So wie die hier z. B. …
Erfreulicherweise bricht aber wenigstens jetzt, bei der Rückkehr von Schwedens Westküste, nicht gleich Hektik aus und die fangen etwa an die Koffer zu packen. Nein, erstmal sitzen wir auf dem Balkon und schauen uns die Ausfahrt an. Aus der Erinnerung wissen wir, dass es auch hier einige Schärenfelsen gibt.
Und bei der Absuche mit dem Fernglas erwischen wir sie dann, diese 4 Seehunde, Robben oder Ähnliches, die nur scheinbar unentdeckt dort auf einem Felsen liegen.
Und einmal geortet erkennen wir sie nun auch ohne das Spekuliereisen, allein mit unseren geschulten Augen.
Offenbar sind wir mit unserer Entdeckung relativ allein. Zumindest wird unsere Entdeckung nicht gleich wieder ins Wasser gegrölt. Nicht mal der von uns informierte Balkonnachbar schenkt der Beobachtung Glauben und richtet sein Fernglas lieber auf eine Boje. Vielleicht aber geht der auch lieber in den Zoo, als hier in der freien Natur…
Und nun aber sind unsere Leute doch beschäftigt. Und dieses Treiben kennen wir schon. Sie packen die Koffer. Einen für Dreckwäsche, Klimbim und Geschenke und den anderen für den ganzen Pröll den man unbenutzt nun wieder zurückschleppt.
In dieser Zeit überlegen der Teddy und ich mal gemeinsam, was ich noch zu erzählen vergessen habe.
Ja, es ist wieder da, dass Buffet!
Verhasst und bejubelt, aber im Moment noch für jede Interessen was dabei. Denn alternativ gibt es im „East“ auch noch A la Carte.
Und das Buffet ist jetzt „Eine runde Sache“.
Pfeile geben die Richtung an. Immer die Meile entlang. Es gibt kein Zurück.
Und wenn man mal was vergessen hat, dann sollte man halt noch ne Runde gehen, um dann wieder dorthin zu gelangen.
Theoretisch ja, aber natürlich ist neben den Regeln noch der Faktor Mensch…
Auch ansonsten eigentlich alles wie vorher, -also selbst aufschaufeln.
Einzig die Getränke werden an den Zapfstellen vorbereitet und angegeben.
Was auch ohne Corona den nicht zu verachtenden Vorteil hat, dass die Mehrfachnutzer eines Glases daran gehindert werden, den Zapfhahn wieder und wieder tief in den Herpesbecher zu tauchen… Das Geschlabber und die Mehrfachverwendung vom Sabberglas ist damit unterbunden.
Eine Innovation, die gerne beibehalten werden darf.
Weitere kleine Änderung: Die Abschiedstorte ist jetzt übrigens wieder essbar...
Erst haben unsere Leute an Verars…gedacht, als der Koch da plötzlich mit dem Messer an der noch unversehrten Torte stand.
Aber dann…
Zurück nach Warnemünde geht es jetzt übrigens nicht wieder an Kopenhagen vorbei, sondern durch den Großer Belt. Aber das ist uns eh egal, wir schlafen jetzt und träumen.
Und Teddy Kaufhof meint, dass insbesondere er sich das verdient hat. Schließlich hat er ja den gestrigen Seetag dazu genutzt, schon für 2022 eine neue Reise einzutüten. Tatsächlich klemmt da was unter seinem Arm.
Aber seltsam, habe gar nicht gemerkt, dass der mal weg war…Wenn das mal nicht wieder so ne ausgeschmückte Geschichte mit geringem Wahrheitsgehalt ist…
Doch die nackten Fakten strafen mich glücklicherweise Lügen. Und diese „Strafe“ nehme ich gerne an, als heute die Buchungsbestätigung nebst Rabatt auf der Kabine steht. Wenigstens im Kern scheint sie zu stimmen, seine Story. Für mich ist seine Rolle dabei zwar weiter zweifelhaft, aber wenn im Ergebnis meine Zukunft hinsichtlich Verreisen gesichert ist, dann soll er doch sein Foto haben…
Und wenn heute Morgen am Bahnhof nicht alle Schließfächer besetzt wären, ja dann würden wir vom heute verregneten Warnemünde jetzt auch mehr sehen, als dieses Abschiedsbier und den Milchcafe...
--- E N D E ---
Und jetzt möchte ich mich bedanken. Bedanken für die vielen Herzchen und so... Mal schauen, ob der Teddy Kaufhof demnächst auch welche bekommt.
Und demnächst ist schon sehr bald...
Zwar geht es nicht auf die (abgesagte) Transmauritiustour, da wagen wir erst nächstes Jahr einen neuen Anlauf, aber ersatzweise erwartet uns schon im November "Transarabien", von Mallorca bis Dubai.
Nach dem Theater mit dem Schiffswechsel von Nova zu Bella zwar ne Nummer kleiner, -aber Hauptsache die findet jetzt überhaupt mal statt. Und da sieht es derzeit wohl gut für aus.
Alles schon durchgeplant und ggf. sieht man sich ja...
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