
30.06.2022. Halb acht. Wir sind auf dem Innvikfjord, einem Ausläufer des Nordfjords. Bis zum Meer sind es ungefähr 100 Kilometer. Ich mache ein paar Fotos vom Balkon. Im Schlafanzug.
Als ich um viertel nach acht aus dem Badezimmer komme, fallen die ersten Sonnenstrahlen auf Olden und seine 500 Einwohner. Olden liegt am Faleidfjord, der sich östlich an den Innvikfjord anschließt.
Beim Mølla Gjestehus legen wir an.
Um viertel nach zehn mache ich ein Foto von der anderen Fjordseite. Wir haben heute an Steuerbord festgemacht.
Um kurz nach elf verlassen wir das Schiff.
Wir waren zuletzt im August 2018 mit der AIDAvita in Olden. Da sind wir mit dem örtlichen Bus zum Briksdalsbreen gefahren. Heute wollen wir nur ein wenig die Umgebung erwandern. Unser Ziel ist der 380 Meter hohe Hausberg Huaren. Es geht bergan. Ein Blick zurück zum Schiff. Etwas Höhe haben wir schon gewonnen.
Was vom Schiff so harmlos aussieht, hat es ganz schön in sich. Meter um Meter kämpfen wir uns den Berg hoch. Wir haben heute wieder super schönes Wetter. Toll. Aber auch toll warm. Wir schwitzen und tropfen vor uns hin. Nachdem wir 40 Minuten stramm den Berg erklommen haben, teilt sich der Weg. Rechts geht weiter steil bergan. Links zieht sich der Weg am Hang entlang, bevor es abwärts zum Fjord geht. Die erreichten Höhenmeter kann ich nur schätzen. Vielleicht 200 Meter. Ist aber auch egal. Ich muss zwar ein paar fotogene Ausblicke verzichten, aber wir entscheiden uns für die weniger anstrengende Variante. Schließlich sind wir keine Bergziegen. Und das eine oder andere Foto kann ich hier auch noch machen.
Ein paar Höhenmeter haben wir schon wieder „verloren“. Bisher waren aufgrund der dichten Bewaldung keine Fotos möglich. Jetzt öffnet sich die Aussicht auf Loen und den Skylift. Eine der steilsten Pendelseilbahnen der Welt. In nur sieben Minuten erreichen die zwei Gondeln für jeweils 35 Passagiere den 1011 Meter hohen Berg Hoven.
Ein paar Schritte weiter treffen wir den freundlichen und sehr kommunikativen Hausbesitzer. Er macht gerade eine Pause beim Rasenmähen. Er spricht uns auf Englisch an. Und irgendwie entwickelt sich das Gespräch. Wir werden zur Hausbesichtigung eingeladen. An der Wand hängen Ahnenbilder. So auch das von seinem Urgroßonkel, der das Haus 1896 gebaut hat. Den Keller müssen wir auch noch besichtigen. Hier konnte man Bier brauen. Zum Abschied fragt er uns, ob wir schon einmal eine norwegische Orchidee gesehen hätten. Haben wir natürlich noch nicht. Und schon stapfen wir gemeinsam über sein frisch gemähte Wiese. Er zeigt uns seinen „Schatz“. Völlig unscheinbar und sehr, sehr klein. Wie er es geschafft hat, die Orchidee beim Mähen zu verschonen, ist sein Geheimnis. In jedem Fall ist er sehr stolz. Ich muss auch noch ein Foto machen. Das ist leider nichts geworden. Für ein ordentliches Bild hätte ich mich auf den Bauch legen müssen. Das wollte der alte Mann nicht.
Nachdem wir uns verabschiedet haben, geht es weiter abwärts Richtung Schiff. Kurz nach eins sind wir für unsere Mittagspause an Bord.
Heute gibt es keine Siesta. Das Bett ist besetzt.
Da wir heute noch nicht genug Schritte auf dem Zettel haben, machen wir uns um halb vier ins Dorf auf.
Nach einer Stunde ist die Aktion beendet. Vielmehr gibt das Dorf nicht her. Eine Kirche, ein Supermarkt und eine Tankstelle.
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