13 Am Seetag 5 legten sich die Wogen (oder auch nicht); es folgte eine ungewöhnliche Elbe-Kreuzfahrt

Als unregistrierter Nutzer ist Dein Zugriff eingeschränkt. Bitte melde dich an oder registriere dich einfach mit ein paar Klicks hier, um alle Funktionen in vollem Umfang nutzen zu können.
Kabinenkategorie
Meerblickkabine
Reisedatum von
28. Juli 2019
Reisedatum bis
11. August 2019

10. August 2019 – Seetag 5


Kurz nach 5 Uhr morgens legte das Schiff vom Kai ab. Wir merkten nicht davon. Ungefähr 8 Uhr schwamm es in Höhe Fécamp. 19°, bedeckter Himmel, die Sonne suchte Wolkenlöcher mit wenig Erfolg. Starker Wind von hinten, der die AIDAaura kräftig schob. Knapp 20 kn/h mit allen vier (intakten) Motoren. Böen bis Windstärke 9.


  


Gem. Information voraussichtliche Aufnahme des Lotsen vor der Elbe gegen 6 Uhr; wahrscheinliche Ankunft in Steinwerder zwischen 12 und 13 Uhr. Damit waren die gebuchten Flüge nicht zu erreichen und nach dem Frühstück in nicht gerade fröhlicher Stimmung begann bei Sonnenschein auf Deck 6 ein lebhafter Mail- und WhatsApp-Verkehr mit unserem Reisebüro. Übrigens auch unter erfolgreicher Einschaltung einer Diamant (?!) – Fahrerin aus Hamburg. Eine ehemalige Reiseverkehrsfachfrau mit entsprechenden Kenntnissen, mit der wir uns über das ehemals sehr erfolgreiche Forum „AIDA Weblounge“ angefreundet hatten. Übrigens löste sie uns am 11.8. auf der AIDAaura ab. Das Ende vom Lied: Die Flüge wurden auf den nächsten Tag umgebucht; natürlich bei nicht geringen Mehrkosten. (Nach der Reise stellten wir diese mit entsprechenden Belegen untermauerten Mehrausgaben AIDA in Rechnung. Rostock lehnte zunächst strikt die Erstattung ab; zwei Tage nach der Verweigerung wurde uns allerdings von Rostock eine für uns vertretbare und annehmbare Vereinbarung angeboten.)

Ach ja, daneben gab es Programm: Rustikaler Brunch auf dem Pooldeck mit z.B. Bratwürsten und Leberkäse, wobei der Freibierstand stärker „umlagert“ wurde als das Brunchbufett.




Dabei sahen wir im Dunst die weit entfernte französische Küste in Höhe Le Veviers. Der Verengung des Ärmelkanals folgend nahm der Schiffsverkehr zu; zwei Fähren auf einmal in nächster „Umgebung“.

Kaffee und Kuchen ließen wir an unserem letzten Nachmittag auf der AIDAaura nicht aus. Die noch immer vorhandenen, lang gezogenen Wellen störten nicht, denn sie kamen von vorne und wurden gekonnt vom Bug geschnitten.


  


Lt. AIDAheute sollte um 16.30 Uhr die nautische Stunde stattfinden. Gem. Borddurchsage sollten um diese Uhrzeit im Theater aufgrund der veränderten Situation Abreiseinformationen gegeben werden. In 10 Minuten wurde das Wichtigste für den Folgetag vorgetragen: Kabinen durften am Abreisetag bis 12 Uhr genutzt werden; ab 11 Uhr gab es für die Hungrigen auf dem Pooldeck einen Hanseatischen Brunch; bei zwangsläufig zu verschiebenden Bahnfahrten und -flügen würde die Rezeption behilflich sein (Das klappte – wie wir gehört hatten – einwandfrei). Nach den Ankündigungen wartete nicht nur ich auf die nautische Stunde. Meine Vorabzweifel, dass sie ausfallen sollte, bestätigten sich. Man hätte es vorher zumindest eindeutig ankündigen sollen.

Aber trotzdem wurde es anschließend sehr interessant: Eine Gruppe von Mitreisenden nahmen besonders den anwesenden Hoteldirektor „in die Mangel“. Sie hatten ihre Kabinen – u.a. Vierbettkabinen - auf Deck 6. Als in der vorherigen Nacht immer wieder der Hauptmotor versuchsweise hochgefahren wurde und damit ein vermehrter Abgasausstoß einherging, drückten die starken, von der See kommenden Winde die Abgase in die Frischluftöffnungen auf Deck 6. Folge: Einige Kabinen auf Deck 6 waren nicht mehr nutzbar; Kinder in den Hochbetten bekamen die „volle Dröhnung“ mit; zunächst wurde seitens des aus dem Bett geholten Hoteldirektors eine Verantwortung AIDAs abgestritten; er war außerdem nicht bereit, vor Ort über diesen Missstand in Augenschein zu nehmen. Nun zurück zu dem, was nach den Abreiseinformationen folgte. Sprecher von den betroffenen Passagieren verlangten, dass Kapitän oder Staff-Kapitän eine Stellungnahme zu den Vorkommnissen abgeben sollten. Der Hoteldirektor lehnte dieses ab; immerhin schafften HD und EM es, den Leitenden Ingenieur incl. Stellvertreter (Ich glaube, dass sie es waren) herbeizuholen. Abgesehen von einem Lapsus erklärte der LI ruhig und sachlich, wo am Vorabend die Misere lag, nämlich an den ablandigen Winden, die die Abgase in die Lüftungsanlage drückten, was nicht zum ersten Mal vorgekommen war. Weder in der Vornacht noch bei dieser Gesprächsrunde entschuldigte sich der HD von sich aus bei den Betroffenen; erst nach mehrfacher Aufforderung aus der Diskussionsrunde ließ er sich dazu herab: „Wenn Sie es unbedingt wünschen, entschuldige ich mich.“ Ohne weiteren Kommentar …

Nun aber zum Angenehmen. Das Abschiedsessen wartete. Die bekannten Obstschnitzereien wurden präsentiert, allerdings in stark reduziertem Umfang ggü. den Vorreisen.




Die Routentorte war überraschenderweise noch nicht angeschnitten bzw. angematscht.




Das Abschiedsessen war wie immer gut; die Hummer wurden ein wenig versteckt präsentiert. Das machte uns aber nichts: Denn wir fanden den Hummerstand und soooo großen Wert legen wir nicht auf diese u.E. überbewertete Speise. Doch irgendwie gehört sie zu AIDA-Reisen.

Ebenso wie der Besuch der Abschiedsshow; sie fand witterungsbedingt im Theater statt und war wie gewohnt ansprechend und professionell. Auch der Gäste-Shanty-Chor gab eine letzte gute Vorstellung. Der Showteil wurde abgerundet von einem von Looooord Patrick auf gälisch vorgetragenen Volkslied, umrahmt von Flötenspiel. Einfach toll – tosender Beifall. Die anschließende Verabschiedung durch HD und EM war lahm. Das schwächste AIDAsehen, das wir bisher auf nicht wenigen AIDA-Reisen erlebt hatten … Vielleicht lag es daran, dass den beiden am späten Nachmittag sehr zugesetzt wurde?!

Die Poolparty fand wieder auf dem Pooldeck statt. Logisch – Poolparty – Pooldeck.




Ebenso wurde draußen der Abschiedssekt gereicht. Wir blieben nicht lange und fielen für einen letzten AIDA-Kreuzfahrtabend relativ früh ins Bett.


11. August 2019 – Hamburg


Soooooooo lange haben wir während der gesamten Kreuzfahrt nicht geschlafen … Na und – Koffer waren weitestgehend abmarschbereit und viel konnten wir an diesem Tag nicht erwarten. Pustekuchen – das merkte ich, als ich ungefähr 8 Uhr Richtung Reling schlich. Mit dem Kaffeepott in der Hand. Wäre ich doch früher aufgestanden … dann hätte ich nicht die Einfahrt in die Elbe verpasst und Freund Werner aus Cuxhaven zugewunken. So konnte ich nur feststellen, dass Cuxhaven bereits passiert war. Aber vor uns lag eine längere Landschaftsfahrt entlang der Elbe. Bei blauem Himmel und Sonnenschein. Die Geest auf der Steuerbordseite hatte auch etwas.




Flach. Grün. Windräder. Leuchtbaken. Vereinzelt Häuser. Wenig Ortschafen. Auf der anderen Seite war Brunsbüttel in Sicht. Zunächst die Mündung des auf den letzten Kilometern parallel zum Nord-Ostsee-Kanal verlaufenen Flüsschens Braake.




Dann die Ein-/Ausfahrt des Kanals.




Auf der anderen Seite wieder die Geest.




Und für uns Zeit für´s Frühstück. Es kann uns bestimmt niemand verdenken, dass wir uns bei diesem letzten Frühstück auf der AIDAaura nicht zurückgehalten hatten …




Richtig abgefüllt stopften wir die noch nicht verstauten Dinge und Klamotten in die Koffer. Bis zur Ankunft in Hamburg hatten wir Zeit satt. Und so stromerten wir noch einmal durch das Schiff und erkannten, dass der Küchenchef alles für das Hanseatische Buffet vorbereiten ließ.




Nun gut, ich wusste bereits seit längerer Zeit, dass sich Berlin und der Kohlenpott über die Erfindung der Currywurst streiten. Und dann kam noch der Hansebereich dazu … zumindest auf der AIDAaura … Aber kein Problem, denn die sonstigen Buffetspeisen entsprachen mehr dem Hanseatischen Bereich … grins: trockenes Schwarzbrot als Beilage für die Currywurst, kein/e Matjes bzw. Heringe, belegte Ciabattas, Tasseneintopf.

Dazu war es noch zu früh. Wir widmeten uns bei bestem Flussfahrtwetter der Umgebung. Kurz nach 10 Uhr erschien in der dunstigen Ferne der Hamburger Hafen.




Nicht sehr lange später erreichten wir das norddeutsche Dreiländereck: die Unterelbe-Insel Neßsand,




auf der sich die Grenzen Niedersachsens, Schleswig-Holsteins und Hamburgs treffen. Anschließend bewunderten wir die kleinen Hütten von Blankenese




und rissen uns nach würdigem Staunen los, um auf der anderen Seite der Elbe das Airbus-Werk von Finkenwerder zur Kenntnis zu nehmen.



Die AIDAaura wurde immer langsamer. Ein Zeichen, dass unser Anlegeplatz nicht mehr fern war. Bevor wir in die triste Hafengegend bogen, warfen wir nicht nur einen Blick auf die hochherrschaftliche Seite der Elbe. Dieses Haus an der Elbchaussee könnte uns gut gefallen …




Als wir das „Spiegelgebäude“ Hamburger Docklands passiert hatten,




wussten wir, dass wir uns abmarschbereit machen sollten. Und ein halbe Stunde später wurde die AIDA vor dem Cruise Center Steinwerder festgemacht. Es dauerte nicht lange bis wir die AIDAaura mit lachendem und weinendem Auge verlassen, unseren Silberpfeil übernommen hatten und auf dem Wege in die Heimat waren.


Ein kleines Fazit:

Die uns von der Größe und der Anzahl der Mitreisenden sehr entgegenkommende AIDAaura ist in die Jahre gekommen, was auch für die AIDAcara und AIDAvita gilt. Dieses wird belegt, dass wir auf drei der letzten vier Reisen mit den drei kleinen Schiffen von technischen Problemen ausgebremst wurden, so dass die Einhaltung der Route nicht gewährleistet werden konnte. Schade … Ist es nicht an der Zeit, dass AIDA Neubauten im kleineren Bereich angeht? Nicht nur noch die großen Pötte?!

Die Themenabende in den Buffet-Restaurants haben uns wieder sehr gefallen. Schmackhaft, abwechslungsreich, Qualität war in Ordnung. Die Service-Kräfte waren recht freundlich und sehr bemüht – doch die guten alten Zeiten sind lange vorbei. Bei dem aktuellen Verhältnis Service-Personal/Passagiere kann die gute alte (noch einmal!) Servicequalität nicht gewährleistet werden. Rostock, ich hoffe, dass diese Zeilen von Euch gelesen werden. Ein Umdenken tut not!

Auch für das Auge sollte mehr getan werden. Ich denke vor allen Dingen an das Drapieren des ggü. früher eingeschränkten Frischobstangebotes: lieblose Ananas- und Melonenbrocken. Das geht besser! Die Garnitur zu den Cocktails wurde nur vereinzelt geboten. Das Auge trinkt mit … grins … und an Erdnüssen an den Bars wird fast nur noch gespart …

Die Fahrt an sich und die Ziele dieser Kreuzfahrt waren klasse. Eine Route, die mit Wiederholung lockt. In den einzelnen angelaufenen Häfen gibt es noch immer viel Neues zu entdecken.

Kommentare 4

  • Schade das euere Reise so zu Ende ging! Aber vielen Dank für den Abschlußbericht der Reise, wie immer in Schrift und Bild prima berichtet! LG Gaby

  • Eine schöne Reise ist zu Ende. Schade, dass es ein so unschönes Ende gab. Doch auch diese Ereignisse gehören zu einem Reisebericht.


    Du hast es schon immer verstanden, Worte der Kritik auf einer - wie soll ich sagen?! - gehobenen Ebene vorzubringen und das finde ich klasse. Alles andere würde einen auch nicht weiterbringen.


    Dennoch hoffe auch ich inständig, dass AIDA die Berichte hier mitliest und entsprechend reagieren wird. Mich machen deine Schilderungen sehr nachdenklich, doch das ist letzte der hohe Preis, den wir eben alle für die zum Teil immer weiter fallenden Preise - ich vermeide den Begriff "Verschleudern" - einiger Reisen zahlen müssen. Es ist keine schöne Entwicklung, die da vor sich geht.


    Einen schönen Abend und liebe Grüße, Meerelfe

  • der Kuchen wäre jetzt gut, aber nicht bei dem Wellengang, wie auf dem Bild! ;)

  • Unsere Reise "GB & lRL 2" im Mai 2017 mit AIDAvita war ganz ähnlich. So hat es Spaß gemacht, Dich auf Deiner Tour in Deinem Reisebericht zu begleiten. Danke dafür.

    Wenn Du Dir ein neues kleines Schiff wünscht, bin ich ganz bei Dir. Unsere letzte Tour mit AIDAaura war auch nicht mehr so prickelnd. Das lag aber an den handelnden Häuplingen (was ist eigentlich die weibliche Form von Häuptling?) Hariett als HD und Teresa in der Küche des Selection Restaurants. Zum Glück reißt die Ohschän Bar so Manches wieder raus.