
„One Hour Back“, hieß es auch heute Nacht wieder einmal und damit liegen wir zur MEZ aktuell nur noch 4 Stunden voraus.
Manchmal muss man mehrfach auf die Uhr schauen und dazu am besten die Me-App aufrufen, denn dort wird automatisch die Bordzeit angegeben, wie spät es für unserem Tagesablauf an Bord eigentlich ist.
Auch daran muss man sich, bei einer solch langen und wiederholt zeitzonenveränderten Reise, gewöhnen.
Aber nicht nur das Händling, der tagesabhängige Umgang, bzw. das daran Denken, meine ich damit.
Nein, auch für den eigenen Körper bedeutet es, dadurch eine ständig neue Anpassung für den Biorhythmus herbeizurufen.
Und das ist ja nur ein Baustein an Veränderungen, dem unser Körper zwangsweise/reisebedingt ausgesetzt wird.
Die schaukelnden Bewegungen an Bord sind auch zunächst ungewohnt und das Gleichgewichtssystem bekommt Arbeit, sich dem anzupassen.
Ich selber habe bereits bei Landgängen verspürt, wenn ich still irgendwo stehe und etwas anschaue, dass ich manchmal das Gefühl habe, ich kippe nach vorne oder zur Seite und habe dann das Bedürfnis, meinen wackelnden Körper zu beruhigen oder mich festzuhalten, um standfest zu bleiben.
Die klimatisch sich manchmal recht schnell wechselnden Verhältnisse, sind nicht zu unterschätzen und strapazieren den Körper ungemein.
Erkältungskrankheiten entstehen und rollt diese „Lawine“ in der Richtung an Bord einmal an, gibt es kaum ein Ausweichen und nahezu jeden erwischt es irgendwann, oder sogar mehrmals.
Das ungewohnt „Laute“, vor allem an Musik und insgesamt die vielen Menschen um einen herum, sowie die sich dadurch ungewohnt häufig entwickelnde Kommunikation, das alles prallt ungebremst auf einen zu und, es hört die ganze Reise über nicht auf.
Sprachlich sich geschickt und überhaupt unter-/miteinander zu verständigen, zumal, wenn man wie hier schon an Bord und natürlich erst recht an Land, multikulturelle Begegnungen erfährt, fordert von einem einiges an geistiger Kraft.
Für diverse Excursionen, egal ob geführt oder individuell, ist ein gewisses Maß an Fitness notwendig.
Es ist nicht alleine damit getan, dass man sich im Bus herumfahren lässt. Man sollte auch fit genug sein, vor allem an den Stopps, um in der Gruppe dazu auch Schritt halten zu können.
Körperliche und geistige Fitness, so spüren wir es selber, ist bei einer solchen Reise von Wichtigkeit, denn sie wird einem überall abverlangt.
Und gerade alles das, was auf uns bei der Reise an geballter Sehenswürdigkeit und kulturellen Ereignissen zurollt, fordert ungemeine Kraft, um es geistig und mental auch zu verarbeiten.
Es gibt noch vieles mehr, was ich vorbringen könnte, was mir gegenüber einer sonstigen Kreuzfahrt an Unterschieden auffällt.
Wie hilfreich und notwendig zur Regeneration von Körper und Geist sich Seetage erweisen, spüren wir aktuell wirklich.
Aber nicht nur uns „Älteren“, die ja bereits ein gewisses Alter aufweisen, geht es so.
Es zeigte sich im Gespräch auch mit noch etwas jüngeren Mitreisenden, dass dies ein natürlicher Prozess der Reise ist und auf jede Altersstruktur so zutreffen kann.
Ich benötige gerade diese Auszeit, um eine Bronchitis auszukurieren.
Gestern wurde ich beim Frühstück schon lieb umsorgt, von unserem Stationskellner, welcher mir einen speziellen Tee, mit Ginger, Zitrone, Honig etc. zubereitete. ![]()
Heute Morgen zum Frühstück erhielt ich prompt erneut einen solchen Tee von ihm zubereitet und serviert. ![]()
Gestern Abend, nach der Show im Theater, die ich mir unbedingt anschauen wollte, mochte mein Mann noch gerne ein Glas Bier in der Bar trinken.
Also bin ich mit und ich bestellte beim Barkeeper (ein so freundlicher, aus Inden stammender Mitarbeiter) mit piepsiger Stimme zwei kleine Bier.
„No Madame, I’m making a medicine and you must drink it hot“
Gesagt getan, brachte er meinem Mann ein kleines Bier und mir einen heißen Tee mit etwas Milch, Honig, Zitrone, Ginger (Ingwer), Zimt und red Pepper … so zählte er es auf.
Als ich den ersten Schluck probierte dachte ich, der hat doch Schnaps da mit reingetan.
Nein, es war wirklich nur die Kombi und die Schärfe von dem Pfeffer und dem Ginger, gepaart mit Zimt und dem heißen Getränk an sich, was es mich zunächst vermuten ließ.
Eine Servicekraft kam zu uns an den Tisch und legte mir auch noch zwei Ginger-Lemon Teebeutel hin mit dem Hinweis, vor dem Schlafengehen mir noch einen Tee aufzukochen und ihn mit Honig vermischt zu trinken.
Auf jedenfall war diese Geste richtig aufmerksam und fürsorglich, auch wenn ich scherzhaft zu meinem Mann meinte: „Jetzt werde ich hier entmündigt und darf schon nicht mehr ein Getränk nach Wahl bestellen“. ![]()
Wir starten nun in den dritten Seetag in Folge, haben noch drei weitere vor uns und genießen aktuell die Ruhe (und uns ausruhend) in der Kabine und auf dem Balkon.
Der Himmel ist blau, mit ein paar Wölkchen durchzogen, die Luft schwülwarm, das Meer ist angenehm ruhig und das Rauschen der Wellen ein wenig Musik, die uns begleitet.
Ja, das war es heute von mir, mit ein paar ganz anderen, aber wie ich finde, auch das muss einem bewusst sein, wenn man sich für eine Weltreise entscheidet, Gedanken zu unserer Reise.
Wir mögen diese Reise sehr und freuen uns auf jeden neuen Tag und auf alles das, was wir persönlich und nach unseren Interessen erleben dürfen, egal ob auf See oder an Land!
Habt alle einen schönen Samstag ![]()
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