Teil 5
28.04
35 Grad, 88% Luftfeuchtigkeit, am Nachmittag zunehmend bewölkt.
Jaaaaaaa, heute geht es also endlich durch den Panamakanal.
Der Lotse kommt wie Angekündigt gegen 6 Uhr an Bord, aber halt ich möchte etwa 45min eher beginnen.
Wir schreiben 5.15 Uhr das Schiff hat merklich an Geschwindigkeit verloren und so langsam geht die Sonne in weiter ferne auf.
Auf dem Balkon stehend beobachten wir, wie vor Anker liegende Schiffe ( Frachter aus allen Herren Ländern ) langsam aus dem Nebel auftauchen. Es ist eine komische Stimmung. Über dem Wasser hängt der wabernde Nebel wie eine bleierne Decke, langsam taucht im Schein der aufgehenden Sonne eine Armada von Schiffen in ihr auf. Nur langsam gibt der Nebel die vielen verschieden Farben der Frachter frei aus seiner bleiernen Decke. Das Spektakel endet gegen kurz vor 6Uhr, nun steht die Sonne schon so hoch das der Nebel verschwunden zu sein scheint.
Der Lotse kommt wirklich fast pünktlich gegen 6 Uhr auf unser Schiff und wenige Minuten später passieren wir die Einfahrt zum Panamakanal.
Von unserem Balkon aus können wir beobachten, das sich ein Frachter hinter uns befindet.
Es ist kurz vor 6.30Uhr die Tore der Gatún-Schleuse kommen in Sicht, die linke Schleuse wird von uns angesteuert.
Das Schauspiel beginnt, man weis garnicht wo man zuerst gucken soll.
Tipp: Wen auf einem der oberen Decks das Einfahren des Schiffes beobachten und fotographieren möchte, so ist die Mitnahme einer dünnen Jacke, eines Tuches und Trinken ratsam.
Wir sind auf unserem Balkon und beobachten das Zusammenspiel der Loks und Schlepper. Das Schiff wird von den Schleppern langsam an die Kanalwand gedrückt und dann beginnen die Loks zu ziehen. Vor und hinter uns wird die Rechte Schleuse von Frachtern angesteuert. Die Schleusen werden immer versetzt im Wechsel Rechts-Links von den Schiffen angefahren.
Wärend wir nun in der ersten Schleusenstufe stehen, sehen wir wie der Frachter vor uns in der Rechten Schleuse das nächste Schleusentor passiert. Ohne es wirklich gemerkt zu haben wurden wir angehoben. Das anheben des Schiffes merkt man kaum, da das Schiff gleichmäßig angehoben wird. Nun verlassen wir die erste Schleusenstufe und fahren in die zweite ein. Insgesammt gibt es in der
Gatún-Schleuse drei Stufen und die Durchfahrt dauert von 6.30Uhr bis kurz vor halb zehen.
Während der Durchfahrt wechseln wir mehrfach den Standort um so möglichst viel von der Durchfahrt und all dem Drumherum mit zu bekommen.
Um 9.30Uhr fahren wir also langsam auf dem Gatúnsee, ca 26 Meter über dem Meeresspiegel. ![]()
Wir bewegen uns nun in Schrittgeschwindigkeit über den See Richtung Pedro-Miguel-Schleuse. Die Pedro-Miguel-Schleuse werden wir etwa gegen 14.20Uhr erreichen, wo dann das Absenken wieder beginnt.
Bis zur Pedro-Miguel-Schleuse fahren wir immer entlang des Ufers. Links und rechts des Schiffes erstrecken sich die Tropen. Manchmal stehen Vögel an der Uferbefestigung.
Es ist alles sehr entspannend und so ruhig.
Irgendwann nach 12Uhr passieren wir eine kleine Ortschaft und dann wird es interessant. Vor uns befindet sich Berge (Gaillard-Durchstich). Links und Rechts erheben sich die Berge und die Fahrrine macht eine Kurve .
Aus dem nichts befindet sich ein Schlepper hinter uns und schon stupst er uns hinten an.
er schiebt uns um die Kurve.
Hinter dem Gaillard-Durchstich befindet sich die Centennial Bridge.
Es ist kurz vor 14.50Uhr und die Pedro-Miguel-Schleuse kommt in Sicht.
Ich muss ehrlich sagen die Schleuse war nicht so mein Fall, aber das sollte jeder für sich entscheiden.
Die Duechfahrt dauert etwa 30min.
Von der Pedro-Miguel-Schleuse geht es in Richtung der Miraflores-Schleusen.
Mittlerweile können wir schon die neue Schleusenanlage neben den Miraflores-Schleusen sehen.
Hier ist die Fahrrine nun deutlich breiter und die Vegetation ist zwar immer noch tropisch, aber irgendwie noch nicht so weit ( vom Blühen her) wie auf der Atlantikseite.
Das Wetter ist jetzt bewölkt und es ist spürbar kälter geworden.
Wir erreichen gegen 15.40Uhr die Miraflores-Schleusen. Die Schleusen bestehen aus zwei Staustufen und hier kann man eindrucksvoll sehen um wieviel man Abgesenkt wird um wieder auf Meeresniveau zu kommen.
Es sind nochmal eindrucksvolle 55min um die beiden Staustufen zu durchqueren.
Man kann nochmal das Zusammenspiel von Loks und Schleppern beobachten. Die Schlepper drücken uns wieder gegen die Kanalwand, die Loks ziehen uns rein und am Ende wartet wieder ein Schlepper der uns raus zieht.
Geschafft oder doch nicht?
Die Puente de las Américas bildet den krönenden Abschluss der Durchfahrt
.
Jetzt sind wir also im Pazifik
.
Jetzt werden einige von euch sagen: " Na so spektakulär oder toll klingt die Durchfahrt aber nicht."
Für mich war es nicht der Moment, sondern die gesamte Durchfahrt gespickt aus vielen kleine Momenten, die diese Durchfahrt zu etwas besonderem machen. ![]()
In diesem Sinne möchte ich mich für heute von euch verabschieden.