Hier mein Reisebericht über diese Reise:
gebucht war Folgendes:
3 Nächte Mittelmeer ab Genua, Balkonkabine der Fantastica Klasse auf Deck 9 im vorderen Drittel des Schiffs, zusammen mit der Busanreise aus einer Großstadt in NRW, inkl. Zwischenübernachtung auf dem Hinweg.
Erstmal zum Thema Busanreise:
Als nachts um 1.30 Uhr der Wecker ging, um uns auf die Reise zu machen, habe ich schon das erste Mal gedacht: „...was für eine Schnapsidee!“ Aber du kannst ja gleich um Bus schlafen! Also Decke und Nackenhörnchen unter den Arm und müde, aber frohen Mutes, aufgebrochen.
Dummerweise stand dann am Abholort kein Reisebus, sondern ein Großraumtaxi, dass uns erst mal nach Frankfurt kutschieren sollte. Der kleine Stoppelhopser hat dem Osterhasen alle Ehre gemacht und hoppelte in dunkler Nacht Richtung Frankfurt Airport, wo der große Bus auf uns warten sollte.
Das Großraumtaxi war natürlich überpünktlich, die Reisezeit extrem großzügig kalkuliert, so das um 05:30 Uhr eine Pause auf einer Autobahnraststätte folgte, sowie um 06.15 Uhr, nach Ankunft am Frankfurter Flughafen noch bis 07.00 Uhr auf den großen Bus gewartet wurde.
An der Stelle kann ich dann eine Lanze brechen für die Busfirma Idealo Sachsentour, die im Auftrag vom MSC die Bustransfers durchführt. Sowohl auf der Hinreise, als auch auf der Rückreise, hatten wir einen modernen Doppeldecker Reisebus, sehr sauber, gute Boardküche und eine tolle Boardcrew, die uns versorgt hat. Gegen den großen Bus gab es nichts zu sagen!!
Unsere Anreise verlief dann auch wie geplant, bis in den Schweizer Tessin. Tunnelsperrung aufgrund von Gasaustritt verzögerte die Anreise um weitere drei Stunden, so dass wir zum Schluss gegen 20 Uhr völlig entnervt am Übernachtungshotel ankamen. Irgendwann ist einfach genug! Sei der Bus auch noch so gut und die Boardcrew noch so nett, trotz Bockwürsten und Kaffee.
Die Rückreise startete pünktlich um 12 Uhr in Genua. Doof nur, wenn man um 8.00 Uhr aus der Kabine und um 10.00 Uhr bereits aus dem Schiff geschmissen wird und genauso doof 2 Stunden vor dem Terminal in Genua rumsteht. Die Rückreise verlief entspannt bis Würzburg gegen 20 Uhr abends. Danach kam der berühmte Stoppelhopser, der uns dann über Frankfurt bis nach NRW hoppelte. Gegen 02:30 Uhr waren wir in heimatlichen Gefilden.
Zum Übernachtungshotel:
Es war das Grand Hotel Milano Malpenso, ein italienisches 4 Sterne Haus, aber so was von am Ende der Welt, weiter weg geht’s schon fast gar nicht mehr. Vor lauter Wald und Bäumen war der Flughafen Malpensa auch nur zu hören.
Die Zimmer waren sauber und ordentlich, da gibt es nichts drüber zu meckern. Das Abendessen in Menueform war preislich und geschmacklich ok, das Frühstück eher armselig. Aber man findet schon was.
Unsere Reise sollte um 08:30 Uhr am morgen weiter gehen, um 08:15 Uhr saß unsere kleine Reisegruppe im Bus, um weiter zu fahren.
Zur MSC Fantasia:
Die gebuchte Balkonkabine auf Deck 9 war sehr gut. Sauber, groß genug, ohne störende Geräusche. Aufgefallen ist mir der winzige Fernsehen ganz oben auf dem Regal. Dabei bekommt man Genickstarre beim Fernseh gucken. Aber wer schaut schon viel Fernsehen auf einem Kreuzfahrtschiff.
Von dem Schiff an sich hatte ich mir etwas mehr erwartet. Es wird Werbung gemacht mit der exquisiten Ausstattung der Fantasia Schiffsklasse bei MSC, aber eigentlich war es nur ein Kreuzfahrtschiff. An sich aber sehr schön, sauber, man konnte es gut Aushalten an Board.
Sooo und nun kommt das Gemeckere!!!!!
Die Einschiffung fand ich bei MSC unglücklich gelöst. Erst wird am Eingang des Cruise Terminal geschaut, ob man überhaupt einchecken darf. Mit dem Stempel „OK“ auf den Reiseunterlagen geht es dann zur nächsten Station, die Personalausweise kontrolliert und eine Nummer vergibt, mit der man am Boarding teilnehmen kann.
Dann erfolgt der Sicherheitscheck. Dann kommt der Boardfotograph. Dann kommt das Boarden an sich, wo die Reiseunterlagen eingescannt werden. Dann kommt die Fotostation für die Gesichtskontrolle für die Sicherheitsleute. Dann kommt die Station für die Kids und das Sicherheitsarmband und danach wird man von den Mitarbeitern bestürmt, doch ein Getränkepaket zu buchen!!!
Dann muss man auf die Kabine, seine Boardkarte holen und dann muss man noch zur Rezeption, die Boardkarte für den Bezahlvorgang freischalten lassen. Zusammen mit 1000 anderen Leuten hab ich über eine Stunden an der Rezeption angestanden. Ich war echt genervt!!
Ob man ein Getränkepaket bucht, sollte man sich durchrechnen. Jeder, aber auch jeder Kellner, hat versucht, uns irgendwas anzudrehen. Das ewige Nein-Sagen war wirklich anstrengend. Und die Argumentation??? Cocktail? Nein, wir trinken keinen Alkohol, nur Wasser. Dann das Wasserpaket? Was sollen wir in drei Tagen mit 14 Flaschen Wasser? Wieder genervt!
Trotz des Ausfüllen des mehrseitigen Formulars „special needs“ war ein Umgang mit einer Lebensmittelallergie (Laktoseintoleranz) nicht vorhanden. In den Bedienrestaurants wusste keiner Bescheid, im Buffetrestaurant war nichts gekennzeichnet. Das bedeutete wenig Essen und häufige Bauschmerzen. Das ist bei deutschen Reedereien einfacher und besser gelöst. Bei MSC scheint das irgendwie unbekannt. Schade!!
Mich hat außerdem gestört, dass die Kreuzfahrt auf dem Schiff so nebenbei gelaufen ist. Nur eine einzige Ansage des Kapitäns, keine Musik beim Auslaufen, keinerlei Offiziere sichtbar. Wir haben uns etwas verlassen gefühlt.
Das Bezahlen der Boardrechnung war dann das nächste Drama. Ich bin gegen 20.00 Abends zu Rezeption und habe eine halbe Stunde angestanden um zu bezahlen. Die Aussage war dann, Bezahlung erst ab 21 Uhr. Also um 21 Uhr wieder angestellt. Diesmal knapp ein Stunde anstehen, da die asiatischen Mitreisenden jede Rechnungsposition einzeln diskutieren müssen. Bei der Bezahlung hab ich gesehen, dass Getränke auf der Rechnung fehlten. Egal, Hauptsache das Thema ist erledigt. Wieder genervt!!
Am Morgen hing, oh Wunder, noch eine Rechnung an der Kabinentür. Nachdem wir um 08.00 Uhr die Kabine verlassen haben und fast eine Stunden im Buffetrestaurant nach einem Sitzplatz gesucht haben, bin ich zum dritten mal zur Rezeption zum Bezahlen. Wieder über eine halbe Stunde anstehen, wieder all den Diskussionen lauschen um dann quasi um 10 Uhr vom Schiff geworfen zu werden und bis 12 auf den Bus zu warten, draußen im genuasischen Regenwetter. Wieder genervt!!
Das alles hört sich, glaub ich, übel an, oder?
MSC ist anscheinend einfach nicht mein Fall. Gott sei Dank sind Geschmäcker verschieden und jeder findet sein Plätzchen in der Kreuzfahrtbranche. Ich würde eine Reise mit MSC nicht generell ausschließen, aber ich würde mich erst nach einer anderen Reederei umschauen und auch vielleicht ein paar Euro mehr bezahlen.
Die Busanreise war machbar, aber anstrengend. Ich würde tatsächlich auch da erst nach einer anderen Möglichkeit suchen.
Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig teilhaben lassen uns unserer Reise.
Es grüßt Kiss
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