Nix Neues aus Rostock, nur ne Mail das keine Zeit fürn Anruf war. Also entweder stielen wir an Bord noch was ein, oder wir lassen es mit dem Treffen mit den Streifenhörnchen. Morgen hab ich wenig Zeit fürs KZN.
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Nix Neues aus Rostock, nur ne Mail das keine Zeit fürn Anruf war. Also entweder stielen wir an Bord noch was ein, oder wir lassen es mit dem Treffen mit den Streifenhörnchen. Morgen hab ich wenig Zeit fürs KZN.
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Morris, wie komme ich zu meinem No-Bite, wenn wir uns nach dem Sailaway verpassen? Wenn wir tatsächlich erst um 22 Uhr auslaufen, dann sind wir ja schon 23 Stunden auf den Beinen, ob ich das dann noch schaffe, wage ich zu bezweifeln
nicht
Astrid
Ja, das weiß ich dann auch nicht
, bisher haben wir uns noch immer gefunden auf der Sailawayparty, die letzten drölf Mal.
Astrid: Ja zum nächsten Sailaway ab Barbados, Görgi, wir sind da wenn die Party losgeht, und das ist gegen zweiundzwanzighundert oder?
So, Mail von Helli von der Luna: Treffen mit CD EM ADAC usw. nur über offiziellen Weg via Rostock blabla ... aber bisher nix aus dem KZN.
I'll keep you posted, yah mon.
LG
Morris
Ich weiß, ich weiß, ich habe diese Geschichte schon öfter erzählt. Aber erstens muss ich selber immer wieder grinsen, wenn ich daran zurückdenke, und zweitens gibt es bestimmt noch jemanden unter Euch, der sie noch nicht kennt.
St. Vincent – A day with Brodda
Zur Osterreise 2008 mit der Aura habe ich keinen ausführlichen Reisebericht geschrieben, aber ein Tag, der geht mir nicht aus dem Kopf, und ein Mann verdient besondere Erwähnung.
Sahara, Ha-Gue, Lastorder, Doctorfish, Sisserl und ich hatten beschlossen, dass wir an den Strand wollen. Also suchten wir uns direkt am Hafenterminal ein Taxi. Ein Dispatcher teilte die Taxen zu (wir fuhren mit einem offiziellen Taxi der örtlichen Genossenschaft) und unser Fahrer stellte sich uns vor. Er war ein schmaler dunkelhäutiger Typ, der grinste, aber trotzdem ernsthaft blieb bei all seinen Erklärungen und Versicherungen. Seine Augen waren ein wenig gerötet, die Jungs hatten wohl am Vorabend zuviel Rum gehabt, oder schlechten Stoff erwischt, oder gleich beides.
„Call me Brodda, Sir“, grinst er.
„Brodda?“, frage ich verunsichert.
„Yes, Sir“, gibt er zurück, erstaunt dass ich ihn nicht verstehe, „Brodda, as in Little Brodda or Big Brodda.“
Alles klar, Mr. Brodda hatte Probleme mit dem Ti-Äitsch.
„What do ya want? Round trip da island, to da beach? I know da best beach on da island, Sir.“
„Just to the beach, please. How much is it?“
Ehrlich gesagt, ich weiß den Preis nicht mehr. Es war wohl OK, für die Fahrt, das Warten am Strand und für den Unterhaltungswert allemal.
Brodda fuhr einen Japaner oder Koreaner, top-gepflegt und recht neu. Er pflegte aber nicht nur sein Auto, sondern auch seinen ganz eigenen Fahrstil, und der sah so aus:
Gas geben, bis wir so bei 80 bis 90 Ka-Em-Ha waren, dann abrupt bremsen, weil ein Schlagloch im Weg war, eine Kreuzung kam oder weil ein Hund, ein Kind oder sein Dealer über die Straße lief.
Vollgas – Bremsen - Schlagloch – Schlenker – Vollgas – Bremsen – Schlenker – Vollgas.
Auf dem Weg zum Strand gab Brodda uns reichlich Erklärungen zu seiner Insel ab, hin und wieder hielt er auch an, um uns die örtliche Fauna näher zu bringen. Aber zunächst stellte sich der Philosoph in ihm vor.
„I love da island, cause dis is my home. I have love in me for all my home, my people, for all people, cause if I have no love, da vulcano will come for me. Yah mon, one love, all one big family. If you have no love, da vulcano comes for you.“
Gemeint war der Soufrière, ein aktiver Vulkan, der letztmalig 1979 ausgebrochen war. Nun, man hatte ihn wieder eingefangen, und solange Brodda genug Love hat, wird der Vulkan wohl friedlich bleiben.
Während der rasanten Fahrt nahm Brodda auch gerne mal einen Plan der Insel zur Hand, um mir darauf die Lage der verschiedenen Sehenswürdigkeiten zu zeigen, oder die Teile der Grenadinen, in denen Donald Trump gerade 300 Millionen Dollar investiert hatte.
„You can come to my country, too, and invest, Sir, you will be welcome. My people go to your country, and you can come to my country, all one big family, sir.“ Solange die Saint Vincentianer – oder sagt man Vincentinesen – nicht als Englischlehrer arbeiten oder als Taxifahrer, sollen sie kommen.
Am Strand herrschte Hochbetrieb („You gonna mix up wid da local people.“), denn es war noch Ostern, und die eine Hälfte der Inselbevölkerung, die sonst arbeitete, hatte auch frei. Kinder spielten Cricket am Strand, Familien bereiteten das Bar-B-Q vor (allerdings grillten Sie wohl mit alten Autoreifen.) Der Strand war Broddas secret beach, aber nicht nur seiner, denn es waren schon gelb-weiße Handtücher da. Und es gab eine Verpflegungsstation für Taxifahrer. Weil Brodda ein großes Herz mit viel Liebe darin hatte, bot er uns von seinem Mittagessen an.
Hmm, lecker, werdet ihr denken, karibisches grilled chicken oder grilled fish, lecker. Nahe dran, es war so ähnlich. In einem Plastikbecher hatte er eine undefinierbare grau-güne heiße Pampe.
„Try it“, bot er an, „it’s very good.“
Wer die Berichte von Schinamarkus aus Shanghai aufmerksam verfolgt, der weiß, wenn etwas very good ist, und nur so ähnlich aussieht wie Essen, dann ist es meist mit Vorsicht zu genießen.
„Is it to drink or to rub on the skin?“, fragte Sisserl skeptisch.
„No, it’s to drink, it´s very good for your held, Mam, try it.“
Oha, wieder denken wir an Schinamarkus, denn wenn etwas very good for your health ist, dann sollte man still und heimlich verschwinden. Nicht so Sissi, sie kostet das Zeug, ebenso Ha-Gue und Lastorder. Es war heiß, nach wie vor undefinierbar, schien aber total verkochtes Gemüse zu sein.
„Dis is very good for the men, too“, freute sich Brodda, „Makes you last longer, you know, dat will make da ladies happy.“ Viagra auf St. Vincent. One love.
Der Strand war grau, weil der Sand vermischt war mit Vulkangestein und er gefiel uns nicht ganz so gut, aber das Wasser war klar und warm, es gab Bier (das hatte der Doctorfish aufgetan, mit seiner untrüglichen Biernase, außerdem wurde er auch zum Cricketspielen eingeladen), was will man mehr. Mucke dröhnte über den Strand, und kleine schwarze Kinder spielten mit kleinen weißen Kindern, ohne ein Wort der Sprache zu verstehen. Es kann so einfach sein. One Love, all one big family.
Auf dem Rückweg setzte ich mich zu Brodda nach vorne, ich wollte noch etwas über die Insel erfahren. In einem Becherhalter am Armaturenbrett hatte er anscheinend schon was für die Tea-Time parat gelegt. Ich hoffte, er würde davon nicht auch noch anbieten. Denn entweder war das Fisch, der da in der Sonne ranzig wurde, oder Obst, das so langsam in den Zustand der Vergärung überging, oder beides, und es war bestimmt auch very good for my health.
„I apologize for da bad road conditions, Sir, but our gouvernement took all da money for da roads and put it in da pockets of friends and family.“ Dabei sprach er das ‚A’ in 'and' oder 'family' wirklich wie ‚A’ aus und nicht wie ‚Ä’. Ich ließ ihn wissen, dass ich Verständnis habe, denn bei uns sei es auch nicht anders, nur die Beträge eben größer. Brodda fuhr natürlich immer nach bewährter Weise:
Vollgas – Bremsen - Schlagloch – Schlenker – Vollgas – Bremsen – Schlenker – Vollgas.
Aber Brodda war voll multitasking-fähig: Inselplan falten, Gespräch führen, Auto fahren, mit dem Finger auf etwas zeigen – alles gleichzeitig, no problem. One love.
„Look at dat tree, sir“ deutete er mit der rechten Hand aus dem linken Fenster (die andere Hand hielt noch den Plan), „dis is a mango tree. We have over 250 different species of mangos. Da mango is a very clean fruit, no worms, you can take da mango direct from da tree to ya mout.“ Dabei grinste er wie ein Honigkuchenpferd, aber ich hatte was gelernt.
Vollgas – Bremsen - Schlagloch – Schlenker – Vollgas – Bremsen – Schlenker – Vollgas.
Vollbremsung! Stillstand!
Brodda steigt aus und pflückt eine Pflanze.
„Look at dis, rub it in your hands and smell it.“
Wir schauen, reiben, und riechen, skeptisch und vorsichtig – aha – Minze.
„Peppermint“, ruft Sisserl.
„Dank you, mam, dats right, peppermint. You can have tea from peppermint. I have it every morning. You can have it wid cream, you can have it wid sugar. Dats very good for da held. You have peppermint all day, you don’t need a doctor. All da young people go to the pharmacy, but the island has all medicine you need growing outside. You drink hot peppermint it makes you sweat, and da sweat takes all da bad tings out off your body. But you must have love, too. All one big family.“ Und schon ging’s weiter.
Vollgas – Bremsen - Schlagloch – Schlenker – Vollgas – Bremsen – Schlenker – Vollgas.
Vollbremsung!
Brodda pflückte wieder was.
„Look at it, rub it, smell it“.
Nun waren wir schon mutiger. „Lemongrass“, rief Sisserl aus.
„Dank you Mam, yes Lemongrass. It is good for your held. I have lemongrasstea once a week. You can have it wid cream and you can have it wid sugar.“
„We have lemongrass in germany“, warf ich unvorsichtigerweise ein, „it’s imported from Asia. The Thais are runnig the business“.
„Sir, we can do the Thai's business“, schlug Brodda ernsthaft vor, „we can bod make a living out of dis. I support you wid lemongrass and you sell it at home.“ Schöne Idee: Brodda & Morris Importgesellschaft mbH & Love KG.
Und wieder: Vollgas – Bremsen - Schlagloch – Schlenker – Vollgas – Bremsen – Schlenker – Vollgas.
Das Ganze fand übrigens statt unter dauerndem Protest von Hague und Sahara, die meinten, ich solle Brodda sagen, er solle langsamer fahren. Nun ja, ich genoss die Fahrt viel zu sehr, denn außer Brodda war ich der einzige, der die Schlaglöcher kommen sah und die Schlenker ahnte, und Brodda hatte so viel Love, das würde schon gut gehen.
Ich erhielt noch Erklärungen über die Bemühungen, sich aus dem Commonwealth zu lösen, die Brodda gar nicht gut fand; über den Gouverneur, der unbedingt bleiben müsse, denn er kontrolliert die Regierung, und den Regierungschef, der unbedingt weg gehört, „cause he has no love but corruption in his heart.“
Zurück am Hafen schlug uns Brodda noch vor, die Kirche zu besuchen: „I know da minister, Sir, you can renew your wedding vows.“ Er ermahnte uns, immer genügend love zu haben, und er umarmte uns herzlich und sehr schwitzig.
„I feel deep in my heart we’ll meet again, cause you have love and we are all one big family.“
Woran es lag, dass Ha-Gue am Abend ins Hospital musste – ob am Mittagsmahl oder am Fahrstil – werden wir wohl nie erfahren, aber er hatte seinen eigenen Vulcano und er hat Frau Dr. Hu-Hu-Was-Geht eine Eruption zu Füßen gelegt.
Brodda jedenfalls wird uns noch lange in Erinnerung bleiben: Kreuzfahrer, kommst Du nach Kingstown, frage nach Brodda, denn Brodda is good for your held, yah mon. One Love, all one big family.
In diesem Sinne ... have a nice afternoon everybody ...
one love
Morris
Da fällt mir doch sofort meine Sünde des Nichtpflegens der Liste ein. Ich hatte die Nummer mit CD oder EM oder so aber ehrlich gesagt auch schon abgeschrieben. Mal sehen ob wir das noch irgendwie hinbekommen.
Helldriver
Thos
Andy N
Schnattchen
Manu77
Gräfin V.
Gabi
Görgi
Jutta
Ovi Pelzi (2)
Ysad (2)
tallo (2)
Laufbine (2)
Sammy (1-8)
AidafanMZ (2)
Angela B. (2)
Kroni (2)
Mahé94 (2)
GismoFu (3)
aidasol2011
buettes (2)
rene1978
engelchen1 (2)
Biberzicke
minaminchen (2)
HH1982 (2)
123silvi (2)
Phil86
Plankenhase
RundU (2)
Sisserl&Moritz
Ich stöber jetzt nochmal durch den Fred, und suche nach Verlorenen, Ihr könnt Euch aber auch einfach melden. Ich kenne ih die Ideen aus Rostock noch nicht, Liste kann aber nix schaden.
Zeit zum Ablegen ...
LG
Morris
Nabend TAler,
Zwischenstand zum Thema Treffen mit CD oder EM oder ADAC oder so: Ich habe die Luna angemailt, und Antwort aus Rostock bekommen. Man will mit mir telefonieren, ich hoffe, das wird morgen was. Ich werde dann berichten. Mal sehen was es gibt.
Wir sollten bei unserem Treffen schon zur Sailawayparty bleiben, finde ich, egal was sonst ist. Für alle nochmals, treffen zur Sailawaypoolparty auf Deck 11 vor dem Glaskasten der Bühnetechnik, gegenüb dem Eingang zur Pizzabude, an der dortigen Stehtischen. Und zur Barbadossailawayparty simmer wieder da, und empfangen die Nachzügler.
LG
Morris
Mückenspray, meiner Meinung nach ein klares nein, haben wir noch nie gebraucht.
Keine Ahnung warum nicht? Wer stattdessen da ist, bekommen wir grad raus.
CD ist Sebastian Barbon.
Hallo Astrid,
ja No-Bite habe ich eingepackt, war doch abgemacht. Ihr werdet alles Mögliche brauchen, nur das nicht, aber es ist schon eingepackt.
LG
Morris
PS: @ alle, eure Vorfreude-Mail ist zwar von Heiko unterschrieben, er ist aber nicht dabei ...
ein Klassiker!!!
DER Klassiker!
Wie wärs mal mit nem schönen Karaokeabend auf dem Pooldeck? Also quasi Chorgesang, Gröhlemeyer, aber mit neuem Text?
Ihr könnt ja schon mal üben, Herberts "Mambo" kennt Ihr ja bestimmt:
Liegenreservierer-Mambo
es ist ein seetag, es lacht uns die sonne
sie brennt vom himmel, das pooldeck ist heiß
das bier ist kühl und es ist eine wonne
ich will ne liege, doch steh hier, so’n scheiß
ich drehe schon seit stunden
am pooldeck meine runden
einsam und verloren
verbrenne mir die ohren
ich suche eine liege
seit sechs uhr nichts zu kriegen
ich sehe nur gelb weiß hier
alles reserviert
an jeder ecke da stehn reservierer
lauern wie panther, zum sprung bereit
hier kannste nicht liegen, du bist der verlierer
haben alles im griff, sind allzeit bereit
ich drehe schon seit stunden
am pooldeck meine runden
einsam und verloren
verbrenne mir die ohren
ich suche eine liege
seit sechs uhr nichts zu kriegen
ich sehe nur gelb weiß hier
alles reserviert
hirn fängt an zu kochen
puls an zu pochen
ich werde langsam sauer, hab so nen hals
es ist nicht zu fassen
die könnens nicht lassen
ich will eine liege, wer hat eine frei
ich drehe schon seit stunden
am pooldeck meine runden
einsam und verloren
verbrenne mir die ohren
ich suche eine liege
seit sechs uhr nicht zu kriegen
ich sehe nur gelb weiß hier
alles reserviert
(Musik Herbert G. / Text Jan Kolumbuserbe und Morris Urlauber)
Was willste in La Romana ziehen? Pesos? Am Airport gehen wir übers Rollfeld zum Bus, das Gebäude sehen wir nur von außen. Am Hafen ist genau ... nix, außer nem kleinen Shop. Ich empfehle Euch, Dollars mitzunehmen, der Kurs an Bord ist mieser als mies. Ich kenne sonst auch keine GAA dort, weil ich immer Dollars mit hatte.
Laut Vorfreude-Mail von AC ist Heiko CD auf der TA, aber leider ist mein Kontakt abgerissen. Egal, wenn ich den an Land nicht mehr auftun kann, machen wir das treffen irgendwie an Bord klar.
- erwähnte ich, dass ich auf meiner ach so tollen Bank keine Dollar mehr bekomme - ja sogar gar keine Devisen mehr - ist echt der knaller -
Versuchs doch hier http://www.reisebank.de die schicken Dir die Dollars zu. Filialen der Reisebank findest Du in Köln oder DUS am Hauptbahnhof.
Hoffe, du bleibst deiner Tradition treu und schreibst auch nach dieser TA wieder so einen genialen, stimmungsvollen und oft auch sehr witzigen Bericht.
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LG
Claudi
Das weiß ich noch nicht, ich habe die letzten beiden Reisen nichts geschrieben. Mir gefällt das Publikum nicht mehr so wie früher ...
Zum Wochenende (es soll morgen wieder schneien ...
) einen Gruß aus der Karibik:
Morgens, auf dem Weg zum Büro, komme ich immer ein Stück schnurgerade Straße entlang, links und rechts sind Felder und in der Nähe ein kleiner Fluss. Wenn die Morgensonne sich über die sanften Hügel des Bergischen Landes erhebt, dann erscheint der Morgennebel, der über diesen Feldern liegt, immer in einem unwirklichen Glanz und die Tautropfen schimmern wie Diamanten im Sonnenlicht.
Etwa so, wie nach einem Landregen auf St. Lucia. Kennt Ihr das? Wenn plötzlich die schwarzen schweren Wolken da sind, die den Himmel verdunkeln und einen fast erdrücken? Diese dicken Wolken, die auf den Palmen zu sitzen scheinen? Wenn diese Wolken ihre Schleusen öffnen, dann fallen fette Tropfen, die auf dem Asphalt zerplatzen wie kleine Geschosse. Schnell sammelt sich Wasser, und es bilden sich Pfützen, auf denen schwimmen Benzin und Öl, die aus den Trucks der Einheimischen tropft. (Ihr wisst schon....“Schillernd wie ein Regenbogen......“).
Es sind diese fetten Tropfen, die auf die Blätter der Bananenstauden klatschen, und dort zerplatzen sie, mit einem kleinen Knall, mit einem Prasseln, wie wenn man Perlen aus der Hand in eine Schüssel fallen lässt. Sie sammeln sich in der Blattachse zu kleinen Bächen und dann rinnt das Wasser an den Blättern entlang zu Boden und die Staude sieht aus wie ein kleiner Springbrunnen. Genau so plötzlich, wie der Regen losbricht, hört er auch wieder auf. Die Wolken ziehen wie an einem Faden gezogen weiter, und die ersten Sonnenstrahlen stechen durch die Lücken zwischen den schwarzen Wolkenbergen.
Es wird wieder wärmer, und schon nach wenigen Minuten erstrahlt der Himmel in einem unverschämt tiefen blau. Und der Boden scheint zu dampfen. Über der Straße, aus den Büschen und von den Blättern steigt er auf: Weißer, nebliger Dunst, und binnen kurzer Zeit ist es wie in einer Sauna. Für eine knappe Viertelstunde befindet man sich in einem Dampfbad, aber dann siegt dank der Kraft der Sonne das Feuer über das Wasser. Am Strand hat sich auf dem feinen weißen Sand eine etwas dunklere feuchte Schicht gebildet. Darin kann man noch die Stellen erahnen, an denen die Tropfen aufgeschlagen und im durstigen Sand versickert sind. Wie kleine Krater in einer Mondlandschaft. Darunter ist der Strand jedoch trocken, und die Füße wissen gar nicht so recht, was sie dem Hirn jetzt melden sollen. Warmer Sand oder kühles Wasser? Aber auch hier siegen schnell die kräftigen Strahlen der Sonne und der Strand leuchtet wieder weiß. Höchste Zeit, das ich mir an der Bude dort vorne ein kühles Piton kaufe, oder?
...
Nach dem der laue Abendwind die letzten Töne des Sailway verweht hat, leert sich die Ocean Bar. Wir bleiben. Das Holz der Stühle ist noch sonnenwarm, obwohl die Sonne selber längst glutrot am Horizont versunken ist. Im Zwielicht erscheinen die wenigen Wolken dunkler, als sie eigentlich sind, und das türkis schimmernde Kielwasser nimmt ebenfalls eine kräftigere dunklere Farbe an. Nur zwei Barhocker sind noch besetzt und ein Vierertisch. Hinter der Bar steht ein wenig verloren ein philippinischer Keeper, der aber sofort und dienstbeflissen nach unseren Wünschen fragt. Wir bestellen einen Caramel-Martini für die Dame und einen Galliano Sour für den Herrn.
Am Nebentisch pflegt man eine gedämpfte Unterhaltung, und die frische Meeresluft mischt sich hin und wieder mit einem Hauch von Parfum. Joops Nuit d’Èté. Passend. Der Mond geht auf und er ergießt sein Licht wie flüssiges Silber ins Meer. Die Schiffsschrauben mischen ungerührt von der Romantik des Anblicks das fließende Mondsilber mit dem türkisfarbenen Kielwasser und schlagen im gleichmäßigen Takt Schaum auf die Wellen.
Leicht klimpern die Eiswürfel im Glas, und von unten dröhnt gedämpft das Stampfen der Maschinen herauf. Die leichte Brise weht Fetzen aus dem Barlautsprecher herüber, Satchmo singt von seiner Wonderful World. Recht hat er. Die Weite des Ozeans hat am Horizont eine tiefe Schwärze angenommen, aber außerhalb des direkten Mondlichts sind dafür Millionen Sterne aufgegangen. Da fühlt man sich groß und klein zugleich. Groß, weil man an so etwas teilhaben darf, und klein, weil das Schiff auf der Weite des Meeres ähnlich verloren wirkt wie unser blauer Planet in der Weite des Alls. Aber ebenso zielstrebig und unaufhaltsam wie die Erde durch den Weltraum treibt, dampft unser Schiff durch die Wellen.
Der Drink ist alle, die Eiswürfel sind geschmolzen und hinterlassen eine klare Pfütze im Glas. Es wird Zeit, diese Halbwelt der Stille zu verlassen, denn Seeluft macht hungrig und hin und wieder scheint der Duft von Gebratenem von Deck 9 herunter zu wehen.
Du solltest Woody kontaktieren, über Facebook unter Woody Dominica oder über seine HP http://www.woodydominica.com .
Auf Wunsch einer einzelnen Dame, gibt es bis zur Abfahrt noch etwas zu Lesen. Ich wollte ja nicht ... aber ich kann so schlecht nein sagen
. TA haben wir schon zweimal gemacht, aber immer von Mallorca in die Karibik, und so ... oder so ähnlich ... war das damals.
Transatlantik - von Mallorca in die Karibik
Kurz vor einer Reise, da schallt sie jeden Morgen durch mein Auto: Die Aida-Sailaway-Musik. Außerdem singt mir Enya regelmäßig etwas von fremden Gefilden vor und wie gut das wäre, mit Rob Dickens am Steuer unterwegs zu sein.
Dann muss ich höllisch aufpassen, dass ich nicht vom Weg abkomme. Denn irgendwie bin ich mit meinen Gedanken ganz woanders. Ich glaube dann immer, ein leichtes Zittern, ein Vibrieren zu spüren, ihr wisst schon, wie in dem Moment, in dem Bug- und Heckstrahlruder beginnen, das Schiff langsam von der Pier wegzudrücken, der Moment eben, in dem die ersten noch leisen Töne der Auslaufmelodie erklingen.
Dann sehe ich die Küstenlinie von Mallorca vor mir, den Paseo Maritimo, wie er glänzt und glitzert und die Straßenbeleuchtung taucht das Ufer in ein unwirkliches Orange. Weiter rechts erstrahlt die Kathedrale in hellem Glanz, als sei sie nur für uns da, als wollte sie uns eine gute Reise wünschen. Langsam, aber stetig schiebt sich das Schiff aus dem Hafen hinaus, eine leichte Brise kommt auf, Sterne funkeln über uns und wir prosten uns zu. Nur glückliche Menschen sind um uns herum, die lachen und scherzen, und manche verdrücken heimlich ein Tränchen.
Kurz vor uns läuft die Cara aus, und knapp hinter uns setzt sich die Vita in Bewegung. Trotz der späten Stunde grüßen sich die Schiffe und lassen zum Abschied die Typhone über die Bucht von Palma dröhnen. Wir staunen und betrachten voller Ehrfurcht das Geschehen und wir können uns dem Zauber des Augenblicks natürlich nicht entziehen. Blitzlichter zucken durch die Nacht und der Scheinwerfer der TV-Crew lässt den Neptun auf Deck 11 blassgrün leuchten.
Das schwarzglänzende Wasser unter uns bekommt die ersten Schaumkronen, die im Licht des Schiffes weiß aufblitzen. Vita und Cara drehen gen Osten, wir wenden uns nach Westen, ein letztes mal lassen die Typhone ihren Bass erklingen, und langsam verschwinden die Lichter der anderen Schiffe am Horizont, ebenso die Küstenlinie Mallorcas. Die Auslaufmusik ist verstummt, einen kurzen Moment lang ist es still, aber schon im nächsten Augenblick erhebt sich Stimmengewirr, Gläser klirren und allen ist klar: Es hat begonnen, das Abenteuer Transatlantik.
Einige Tage und
und
und
später.....
Als ich aufsehe, blicke ich in einen strahlend blauen Himmel. Die Sonne strahlt in voller Pracht, und im Gegenlicht sehe ich die schwarzen Silhouetten von zwei eleganten Vögeln, die auf einer leichten Brise dahinsegeln. Waren das gerade tatsächlich zwei Möwen, die einander um den Schornstein jagen? Wahrscheinlich will die vordere ihrer Verfolgerin nichts von dem schmackhaften Fisch abgeben, den sie im Schnabel trägt.
Immer, wenn die hintere Möwe zu nahe kommt, dreht die vordere blitzschnell nach links oder rechts ab, taucht unter der Lichterkette über dem Pooldeck durch, oder schlägt einen schnellen Haken nach oben. Auch andere Gäste werden auf das Schauspiel aufmerksam, Köpfe drehen sich gen Himmel, Hälse werden gereckt und der ein oder andere Finger deutet nach oben. Ich schenke mir einen Kaffee ein und nehme mir ein Croissant. Herrlich, so ein Early-Bird-Frühstück. Das Schiff ist soeben zur Ruhe gekommen, die Sea Cloud hat mit einem kurzen Hupen unsere Einfahrt in den Hafen von Barbados begrüßt, und auf der Pier marschieren gerade mit wichtigem Blick die Zöllner auf. Auch die Jungs in ihren dunkelblauen Uniformen und weißen Hemden haben sicherlich nichts als Frühstück im Sinn. Ein paar Pässe werden sie wohl anschauen, und sich dann schnellstens dem gedeckten Tisch zuwenden.
Am Horizont wedeln Palmen, sie winken mir zu und sie scheinen zu sagen: Auf geht's, der Strand wartet. Hinter dem Heck der Aura tuckert ein buntes Fischerboot vorbei, und zwei schwarze Gestalten winken mit breitem Grinsen zu uns hinauf. Das Wasser schimmert türkis-grün-blau, und ich kann schon spüren, wie sich meine Zehen in den feinen Sand graben werden, und wie das warme karibische Meer meinen Körper umschmeicheln wird.
Endlich kann ich das gelb-weiß-gestreifte Handtuch in den weißen Sand legen. Kleine Stückchen von Perlmutt lassen den Sand in der Sonne glitzern und funkeln, und die von den Gezeiten zerriebenen Korallen machen den Sand so wunderbar weich. Die Wellen plätschern und singen das Lied von Ebbe, Flut und Ewigkeit. Ah, ist es nicht wunderbar in der Karibik? Aber genug davon, es wird Zeit, ein Deck tiefer zu gehen, Pfannkuchen und Spiegelei duften, und ein Obstteller wäre auch nett.
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