
Durch den Kattegat nach Göteborg
Fleißig haben uns die Motoren in der Nacht zwischen Gotland und Öland durch zur Südspitze von Schweden „durchgetrommelt“.
Und am Morgen halten wir wohl bereits Nordkurs auf Göteborg zu.
Die Fahrt dorthin geht jetzt durch den Öresund.
Für die Durchfahrt unter die Brücke sind wir zu groß und vor allem haben wir zu viel Tiefgang. Daher fahren wir über den teuersten Teil dieser aufwändigen Straßen-und Schienenverbindung zwischen dem dänischen Kopenhagen und dem schwedischen Malmö. Irgendwo unter uns ist er jetzt, der Tunnel.
Eine durchgehende Brücke wäre billiger gewesen als dieses aufwändige Abtauchen, aber die hätte sich nicht so gut mit der Einflugschneise von Kopenhagens Flughafen vertragen.
Unterdessen taucht hinter uns, wie vom Kapitän schon angekündigt, die AIDA Mar auf.
Stundenlang wird sie uns nun an Backbord begleiten, bei dieser sicher nicht ganz zufälligen Inszenierung, auf ihrem Weg nach Hamburg.
Großes typhonunterstütztes Hallo also beim Schwesterntreffen und der kleine Tiger glaubt erstmal an ein Spiegelbild…
Doch komisch, auf unserer Kabine sitzt da niemand.
Was ausgerechnet in Höhe Kopenhagens jetzt auch auftaucht, dass ist die Sonne. Gleichsam wie das Schiff durch die Wellen, kämpft sie sich immer mehr durch die Wolken, -zumindest für eine gewisse Zeit. Es reicht aber für eine Beleuchtung Kopenhagens. Irgendwie ist uns das Wetter auf dieser Tour dann doch nicht so schlecht gewogen.
„Wenn Engel reisen…“, diese abgedroschene Phrase kommt jetzt ausgerechnet vom Kaufhof-Teddy.
Dicht ziehen wir vorbei an Kopenhagen.
Und mit bloßem Auge erkennen wir einige markante Sehenswürdigkeiten, die wir noch von unserem letzten Landgang dort kennen.
Auch diesen markanten Kirchturm mit der Wendeltreppe drumherum
und später sogar unseren damaligen Liegeplatz gegenüber der Inselfestung.
Diesmal sehe ich auch die bisher wenig bekannte „Wintersportregion Kopenhagens“ mal aus anderer Perspektive.
Dieser mangelnde Bekanntheitsgrad dürfte auch der Grund dafür sein, warum auf eine Kreuzfahrt nach Kopenhagen so selten Skier eingeschifft werden und es wohl auch (noch) keinen solchen Ausflug gibt. Und so hat sich Kombination Aussicht, Ski und Meer überraschenderweise (noch) nicht durchgesetzt.
Es ist dieses große schräge Dach der riesigen Müllverbrennungsanlage welches ich nun mal von der anderen Seite sehe. Dabei erkennt man links den Skilift und daneben die „schneesichere“ Skipiste aus Kunststoffmatten. Vereinzelt sind darauf sogar schwungvolle Bewegungen auszumachen.
Weniger schwungvoll, aber energisch setzt sich nun die AIDA Mar von uns ab. Hier trennen sich unsere Wege. Gute Reise nach Hamburg!
Unser Ziel ist Göteborg und als wir nach Helsingborg in den Kattegat einlaufen ist es wohl schon dunkel. Schluss mit Sightseeing.
Der Rest bis Göteborg wird nun verschlafen.
Wer weiß schließlich, was den geschundenen Teddys morgen wieder alles abverlangt wird…
Göteborg
Seit 5 Uhr schon haben wir hier hinten die typischen „Einparkgeräusche“, das „Trommeln der Motoren…“
Wegen des Windes wird das Schiff von einem Schlepper unterstützt. Als ich einen ersten Blick durch den Vorhangspalt erhasche, sind wir längst angekommen.
Und ich sehe Bekanntes, -das Volvo-Museum.
An diesem Liegeplatz, weit außerhalb der Innenstadt hatten wir vor 2 Jahren auch schon festgemacht. Und da wir den Stadtkern schon kennen, geht es heute mal ins Umland.
„Schwedens Westküste“ nennt sich die Tour, bei der die Wetteraussichten jetzt gar nicht mal so gut sind.
Als wir auf den Bus zulaufen, fängt der Teddy plötzlich süffisant zu grinsen an. Und dafür muss bei dem alten Griesgram schon ganz schön was passieren…
Er hat am Heck dieses Schild entdeckt.
Das mit der „Blase“ und dem Zusammenbleiben beim Ausflug wird hier nochmal eindrucksvoll gezeigt. Passt ja irgendwie.
Auch wenn man das Schild hoffentlich nur von der morgendlichen Schulbusfahrt vergessen hat.
Solcherart eindrucksvoll an die Regeln erinnert, steigen wir ein und der Schulbus fährt jetzt erstmal eine 3/4-Stunde gen Norden durch die schöne Landschaft.
400000 Elche hier in Schweden und wir begegnen keinem davon. Zäune entlang der Autobahn schützen hier vor Schäden durch “Elchwechsel“.
Denn einem 800 KG-Tier möchte wohl keiner seine Motorhaube entgegenstellen. Aber weder sehe ich solch ausgesperrte „wechselwillige“ Elche am Zaun, noch sonstwo in der Landschaft.
Ohnehin noch weniger erwartet habe ich, einen der 3000 Braunbären zu sehen. Haben wir ja schon in Skansen nicht geschafft. Und die waren eingezäunt…
Eigentlich sollten wir jetzt durch eine besonders schöne Straße eines Örtchens fahren, kommen aber nicht weit. Um ihre Ruhe vor den Ausflugsbussen zu bewahren, haben die Anwohner hier dann wohl eine Baustelle eingerichtet…
Natürlich kurven wir heute nicht die ganze Westküste Schwedens kreuz und quer entlang, sondern zur „Insel Tjörn“, die richtigerweise auch an dieser Westküste liegt.
Aber eigentlich könnte der Ausflug dann ja auch so genannt werden, da unsere beiden Stopps jetzt genau auf dieser Insel sind.
Ein erster Stopp ist aber dann doch noch vor dieser Insel, am „Stenungssund“ bei der Brücke die diesen überquert und auf die Insel führt.
Die Brücke selbst ist nun nicht sonderlich hübsch oder spektakulär, aber von dem Parkplatz hier hat man eine tolle Aussicht auf die Landschaft.
Und nach 45 Minuten Fahrt steht, wie ich vom Fenster aus beobachte, mittlerweile auch das zeitraubende typisch menschliche Bedürfnis Toilettenpause auf der Prioritätenliste ziemlich weit oben.
Spätestens bei der Überfahrt zur Insel und dem unverbauten Blick zu beiden Seiten werden Erinnerungen an die Umgebung von Halifax/Kanada wach.
Da sind schon Ähnlichkeiten vorhanden...
Der erste Stopp auf der Insel Tjörn ist „Kladesholmen“.
Ein Fußweg führt 1,4 Km nach oben zu einem Aussichtspunkt und vorbei an einigen interessanten Impressionen.
Und nicht nur die "Annie"
wohnt hier in ihrem "Hus" sicher gar nicht mal so schlecht...
Okay, der Ausflug geht über die Mittagszeit. Warum man aber jetzt -ganz dreist- unbedingt den Leuten die Birnen aus dem Vorgarten klauen muss, erschließt sich mir nicht.
Herzlich Willkommen! Hoffentlich kommen nicht noch mehr ausgehungerte Kreuzfahrer…
Nach dem Fußmarsch oben angekommen erwartet uns jetzt tatsächlich eine tolle Aussicht
und ein Foto.
-- Fortsetzung folgt --
Im letzten Teil erleben wir an Schwedens Westküste noch ein rustikales Schwimmbad, begegnen weiteren tollen Aussichten, machen uns Gedanken über die "Besonderheiten" der Schweden, berichten über das "Besondere" beim Revival des Buffets und bei des Ausfahrt aus Göteborg machen wir eine tierische Entdeckung.
Ja, und dann sorgen wir noch für die Zukunft vor.... die Zukunft unserer Kreuzfahrten....
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