Jetzt melde ich mich auch zurück von einem absolut beeindruckenden Tag, an den ich noch ganz lange zurückdenken werde. 🥰 Absolut krass, wie weit im Norden wir gewesen sind, wie weit südlich Island und Grönland dagegen sind, und laut Kapitän waren wir näher am Nordpol als am nächsten Festland im Süden. Schade, dass unsere Route nur einen Tag in Longyearbyen hat und nicht Overnight. Aber man kann ja nicht alles haben. 😉
Heute Vormittag bin ich erst die große Runde gegangen, die auf dieser Karte rot eingezeichnet ist, zuerst zur Kirche und zuletzt in den Ort.
Den untersten Zipfel hatte ich allerdings nicht mehr auf dem Schirm, als ich den Fluss überquert habe, und den deswegen ausgelassen. 🙈 Aber es war auch so eine sehr schöne Runde.
Die Kirche ist superschön. Sie ist am Hang gebaut, und der Eingang ist im unteren Teil, wo man erst in einen Raum mit Schuhregalen kommt. Auf Spitzbergen betritt man die meisten Gebäude ohne Schuhe (außer Supermarkt, Cafés etc.), und da kann man sie dann gut parken. Von da geht eine Treppe hoch, und da war ich erstmal überrascht. Im vorderen Teil ist ein sehr gemütlicher Gemeinderaum, und im zweiten Teil die eigentliche Kirche mit Altar.
Das ist total hübsch gemacht. Leider sind auf dem Foto mit beiden Räumen zu viele Menschen drauf.
Draußen habe ich ziemlich lange gewartet, bis ich ein Foto ohne Menschen hinbekommen habe.
Der untere Teil, wo der Eingang ist, wäre rechts. Aber da war auch eine Treppe vorm Gebäude, wo immer mindestens eine Person saß, also habe ich von dem kompletten Gebäude kein Foto.
Was ich nicht herausgefunden habe, ist wer auf dem Friedhof ein Stück weiter liegt bzw. ob überhaupt jemand begraben ist oder nur Kreuze da stehen. Denn Begräbnisse auf Spitzbergen sind wegen des Permafrost-Bodens nicht möglich, und das einzige Krematorium auf der Insel ist für Hunde. Deren Asche darf verstreut werden, menschliche nicht.
Der Rest des Spaziergangs geht durch die Tundra auf einem nicht befestigten Schotterweg, und so ein Schild habe ich auch noch gefunden:
Auf der anderen Seite des Flusses ging es zurück in die Stadt, aber ich bin vorher noch durch diese hübsche Siedlung gelaufen:
Den Ort fand ich sehr süß, auch wenn es nur ein paar Häuser in einer einzigen Straße sind. In einem hübschen Souvenirgeschäft und in der „Mall“ habe ich auch noch ein paar schöne Sachen gekauft.
Nach einem Kaffee und einer Vanilleschnecke bin ich noch die rote Runde am Svalbard-Museum zu Ende gegangen, dann aber so langsam zurück zum Schiff, denn ich wollte mich noch umziehen für den gebuchten Ausflug „Wanderung zur Blomsterdalshøgda“. Es waren heute 18 Grad, und die Jacke und den Schal habe ich ziemlich schnell ausgezogen. Zum Wandern haben eine lange Laufhose und ein T-Shirt definitiv ausgereicht.
Vom Schiff aus sind wir ein Stück mit dem Bus gefahren, nachdem die beiden bewaffneten Guides zu uns gestoßen sind. Erst ging es zu einem Fotostopp am Global Seed Vault. Näher darf man da nicht hin. Letztens wurde laut Guide der norwegische Ministerpräsident nicht reingelassen.
Der Bus hat uns dann am Startpunkt zur Wanderung rausgelassen, von da aus ging es ohne Weg einfach direkt den Berg hoch. Erst kam überraschenderweise ein Stück Sumpf, wo einige nasse Füße bekommen haben, weil man bei jedem Schritt ein bisschen eingesunken ist.
Je höher wir kamen, desto steiniger und „gerölliger“ wurde der Weg. Die ersten mussten aufgeben, aber da niemand wegen der Eisbärengefahr einfach irgendwo warten durfte, hat der eine Guide einen Kollegen angerufen, der dann mit dem Auto kam, und der Guide hat die beiden zum Auto zurück begleitet. Das schwierige an der Strecke war, dass es steil bergauf ging und nicht über Serpentinen, keine richtigen Wege, und irgendwann bestand der Untergrund nur noch aus diesen Steinen und Platten, die man auf dem nächsten Bild im Vordergrund sieht. Da musste man wirklich bei jedem Schritt erstmal antesten, ob der Stein hält oder locker ist. Ich muss sagen, dass ich mich selbst ziemlich sicher gefühlt habe (der Sukkertoppen war ein gutes Training, der war aber nicht ganz so krass), aber ein leicht mulmiges Gefühl, dass jemand anders fällt und die halbe Gruppe von den Beinen holt, war irgendwie die ganze Zeit da. Wir sind nämlich immer schön im Gänsemarsch da hoch. Es sind dann aber alle heil oben angekommen, obwohl der eine oder andere ein bisschen Sorge hatte, wie man da wieder runterkommt. 🙈 Die Aussicht war aber wirklich absolut lohnenswert:
Der Abstieg ging über den gleichen Weg wie hoch, und auch dieses Mal sind alle heil runtergekommen. Ich bin mir ehrlich gesagt auch nicht mehr sicher, ob das wirklich so ausdrücklich in der Ausflugsbeschreibung stand, wie anspruchsvoll die Wanderung ist, und dass es eigentlich eher Bergsteigen als entspannt wandern ist. Mir hat es jedenfalls trotz ein bisschen Herzklopfen an der einen oder anderen Stelle supergut gefallen, und ich war hinterher im Bus auch ein bisschen stolz, es geschafft zu haben, und ich würde den Ausflug definitiv wieder machen.
Der Ausflug wurde heute dreimal angeboten, meiner war die späteste Uhrzeit, und als ich wieder an Bord war, war auch die Liegezeit schon kurz vor Ende. Ich habe gerade noch Umziehen und was essen geschafft, bevor ich zum Sail Away rausgegangen bin.
Es gab übrigens Bier aus der Svalbard Bryggeri für 6,90€ pro Dose. Die Brauerei ist nur ein paar Schritte vom Schiff entfernt, die Brauerei-Bar hatte aber heute von 15 bis 22 Uhr auf, so dass ich es weder vor noch nach dem Ausflug geschafft habe, dort ein Bier zu trinken. So habe ich mein Bier (und die leere Dose als Souvenir) dann doch noch bekommen.
Einwohner von Svalbard bekommen übrigens Alkoholmarken, mit denen sie Bier, Wein, Spirituosen etc. einkaufen können. Nicht-Einwohner können auch Alkohol kaufen, dürfen ihn aber nicht ausführen. Um sicherzustellen, dass man z.B. Bierdosen nicht mit aufs Schiff nimmt, werden sie an der Kasse sofort geöffnet. Das ist auf jeden Fall gut zu wissen, denn wer sich zum Beispiel im Supermarkt mit Bierdosen für zu Hause eindecken will, darf die dann erstmal schön an Ort und Stelle austrinken. 😂🙈
Und jetzt sind wir schon wieder zweieinhalb Stunden unterwegs Richtung Tromsø.
Morgen ist Füße-ausruh-Tag. Sollte es der Seegang zulassen, dass ich ins Fitnessstudio gehe, mache ich ganz bestimmt nur was im Sitzen. 😄
Claudi2012 Deine Fotos von der Katamaran-Tour sind sooo toll!! 😊 So nah bin ich Gletschern und Eisbergen natürlich nicht gekommen. Aber auf jeden Fall ein guter Grund, irgendwann nochmal wiederzukommen. 😀
Jetzt hat dieser Bericht über eine Stunde gedauert, weil die Fotos einfach nicht hochladen wollten. Aber ich hoffe, das Abschicken klappt jetzt, und ich muss nicht alles neu schreiben. 🙈
Bis morgen 🙋🏻♀️