
19. Januar 2020 – Bangkok – Wetter: sonnig, 28 Grad
Schon gestern haben wir überlegt, was wir denn heute und morgen machen werden. Also für heute war nicht viel geplant, denn wir bleiben ja nach der Reise in Bangkok und haben somit keinen Druck, nach Ankunft der Bella etwas anzuschauen. Und morgen? Da haben wir uns einen privaten Transfer nach Chinatown organisiert.
Jetzt
aber der Reihe nach. Natürlich haben wir den Wecker gestellt,
gemütlich gefrühstückt und dann die Pässe bis 11 Uhr auf Deck 9
abgeholt. Im Pass liegt die Ein- und Ausreisekarte von Thailand, die
man gut verwahren sollte. Gegen Mittag macht die Bella in Laem
Chabang fest und wir finden uns nach der Schiffsfreigabe im
Hafenterminal persönlich zur Passkontrolle durch die örtlichen
Behörden ein. Zügig werden die Pässe angeschaut, die Einreisekarte
einbehalten, ein freundliches Nicken des Beamten und wir gehen zurück
an Bord.
„...
und jetzt wird aber erst noch fertig gepackt“ sage ich zu meinem
Mann und so machen wir uns ans Werk. Die Koffer unter dem Bett
vorgezogen, zack aufs Bett und Deckel auf. Es ist fast zu Schade, das so schön gemachte Bett jetzt zu zerwühlen.
Wir müssen den Inhalt nicht mischen, denn wir fliegen ja nicht – vorerst. Früher habe ich immer brav nur meine Kleidung in MEINEN Koffer gepackt. Als ich dann aber mitbekommen habe, das manchmal ein Koffer nicht angekommen ist und einer der Ehepartner ohne Klamotten dastand – habe ich das Prinzip geändert. Bunt gemischt lebt sich unbesorgter. Der Nachmittag schenkt uns Sonnenschein und wir gönnen uns ein paar Stunden für die Urlaubsbräune. An Bord ist es ruhig, denn ein großer Teil der Passagiere ist mit dem Bus unterwegs ins fast zwei Stunden entfernte Bangkok. Stadt anschauen und den Abend dort verbringen. Die Hauptstadt Thailands ist ein Mix zwischen Wolkenkratzern, alten Stadtvierteln, Parkanlagen, Kanälen und rund 400 Tempeln. Also langweilig ist es dort nicht und obwohl wir schon oft da waren, gibt es Ecken, die wir noch nicht kennen. Die kommenden Tage werden auf jeden Fall ausgefüllt sein und wir freuen uns drauf.
Damit hat nun keiner gerechnet, es geht ein kleiner Regenguss vom Himmel und das Deck ist schlagartig leer und nach ein paar Minuten lacht die Sonne wieder und alles ist gut. Ich mach ein paar Aufschriebe für unser Ausflugsprogramm und dann ist es wieder Zeit: Essen im Weite Welt Restaurant. Als ich reinkomme, sehe ich, die Torte ist noch unversehrt.
Wir
nehmen Platz an einem großen runden Tisch und ich flitze los und
lass mir die kleinen Köstlichkeiten auf den Teller packen.
Mutti würde wieder sagen … „lecker, so was essen wir ja nicht alle Tage. Das muss man genießen!“ Und recht hat sie. Ich denke schon voller Vorfreude auf die Reise im Mai mit ihr – es geht nach Stockholm und Visby und im Geist sehe ich ihre strahlenden Augen, wenn sie die Tür zur Kabine aufmacht und sagt:“Kinder, das ist wieder sooooo schön auf dem Schiff zu sein!“
Ein kleiner Nachtisch noch und wir verabschieden uns von den Menschen, die wir kennengelernt haben – einigen Passagieren und der Crew im Restaurant. Sie haben uns gut umsorgt und es war ihnen nicht zu viel, für mich ein laktosefreies Eis zu besorgen.
Zwei Runden laufen wir übers Deck, denn heute waren wir ja etwas träge und gestern und vorgestern auch … Kalorien gehören verbrannt. Ein letztes Mal auf der Reise suchen wir uns ein Plätzchen an der Poolbar und bestellen 2 Bier. Die netten jungen Männer hinter dem Tresen bringen zwei große Bier und ich flüstere meinem Mann zu ...“ich hätte gerne ein kleines gehabt“. Das muss jemand gehört haben und plötzlich habe ich ein kleines Bier vor mir stehen. Menno, was wir gelacht über den Minikrug.
Das gefällt mir, wenn die Jungs auf zack sind und Spaß dabei haben, die Gäste zum lachen zu bringen. Wie oft habe ich sie bei der Arbeit beobachtet, also Müßiggang war das nicht. Bier zapfen, Cocktails mixen, Gläser abräumen, Flaschen auffüllen und kurz vor Zapfenstreich alles putzen, wischen und dann ab in die Koje. Der Tag ist lang für sie. Ein letztes Foto zur Erinnerung und dann sagen wir „Auf wiedersehen … „ Sie sollen gesund bleiben und wenn sie nach Hause fahren, die Zeit bei ihren Lieben genießen … wir sehen uns irgendwann mal wieder auf der Bella.
Wir wollen müde ins Bett fallen, obwohl wir heute nicht so viel gemacht haben. Aber vorher muss der Kleinkram in die Trollis gepackt werden, erinnere ich meinen Mann. Ja, manchmal hat er ein schweres Los gezogen, immer diese kleinen Erinnerungen. Morgen früh heißt es zeitig raus aus dem bequemen Bett, die Kabine sollte bis 9 Uhr geräumt sein. Beim Blick auf die Abreiseinfo sehe ich, dass die ersten Passagiere schon um 4.30 Uhr zum Flughafen gefahren werden. Sie können ab 3.30 Uhr frühstücken – eigentlich brauchen die sich heute gar nicht mehr hinlegen. Einmal hatten wir auch einen so frühen Flug – der Tag war gelaufen. Im Flieger sind wir halb ins Koma gefallen, vor Müdigkeit. Die Koffer stellen wir vor die Tür, denn der Versuch, das Gepäck am morgen selbst mit von Bord zu nehmen, ist mühselig. Man wartet ewig, bis mal ein leerer Fahrtstuhl kommt. Denn die Idee mit den Koffern haben noch so einige Mitreisende. Da hole ich mein Gepäck lieber im Terminal ab. Ein letztes mal wünschen wir uns eine gute Nacht an Bord, leider.
20. Januar 2020 – Bangkok – Wetter: sonnig, 28 Grad
Viel bzw. lange geschlafen haben wir nicht, denn um 7.30 Uhr war unsere Frühstückszeit angedacht, damit wir rechtzeitig kurz nach 9 Uhr samt Gepäck vor dem Terminal stehen.
Im Theatrium ist gähnende Leere und auf der Leinwand läuft ein Urlaubsfilm – wahrscheinlich für die Neuankömmlinge. Ehrlich, ich könnte noch bleiben …
Unser
Fahrer Adul ist pünktlich da und wie wir erfahren hatten, ist er
Vater einer Tochter geworden. Glückwunsch und wir haben ihm ein
Geschenk für die Kleine mitgebracht. Es war nicht einfach, in
Deutschland im Dezember Babysommerkleidung zu bekommen, aber ich
hatte Glück und fand noch was Nettes. Ein letzter Blick auf unsere Bella und dann entschwindet sie, seufzzzzz.
Da unser Taxi noch eine
Passagierin zum Flughafen bringen muss, machen wir den kleinen
Schlenker mit und weiter geht die Fahrt in Richtung Stadtzentrum.
Von
weitem sichten wir bekannte Bauwerke und je näher wir ihnen kommen,
desto dichter wird der Verkehr. Runter von der Schnellstraße,
Ampeln, Auto, Tuk-Tuks, Mopeds … dazwischen Frauen, die Blumen
verkaufen oder die Garküche schieben. Bangkok, die Stadt, die nie
schläft – in der es von früh morgens bis spät in die Nacht
hinein, warmes Essen gibt. Wir werden es wieder erleben und genießen.
Bangkoks
Chinatown ist eine der größten Chinatowns der Welt – in NYC gibt
es ja auch eins. Im Jahr 1782 wurde dieser Stadtteil gegründet, der
sich außerhalb der Stadtmauern befand. Hauptsächlich wohnten dort
eingewanderte Chinesen, die eifrig Handel betrieben. Aber wie es oft
ist, es entstehen neue Handelszentren und so ist Chinatown heute ein
Zentrum für chinesische Kultur mit zahlreichen Geschäften die
traditionelle Waren anbieten und wie ich schon erwähnte, das Essen
spielt eine große Rolle. Es gibt unzählige Restaurants, Garküchen
in schmalen Straßen und auf Bürgersteigen und Einheimische wie
Touristen aus aller Herren Länder finden sich an Tischen mit den
niedrigen Plastikhockern ein.
Das Shanghai Mansion Hotel ist erreicht, unsere Bleibe für die nächsten vier Tage. Klar hätten wir auch wieder in ein Hotel am Chao Phraya gehen können, aber wir mögen das bunte Treiben hier in Chinatown. Wir verabschieden unseren Fahrer und weg ist er mit seinem Wagen im ständig fließenden Verkehr vor unserem Hotel.
Es ist wohltuend, in die Lobby zu kommen, denn der Autostrom hat schon einen hohen Geräuschpegel. An der Rezeption werden wir freundlich begrüßt und eh wir uns versehen, öffnen wir die Tür zu unserem Zimmern, das uns wieder in eine fremde Welt versetzt. Das Hotel in dem ehrwürdig alten Gebäude wurde mit viel Charme im Stil der 1930er Jahre Shanghais eingerichtet. Stofftapeten, Lampions, alte Möbel, gemütliche Sessel auf den Fluren und Gemälde von wunderhübschen Frauen zieren die Wände. Ein toller Innenhof mit Fischteich – eine wahre Oase ist das hier.
Ein paar Kleinigkeiten packen wir aus, dann stehen wir vor dem Hotel, steigen in eine Taxe und los geht es, Freunde besuchen. Davon berichte ich im nächsten Teil. Soviel vorweg … essen auf dem Bürgersteig und später eintauchen in das abendliche Chinatown.
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