
Tag 6 – Samstag, 14.09.2019: Helsinki
Nach den letzten zwei erlebnisreichen Tagen nahmen wir uns erstmal Zeit für ein gemütliches Frühstück. Den heutigen Tag in Helsinki erkundeten wir individuell auf eigene Faust. Bei sonnigen 12°C verließen wir kurz nach halb 10 Uhr das Schiff und fuhren ein paar Minuten später mit dem Linienbus los. Die Haltestelle liegt direkt am Hafenausgang, das Tagesticket kauften wir beim Busfahrer. Zunächst fuhren wir zum Felsendom, die Haltestelle befindet sich dort in der Nähe. Die Temppeliaukio-Kirche, wie der Felsendom richtig heißt, wurde in einen Granitfels hineingebaut, die Dachkonstruktion lässt jedoch eine Menge Tageslicht hinein:
Bei der Innenbesichtigung sahen wir die moderne und etwas spartanische Einrichtung, der Fels liegt an den Wänden frei. Wir erlebten dann noch das „Konzert“ eines Flügelspielers – die Kirche hat eine erstaunliche Akustik, es passte irgendwie alles.
Vom Felsendom aus gingen wir zu Fuß zum Sibeliusmonument, wofür wir eine knappe halbe Stunde brauchten. Unterwegs kamen wir an einer kleinen Bucht der Ostsee vorbei und sahen Fischerboote am Ufer.
Das Denkmal selbst wurde zum Andenken an den finnischen Komponisten Jean Sibelius errichtet und besteht aus etwa 600 unterschiedlich langen und unterschiedlich breiten Stahlröhren, die wie Orgelpfeifen angeordnet sind. Daneben findet man außerdem eine überdimensionale Büste des Komponisten.
Mit dem Linienbus fuhren wir nun in Helsinkis Innenstadt. Auf der etwa 20-minütigen Fahrt kamen wir an Wohngebieten als auch den Verkehrsknotenpunkten der Innenstadt vorbei. Es war heute wechselnd bewölkt, mal stärker, mal überwog der Sonnenschein und blauer Himmel. Über die Esplanade spazierten wir zum zentralen Senatsplatz, der umschlossen wird vom Regierungspalais, der Universität und dem in Weiß strahlenden Dom. Da an diesem Tag ein Fest stattfand, waren auf dem gesamten Senatsplatz Zelte gestellt, sodass wir dessen weitläufige Dimensionen nur erahnen konnten. Wir erklommen dann erstmal die vielen Stufen der breiten Freitreppe zum Dom und besichtigten diesen. Allerdings waren wir – gerade nach den pompösen Gotteshäusern in St. Petersburg – etwas enttäuscht. Der Dom ist relativ klein und wirkt sehr karg und schlicht eingerichtet. Wir verweilten jedoch im Dom und kamen so wieder in den Genuss eines kurzen Orgelkonzertes.
Vom Senatsplatz aus gingen wir zur Uspenski-Kathedrale. Diese russisch-orthodoxe Kirche ist verglichen mit der Domkirche wieder innen wie außen sehr prunkvoll:
Nicht weit von der Uspenski-Kathedrale entfernt befindet sich der Stadthafen von Helsinki und seit ein paar Jahren steht hier das Sky Wheel, ein 40 Meter hohes Riesenrad. Da wir uns von dort eine tolle Aussicht versprachen, holten wir uns Tickets. Eine Fahrt dauert 3 Runden in 12 Minuten, wir waren alleine in einer Gondel und hatten einen wunderbaren Blick auf das Stadtzentrum und die Kirchen, die wir gerade besichtigt hatten. Wir haben diese Rundfahrt nicht bereut.
Wieder unten ging’s mit der Tram zu den Kaufhäusern. Im Hard Rock Café waren wir nicht nur shoppen, sondern nahmen auch ein verspätetes Mittagessen ein. Noch ein bisschen bummeln und Ansichtskarten kaufen/schreiben – komischerweise war es gar nicht so einfach, in dieser großen Stadt ein Geschäft zu finden, das Ansichtskarten verkauft; als wir endlich welche gefunden hatten, mussten wir sie direkt schreiben, um sie pünktlich einzuwerfen. Und schon war es Zeit, mit dem Bus zum Hafen zurückzufahren, da bereits um 16:30 Uhr „Alle Mann an Bord“ war. Wir konnten an der Haltestelle erst den übernächsten Bus zurück nehmen, da viele junge Menschen in bunten Hosen mit zig Aufnähern ebenfalls anstanden und auf den Bus warteten. Auch unser Bus war proppenvoll. Im Gespräch mit einem netten jungen Mann erklärte dieser, es handele sich um Studenten (die verschieden farbigen Hosen mit Aufnähern weisen auf die diversen studentischen Verbindungen hin), die zu einem Festival fuhren. Dieses fand genau gegenüber der AIDAmar im Hafen statt. Später auf dem Schiff konnten wir das Gelände gut überblicken.
Wir kamen dann gegen 16 Uhr am Hafen an, kauften hier noch das ein oder andere Souvenir und waren um 16.15 Uhr pünktlich auf dem Schiff. Beim Auslaufen aus Helsinki begleitete uns ein Regenbogen:
Kurz nach dem Ablegen um 17 Uhr hörten wir die Durchsage des Kapitäns, dass die AIDAmar wegen starker Winde am nächsten Morgen zwei Stunden früher als geplant in Stockholm einlaufen würde. Gut zu wissen, das hieß für uns, früher aufstehen, um die Einfahrt durch die Schären zu genießen.
Nach dem Abendessen im East schauten wir im Theatrium „Wer wird Millionär“ zu – leider waren wir nicht schnell genug, um selbst mitzuspielen – und gingen dann nach einer kurzen Shoppingtour recht früh schlafen, da wir die frühe Fahrt durch die Schären keinesfalls verpassen wollten.
Tag 7 – Sonntag, 15.09.2019: Stockholm
In der Nacht wurden die Uhren von 3 Uhr um eine Stunde auf 2 Uhr zurückgestellt. Aufgrund des starken Verkehrs (Fähren usw.) war nun doch keine frühere Ankunft in Stockholm möglich. Dadurch hatten wir morgens etwas mehr Zeit, bis die Schärenfahrt begann. Die Fahrt durch die Schären war kalt und windig, aber mit einem Kaffee eingemummelt in eine Decke auf dem Balkon war es herrlich. Die kleinen Schären zogen lautlos an uns vorbei, hinter uns sahen wir mehrere Schiffe, die die gleiche Route hatten.
Nach einem guten Frühstück im Bella Donna machten wir uns nach dem Anlegen in Stadsgarden, das nun doch erst um 10 Uhr erfolgte, gut gelaunt bei sonnigem Wetter zu Fuß in Richtung Innenstadt auf, um ein Foto von der Silhouette der Gamla Stan, der Altstadt, zu machen. Der Aufgang zum Aussichtspunkt Fjallgatan war wegen Renovierung gesperrt – wir stellten wieder einmal fest: da kann man noch so gut planen, irgendetwas kommt immer dazwischen. Wir hatten aber trotzdem einen schönen Blick vom Wasser aus und hielten diesen natürlich mit dem Fotoapparat fest:
Wir kehrten dann zum Schiff zurück, da um 11.30 Uhr unser Ausflug begann. Da wir Stockholm bereits von einem früheren mehrtägigen Aufenthalt kannten, damals aber keine Zeit mehr für die Besichtigung von Schloss Drottningholm (Wohnsitz der Königsfamilie) geblieben war, hatten wir für heute den AIDA-Ausflug STO14: „Schloss Drottningholm & Altstadt“ gebucht. Treffpunkt war an den Ausflugsbussen. Es war viel Verkehr und die Anfahrt zum Schloss dauerte 50 Minuten. Eine gute Stunde führte uns die Reiseleiterin durch die nicht aktuell von der Familie bewohnten Räume des Schlosses; schöne Räume, aber einige wirkten auf uns etwas duster. Im Anschluss hatten wir noch Freizeit zur eigenen Erkundung des prächtigen Schlossparks, für uns das Highlight des Schlosses: hinten im Garten sind schöne Wege angelegt, vor dem Schloss gibt es einen kleinen See mit einem schönen Skulpturengarten.
Nach Erkundung des Schlossparks ging es zurück in die Innenstadt von Stockholm. Wir verließen den Bus am königlichen Schloss, von Reiseleiterin Kathrin erhielten wir noch eine Führung durch Gamla Stan, der Altstadt. Dabei kamen wir unter anderem auch an der kleinsten Skulptur Stockholms vorbei:
Am Ende der Führung gaben wir unsere Audioguides am Bus ab, sind aber nicht mit der Gruppe zum Schiff zurückgefahren, sondern noch individuell in der Stadt geblieben, wir hatten ja keinen Zeitdruck, da die AIDAmar erst am nächsten Morgen ablegte. Wir spazierten bei sonnigen, aber etwas windigen 15° am Wasser entlang, erhaschten immer wieder Blicke auf die majestätische Mar und ließen uns schließlich auf einer Bank nieder, um einfach auf das Wasser zu blicken und die Sonne zu genießen. Anschließend schlenderten wir wieder durch die Gamla Stan, shoppten ein paar Souvenirs und nahmen in einem Café eine leckere Waffel zu uns.
Frisch gestärkt machten wir uns auf den Rückweg zum Schiff. Unterwegs kamen wir am „Katharinahissen“, ein Freiluftaufzug mit einer Aussichtsplattform, vorbei.
Der Aufzug ist seit mehreren Jahren außer Betrieb, allerdings ist der Zugang zur Aussichtsplattform von hinten über mehrere Treppen möglich. Da wir ja noch nicht genug gelaufen waren, erklommen wir die Treppen und kamen über eine Brücke zur Plattform. Hier war es ganz schön windig, aber der Ausblick unter anderem auf die AIDAmar war schön.
Vom Katharinahissen liefen wir noch eine gute halbe Stunde zum Schiff zurück – komisch, von oben hat das Schiff so nah ausgesehen... Zurück auf dem Schiff machten wir uns direkt für das Abendessen fertig und beschlossen den Abend mit der Show „Can You feel it“, eine Disco-Show mit Hits der 70er Jahre im Theatrium.
Tag 8 – Montag, 16.09.2020: Stockholm/Seetag
Bereits um 6.00 Uhr klingelte der Wecker, wir gingen auf den Balkon und erlebten einen herrlichen Sonnenaufgang:
So kann der Tag beginnen.
Wir waren keine Minute zu früh aufgestanden. Gleich danach, um 6.15 Uhr legte die Mar auch schon in Stockholm ab. Ein letzter Blick auf die Skyline:
Bei Sonnenschein waren wir auf dem Balkon und ließen die Schären wieder an uns vorbeiziehen – herrlich. Nach einem schönen Frühstück begaben wir uns in die Wellness-Oase, die wir bereits von zu Hause vorreserviert hatten. Es war Seetag. Nach den vielen kulturellen Highlights der vergangenen Tage war es richtig schön, einfach nur auszuspannen. Erholung pur.
Das Ganze rundeten wir abends mit einem 11-Gang-Menü im Rossini ab. Nach dem leckeren Essen sahen wir noch den Rest der Show „Heart of Asia“ im Theatrium, bei der einige asiatische Crewmitglieder Lieder vortrugen oder andere musikalische Darbietungen zeigten. Da waren schon einige Talente dabei, hat sich super angehört.
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