Ich lese jetzt schon eine ganze Weile mit und habe jetzt das Gefühl, auch einmal meine Meinung zu der Sache äußern zu müssen. Wir konnten in Kiel tatsächlich nicht früher als unsere angegebene Check-In-Zeit auf die Prima. Das war in der Tat sehr ärgerlich, da bei uns die Tatsache der Änderung von empfohlener auf verbindliche Zeit erst drei Tage vor Abreise kam. Es war Kieler Woche und gefühltes Chaos überall in Kiel. Für die Kofferabgabe am Hauptbahnhof hätten wir uns sehr lange anstellen müssen. Außerdem hätten wir dann den Shuttle buchen müssen. Darauf wurde seitens AIDA nicht hingewiesen. Im Vorfeld wurde uns gesagt, wir könnten die Koffer am Schiff oder am Hauptbahnhof abgeben. Dass letzteres nur mit dem gebuchten Shuttle funktioniert, wurde unterschlagen. Also haben wir uns dann ein Taxi genommen und sind zum Ostseekai gefahren, um die Koffer abzugeben. Am Hafen haben wir die Koffer noch einmal geöffnet und Sachen aus dem Handgepäck wie Bücher und Zeitungen in die Koffer umgepackt, um das Handgepäck zu erleichtern. Leider konnten die wirklich schweren Dinge nicht im Koffer verschwinden, da mein Laptop sensible Daten enthält. Da ist mir dann die Abgabe zu unsicher. Bevor hier wieder ein Mitlesender schreibt, dass es jedem selbst überlassen bleibt, wie schwer er sein Handgepäck macht und niemand gezwungen wird, schweres Handgepäck zu haben: Ja, dem stimme ich zu. Ich persönlich würde auch gern nur mit einer kleinen Handtasche mit meinem E-Book-Reader als Handgepäck reisen. Leider muss ich jedoch auch im Urlaub arbeiten, um überhaupt Urlaub machen zu können. Da geht es wegen der VPN-Verbindung nicht ohne Laptop. Also sollte man mit Ratschlägen bezüglich der Größe oder des Gewichts des Handgepäcks tatsächlich etwas vorsichtig sein. Ähnliches gilt im Übrigen auch für meinen Mann, der ein Beatmungsgerät mit sich führt, dass auch allein aufgrund des wirtschaftliches Wertes besser nicht dem Koffer überlassen wird. Die Haftungsfrage ist bei Verlust nicht einfach zu klären.
Wir hatten die Zeit 13:30 Uhr zugeteilt bekommen, waren aber schon gegen 12 Uhr am Schiff. Solange wollten wir dann nicht am Terminal warten und sind zurück in Richtung Innenstadt gegangen. Aufgrund des Handgepäcks waren wir jedoch sehr eingeschränkt und hatten keine Lust zu längeren Spaziergängen, so dass wir im Kieler Brauhaus hängen geblieben sind, obwohl ich kein Bier trinke. Die Rechnung betrug dann fast 40 €. Wenn ich manchen Stimmen hier Glauben schenke, kann ich das gegenüber AIDA als Schadenersatz geltend machen, da ich wegen der späten Check-In-Zeit das Mittagessen auf dem Schiff verpasst habe, während andere bereits ab 11:30 Uhr ihre Getränkekarte "glühen" lassen konnten.
Gegen 13:30 Uhr waren wird dann wieder zurück am Terminal und konnten uns auch gleich an der sehr langen Schlange zur Rolltreppe anstellen. Eine Überholspur gabe es nicht, obwohl es möglich war, die Schlange zu überholen und sich vorn einzureihen. Das nennen meine Kollegen "aktives Anstellen". Davon halte ich jedoch nichts. Oben angekommen wurden wir dann zunächst in die wiederum sehr lange Schlange zum Check-In verwiesen. Auf meine Nachfrage, warum wir nicht die Überholspur nutzen dürften, sagte der Offizier, so gehbehindert seid "Ihr" nicht. Unabhängig davon dass, die Anrede nicht passt, denn die Clubschiffzeiten sind lange vorbei, ist die Antwort nachdem wir bereits unsere Unterlagen vorzeigen mussten, aus denen sich die Clubstufe ersehen lässt, doch befremdlich. Erst nach ausdrücklichem Hinweis auf die Clubstufe konnten wir die Überholspur nutzen. Das bachte jedoch nur einen sehr geringen Vorteil. Die Schlange zum Sicherheitscheck war auch entsprechend lang. Ich kann jedem nur raten, in Kiel so spät wie möglich einzuchecken. Nachmittags entspannt sich die Situation dann doch merklich.
Nur um die Geschichte noch abzurunden, wenn dann auch etwas off topic: Am Abreisetag hatten wir eine Tageskabine gebucht. Als wir gegen 14 Uhr das Schiff verließen standen nur noch vier Koffer vor dem geschlossenen Tor zur Kofferhalle im Terminal. Zwei dieser Koffer gehörten uns. Diese Koffer waren für jeden zugänglich und hätten durch jeden mitgenommen werden können. Das ist nicht optimal gelöst.
Als letzte Bemerkung noch: Als wir in Kiel waren, war das Wetter sehr schön. Bei ungemütlichem Wetter wäre ich auch nicht so entspannt gewesen. Wenn ich mir jedoch vorstelle, dass wir nach einem langen Übersseflug z.B. in New York nachdem wir endlich angekommen sind, auch nicht sofort aufs Schiffs dürften, sondern erst noch zwei Sunden warten müssten, wäre meine Laune sicherlich nicht so gut und das ist noch eine Untertreibung.