
16. Januar 2020 – Kuala Lumpur – Wetter: sonnig, 33 Grad
Na, heute war wieder früh aufstehen angesagt. Fertig machen, zackig frühstücken und um 7.30 Uhr schauen wir schon auf das Cruise Center mit dem ausgefallenem Gebäude.
Ich kann mich gut erinnern, einmal war der Platz belegt und das Schiff legte im Containerhafen an. Aber diesmal liegen wir richtig, kein Stress – unser Ausflugsanbieter erwartet uns schon in der Halle des Terminals. Der Bus ist angenehm klimatisiert und los kann die Tour gehen. Es ist das fünfte mal, dass wir diese Stadt besuchen und immer, wirklich immer, haben wir was neues gesehen. Nun warte ich mal ab, was heute so laufen wird.
Port Klang, die Kleinstadt, die bis 1972 Port Swettenham hieß, wird auch Port Kelang genannt. Die Fahrt nach Kuala Lumpur dauert schon eine knappe Stunde, aber die Strecke ist sehr gut ausgebaut.
Eine
mehrspurige Autobahn ohne Stau und an den Mautstellen kommen wir
schnell durch. Zu den Autobahnen noch eins, wir erfahren, es gibt
sehr viele in der Metropole, so rund 100 Stadtautobahnen, teilweise
in 8 Etagen.
Wir sehen schon, vieles ist anders hier. Wer sich scheiden lassen möchte, hat die Scheidungsurkunde nach 24 Stunden in der Tasche. Und Langeweile kennen die Menschen hier nicht. Man geht in eines der 100 Shoppingcenter und verbringt dort seine Freizeit. Was ich auch interessant fand zu hören, dass viele Menschen hier nicht schwimmen können und sie glauben an Geister. Und da musste ich doch etwas grinsen bei der Aussage, wenn Einheimische irgendwo schwimmen sollten, kann man sicher sein, es gibt dort keine Schlangen und Krokodile.
Als die ersten Hochhäuser ins Blickfeld geraten, hören wir, dass ja Platz inzwischen sehr rar geworden ist. Es wird gebaut und gebaut und so bleibt es nicht aus, dass bei der hohen Bevölkerungsdichte, auch Friedhöfe nicht mehr angelegt werden können. Was hat man sich einfallen lassen? Es gibt inzwischen 2 Hochhäuser, in denen die Verstorbenen ihre letzte Ruhe finden. Sie tragen den Namen Nirwana-Hochhaus.
Nun aber zu unserem Plan heute. Zuerst fahren wir zum Sultans Palast, der Instana Negara. Ich bin jedes mal angetan von diesem gewaltigen Platz mit dem schwarzen schmiedeeisernem Tor.
Menschen aus vielen Ländern stehen mit ihren Handys und Fotogerätschaften davor und lassen sich fotografieren. Mir ist es gelungen, uns auch abzulichten, aber irgendwie liegen wir auf den Steinen ...
Ich glaube, der Palast zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Etwas verwirrend ist es schon, das Gebäude ist der Sultans Palast. Es wohnt dort aber ein König, der alle 5 Jahre von den 9 Sultanen gewählt wird. Es gibt keine zweite Amtszeit – einmal König gewesen zu sein ist eine Auszeichnung. Die Wache steht regungslos und die Pferde bewegen noch nicht mal die Ohren bei dem riesigen Menschenauflauf und das in dieser Hitze.
Ein Blick zur Uhr, wir müssen zum Bus – es geht zu den Batu Caves. Das 400 Millionen Jahre alte Höhlensystem am Stadtrand von KL bietet drei Höhlen, die von den Hindus für religiöse Zwecke genutzt werden. Ein einziges mal bin ich die 272 Stufen dort hochgestiegen und habe auch die kleinen frechen Affen auf den Stufen gesehen – nein, wir laufen nicht hoch.
Hier
hat sich viel getan in den letzten 2 Jahren. Die Treppe ist bunt
angestrichen, der kleine Tempel unten am Fuß der Stufen ist
ebenfalls fertiggestellt und Menschen strömen aus allen Richtungen
herbei, um die Treppe zu erklimmen. Würdevoll steht die goldene
Statue des Gottes Murogan direkt am Aufgang.
Übersehen kann man sie nicht, denn sie ist 42 Meter hoch und fast erweckt es den Anschein, er würde die Stadt im Auge behalten, auf die er herunter blickt.
Wir können uns glücklich schätzen, dass wir gerade jetzt hier sind und nicht am 8. Februar, wenn das Thaipusam-Fest stattfindet. Über Tage feiern die tamilischen Hindus, Pilger kommen und der Platz ist dicht bevölkert. Ich habe gelesen, dass sich Menschen kasteien, in dem sie sich kleine Speere durch die Wangen stecken und sich irgendwelche Haken durch die Rückhaut ziehen lassen. Alles muss ein gewaltiges Erlebnis sein.
Uns zieht es wieder zum Affengott Hanuman, der wie ein Beschützer vor dem kleinen Tempel steht. Ruhig ist es hier, denn die meisten Besucher sind an der Treppe oder oben in den Höhlen unterwegs. Aber auch am Fuß der Treppe gibt es ruhige Oasen, die zu einem Besuch einladen.
Vorsichtig sollte man auch hier sein. Die kleinen Affen sind überall und ich halte meine Tasche fest und passe auf mein Handy auf.
Am Rande des riesigen Platzes gibt es jede Menge zu schauen. Kleine Stände mit allerlei Reiseandenken werden präsentiert. Es gibt die traditionellen Blumengirlanden aber auch diese Plastitiere, die ich mal in Deutschland in einem Tierbedarfsladen gesehen habe. Ist ein quitschendes Hundespielzeug ...
Ein
Glück, niemand ist verschollen und alle sind pünktlich am Bus,
sodass wir unsere Tour fortsetzen können.
Denn wir müssen zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sein – soviel nur vorweg … es werden pro Tag 800 Tickets verkauft und wir haben 2 davon. Mehr davon erzähle ich im nächsten Teil über KL.