Wir waren jetzt 1 Woche auf Rügen und der Anblick von mindestens 2 - 3 Tankern, ist kein schöner Anblick. Auf der Insel ist niemand begeistert von Herrn Harbeck.
Der Status quo ist, dass vor Sellinn/ Baabe das Depotschiff ankert und alle paar Wochen von einem Tanker aus den USA in zwei Durchläufen betankt wird. Zwischen Ankunft, dem ersten und zweiten Bunkern liegen meist einige Tage. Zwischen der ersten und zweiten Ladung mindestens eine Woche. Diese Zeit verbringt der LNG Tanker dann am Ankerplatz vor Binz. Dazu kommen dann noch die drei roten, kleinen Shuttleschiffe, die zwischen Depotschiff und Lubmin pendeln aber auch sehr häufig vor Binz ankern. Damit will ich sagen, dass der Status quo schon einen Haufen LNG Tanker in Sichtweite zum Strand bedeutet. Dazu ist jede Menge Betrieb und Lärm im eigentlich ruhigen Hafen von Lubmin, der die Anwohner dort stört.
Der Plan ist jetzt den ganzen ineffizienten Shuttleverkehr mit den vielen Schiffen einzustellen und stattdessen das FSRU aus Lubmin und ein zweites im Industriehafen von Mukran zu stationieren. Die Tanker aus Übersee kommen dann direkt nach Mukran. Im Endeffekt werden die Leute von den LNG Tätigkeiten viel weniger mitbekommen als jetzt. Entlang der Küstenlinie fallen die Tanker viel weniger auf, als wie sie jetzt bei weniger als halber Distanz zu Mukran vor den Seebädern ankern. Dazu müsste dann nur vergleichsweise zügig eine Pipeline nach Lubmin verlegt werden. Das ist aber bis Ende des Jahres erledigt. Bei den beiden Pipelines nach Russland, die durch die selbe Gegend verlegt wurden haben sie das vor Ort ja auch akzeptiert.
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Und die Frage warum dieser Akt notwendig ist, die Anwohner und Touristen mit LNG Terminals zu belästigen sollte jedem klar sein. Die Pipelines nach Russland sind faktisch zerstört. Da kommt kein Gas mehr durch, selbst wenn wir uns Putin unterwerfen, wie es manche lieber hätten. Und selbst vor der Zerstörung durch wen auch immer hat uns Russland unter fadenscheinigen Gründen den Harn zugedreht.
Gas brauchen wir weiter für die Industrie (36%), Gewerbe (ca 13%), zum heizen der Haushalte (ca 31%) und vergleichsweise wenig für Fernwärme (8%) und die Stromerzeugung (12%). Trotz der Krise wurden letztes Jahr 600.000 neue Gasheizungen verbaut und als der Minister vorgeschlagen hat, dass zukünftig nur noch in Ausnahmefällen neue eingebaut werden dürfen und stattdessen eher auf Fernwärme oder Wärmepumpen gesetzt werden sollte ging die Hexenjagd los...
Und warum ausgerechnet dort. In Lubmin ist die nötige Pipelineinfrastruktur, an der Ostdeutschland und Bayern hängen, die auch vorher größtenteils über den Strang
via Lubmin aus Russland versorgt wurden. Da kommt logischerweise nichts mehr her. Die Westhälfte Deutschlands wurde hauptsächlich von Norwegen und den Niederlanden versorgt. Die meisten LNG Terminals sind auch an der Nordsee. Die Kapazitäten der Querverbindungen/ Leitungen Richtung Ostdeutschland/ Bayern sind aber begrenzt und am Anschlag. Es muss auch im Osten etwas eingespeist werden, damit auch alle sicher im tiefen Winter versorgt sind. Auch müssten wir Österreich mit versorgen, falls Putin es sich anders überlegt und auch ihnen noch den Harn abdreht (die bekommen noch über 70% aus Russland).
So richtig viele und vor allem bessere Optionen haben wir aktuell einfach nicht.