Heute Morgen sind wir bei wieder strahlendem Sonnenschein in Kristiansand angekommen.
Am späten Vormittag bin ich bei so ca. -1/-2 Grad in die Stadt gegangen.
Die ist immer noch sehr sehr schön weihnachtlich geschmückt, nur der Weihnachtsmarkt hat schon geschlossen, obwohl, anders als bei uns wenn ein Weihnachtsmarkt zu Ende ist, die Buden alle noch stehen.
Kristiansand ist mit 120.000 Einwohnern die fünft- oder sechstgrößte Stadt Norwegens, je nachdem, wie man da rechnet. Oslo, Bergen, Trondheim und Stavanger sind unstreitig die vier größten Städte, es gibt aber noch eine Gemeinde bei Oslo, Bærum, die 130.000 Einwohner hat. Also je nachdem, ob man die als eigene Stadt ansieht oder mit zu Oslo zählt, liegt Kristiansand auf Platz 5 oder 6.
Kristiansand wurde 1641 von König Christian IV., damals noch dänisch-norwegischer König, gegründet und nach dem Schachbrettmuster anlegen lassen. Man sieht im Zentrum also überall entweder die Küste oder die Domkirche, und das Zentrum des Zentrums findet man am Rand des Marktplatzes:
Holzhäuser findet man im Zentrum aber nur noch im Viertel Posebyen, denn nach mehreren Bränden ist es verboten, mit Holz zu bauen.
Für heute Nachmittag hatte ich noch den Ausflug „Winterzeit in Norwegen hautnah erleben“ gebucht. Der führte nach einem kurzen Stopp mit Freizeit in der Stadt, der eigentlich für die Rückfahrt in der Beschreibung stand, zu dem Hof Skråstad ca. 15 Minuten außerhalb der Stadt am Fluss Otra.
Den Hof gibt es seit dem 17. Jahrhundert, ist aber erst seit 12 Jahren im Besitz der jetzigen Familie. Der Hofbesitzer hat über norwegische Weihnachtstraditionen erzählt, und es gab Punsch und Himbeer- und Rhabarbersaft aus eigener Herstellung.
Auch in Norwegen gibt es traditionelles Weihnachtsessen, das theoretisch das ganze Jahr über verfügbar ist, aber nur zu Weihnachten gegessen wird. Dazu gehört unter anderem eine spezielle Weihnachtswurst (was daran das Besondere ist, hab ich aber ehrlicherweise nicht verstanden), gesalzenes und geräuchertes Lammfleisch, das Pinnekjøtt heißt, mit Kohlrübenpüree, und eingewickelten Lachs. Nach so viel Erzählen gab es dann auch für jeden einen Probierteller.
Das traditionelle Heiligabend-Mittagessen, Reispudding mit Erdbeersoße, haben wir dann als Nachtisch bekommen, und das war der allerbeste Milchreis, den ich je gegessen habe.
Zum Schluss konnten wir noch in den Hofladen gehen, und dann ging es zurück zum Schiff.
Den Ausflug fand ich sehr schön; den Stadt-Stopp hätte ich zwar hinterher wirklich besser gefunden, denn ich hätte die Weihnachtsbeleuchtung gerne nochmal im Dunkeln gesehen.
Aber zufällig habe ich erfahren, dass ich selbst auch eine norwegische Tradition seit längerem befolge, ohne es gewusst zu haben. 😉 Um die langen Winter schöner und gemütlicher zu machen, bleibt nämlich an Privathäusern und Wohnungen die Beleuchtung, die nicht ganz unmittelbar mit Weihnachten zu tun hat, oft bis März. 😊