Ahoi Schweden, 21.08. bis 28.08.2021 mit AIDA Sol (Teil 3)//Nordsafari im Freilichtmuseum Skansen, Die Wasa und der Elchtest// Der "etwas andere" Reisebericht / Reiseerlebnisse von Teddy K. & dem Ty

Als unregistrierter Nutzer ist Dein Zugriff eingeschränkt. Bitte melde dich an oder registriere dich einfach mit ein paar Klicks hier, um alle Funktionen in vollem Umfang nutzen zu können.
Kabinenkategorie
Balkonkabine
Reisedatum von
21. August 2021
Reisedatum bis
28. August 2021

...weiter im "Freilichtmuseum Skansen"


Nun aber kommen wir wohl endlich in den Bereich mit den nordischen Tieren, von dem wir uns schon zuhause ausgemalt haben was das für ein Hallo gibt, wenn wir die Elchherden und vor allem auch die uns begrüßen können.


Ein erstes Hinweisschild weist dann auch schon ausnahmslos auf die Bären hin.



„Siehste Ty, wir sind halt was ganz Besonderes… Sozusagen die Attraktion!“ tönt es stolzgeschwellt neben mir.

Aber werden die uns auch als Artgenossen erkennen, -trotz der Verkleidung?


Doch der Uhu ist wachsam und scheint sie alle vorgewarnt zu haben.



Möglicherweise sind sie auch nicht auf Besuch eingerichtet.


Nur ein einzelner Elch läuft hier in einem viel zu kleinen Gehege langsam auf und ab.

Und wir sind uns einig: Hier gibt es auch nicht mehrere davon. Wo sollen die auch sein?



Die 3 Wölfe sind da schon aktiver und vor allem zeigefreudiger.




Den Vielfraß will ich im Zusammenhang mit der Tatsache, dass wir von einem Kreuzfahrtschiff kommen, mal aus Pietätsgründen nicht weiter erwähnen.

Hier jedenfalls gibt es ihn (auch) wirklich…



Von Ottern und Robben sehen wir nur das Wasser und die Luchse schlafen.


Und was uns in der freien Natur sicherlich Recht gewesen wäre, kommt uns jetzt gar nicht so gelegen. Die Begegnung mit den Bären oder möglicherweise auch dem Bären (man weiß es nicht…) bleibt aus. Sind wohl anders als wir hellwache Gesellschaft im Rucksack in der Höhle und stellen sich schlafend.

Wahrscheinlich hat der warnende Uhu den Teddy Kaufhof und mich, den Ty, nicht als Artgenossen erkannt oder er hat Angst vor dem Tiger verbreitet.

Anders kann ich mir das nicht erklären…


Aber auch die anderen „Nordsafariisten“ mit den gezückten Fotoapparaten sind nun sichtlich enttäuscht, obwohl das Ziel ihrer Träume doch eigentlich gleich nebenan im Rucksack lauert.

Irgendwie akzeptieren die uns selbst in der Not nicht als einen vollwertigen Ersatz. Jeanshöschen, Kapuzenpulli und Aida-Buttons beeinflussen sie da offenbar in ihrer Entscheidung. Schade eigentlich, -hätten uns gerne nen Euro dazuverdient.

Der Reiseleiter hingegen will uns einen Bären aufbinden und behauptet beharrlich, wenigstens einen Bären gesehen zu haben. Offenbar ist wenigstens der auf uns hereingefallen…


So verlassen wir die Anlage mit einem insgesamt miesen Safariergebnis.


Andererseits auch nicht so verwunderlich, sind wir uns selten so einig: Wir können es gut verstehen, dieses Verhalten. Es geht doch nichts über die (Reise)Freiheit!

Und Teddy ergänzt: „Ach Ty, möchtest Du ewig angeglotzt werden?

Also irgendwie merke ich schon den ganzen Tag, wie das so ist. Ist mir aber egal und unseren Leuten -zumindest meistens- zu unserm Glück auch.

Anders wäre auch eher schlecht für unsere Reisefreiheit…


Dann verlassen wir jetzt mal diese Stätte raffinierterweise durch einen Nebenausgang.



Erst später werden wir bei einem Blick auf den Parkplan feststellen, dass uns auf diese Weise zunächst unbemerkt, ein nicht ganz unerheblicher Teil des Parks verborgen geblieben ist. War halt nur eine Stippvisite und sonst wäre uns möglicherweise zuvor die Altstadt verborgen geblieben. Und auch wegen dieser angepriesenen Stippvisite haben wir den Ausflug ja schließlich gebucht.

Abweichend von der Beschreibung hatten wir andererseits sogar die Gelegenheit zu einem kurzen Snack, bzw. dem Plündern eines dort ansässigen Klimbim-Ladens.


Nun also geht es wieder retour, runter von dieser Insel Djurgarden, der sogenannten grünen Lunge Stockholms, welches früher, also sehr viel früher, mal das Jagdrevier des Königs war. Dafür wurden hier extra wilde und nicht nur nordische Tiere ausgesetzt. Und da die nun wohl alle „weggejagt“ sind, ist es heute auch noch eine Museumsinsel. Deshalb werden wir heute Abend schon wieder hier sein, im Wasa-Museum und mal dem Rätsel dieses beim missglückten „Elchtest“ gesunkenen Schiffes auf den Grund gehen.


Vorher führt uns der Weg wieder am Hafen entlang und an der Altstadt vorbei erstmal zu einem kurzen Boxenstopp in die Kabine. „Den Akku aufladen“ nennen die dann ihren Stopp bei „Best Burger“



Natürlich wieder auf selber Strecke geht es dann am frühen Abend zur 2. Tagesetappe, dem Besuch des Wasa-Museums.


Unterwegs sehen wir aus dem Bus heraus den Feierabendverkehr. Und der ist hier doch ein wenig anders. Der Stau besteht aus Fahrrädern, die hier den Fahrradweg bevölkern. Ähnliches haben wir bisher nur von motorisierten Zweirädern gesehen, auf der Straße, in Vietnam…


Aufgebockt wie in einem Trockendock steht es in einer Halle,



dieses alte Segelschiff mit dem klangvollen Namen „Wasa“, von der ich bisher immer gedacht habe, dass sie der Held zahlreicher Seeschlachten war…


Tatsächlich aber hat diese Galeone damals nicht viel mehr als eine Meile Seefahrt geschafft. Geschaukelt, gekentert, gesunken. Das ist die Kurzversion, -uns jedoch zu wenig und so nutzen wir die Gelegenheit, dieses Museum exklusiv, also nach der offiziellen Öffnungszeit zu besuchen. Es sind dann auch nur etwa 30 Gäste, welche diese einmalige Chance beim Schopfe packen, trockenen Fußes ein fast 400 Jahre altes Schiff zu besichtigen, welches etwa 350 Jahre auf dem Grund des Stockholmer Hafenbeckens gelegen hat.


Es ist schon beeindruckend wenn man die Halle betritt, dabei recht bald vor dem Bug dieses hölzernen Schiffes steht und bedenkt, dass es noch weitgehend die Originalhölzer sind, welche sich da im gedämpften Licht als Gesamtkonstruktion präsentieren.



Und es ist schon verständlich, dass jetzt nicht tausende Touries auf diesen geschichtsträchtigen Planken rumlatschen dürfen, welche 300 Jahre Meeresgrund in diesem erstaunlich guten Zustand überdauert haben. Sonst wäre es wohl schnell vorbei mit der Pracht.



Stattdessen aber sind mehrere Ebenen drumherum gebaut, von denen man aus gebührendem Abstand aber doch von recht nah, Blicke unter, auf

und auch in das Schiff werfen kann.

Und auf den ganzen 6 oder 7 Ebenen sind Originalgegenstände und Erklärungen ausgestellt, die das ganze Erlebnis noch lebendiger machen.



Richtig reinversetzen kann man sich in die damalige Zeit und dem Schiff in Gedanken ein ganz persönliches zweites Leben einhauchen.

Bei uns Teddys werden dabei natürlich Piratenphantasien geweckt, auch wenn dieses Schiff im Auftrag der Majestät, dem König unterwegs sein sollte. So zumindest der Plan. Aber damals kam dann alles ganz anders…


So wird überliefert, dass es der König war, der in einem Anflug von Größenwahn mitten in der Bauphase befahl, ein zusätzliches zweites Kanonendeck einzubauen.

Eine Innovation, die es so noch nicht gegeben hatte. Und später wusste man auch warum…

Mit dem König ist es wie mit dem Chef. Nicht alles was er sagt und anordnet macht auch Sinn…


Wenn man nun so vor dem Schiff steht, die Abmessungen und Proportionen sieht, kann man es sich schon vorstellen, dass die Lage im Wasser nicht die beste war.

Eine dem zweiten Kanonendeck geschuldete, im Vergleich zur Schiffsbreite viel zu hohe Bordwand bewirkte, dass der Schwerpunkt erheblich zu weit oben lag.

Erste vorsichtige Zweifler haben es dann auch im Praxistest bestätigt bekommen, nach dem Stapellauf bei einen Schaukelversuch, dem Vorläufer des „Elchtest“ von Daimler. Schon allein 30 Mann hatten es durch schnelle Gewichtsverlagerung derart zum Schaukeln gebracht, dass man den Versuch schnell abgebrochen und darüber geschwiegen hat. Sonst hätte man die Mannschaft wohl auch trotz dem Versprechen einer Ration von täglich 3 Litern Bier und den süßen Moltebeeren gegen den Skorbut, nicht an Bord locken können und ein Crewmangel wäre vorprogrammiert gewesen.

Denn nun war es zu spät für die Wahrheit, das Schiff war fertig gebaut.


Und so kam es, dass sie 1628, bei ihrer ersten Fahrt, noch im Stockholmer Hafenbecken und nach kaum mehr als einer Meile Fahrt, bei einer ersten kleinen Böe in solche Schräglage kam, dass in die unteren Kanonenluken Wasser eindrang und sich das Schiff unbeschädigt auf den Grund des Hafenbeckens verabschiedete.

Selten wohl hatte man ein Schiff so schnell sinken sehen.

Es hat schon seinen gewichtigen Grund, dass man bei unserem Schiff die Fenster von Deck 4 nicht öffnen kann. Auch wenn es hier nicht das zweite Kanonendeck ist, welches den großen Tiefgang verursacht.


Da lag sie nun, die Pracht des Königs und nur noch die Masten schauten aus 40 Metern Tiefe heraus. Ein paar Kanonen konnte man später noch mit dem Einsatz abenteuerlicher Taucherglocken und frühzeitlicher Taucherausrüstung bergen und zur Verlustminimierung verscherbeln, aber der Rest blieb unten.

Und als man dann irgendwann noch die Masten kappte, welche für die restliche weiterhin schwimmende Schifffahrt auf die Dauer störend waren, geriet die Sache langsam in Vergessenheit. Obwohl um die Stelle herum mittlerweile langsam eine Großstadt entstanden war.


Erst 1961, nach über 300 Jahren wurde sie bei der Absuche mit einem Senklot gefunden. Angeblich klebte damals ein Stück Wasa an dem Lot und gab so den entscheidenden Hinweis. Und obwohl dieser letzte Teil der Geschichte nicht vom Teddy Kaufhof stammt, habe ich dennoch gewisse Zweifel daran. Hatten die denn kein Echolot?



Überraschend war nun der Erhaltungszustand des Schiffes. Kaltes Wasser und vor allem aber die Tatsache, dass es hier in dem kalten Brackwasser keinen Schiffsbohrwurm gibt, haben es vor dem Zerfall bewahrt. Und wieder ist es mein Nebenan, der mit spitzer Zunge bemerkt, dass der hölzerne Angelsteg vom Träger wohl kaum so lange halten wird, -auch ohne Wurm nicht.


Ich glaube mich zu erinnern, dass etwa 90% des aufwendig geborgenen Schiffes noch Originalteile sind. Und auch das macht die Sache hier so aufregend und interessant.

Die ergänzten „Fälschungen“ erkennt man an der helleren Holzfarbe.



Farbig ist das Schiff ansonsten natürlich heute nicht mehr. Der Lack war dann doch nicht so seefest. Vieles aber konnte man noch durch Untersuchungen mit modernster Technik feststellen. Insbesondere die zahlreichen figürlichen Verzierungen waren wohl sehr bunt. Und so hat man mindestens eine Auswahl davon nachgebaut und wie damals bemalt.



An mehreren Stellen sind sie hier ausgestellt. Die Originale hat man natürlich unbemalt am Schiff belassen.




Und die 4 Löcher hier..., grinst Teddy Kaufhof... War halt damals ne ziemlich zugige Angelegenheit. Und die Wasserspülung eher indirekt...


Das war jetzt schon ne ziemlich spannende Sache hier. Doch leider ist unser Besuch in der Vergangenheit nun schon vorbei. Wir sind noch ganz aufgeregt, als wir von dem Original in die Welt aus Plastik geschleppt werden. Doch der Klimbimshop am Ausgang muss heute ohne unsere finanzielle Unterstützung auskommen.

Dafür haben wir gerade zu viel wirklich Altes gesehen, als das wir uns jetzt noch irgendeine Fälschung oder sonst etwas andrehen lassen…



Wieder fahren wir einmal rund um das Hafenbecken zu unserem Liegeplatz. Und obwohl wir nun schon zum vierten Mal hier vorbeifahren, ist es immer anders.

Natürlich nicht die Gebäude, aber die Geschichten welche vom Reiseleiter dazu erzählt werden. Die sind nämlich selbst bei den Daten und auch Fakten längst nicht immer gleich. Bringt zwar Abwechslung in die Sache, aber wer nun Recht hat, -diese Frage bleibt ungelöst. Vielleicht jeder ein bisschen… Ist aber auch irgendwie egal. Denn wie gesagt, dass meiste vergessen wir sowieso wieder ganz schnell. Deshalb kann ich jetzt auch nicht mal mehr ein Beispiel dafür nennen. Scheint also nicht sonderlich wichtig zu sein...


Wer wie wir jetzt gerade an den Einmündungen des Mälarsees am Hafenbecken vorbeikommt, sollte sich übrigens nicht wundern, wenn da mal jemand mit einer Wathose im Strömungswasser steht. Der sammelt da weder Muscheln, schürft auch kein Gold, noch hat er etwas verloren. Das ist i. d. R. ein Angler. Der versucht dort, mitten in der Stadt, Lachse zu fangen. Und das ist -anders als bei uns daheim am See- hier nicht ganz aussichtslos. Der hier fängt nämlich auch…



Wer also bei der nächsten Kreuzfahrt mit individuellem Landgang hier vorbeikommt und zufällig eine Wathose und Angel dabei hat… Einen Angelschein braucht man hier in Schweden nämlich wohl nicht.

Aber eigentlich haben wir ja an Bord das Vollpension-Rundum-Sorglos-Paket und können daher die Nahrungssuche hinten anstellen.


Zwar werden wir bei der nächsten Gelegenheit zur individuellen Besichtigung auf jeden Fall auch tief reingehen, aber ohne Wathose in die Stationen der „tunnelbana“-wie ich wieder überraschend unschwer übersetzen kann- der U-Bahn. Das sind hier nämlich nicht so kahle verdreckte Löcher wie bei uns in Duisburg, sondern oftmals wahre Kunstgalerien. Sollen jedenfalls mehr als sehenswert sein.



Fortsetzung folgt...


Im nächsten Teil geht es zum rasanten RIB-Abenteuer. Eine tolle Sache die uns fast vorenthalten worden wäre...

Ja, wenn uns nicht die Vergesslichkeit unserer Leute in die Karten gespielt hätte...

Kommentare 1

  • Vielen Dank für die Reiseberichte über den ersten Tag in Stockholm, war wieder interessant zu lesen was ihr so erlebt habt. LG Gaby