Und so schnell ist Kapstadt schon wieder vorbei. Um Mitternacht ist das erste Sail Away der Reise, und jetzt wird es aber auch Zeit für die ersten beiden Seetage. Die Nacht zu heute war sehr kurz, ich hatte nämlich das erste Mal überhaupt einen Ganztagesausflug über Aida gebucht. Normalerweise mache ich das nicht, weil mir Zeit für eigene Erkundungen immer sehr wichtig ist. Aber heute wollte ich das mal machen, und um 9 Uhr ging es los. Das ist für mich ja viel zu früh morgens. ![]()
Im Gegensatz zu gestern, wo ich Traumwetter hatte für den Heli-Flug, war heute Morgen dichter Nebel aufgezogen, und der Tafelberg war vom Schiff aus überhaupt nicht zu sehen… Der Guide hat dann auch direkt entschieden, dass wir den Besuch auf dem Tafelberg erstmal zurückstellen, weil es so keinen Sinn hat. Eigentlich wäre das der erste Punkt des Ausflugs gewesen. Also sind wir als erstes Richtung Kap der Guten Hoffnung gefahren, immer am Meer lang, und ich saß zum Glück rechts im Bus und hatte die beste Aussicht.
Die Fahrt durch Kapstadt und die Vororte war schon sehr interessant, aber auch krass, die Unterschiede zwischen Villenvierteln und Wellblechhütten so dicht nebeneinander zu sehen. Auch Tiere waren immer wieder am Wegesrand zu sehen, Affen, Antilopen und hin und wieder ein Strauß.
Das erste Highlight der Fahrt war die Fahrt über den Chapman‘s Peak Drive, einer der schönsten Straßen der Welt. Die Aussicht war auch wirklich top. Wir haben einmal bei einem Aussichtspunkt angehalten, an der schönsten Stelle mit den beeindruckendsten Klippen war aber kein Platz, anzuhalten. Deshalb musste man dann (wenn man auf der richtigen Seite saß
) sein Glück vom Bus aus versuchen.
An der Zufahrt zum Kap der Guten Hoffnung haben erstmal alle einen Schreck bekommen, weil eine riesige Schlange vor der Schranke, wo der Eintritt bezahlt werden muss, war. Aber es ging zum Glück schneller, als es aussah. Dort aus dem Bus gestiegen sind wir übrigens um 12 Uhr, also satte drei Stunden, nachdem wir am Schiff losgefahren waren.
Auf das Foto vom Schild „Cape of good hope“ verzichte ich mal, weil es ja nicht mehr so viele Fotos sein sollen. Und die Auswahl fällt mir heute wirklich sehr schwer.
Danach ging es noch ein Stück weiter zum Cape Point. Die Bedeutung dieses Punktes ist etwas umstritten. Es wird gesagt, dies sei der Punkt, wo der atlantische und indische Ozean aufeinandertreffen. Das ist zwar nicht belegt, aber sicher ist, dass hier eine warme und eine kalte Meeresströmung aufeinandertreffen, und das war auch als eine dunkle Linie deutlich im Wasser zu erkennen. Aber ob ich jetzt wirklich mal an der Stelle war, wo die beiden Ozeane aufeinandertreffen… man weiß es nicht. ![]()
Der Aussichtspunkt mit einem Leuchtturm lohnt sich aber trotzdem. Vom Busparkplatz aus fährt eine Standseilbahn auf die erste Ebene, man kann aber auch laufen. Von da sind es nochmal eine Menge Stufen bis zum Leuchtturm, aber die Aussicht ist wirklich toll.
Es war hier und auch beim Kap der guten Hoffnung überraschend leer. Wir waren nicht die einzige, aber es hat sich gut verlaufen.
Im Gegensatz zum nächsten Stopp. Da sind wir zur Pinguinkolonie am Boulders Beach gefahren. Um es vorwegzunehmen… lohnt sich überhaupt nicht. Da war es völlig überlaufen, und das Gelände selbst besteht aus einem relativ kurzen Steg, wo sich natürlich alles drängelt. Ich habe mir das Gelände viel weitläufiger vorgestellt. Die Pinguine sieht man sehr nah, aber es war trotzdem überhaupt nicht schön. Und der Busparkplatz ist so gelegen, dass man noch ca. 7/8 Minuten laufen muss, und auf dem Weg dahin haben sich ganz viele Händler aufgebaut, so dass man alle 5 Mieter angesprochen wird und was kaufen soll. Wenn es halt beim Ausflug dabei ist, okay, aber nur wegen Boulders Beach einen Ausflug buchen… macht das bloß nicht.
Danach, es war schon 15 Uhr, gab es das lang ersehnte Mittagessen in einem Fischrestaurant in der Nähe des Ortes Simon‘s Town. Es gab drei Gänge, als Hauptgang konnte man zwischen Fisch und Huhn wählen, und jeder hatte zwei Getränke frei. Essen und Trinken (habe südfrikanisches Bier genommen, die meisten anderen lokalen Wein) waren sehr gut, und weil das Wetter schon seit Stunden sehr sonnig und klar war, sind wir dann zum Tafelberg gefahren.
Die Wartezeit an der Seilbahn war trotz organisiertem Ausflug wirklich heftig. Aber es hatte auch was Gutes: Wir waren tatsächlich pünktlich zum Sonnenuntergang oben. Zuerst hatten wir im Bus noch gescherzt, dass wir dann eben zum Sonnenuntergang oben sind. Und dann hat es tatsächlich zufällig geklappt.
Das war wirklich wunderschön, und das tolle Licht hielt sich noch ganz lange, auch als die Sonne selbst schon verschwunden war.
Auf dem Weg nach unten war der Stau noch länger als auf dem Weg hoch, und so sind dann aus geplanten 9 Stunden Ausflug mal eben 11 Stunden geworden.
Zum Glück hatte ich meinen Pass schon heute Morgen mitgenommen, denn so konnte ich direkt im Terminal zum Facechek zur Ausreise gehen und musste nicht, wie einige andere, erst noch zurück aufs Schiff und den Pass holen.
War insgesamt ein wirklich toller Tag, und ich würde auch nochmal wieder einen Ganztagesausflug buchen. Jetzt bin ich aber sehr sehr froh, dass jetzt erstmal zwei Seetage kommen.
Viele Grüße aus Kapstadt und gute Nacht ![]()