...war natürlich für alle beteiligten eine besch****** Situation!
Ich bin froh, dass ich nicht dabei war, kann mir aber vorstellen, dass die in Deutschland leider weit verbreitete "Jeder Mensch ist sich selbst der nächste"-Mentalität dort in extremer Form zu Problemen geführt hat...
AIDA kann als Reederei nichts für das Wetter, so wäre es an diesem Tag vermutlich vielen anderen Schiffen von MSC, Tui oder Norwegian auch ergangen... wenn der Wind ein sicheres Einlaufen durch eine 100 Kilometer lange enge Passage mit regem Verkehr nicht zulässt und der Ostwind so viel Wasser aus der Elbe drückt, dass der Tiefgang für die großen Schiffe nicht mehr sichergestellt werden kann, dann ist das ja keine Entscheidung die eine Reederei alleine trifft sondern eine, die von den Behörden vorgegeben wird!
Und dann prallt natürlich das Interesse seitens AIDA, den Passagierwechsel noch am Samstag durchzuführen, die angespannte Situation der Reisenden, die sich eine 24-stündige Verlängerung der Reise aus diversen Gründen nicht erlauben konnten und natürlich auch der zu erwartende Druck seitens der neuen Gäste aufeinander, die denke ich mal auch alles andere als begeistert waren, als es hieß der Check-In könne erst am Sonntag stattfinden...
Sicherlich ist an Bord nicht alles rund gelaufen, gerade auch mit dem Verlassen des Schiffes, und ich würde mich zurückhalten, hier irgendjemanden zu verurteilen, der das ganze aus den verschiedensten Gründen als sehr belastend empfunden haben mag! Nicht jeder ist so entspannt wie manch einer es von seiner Couch aus gesehen in einer ähnlichen Situation vielleicht gewesen wäre...
Dennoch bin ich mir sicher, dass das große Problem auch die Gäste waren, die alle möglichst schnell von Bord "mussten"... jeder wollte wohl das erste Taxi, den ersten Shuttle oder auch definitiv keine Nacht im Hotel bleiben! Und wenn jeder der erste sein möchte wird es halt voll, oftmals wird der gute Ton vergessen und eine Situation spitzt sich von ganz alleine zu!
Ein Auschecken nach den Decks hätte m.M. nach nie funktioniert! Die meisten hätten sich nicht dran gehalten! Es hätte sicherlich Gäste eines anderen Decks gegeben, die sich mit der Chance auf einen früheren oder der Gefahr einen späteren Zug nehmen zu müssen nicht an die Reihenfolge gehalten hätten und dann wären die nächsten mit dem Motto "Wenn die sich nicht an die Regeln halten muss ich ja auch nicht so blöd sein" um die Ecke gekommen und die ganze Planung wäre für die Katz gewesen, da jedes spätere Deck sich irgendwie schlecht behandelt gefühlt hätte!
Es mag auch in der Kommunikation und Organisation seitens AIDA sicherlich nicht alles rund gelaufen sein, man soll bitte aber auch nicht vergessen, dass sich die Situation erst im Laufe des Freitages herauskristallisiert hat, und dann diverse Gäste umzubuchen, die Zeiten mit dem Cruise-Terminal zu koordinieren, sich gefühlt jede Stunde auf eine neue Wetterlage einzustellen und vor allem die Situation auch den neu an Bord gehenden Gästen zu vermitteln, dass ist schon ein harter Brocken, den man nicht alle Tage hat und für den nunmal nicht Routineabläufe bis ins kleinste vorgeplant sein können...
Austausch ist wichtig, sicherlich lernt man auch daraus, aber im Endeffekt sollten doch einfach alle froh sein, früher oder später wieder Daheim gewesen zu sein! ![]()