Den Ausflug zur verlassenen Stadt Assaqutaq habe ich auch gemacht. Allerdings direkt heute Morgen, und das war nach einer Stunde Polarlichter gucken heute Nacht echt anstrengend. Ich wollte schon mehrmals reingehen, aber dann kamen die Polarlichter an einer anderen Stelle doch wieder. Waren mit dem Auge gut zu erkennen, meine Handykamera hat allerdings nicht ausgereicht, um gute Fotos zu machen.
Der Ausflug hat aber dafür entschädigt, dass ich nicht ausschlafen konnte, war super interessant. Es ging erst 20 Minuten mit zwei Booten dort hin.
Vor Ort wurden wir von einer Nord-Grönländerin, die schon länger in Sisimiut lebt, herumgeführt. Die Siedlung wurde 1909 als Fischerdorf gegründet, als man sich langsam vom Walfang abgekehrt hatte. In einige Gebäude kann man reingehen, die meisten sind aber nicht mehr sicher zu betreten. Die Siedlung wurde Ende der 60er Jahre aufgegeben.
Der Ort wird im Sommer als Schullandheim genutzt, wo Summer Camps für Kinder abgehalten werden, denn in Grönland wird es als sehr wichtig erachtet, dass Kinder die Lebensweise der Vorfahren kennenlernen und weitergeben. So ein Camp fand dort gerade statt, so dass wir in keins der Häuser reingehen konnten. Trotzdem waren das Gelände und die teils verfallenen Häuser sehr schön anzuschauen, und unser Guide konnte zu fast jedem Haus eine Geschichte erzählen, wer dort gewohnt hat.
Die alte Fischfabrik, wo der Fang für den Export gesalzen wurde:
Auf dem Friedhof gibt es so viele kleine Gräber, weil die Kindersterblichkeit früher sehr hoch war.
In der Kirche war gerade eine Versammlung von dem Summer Camp, so dass wir nicht reingehen konnten. Jedenfalls die nicht, die sich an die Bitte, nicht zu stören, gehalten haben…
Und in diesem Haus lebte der letzte Mann, der sich geweigert hatte, das Dorf zu verlassen. Er hat in jüngeren Jahren nach der Aufgabe des Dorfes ganzjährig dort weiter gelebt und sich mit Fischen und Jagen selbst versorgt. Als er älter wurde, hat er die Sommer weiterhin dort verbracht und die Winter in Sisimiut. Erst vor zwei bis drei Jahren ist er verstorben, und nun wird das Haus von der Familie als Ferienhaus genutzt.
Nach einer knappen Stunde Führung ging es zurück. Ich hätte mich da gerne noch länger aufgehalten, fand die Zeit etwas knapp, aber war auf jeden Fall wirklich empfehlenswert, da mal hinzufahren.