
19. März - Frankfurt nach Dubai
Etwas verrückt sind wir ja schon … aber ein gewissen Maß an Verrücktheit ist in der heutigen hektischen Welt nicht ganz verkehrt. Man sieht ab einem gewissen Alter auch vieles anders und entscheidet sich für Dinge, für die man vielleicht irgendwann keine Zeit mehr hat oder man kann nicht mehr reisen. Also haben wir uns bereits im Spätherbst entschlossen, nach der Transasienreise noch einmal in die Wärme zu fliegen. Kalt, Regen und Schnee ist manchmal schwer auszuhalten, dann lieber doch schwitzen, Sonne und blauer Himmel. Unsere Tour startet in Frankfurt, wir treffen einen lieben AIDAfreund von der Pur Tour am Flughafen, trinken ein Gläschen und schon heißt es „Fly away from Frankfurt“. Der Tag wird lang, erst mit dem Zug nach Frankfurt, dann die Nacht durchfliegen und morgens um kurz vor 6 Uhr setzten die Räder des Airbusses A380 auf das Rollfeld auf und wir sind Dubai. Etwas übernächtigt – aber doch sehr entspannt.
20. März, Dubai, es ist wirklich warm.
Wieder mal in Dubai … da waren wir ja schon gewesen, egal. Die Stadt so riesig und immer wieder entstehen neue Dinge, da kann man oft hin und entdeckt Sachen, die hat man noch nie registriert hat. Der große Vorteil, wenn man einen Ort öfters besucht ist, man steht nicht ständig vor der schwierigen Entscheidung, was man unbedingt an einem Tag gesehen haben muss. Dies ist echt nicht zu schaffen in Dubai. Waren wir schon auf der Palme, auf dem Khalifa, sind auf dem Creek gefahren, haben die Souks abgeklappert, waren in verschiedenen Museen, ließen uns von Fontänen verzaubern – da ist es einfach schön, sich mal treiben zu lassen. Und da ich mich sehr für Hochhäuser interessiere, habe ich mir für Dubai vorgenommen, mehr nach oben zu schauen. Aber erst mal müssen wir auf die Bella kommen. Der Verkehr am frühen morgen in Dubai ist enorm; hat aber einen Vorteil, ich kann gut durch das Fenster des Busses fotografieren.
„The Frame“, der schöne goldene Bilderrahmen glänzt in der Morgensonne. Gerne würde ich dort auf die Brücke gehen, das Gebäude wurde Ende des Jahres 2017 eingeweiht. Mal sehen, ob es klappt.
Der Check-In läuft unkompliziert ab und schon sitzen wir im außenbereich des Weite-Welt Restaurants und können frühstücken. Hui, die Sonne sticht ganz ordentlich. Was mir sofort auffällt, die Queen Elisabeth ist nicht mehr da. Wo ist sie hin? Lag sie doch viele Jahre im Hafen und sollte zu einem Hotel umgebaut werden – komisch, nur die Rettungsboote liegen noch im Hafen. Inzwischen bin ich fündig geworden. Das Schiff wurde kurzzeitig verlegt und kehrte Ende März zurück in den Port Rashid. Am 18. April, also bald, wird das Hotel pompös eröffnet. Schade, das hätte ich gerne angeschaut, denn sie ist jetzt auch von außen eine schöne Lady geworden.
Mein Handy vibriert, die Kabine ist freigegeben. Wir können einziehen und uns umziehen, auf Sommer einstellen.
Den Tag verplempern wir sozusagen mit Nichtstun, lesen und in der Sonne sitzen. Kein Ausflug – wir lassen es langsam angehen. Über der Stadt liegt Dunst oder besser gesagt eine Wolke von rotem Wüstensand.
Die Sicht vom Bruj Khalifa runter dürfte heute nicht so prickelnd sein. Großes Abendprogramm gibt es nicht und wir lassen den Tag auf dem Pooldeck mit dem Blick auf das hell erleuchtete Dubai ausklingen.
21. März Dubai, sonnig 25 Grad
Na, was sage ich da? Erster Blick auf den Wecker, es ist ja schon 10 Uhr! Okay, keine Hetze, wir frühstücken erst mal in aller Ruhe. Kapitän Henning Ueberall, der uns auch schon auf der Pur Tour geschippert hat, ist wieder an Bord. Ich lausche seiner Durchsage. Wir werden über 5000 Seemeilen zurücklegen, bis wir in Palma ankommen werden. Er informiert uns, wie die Durchfahrt durch den Suez-Kanal ablaufen wird und dass wir auf jeden Fall gut und sicher überwacht werden. Dann ist alles in Ordnung für mich.
Die Tasche ist gepackt, Fotoapparat, Handy, Dollars und für einen überraschenden Einkauf auch die Bankkarte. Wir steigen vor dem Hafen-Terminal in einen schicken dunklen kostenlosen Shuttle-Bus, der uns diesmal zur großen Dubai Mall bringt. Perfekt, dort wollten wir heute hin. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Burj Khalifa und der kleine alte Souk. Unterwegs fängt meine Kamera schon mal ein paar sehenswerte Objekte ein. Der Baustil dieses Hochhauses ist sehr futuristisch ...
Und als wir aussteigen merken wir, Dubai hat immer Saison. Auf dem Vorplatz der Mall ein Stimmengewirr, Menschen machen Fotos, schleppen Einkaufstaschen zur Rolltreppe, Taxen warten, eingeparkte Busse mit laufenden Motoren warten – Dubai, ein ganz normaler Alltag.
Die Dubai Mall ist flächenmäßig das größte Shoppingcenter der Welt. Weit über 1000 Läden verteilt auf verschiedene Ebenen und Querflügel. Man braucht schon den kleinen Plan, um sich zurechtzufinden. Ich bin ganz in meinem Element, die Auslagen der Geschäfte interessieren mich heute nicht – mehr die Winkel und Ecken, Licht und Schatten. Gigantisch einfach.
Im Aquarium gleiten riesige Rochen mit einer eleganten Bewegung an der dicken Scheibe vorbei. Zwei Taucher gesellen sich zu den vielen Fischen und gebannt beobachte ich, wie ein riesiger Wels aus einer Felsspalte auf die beiden zu schwimmt. Kinder stehen mit großen Augen an der Absperrung, sie werden den Anblick dieses Aquariums sicher nie vergessen. Taucher sind unterwegs und winken während der Arbeit den Kindern zu.
Der Marmorboden glänzt und vor den Läden stehen freundliche Butler, die einen hineinbitten. Es gibt hier alles, wovon Frauen träumen: Kleidung, Schmuck, Schuhe, Taschen, Dessous … ja ja, auch die verschleierten Frauen tragen so was und sogar topp moderne Jeans unter der Burka und Schuhe mit schwindelnd hohen Absätzen. Aber eins wird nicht gern gesehen, wenn Touristen sie fotografieren, das sollte man wissen. Sonst erntet man böse Händefuchteln oder zischende Worte.
Nach der Blendung des Konsumrausches gehen wir raus an die frische Luft. Die Kreditkarte hat nicht geglüht, so ganz nebenbei. Schön ist es, die Sonne scheint und das Burj Khalifa hat die Farbe des Himmels angenommen. In dem flachen Wasserbecken spiegelt sich eine Gebäudefront. Ein paar Schritte weiter schweift mein Blick in die Höhe.
Im Schatten der Dubai Mall liegt der Souk al Bahar (übersetzt der Markt der Seeleute). Für mich ist er ein architektonisches Kleinod. Säulengänge, wunderschöne schmiedeeiserne Lampen an den Decken und ein riesiges Deckengewölbe.
Fast erinnert es mich an eine Kirche. Es ist ruhig hier, die meiste Kundschaft ist wohl in der großen Mall hängen geblieben in den modernen Läden. Vor einem Jahr waren wir auch hier und fanden es richtig schade, dass die Händler hier weit aus weniger zu tun haben, als in den Läden drüben. Wobei es hier wirklich schöne Sachen zu kaufen gibt: viel arabisches Kunsthandwerk, erlesener Schmuck und geknüpfte Teppiche. Es gibt sogar eine Metzgerei hier, wo hinter gläsernen Wänden riesige Fleischstücke an Haken ihre Runden drehen. Das letzte mal haben wir in einem Imbiss herrliche Pommes mit einer Käsesoße gegessen, heute trinken wir einen Kaffee und streunen noch etwas draußen herum.
Bis die Fontänen sprudeln und tanzen, können wir nicht bleiben – um 18.00 heißt es „alle Mann an Bord“ und um 18.30 Uhr ist die Seenotrettungsübung. Mit meinem Tele zoome ich mir die Spitze des Burj heran und sehe allerhand wird montiert dort oben. Ein Blick auf die Uhr, für "The Frame" wird es heute nicht mehr langen. Dann halt das nächste mal, sage ich mir. Es geht mit dem Bus um 17 Uhr zurück zum Schiff.
Im Terminal sitzten Leute und surfen mit den Handys herum, der Andenkenshop hat eine schöne Leuchtreklame und das Kunstobjekt „Pferd“ glänzt im Lampenlicht. In Dubai tut sich viel die nächsten zwei Jahre, denn im Jahr 2020 wird dort die EXPO stattfinden und alle Welt schaut dann auf die Stadt mit ihren vielen bekannten und neu entstehenden Attraktivitäten.
Das war heute mal ein Ausflug unter dem Namen "Dubai Mall und Umgebung mit anderen Augen sehen!"
„Crew alert, Crew alert“ und alles strömt mit Rettungsweste bekleidet in Richtung Sammelstellen. Zum Glück sind alle vollzählig da. Übung ist rasch beendet und es geht ins Weite Welt Restaurant. Wir treffen auf bekannte Mitglieder der Crew. Ach, ist es schön, Hallo zu sagen und sich etwas auszutauschen. Rasch leeren sich aber die Plätze im Restaurant und auch wir gehen zeitig auf das Pooldeck zum ersten Sail Away der Reise von Dubai nach Palma de Mallorca. Das Film-Team hat sich auch in Position gebracht, um Aufnahmen für die "Unvergesslichen Momente" zu machen. Es kann losgehen.
Der Sekt ist eingeschenkt und auf der Bühne prosten uns General Manager Manfred Meyer und Entertainment Manager Oliver Griese – der sich selbst Olli nennt – eingerahmt von den Gastgebern zu; ja wir haben Urlaub und hoffen auf eine schöne Reise. Dass nenne ich doch einen Zufall, Olli haben wir schon zwei mal gesehen und zwar im Jahr 2011 auf der Luna und der Blu. Und wie heißt es doch??? Aller guten Dinge sind 3 - heute ist es das dritte Mal. Ja, er ist sehr sympathis!
Ich denke an zu Hause, da ist es jetzt richtig kalt und wir stehen hier in Sommerkleidung auf dem Pooldeck und genießen es. Ich schätze mal, ab der Ausfahrt des Suez-Kanals wird es kühler werden – aber wieviel? Lassen wir uns überraschen.
Die Show "Soulman" kennen wir bereits, aber es ist immer wieder spannend, wer bei dem Showensemble dabei ist. Diesmal sind es lauter neue Gesichter und mir gefällt das, was sie uns bieten.
Wir verziehen uns an die Poolbar und treffen auch dort auf „alte“ Gesichter hinter der Theke. Es gibt immer was zu erzählen, was von der Familie, von der vergangenen Zeit, was sie vorhaben, wann sie in Urlaub gehen und so weiter. Wir verhocken uns und irgendwann meldet sich doch der Klimawechsel, die Zeitverschiebung und wir gehen schlafen. Morgen früh sind wir in Khasab/Oman. Da waren wir noch nicht und wir machen einen Ausflug. Wecker auf sehr früh stellen!
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