Leider sind ja Familien mit Kleinen Kindern nicht deren Zielgruppe.
Sind denn überhaupt Kinder an Bord? Oder wenn dann erst Teenager?
Ich war schon dreimal mit meinem Sohn mit Phoenix-Reisen unterwegs.
Beim ersten Mal (Weihnachtsferien 2015, eine Kurzreise mit der Albatros) waren einige wenige Kinder (weniger als 10) an Bord, es gab kein gesondertes Programm für Kinder und Jugendliche. Trotzdem hat es uns beiden so gut gefallen, dass ich für Sommer 2016 eine Spitzbergenreise mit der Artania gebucht habe.
Dort waren für Phoenix-Verhältnisse exorbitant viele Kinder und Jugendliche an Bord (ca. 30, von Kindergartenalter bis Teenager), es gab ein gesondertes Programm für Kinder und Jugendliche. Kinderprogramm heißt aber nicht Kids-Club mit gesonderten Räumlichkeiten und ganztägiger Bespaßung, sondern es wurde an Seetagen bzw. Tagen, wo man zumindest halbtägig auf See war, eine höchstens zweistündige Aktivität für Kinder und Jugendliche (ohne Trennung nach Altersgruppen) angeboten. Da gab es z.B. eine Schiffsralley, Wunschfilm im bordeigenen Kino, Gesellschaftsspiele spielen, Pizzaessen oder ein Besuch beim Kapitän auf der Brücke. Die Aktivitäten hatten eher die Funktion, dass die Kinder sich kennenlernen und sich vielleicht auch außerhalb dieser Programmaktivitäten miteinander verabreden. Das hat ganz gut geklappt. Da auf Phoenix-Schiffen so wenige Kinder sind, kennen sich nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern/Großeltern recht schnell, da entstehen viel leichter Kontakte als z.B. bei AIDA. Da insgesamt nicht so viele Passagiere an Bord sind, läuft man sich auch ohne Verabredung leichter über den Weg. Die Reise mit der Artania war für mich die erste Hochseekreuzfahrt, bei der ich mich mit meinem Sohn (damals 11 Jahre alt) nicht explizit verabreden musste, wo und wann wir uns wieder treffen, wenn ich etwas ohne ihn unternehme (z.B. Sport oder Sauna). Er war i.d.R. bei den Tischtennisplatten im Heckbereich zu finden.
Letzten Sommer waren wir dann mit der Amadea unterwegs, da gab es neben meinem Sohn nur noch ein weiteres Mädchen im Teenageralter, außerdem noch die zwei Kinder des Kapitäns. Kinderprogramm gab es dort nicht.
Fazit unserer Erfahrungen: mit Kleinkind würde ich nicht Phoenix fahren, schon alleine wegen der vielen unverglasten Außenflächen mit einfacher Reling - hier müsste man als Eltern aufpassen wie ein Schießhund, damit dem Kleinkind nichts passiert.
Phoenixgäste lieben es ruhig; mit lebhaften Kindern, die beim Essen nicht stillsitzen können, herumrennen wollen und auch nicht so ganz leise sind, ist man aus meiner Sicht auf einem Phoenix-Schiff fehl am Platz.
Mit ruhigen Kindern, die nicht den ganzen Tag professionelle Bespaßung brauchen und die auch einem Galaabend etwas abgewinnen können, geht es prima. Highlight einer Phoenix-Reise ist für meinen Sohn immer ein Besuch auf der Brücke (war bisher bei jeder unserer Reisen möglich).
Preislich gibt es auch bei Phoenix (zumindest bei Reisen ohne Flug) i.d.R. hohe Kinderermäßigungen oder sogar Kind kostenlos bei zwei Vollzahlern; für Single mit Kind gibt es für Kinder bis 11 Jahre Kinderermäßigung.
Bei Ausflügen reicht Phoenix eine Kinderermäßigung automatisch weiter, wenn der örtliche Anbieter sie gewährt. Bei unserer Norwegen/Spitzbergen-Tour wurden zunächst die Ausflugskosten für zwei Vollzahler dem Bordkonto belastet, später wurden Kinderermäßigungen automatisch meinem Bordkonto gutgeschrieben, ich musste mich um nichts kümmern. Diese Art von kundenfreundlichem Service ist es, die ich bei Phoenix liebe.
Viele Grüße
Stefanie