Ahoi Schweden, 21.08. bis 28.08.2021 mit AIDA Sol (Teil 1) // Warnemünde, Märchenonkel, und der Morgen in den Schären // Der "etwas andere" Reisebericht / Reiseerlebnisse von Teddy K. und dem Ty

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Kabinenkategorie
Balkonkabine
Reisedatum von
21. August 2021
Reisedatum bis
28. August 2021

Eigentlich wollten wir ja den Rest dieses komischen Sommers im Garten verbringen, -eben mal keine Kreuzfahrt. Aber dann war es selbst dem kleinen Tiger zu langweilig, immer nur im Kreis zu fahren. Und uns, ihm dabei zuzusehen.




Und so waren seine „Ahoi“-Rufe längst verstummt, als unsere erhört wurden. Eine gewisse Reiselust setzte sich immer mehr gegen den Garten am See durch. Der Blick auf den See konnte immer weniger den Blick auf die See ersetzen.


Und daher: „Ahoi Aida Sol“, wir erobern ein neues Fahrgebiet.


Bisher haben wir sonst, egal ob von Kiel oder wie jetzt von Warnemünde, immer direkten Kurs Richtung "Kattegat" genommen. Nun aber geht es für uns erstmals in den östlichen Teil von Schweden.


Und da der Premium-Tarif bei der Buchung nur 100 € teurer war, fiel die Entscheidung nicht schwer, uns diesmal für die freie Kabinenwahl statt der Wundertüte Kabinenlotto zu entscheiden.


Schwer allerdings fällt es im Moment dem Teddy Kaufhof, die richtigen Worte zu finden. Er spricht von Schreibblockade und so darf ich, der Teddy Ty die Sache mal wieder übernehmen und neben einigen erstaunlichen Randerlebnissen und Kuriositäten dabei auch u. a. über die 5 Ausflüge berichten:



"Freilichtmuseum Skansen mit Stockholm"




"Wasa-Museum"




"Rib-Boot-Abenteuer"




"Westliches Gotland / Visby"




"Westküste Schwedens"





Endlich mal wieder Bahn fahren, so soll es beginnen. Oder auch nicht…


Beschäftigten uns sonst im Vorfeld solche Dinge wie PCR-Test und Einreiseformulare, ist es jetzt die Nachrichtenlage um den Bahnstreik!

Und so steht auch einen Tag vor dem Auslaufen noch nicht fest, wie wir überhaupt zum Schiff kommen. Fest steht aber: Wir müssen da hin!

Boah, Weselsky! Rück endlich mit deinen Plänen raus!


Plan B liegt bereit. Aber müssen wir den tatsächlich ziehen? Verfallende Fahrkarten, 600 Km wohl nervige Autofahrt und mittlerweile einen Parkplatz über „Parken und Meer“ gebucht. Und da wir nicht wissen, wie weit wir dann am Freitagnachmittag nach dem Antigentest kommen, lassen wir das mit dem vorgebuchten Nachtquartier mal sein und die Ladefläche vom Kombi wird mit ner Luftmatratze eben zur Not-Schlafstelle umgebaut. Alles schon ausgemessen.


Aber müssen wir diesen Plan B tatsächlich in die Tat umsetzen?

Nun, wir Teddys sehen das ohnehin gelassen. Einzig beschäftigt uns die Frage, wo denn eigentlich unsere Leute dann schlafen sollen…


Am Abfahrtstag ist der Weselsky dann doch wieder unser Tagesfreund. Streik erst am Montag und wohl auch nur bis Mittwoch. Damit scheint die Rückfahrt auch gesichert. Gespannt hatten wir alle die Pressekonferenz verfolgt.

Also doch Plan A, die Bahnfahrt. Die Nacht auf dem Parkplatz bleibt uns erspart. Obwohl, von uns aus... So ein bisschen Abenteuer…


Alle Sorgen sind spätestens jetzt verflogen, als wir pünktlich auf die Minute in Warnemünde einlaufen. Und auf den letzten Gleismetern sehen wir sie schon.

Geschafft - Aida Sol!




Fast wären die mit den Koffern schon vorbeigerollt, aber am Ende vom Bahnsteig steht schon jemand, der Interesse an unserem Gepäck zeigt. Das kommt jetzt so plötzlich, dass die doch kurz überlegen müssen, ob da nichts drin ist, was das bevorstehende Einchecken etwa verhindern könnte. „Alles am Mann, den ganzen gesammelten Papierkram“, versichert der Träger, als die Koffer in einem Transporter verschwinden.

Und da die Frau sich nicht nur als Aida-Mitarbeiterin ausgibt, sondern auch zumindest so ähnlich gekleidet ist, sind wir froher Hoffnung, die Koffer später an Bord auch wiederzusehen…


Weit ist er ja nun wirklich nicht, das Schiff dabei immer im Blick, der Weg zur Check In – Halle. Anstellen in unserer Check In-Gruppe, kurze Wartezeit und dann beginnt das Procedere, welches zwar etwas anders ist als sonst, aber dennoch nur eine knappe halbe Stunde dauern wird.


Alle wesentlichen Papiere sind jetzt griffbereit. Pässe, Gesundheitszeugnis, Antigentest von gestern Nachmittag und natürlich die Reiseunterlagen. Dass unsere Bordkarten mal wieder niemand sehen will, begründe ich mal mit grenzenlosem Vertrauen.

Für jeden anderen zukünftigen Gast ist bereits ein mit Namen beschriftetes Röhrchen bereitgestellt, welches einem jetzt in die Hand gedrückt wird. In die Nase, in den Mund, hoffentlich eher umgekehrt, -und dann hoffen wir mal.


Bordkarte ausgehändigt, Teddys durchleuchtet, -und ab geht es auf`s Schiff.


Und vor der Kabine wartet sogar schon einer der 2 Koffer auf uns. Der Schein hat offenbar nicht getrügt, -war wohl doch von Aida, der Transporter.


Wir sind Gruppe 6 und auf die Bordkarte hat man einen Aufkleber gepappt,



damit wir das ja nicht vergessen und vor allem nicht früher als 16:30 Uhr, also gut 90 Minuten später, die Kabine verlassen und den maskengefilterten Duft der Freiheit schnuppern. Wird aber dann doch fast 17:00 Uhr, da es mindestens ab Gruppe 4 Verzögerungen bei der Testauswertung gibt. Egal, unser Telefon, welches im Falle von…. -es bleibt still. Und so endet die Sache mit dem positiven Ergebnis, dass beide negativ sind.

Der Lautsprecher verkündet jetzt den Freigang und damit die Aufhebung des Stubenarrestes. Will heißen: „Wir haben Urlaub!“


Die nächsten 7 Tage haben die uns hier an der Backe.

Und unsere Leute haben jetzt auch mal gesehen, wie es ist, wenn man auf andere angewiesen ist, den Stubenarrest zu beenden. Unserer endet nämlich nicht. Die hauen ab und wir sitzen weiter auf der Kabine. Aber egal, könnte schlimmer sein…


Deck 7 ab XX61 und Deck 8 ab XX59, kurz hinter den hinteren Fahrstühlen steht übrigens der gesamte Heckbereich beidseits nicht zur Verfügung. Dort ist offenbar Crew untergebracht, bzw. ist es wohl eher der Quarantänebereich für zukünftige Crew. Selbst auf den Balkonkabinen sieht man immer nur Einzelpersonen.

Verriegelte Schiebetüren mit dem Schild „Crew Only“ stehen an diesen Stellen dem weiteren Durchgang in den Heckbereich entgegen. Wer sich also im Vorfeld gewundert hat, dass diese Kabinen nicht buchbar waren…


Schon um 18:20 Uhr, mit nur leichter Verspätung, läuft AIDA Sol mit wohl 1000 bis 1200 Passagieren aus. Und bei schönstem Wetter ist der Kai jetzt bevölkert mit unseren winkenden Fans.




Die scheinen so begeistert zu sein, dass die sicher auch bei schlechtem Wetter gekommen wären.




Und würden die neben „Gute Reise!“ nicht auch mehrmals „Auf Wiedersehen!“ rufen, könnte man bei so viel Begeisterung am Kai zurückzubleiben auch meinen, die sind froh uns los zu werden, -wirft der Stimmungskiller-Teddy zweifelnd in meine Euphorie ein.




Jedenfalls was für eine tolle Verabschiedung, bei der sich bei mir sogar das kurze Plüschfell aufstellt.

Und wenn der Arm von Teddy Kaufhof nicht von den ganzen Verabschiedungen der bisherigen Reisen schon so locker wäre, hätte auch er sich sicher dazu hinreißen lassen, mal zu winken…


Sogar einige Barkassen und Passagierschiffe sind mit Fans gefüllt und begleiten uns bis zur Hafenmündung.




Aber ab jetzt, während Hafen, Leuchtturm und das Riesenrad beim Blick nach hinten immer kleiner werden, müssen wir schauen, ob bei den nun bevorstehenden Erlebnissen dieser Reise auch solche Emotionen aufkommen.





Sind wir mal gespannt…




1.Seetag


Sonnig, aber recht frostig ist es am nächsten Morgen, als unsere Leute nicht nur den Balkon betreten, sondern zum gefühlt zehnten Mal mit den Haxen gegen den blechernen Beistelltisch treten. Wie sie nun versichern, -trotz aller Vorsicht. Guten Morgen! Wie peinlich!

Mein Mitgefühl gilt ehrlicherweise den Mitreisenden und weniger den Zehen unserer Leute. Und auch wegen letzterem Übel, prägen sich die Abmessungen der neuen Hindernisse und Stolperfallen ab jetzt wieder recht schnell ins Gedächtnis ein.


Strahlend blauer Himmel, ruhige See und man könnte meinen, man wäre sonstwo…,-wenn es nicht auch im Tagesverlauf kaum mehr als 16 oder 17 Grad wäre.


Das Frühstück im "Buffalo" läuft in 2 Schichten ab. 07:30 bis 08:50 Uhr und 09:10 bis 10:30 Uhr. Auf eine der Zeiten musste man sich noch gestern, am Ankunftstag beim Fernwehexperten festlegen. Das ist dieser Reiseservice mit dem Glasbüro.

Tatächlich ist das Restaurant dann auch gut ausgelastet, überrascht aber mit einem auffallend tollen Service, den man so aufmerksam bisher kaum erleben durfte. Und trotzdem haben 2 Leute am Nebentisch offenbar noch anderes erwartet. Mit den Worten „Wenn das so ist…!“ stehen sie plötzlich vom schon halb gedeckten Tisch wieder auf. Wohl, weil sie nicht schon nach 5 Minuten wie von einem Bienenschwarm umgarnt wurden. Sicher nehmen sie jetzt, statt zu Frühstücken, den direkten Weg zur Rezeption, um diese „offenkundige“ Missachtung anzuprangern. Unfassbar!

Also unsere Leute lassen es sich jetzt schon schmecken. Haben die keinen Hunger…?


Die Ausflüge für die kommenden Tage sind alle schon im Vorfeld gebucht. Und auch ohne dass unsere offenbar unmaßgebliche Meinung dabei berücksichtigt wurde, sind wir mit der Auswahl zunächst mal doch recht zufrieden.


Und da unser Programm feststeht, brauchen wir uns auch nicht darüber zu ärgern, dass jetzt hier schon vieles ausgebucht ist. So entspannt, können wir uns mal zur Vorbereitung der Bildung widmen. Während andere an den Buchungsschaltern für die Restplätze Schlange stehen, lauschen wir am Fernseher dem Vortrag des Lektors.

Unsere Leute erleben ihn unterdessen im Theatrium live. Aber nicht nur ihn, sondern auch die barfüßige Dame im Bademantel, welche auf einer Bank im zentralen unteren Bereich des Theatriums Platz genommen hat. Offenbar alles und jeden um sich rum vergessend und sich wohl zu Hause wähnend, legt sie sich nun der Länge nach auf die gesamte Bank, dreht sich später zur Seite, rammt den linken Ellbogen aufs Polster, stützt den Kopf auf die Hand und mit einem leicht in die Höhe gestreckten barfüßig wippenden Unterschenkel, räkelt sich das Rubensmodell in lasziver Pose elfengleich unter ihnen und den anderen Zuhörern, also vor aller Augen…

Hier ist eben wohl nicht nur das Lächeln zuhause, sondern auch dieses Bademantelmodel. Aber ob man nun Willkommen zuhause und sonstige Werbeslogans immer gleich so wörtlich nehmen muss…? Soviel offenkundiges Interesse ist ja auch für den leicht irritierten Vortragenden stets sehr motivierend.


Gegen Mittag passieren wir an Steuerbord die vor Gotland gelegenen „Karlsinseln“, eine „lille“ und eine große.






Der offenbar belesene Wachoffizier weiß zu berichten, dass es ein Naturpark ist und Nils Holgerson in Kapitel 13 seiner Geschichten, dort angeblich mit seiner Gans gelandet ist. Aber ob das wohl stimmt? –meint ausgerechnet der uns gegenüber manchmal doch sehr phantasievolle Erzähler Teddy Kaufhof, um seinerart Verhalten mal vorsichtig auszudrücken… Und um seinem Zweifel am Wahrheitsgehalt der Aussage weiter Nachdruck zu verleihen, ergänzt er noch bekräftigend, dass man sich da „keinen Bären aufbinden“ lassen soll. Wie dem auch sei, sonnenbeschienen gleitet sie an uns vorbei und Gänse sehe ich tatsächlich keine. Diese dann aber wahrscheinlich morgen, beim Ausflug nach Skansen, mit seinem kleinen Zoo.


Der Lektor übrigens will uns mit der Aussicht auf eine tolle Schärenlandschaft, morgen bei der langen Einfahrt nach Stockholm, früh aus dem Bett locken.

Mal schauen ob unsere Leute da mitspielen…?





Stockholm:


Früh aufstehen haben uns Lektor und auch der Kapitän gestern eindringlich ans Herz gelegt und versucht, uns mit einer tollen Schärenlandschaft eine verkürzte Nachtruhe zu verordnen.

Biologische Effekte gepaart mit einer Portion Neugier locken unsere Leute dann tatsächlich gegen 06:30 Uhr aus dem Bett. Ein erster Blick bestätigt, wir sind von Schären umgeben. Diese zahlreichen mehr oder weniger Felseninseln, durch die sich das Schiff jetzt in langsamer Fahrt schlängelt. So ist es bei der noch tief stehenden Sonne ein ständiger Wechsel zwischen Auf- und Gegenlicht in welchem sich die Landschaft bei strahlend blauem Himmel präsentiert.




Nur ein wenig frisch ist es denen wohl noch mit ihrer Notbekleidung, dem Bademantel. Vorteil für uns, -wir sind gestern wie immer mit voller Ausgehmontur ins Bett gegangen…


Teilweise ganz schön schmale Stellen gilt es zu passieren oder auch zu umschiffen.




Und manchmal schaut auch nur eine kleine „lille“ Felsspitze aus dem Wasser, welche man oft nur an einem darauf wachsenden verhinderten Baum, der wohl aus Platzmangel ein Strauch geworden ist, als solche erkennen kann. Jedenfalls macht es sicher Sinn, dass schon seit kurz vor Vier in der Frühe ein Lotse an Bord ist.




Brücken gibt es auf der ganzen Strecke keine, -nur Fähren. Die sind dafür aber im Normalfall kostenlos.


Teddy erzählt unterdessen von Stavanger und das ihn vieles, die Felsen und die Hütten, an den damaligen Ausflug in den Lysefjord erinnert. Das glaube ich dem mal und der kleine Tiger nickt bewundernd.




Wenn ich das hier alles so sehe, dann wundert es mich nicht, dass die Hälfte aller Familien in Schweden ein Wochenendhaus haben und es hier auch etwa 800000 Boote gibt.



Fortsetzung folgt...


Im zweiten Teil fahren wir zum Freilichtmuseum Skansen und hoffen dort auf eine erfolgreiche "Nordsafari".

Vorher aber werden wir noch quer durch "Gamla Stan" der Altstadt von Stockholm marschiert.

Und dabei kommen hier wie dort Fragen auf:

Warum bleiben einige Möglichkeiten zur Toilettenpause ungenutzt?

Und warum verstehe ich plötzlich Schwedisch?


Kommentare 2

  • Vielen Dank für den mal wieder sehr amüsant geschriebenen Reisebericht liebe Teddys und natürlich auch Träger! LG Gaby

  • Ich war auf derselben Reise. Danke, dass ich das dank deinem Reisebericht nochmal miterleben darf!! 😊 Ich freu mich schon auf den nächsten Teil… und denke mal, dass wir wegen deiner Bemerkung bzgl. der Toilettenpause evtl. auf dem gleichen Ausflug waren?? 😄