
12. Oktober 2025 – Limassol, Wetter 25 Grad sonnig
Heute früh haben wir nicht lange herumgetrödelt, denn wir wollten unbedingt miterleben, wie unser Schiff sich dem Hafen von Limassol nähert.
Oh, im Treppenhaus baut sich ein Stau auf, alle wollen an Land gehen – aber zum Glück läuft der Check-Out flüssig und dann stehen wir um 8.15 Uhr an den Ausflugsbussen unseres Freundes Vasilis. Der ist schwer beschäftigt und so kommt eine junge Frau auf mich zu und sagt: „Sie sind ja die Schwester, kommen Sie, Ihr Platz im Bus ist reserviert. Ich werde etwas verlegen, aber so ist unser Freund – uns verbindet viel.
Es ist unser vierter Besuch der Insel mit AIDA, einmal haben wir in den letzten Jahren einen Urlaub dort gemacht und mein erstes mal Zypern war im Jahr 1984, das ist schon lange her. Damals machte ich Urlaub und habe viel von der Insel kennengelernt. Ich bin sogar mit einer Fähre von dort nach Alexandria in Ägypten gefahren, um mir die altertümlichen Sehenswürdigkeiten anzuschauen.
Heute werden wir auch „alte Steine“ anschauen, so nennen wir unter uns Ausgrabungen und Dinge in Museen, die geschichtlich sehr interessant sind. Vasilis kommt, kurze Umarmung, er nimmt am Steuer Platz und los geht unsere Tour.
Zypern ist eher zufällig entstanden. Vor rund 100 Millionen Jahren pressten sich Landmassen unter Wasser zusammen, es entstand ein Riss am Boden des östlichen Mittelmeeres und heißes Erdgestein wurde empor gedrückt. Das war der Moment der Geburt Zyperns. Wer aufmerksam die Landschaft betrachtet, dem fällt auf, dass der Küstenrand sehr felsig und zackig aussieht. Die Insel war in der Geschichte heiß umkämpft und heute ist sie geteilt, in einen griechischen und türkischen Teil. Es gibt auch zwei britische Militärstützpunkte im griechischen Teil. Was man als Tourist wissen muss, es ist strengstens verboten, militärische Einrichtungen und die Green Line in Nikosia, der türkischen Stadt zu fotografieren.
Erster Halt ist an der mittelalterlichen Hochburg Kolossi. Der viereckige Wohnturm mit seinen Fenstern wurde 1454 errichtet und ist 21 Meter hoch. Wir waren schon mal auf dem Flachdach gewesen und die Aussicht hat sich gelohnt. In mittelbarer Nähe befinden sich noch Überreste einer ehemaligen Zuckerfabrik. Das Zuckerrohr kam aus Ägypten und wurde dort gepresst und zu Zucker verarbeitet.
Weiter geht unsere Fahrt in Richtung Kourion, zu den eindrucksvollsten archäologischen Fundstätten auf Zypern. Bekannt ist das riesige Theater, das rekonstruiert wurde und heute für Konzerte und Theatervorstellungen genutzt wird. Die Lage ist einmalig, man kann direkt aufs Meer schauen. Bei den Ausgrabungsarbeiten stieß man auf eine ehemalige Villa, die wunderschöne Mosaikböden hatte. Gut geschützt unter einem riesigen Dach, schauen wir auf die bunten Steine.
Omodos ist das größte Weindorf auf der Insel und die Reben stehen hier auf einem fruchtbaren Kalkboden, denn in der Vulkanasche ist das Wachstum recht ungünstig. Es wurde viel Geld investiert, um die Stadt ansehnlich zu restaurieren.
Leicht beschwingt verabschiede ich mich von dem Löwen und ab geht die Fahrt zurück zum Hafen.
Die Mitbringsel und Geschenke unseres Freundes deponieren wir in der Kabine. Wie schön, da liegt ein Brief für uns mit einem Foto auf dem Bett – tolle Reiseerinnerung. Der Einkleber für mein Logbuch liegt auch bereit zu mitnehmen. Rasch geht es hoch zur Ocean Bar, denn Sail away ist um 15 Uhr und wir winken unseren Freunden zum Abschied.
Wir beschließen, noch etwas das herrliche Wetter auf dem Pooldeck zu genießen und dann ist auch schon Zeit für das Farewelldinner im Bella Donna. Die Torten werden auch immer bunter, geht es mir durch den Kopf. Na ja, Zeiten ändern sich. Aber die Deko im Restaurant ist voll nach meinem Geschmack.
Wir haben Glück und finden noch zwei Hocker an der Stella Bar und können die neue Show „Ciao, Italia“ anschauen. Meine Güte, wie schön sie ist.
Dann steht unser Kapitän Daniel Richter auf der Bühne mit HD Christoph und EM Sascha. Wir erfahren, dass 140 Passagiere an Bord ihren Geburtstag hatten. Altersspanne von 1 Jahr bis 87 Jahre. Und es gab sogar ein Paar, das seine Eiserne Hochzeit (65 Jahre verheiratet) hier gefeiert hat! Stolz schaut der Kapitän auch auf das Ergebnis zurück, dass auf Mykonos 1.299 Passagiere per Tenderboote an Land gebracht wurden. Ja, und dann marschieren die wahren Helden auf, so kündigt der Kapitän die Crewmitglieder an. Sie leisten eine tolle Arbeit und er bedankt sich bei ihnen dafür.
Die letzten Sachen landen im Koffer und dann stehen sie schon draußen im Gang. Ein Glück, wir müssen nicht in aller Frühe von Bord.
13. Oktober 2025 – Antalya/Türkei, Wetter 23 Grad sonnig
Beim Frühstück genießen wir noch den Blick auf Antalya und sofort denke ich an unseren Freund Andi Dufner, der vor vielen Jahren an Bord war. Wir haben im Hafen damals einen Tee getrunken und viel über einen vergangenen Cocktail-Workshop geredet, der er geleitet hat. Heute bleibt uns keine Zeit für den Hafen, denn um 9.30 Uhr geht unser Transfer zum Flughafen.
Der Koffer steht im Terminal, der Transfer läuft, aber der Check-In am Flughafen nicht wirklich toll. Lange Schlangen, anstehen, dann heißt es, wir stehen am falschen Schalter, rennen ohne Orientierung herum und uffz, dann finden wir doch noch den richtigen Schalter und sinken später erleichtert auf unsere Sitze im Flieger. Die Maschine startet fast pünktlich und nach einiger Zeit landen wir im Schwabenland. Taxi wartet und dann heißt es „Willkommen zu Hause“ – diesmal auf Deck 9, aber nicht auf einem AIDAschiff. Und ab jetzt heißt es mach mal – kochen, waschen, putzen. Aber nur, bis es heißt „Willkommen an Bord“ und das dauert nicht mehr sooooo lange.
Bis dahin, macht es gut und AIDAsehen auf der Bella.
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