
9. Januar 2013, Belem Wettervorhersage: bewölkt, 30 Grad – ich füge hinzu: Regenschauer und hohe Luftfeuchtigkeit (über 80 %)
Ich hatte noch etwas vergessen zu erwähnen, was vielleicht von Interesse sein könnte. Am 8. Januar hatten wir einen Brief in der Kabine vorgefunden, der unseren und auch ein paar andere AIDAausflüge betraf. Belém liegt ja bereits im Amazonasgebiet in der Buch von Marajo und es gibt zwei Liegeplätze für Kreuzfahrtschiffe. Einer liegt befindet sich direkt in Belém, der aber nur bei Hochwasser zu erreichen ist und der andere von den Toren der Stadt und zwar in Icoaraci. Als wir in den Morgenstunden in die Bucht von Marajo einbogen, war die Gezeitenlage so, dass wir nicht in Belém auf Reede gehen konnten. Und so wurden nur wir Ausflügler per Tender ans Festland gebracht. Dort warteten dann die Busse und wir fuhren rund eine Stunde bis zum Stadtzentrum von Belem. Was soll ich dazu sagen? Ich fand es nun nicht sooo schlecht, denn so sahen wir auch noch was vom Umland der Stadt. All die Passagiere, die keinen Ausflug gebucht hatten, fuhren mit der Vita in Richtung Belém weiter und konnten dort per Tender das Ufer der Stadt betreten und etwas unternehmen. Also wir haben ja den Ausflug „Stadtrundfahrt Belém“ gebucht und waren dann mal weg. Über unsere Unternehmung in den Vormittagsstunden habe ich ja im vorangehenden Teil berichtet und so ging es dann weiter.
Nach
dem Regenguss marschierten wir mit den etwas durchfeuchteten Sachen rüber zum
Hafen. Große schwarze Vögel sitzen auf den Dachfirsten und suchen nach Futter
im Abfall – die Geier sind überall zu sehen.
Etwas unheimlich fand ich die
Vögel schon, wie sie so über uns hinweg flogen. Als wir an der Pier des Hafen
standen, hatte sie keine Angst vor uns und schauten unentwegt auf das Wasser,
mit der Hoffnung, sie würden Nahrung finden. Nach unserer Asienreise war ich ja
schon etwas geerdet, was die Müllentsorgung in fernen Ländern betraf. Aber das
hier in Belém hat mir schier die Tränen in die Augen getrieben.
Unvorstellbar, wie Menschen sorglos mit der Natur umgehen. Am Bootsanleger der kleinen Fischerboote war kein Wasser zu sehen. Der Müll stapelte sich auf der Treppe und es stank zum Himmel. Der Müll kann auch nicht davon schwimmen, denn durch den Gezeitenwechsel wird er immer wieder in den Hafen hineingedrückt. Wie gesagt, ich war ja einiges gewohnt von Asien, aber das hier sprengte jede Vorstellung von Umweltverschmutzung. Ich will meine Gedanken jetzt stoppen, sonst rege ich mich wieder auf!!! Eins ist klar, der Amazonas, die wichtige Wasserader in Südamerika ist mehr wie gefährdet – vom Regenwald will ich gar nicht anfangen. Ich bin froh, dass ich das ich hier mit eigenen Augen gesehen habe und wenn ich zu Hause bin, werde ich mit meinen Freunden und meinem Enkel drüber reden, wie wichtig unser Beitrag zum Schutz der Umwelt ist. Mülltrennung, Plastikverpackungen meiden und einmal mehr überlegen, wo ich noch aktiver sein kann.
Unser Ausflug endet und am Tenderhafen treffen wir unsere Freunde und wir machen uns gemeinsam zu Fuß auf den Weg zum Park Mangal das Garcas. Es geht wieder zum Markt, zum Fort und dann mit einer Taxe (10 Dollar) zum Park Mangal (Eintritt kostenlos). Eigentlich hatten wir vor, dorthin zu laufen. Aber uns wurde davor abgeraten, denn die Gegend sein so la la …
Was hat
der Park an Besonderheit zu bieten? Er ist das Abbild einer typischen
Amazonas-Landschaft auf rund 35.000 Quadratmetern. Schon gleich am Eingang sehe
ich die weißen Vögel auf einem Schiffswrack sitzen und insgeheim muss ich
grinsen.
Sie sehen aus wie zwei „beleidigte Leberwürste“! Sitzen da und tun so,
als würden sie sich nicht kennen und schauen irgendwie beleidigt in
gegensätzliche Richtung. Neben den mehr als 300 Vogel- und Schmetterlingsarten
gibt es blühende Blumen und eine sattgrüne Sumpflandschaft. Hier ein paar
Eindrücke meines fotografischen Streifzugs.
Unterwegs sind auch viele blühende Pflanzen zu sehen. Aber Vorsicht, diese hier verströmt keinen Duft sonder sie müffelt etwas streng.
Er stand unbeweglich da und plötzlich streckte er seinen Hals
durch und öffnete seine Flügel. Unbeschreiblich schön, wie er dann dort stand.
Es gibt
Wege an Teichen entlang zu den Volieren und auch ein Informatationszentrum zum
Lauf des Amazonas und den Booten, die auf dem Fluss unterwegs sind. Wir werden sie sicher bald an der Vita vorbeifahren sehen.
Wir
streunen noch etwas umher, unsere Männer halten Ausschau nach Fischen unter der
Brücke und dann laufen wir in Richtung des Aussichtsturmes.
Von dort oben haben
wir eine grandiose Sicht auf die Stadt. Die Luft ist träge von Feuchtigkeit und
läßt die Landschaft in ein trübes Licht tauchen.
Fazit: der Ausflug zum Park Mangal lohnt sich auf jeden Fall und der AIDAausflug war auch sehr interessant. Wir haben heute viel gesehen.
Die Zeit drängt etwas, denn es kann sein, viele Ausflügler kommen zurück von den Touren und wir müssen auf das Tenderboot lange warten. Dann nehmen wir eine Taxe bis zum Fort und laufen über den Markt zur Anlegestelle des Tenders zurück und regnet es erneut, als wir am Tenderhafen eintrudeln.
Egal, die Frisur ist eh hin und duschen sowie umziehen steht als nächstes an.
Nach 8 Stunden betreten wir die Vita wieder. Was für ein Tag, interessante Stadt gesehen – ein Tag länger wäre schön gewesen. Belém hat viel zu bieten, historische Altstadt, Museen und Kirchen, Parks und eine große Markthalle. So Leute, jetzt aber ab in die Kabine, Rucksack leeren – der hat jetzt 2 Tage Pause, denn es folgen Flusstage. Dann eine erfrischende Dusche und wir sind bereit das Abendessen. Lecker sieht alles aus und für den „hohlen“ Zahn ist auch noch was. Obwohl, die Torte rühre ich nicht an. Ich stehe eher auf ein Stück Käse als Nachtisch.
Der
Abend findet seinen Ausklang auf dem Pooldeck mit Alpenschlagern (vergleichbar
mit dem Alpenglühn auf den großen Schwesternschiffen). Ein wenig Bewegung nach
dem Essen ist auch wieder angesagt. Also drehen wir die Deckrunde und bleiben
an der Reling stehen.
Das Wasser murmelt leise vor sich hin, es ist ein anderes Geräusch, wie draußen auf dem weiten Meer. Flusskreuzfahrt hat unsere Unternehmung gerade. Und die Vita schlängelt sich auf dem Wasser Santarém entgegen. Zwei volle Tage haben wir Zeit und Muße, die Landschaft an uns vorübergleiten zu lassen. Wir sind gespannt, was sich morgen bei Helligkeit zeigen wird.