Tage 9 bis 11 Seetage, Malta

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Kabinenkategorie
Innenkabine
Reisedatum von
3. Juni 1977
Reisedatum bis
14. Juni 1977

Puh, waren wir vollgestopft! Voller zahlreicher neuer Eindrücke! Da kam der Seetag gerade recht … Bestes Wetter, ruhige See. Was wollten wir mehr …



Ausruhen war angesagt. Am Pool … man musste nur früh genug dort sein. Damit hatte ich kein Problem, denn meine Massenunterkunft hielt mich nicht allzu lange fest. So plätscherte der Tag vor sich hin, wir verließen unsere Liegen zu den Gängen an die Tröge und oh Wunder! Schnell kamen der Abend und irgendwann die Schlafkoje.


Der letzte Auslandshafen wartete auf uns und wir fuhren am frühen Morgen in einen der auch schon damals schönsten Naturhäfen der Welt, in den Grand Harbour von Valletta, ein. Auf einmal hörten wir ein Rasseln – der Anker wurde geworfen! Es gab noch kein Kreuzfahrtterminal und so kam das kleine Abenteuer Tendern auf uns zu.



Und die Schiffchen kamen. Nicht so wie heute, wenn wir in den Rettungsbooten an Land gebracht werden. Es waren hiesige Ausflugsboote und Wassertaxen. Warum auch nicht – die Eigner sollten auch ein Stückchen vom Kuchen bekommen.


Die Eugenio C lag vor dem malerischen Stadtteil Kalkara, genau unterhalb der Villa Bighi, in der in den britischen Zeiten ein Marinehospital untergebracht war.



Um das Schiff herum war ein riesiges Freilichtmuseum zu bestaunen. Insofern hatten wir vom Oberdeck der Eugenio C und auch während der Tenderfahrt bei bestem Wetter optimale Aussichten. So z.B. zum Hafenausgang hin



Und in Richtung Waterfront auf die ältesten Altstadtteile.



Kurze Zeit später schauten wir vom Tenderboot aus Richtung Kalkara Creek zwischen den Stadtteilen Kalkara und Vittoriosa;



rechts ist ein Teil des mächtigen Forts St. Angelo zu erkennen. Wir konnten uns nicht satt sehen. Auch der Blick in den Dockyard Creek mit der alles überragenden Collegiate Church of Saint Lawrence schaffte es nicht.



Unser Tenderboot legte unterhalb der Stadtmauer an. In der Nähe des Victoria Gate. Wir wurden mit typisch maltesischer Musik empfangen.



Lange fesselten uns nicht die für unsere Ohren ungewohnten Melodien; unser Bus wartete außerdem. Ich war bei einer Überlandfahrt mit den Besuchen der ehemaligen Hauptstadt Mdina, der direkt daneben liegenden Stadt Rabat und einem Rundgang durch Valetta dabei. Nachdem der Bus Valletta verlassen hatte, ließ die Bebauung stark nach. Auf dem Weg zu unseren Zielen passierten wir kleine Ortschaften. Mitten in der kargen Landschaft. Ungefähr in der Inselmitte fuhren wir am Städtchen Mosta vorbei.



In dieser Gegend war mehr Grün zu erkennen als auf dem Weg dorthin. Die weitere Fahrt führte an Mtarfa mit dem imposanten Uhrenturm auf dem Gelände des ehemaligen britischen Militärhospitals vorbei



und schließlich erreichten wir Rabat. Nach eine kurzen Stadtbesichtigung fuhren wir mit dem Bus nach Mdina, wo uns die zahlreichen repräsentativen Bauten aus der Ritterordenszeit gezeigt wurden. Meine Fotos von den Stadtbesichtigungen kann man leider vergessen; der Zahn der Zeit hatte zu sehr an ihnen genagt …


Zurück ging´s – quer über die Insel -



nach Valletta. Am Rande der Altstadt wurden wir „entlassen“ und folgten im Pulk der Reiseleiterin.



Wir spazierten gefühlte Stunden durch die engen Gassen Vallettas und wurden mit Kultur vollgestopft. Das steigerte sich noch, als wir den Großmeisterpalast und die St. John’s Co-Cathedral besichtigten.



Von außen pfui – oder anders formuliert: die Gebäude hielten in Punkto Pracht nicht mit den meisten der Kirchen und nicht klerikalen Gebäuden mit – und von innen hui. So etwas hatte ich noch nie gesehen – ein Prunk ohnegleichen … ich wusste nicht, wohin ich meine Augen zuerst wenden sollte … Aber wir kamen durch und erholten uns bei einem Spaziergang zu den Upper Barrakka Gardens



mit einem Ausblick auf die Lower Barrakka Gardens. Auch wie sich der Stadtteil Vittoriosa mit dem Fort St. Angelo präsentierte war nicht ohne.



Das war´s dann aber mit der Stadtbesichtigung und wir begaben uns zum Anlagekai des Wassertaxis, wo wir von der sympathischen Mitarbeiterin von Apfelreisen unsere Bordkarten erhielten.



Vom Tenderboot aus machte ich noch ein letztes Foto von der Eugenio C



und nach dem Erreichen des Kreuzfahrtschiffes ging es mit der Kreuzfahrtroutine weiter. Sail away mit Verlassen des Grand Harbour, Werfen in angemessene Kleidung, Futtern, Ausspannen …


Und damit ging es am nächsten Tag weiter – der letzte Seetag auf der Eugenio C. Schade – oder auch nicht … Immerhin wurden wir am Abend mit einem tollen Sonnenuntergang verabschiedet!



Am Morgen des Folgetages legte das Kreuzfahrtschiff in Genua an und wir wurden zügig in den Sonderzug verfrachtet. Der Apfelpfeil fuhr durch Norditalien, mitten durch die Schweiz und hielt planmäßig in Basel, wo wir Nachtquartier im Hilton bezogen. Ach ja, und die Baseler Altstadt besuchten. Nicht nur besuchten – das Bier in einer urigen Baseler Wirtschaft schmeckte nicht nach Meer sondern nach mehr … Am nächsten Morgen ging´s weiter – nach Düsseldorf und das war´s dann mit der Kreuzfahrt …


Was unterschied die 1977er Schiffsfahrt von den heutigen Kreuzfahrten? Hier nur ein paar Anmerkungen:

  • Sämtliche Kreuzfahrtschiffe waren unterwegs – es gab nicht Corona (Entschuldigung - das musste sein!)
  • Die Eugenio C war lediglich etwas größer als z.B. die AIDAvita und auf ihr wurden ca. 1/3 mehr Passagiere untergebracht. Alles war enger als auf den moderneren Schiffen.
  • Gespeist wurde in einem Speisesaal. Wenn ich mich richtig erinnere, wurden von Anfang an zwei Tischzeiten festgelegt, an die man sich halten musste. Zum Mittag- und Abendessen wurde bedient; man konnte seine Gänge aus einer vorgegebenen Auswahl zusammenstellen. Die von mir heute bevorzugten Buffets gab es damals nur zum Frühstück. Die Qualität des Essens war gut.
  • Auf der Eugenio C konnten mehrere Bars besucht werden; außerdem standen Tanzsäle zur Verfügung. Alles in allem in einem kleineren Umfang als aktuell gewohnt.
  • Shows, unterschiedlichste Veranstaltungen, Shops usw. waren Fehlanzeige.
  • Es stand weniger das Erlebnis Schiffserlebnis im Vordergrund, eher der Besuch fremder Länder.
  • Die auf der Eugenio C gebuchten Ausflüge hatten ein ähnliches Preisniveau wie die aktuell von AIDA & Co. angebotenen Ausflüge. Ich gab damals mehr als die Hälfte des Reisepreises für Ausflüge aus. Sie waren sehr gut organisiert und liefen reibungslos ab.
  • Getränkepreise waren moderat und angemessen.
  • Über die Kleiderordnung habe ich bereits berichtet. O.K. – damals waren Schlips und Kragen bzw. Adäquates bei den Damen beim Abendessen selbstverständlich.


Mir hatte diese Kreuzfahrt von den Zielen her sehr gut gefallen; sie waren allerdings sehr kulturlastig. Weniger gut fand ich, dass die Ausflugsgruppen durch die zu besichtigenden Stätten regelrecht durchgeschleust wurden. Das war einer der Gründe, dass ich mich nach dieser Reise entschloss, für die nächsten Jahre von Kreuzfahrten abzusehen und Alternativurlaube auszuwählen; für das zwangsläufig auf mich zukommende „Alter“ wären Kreuzfahrten irgendwann auf jeden Fall gute Alternativurlaube. So geschah es – 30 Jahre nach dieser Tour betraten wir die AIDAvita und waren begeistert vom Kreuzfahrturlaub. Der Virus hatte zugeschlagen (Hoffentlich legt der aktuelle Virus bald ab!) …

Kommentare 4

  • Mensch, die "Eugenio C" ist mir so richtig ans Herz gewachsen, und nun muss ich mich leider schon wieder von ihr verabschieden.


    Ich fand diesen ja schon beinahe nostalgischen Kreuzfahrtbericht so klasse. Ein ganz dickes Dankeschön nochmal von mir, dass du uns an deinen Erinnerungen an lange vergangene Zeiten teilhaben lassen hast.


    Noch ein schönes Wochenende und liebe Grüße, Meerelfe

  • Am meisten hat mich überrascht, wie Malta damals noch ausgesehen hat, und das, obwohl mein bisher einziger Besuch auf der Insel auch schon wieder über 11 Jahre her ist.


    Vielen Dank für diese tollen Eindrücke aus Zeiten weit vor mir (sorry, musste sein 😉).

  • Achim, besten Dank für Deine interessante Beschreibung einer Kreuzfahrt in den siebziger Jahren.
    Da lese ich, und staune. Vermutlich wusste ich damals gar nicht, dass man sich einfach so auf einem Dampfer einmieten konnte.:jump: Aber einen Schlips sollte man damals schon mitgeführt haben, allein deshalb hätte ich die Eingangskontrolle bestimmt nicht bestanden.

    DREISSIG Jahre hast Du also gebraucht, bist du mal wieder zur See gefahren bist. Klasse, dass es Dir dann richtig gut gefallen hat! Sonst gäbe es all Deine schönen Reiseberichte auch gar nicht, und das wär' echt Schade. Mach weiter so.
    Lieben Gruss Gerd