
Wiedereinmal halte ich kurz inne in meinen Gedanken, wird mir nämlich bewusst, dass heute bereits 2/3 der Reise hinter uns liegt.
In 44 Tagen werden wir Genua erreichen und damit auch das Ende dieser Traumreise.
Aber jetzt heißt es für uns alle zunächst weiterhin „jeden Tag genießen“ und das haben und konnten wir gestern auch wieder sehr gut.
Den gestrigen Vormittag, nach unserer Ankunft in Hongkong, hatten wir uns selbst gestaltet und waren im Bereich des Cruiseterminals, auf diesem sehr schön angelegtem Skywalk und unterhalb an der Waterfront, flaniert.
Flanieren!
So fühlte es sich herrlich an, waren wir nahezu alleine unterwegs.
Doch wenn ich es mir recht überlege und im Nachgang mir den Schrittzähler anschaue, hatten wir in den gerade mal zwei Stunden, von Kabine losgehen und bis zur Kabine ankommen, 9,7 km zurückgelegt.
Zählt das unter flanieren? ![]()
Das Cruiseterminal für sich ist schon riesig und man muss weite Wege gehen, bis man da durch und komplett raus ist.
Ich musste laut lachen, als mein Mann den Satz sagte: „Ich weiß ja schon, dass Hongkong als Stadt weitläufig ist, aber dass man uns das gleich schon am Terminal zeigt!“ ![]()
Am Nachmittag hatten wir uns dem MSC inkludierten Ausflug zur Reise angeschlossen.
Unsere Busfahrt begleiteten jeweils eine Englisch sprechende und eine Deutsch sprechende Reiseleiterin (es war ihre Debüttour) und die Tour führte zunächst durch die Stadt nach „Stanley“.
Das ehemals kleine „Fischerdörfchen Stanley“ liegt unmittelbar am Meer, hat einen hübschen öffentlichen Sandstrand und ist bekannt für seinen täglichen Markt.
Dieser Ort wurde nach der Kolonialzeit nach dem damaligen Kolonialsekretär Lord Stanley benannt, der zur Zeit der Übergabe des Landes im Amt war.
Ein kurzer Spaziergang über dem Markt reichte uns, vielmehr zog es uns an der Stanley Promenade Richtung Bootsanleger-Pavillon, um den schönen Blick zu genießen.
Aber nicht nur darauf fiel unser Blick, vielmehr sahen wir einen Hinweis zu einem Tempel, welcher sich versteckt in einer Bucht an der Steilküste befand.
Der Pak Tai Tempel ist wirklich sehr klein, jedoch hat er etwas spirituelles an sich, gerade an diesem verborgenen Ort.
Auf unserem Rückweg zum Bus, liefen wir zufällig noch an einem zweiten Tempel vorbei.
Natürlich warfen wir auch in dem „T‘IEN HOU TEMPEL STANLEY“ noch einen Blick hinein.
Im Nu war die uns für diesen Ort an Freizeit gegebene Stunde vorbei und wir liefen zurück zum Bus.
Dieser fuhr mit uns zurück in die Innenstadt Hongkongs und zur Peak-Tram Station, unserem zweiten Sightseeing-Tour-Stopp.
Die Peak Tram zählt zu einer der ältesten Standseilbahnen der Welt und überwindet, bei ihrer Fahrt hinauf auf den Victoria Peak, 350 Meter Höhenunterschied.
Von dort oben hat man einen spektakulären Ausblick auf die Skyline Honkongs, zumal, wenn man wie wir, zur Abenddämmerung dort oben ankommt und die abendliche Dunkelheit rasch zunimmt.
Man kann sich gut verweilen dort oben. Gibt es nicht nur die fantastisch fesselnde Aussicht, vielmehr kann man diverse Restaurants, Cafés und Läden besuchen.
Unser Ausflug fand auch danach noch kein Ende. Es stand noch eine Sampan-Fahrt bei dem Fischerdorf Aberdeen an.
Sampans sind in Hongkong traditionelle flache Holzboote, welche im alten Hafen als Transportmittel, aber auch historisch als Wohnraum, sprich als Hausboote, besonders in dem Ort Aberdeen, dien(t)en.
Mit diesem Sampan fuhren wir.
Heute nutzt man sie vermehrt für touristische Hafenrundfahrten, um den maritimen Ursprung und das Leben auf dem Wasser zu verdeutlichen.
Dieses Fischerdorf bewahrt seit Jahrhunderten ihren Lebensstil als schwimmende Gemeinde.
Es zeigt, welche wirtschaftliche und kulturelle Vielfalt Hongkong besitzt und verkörpert einen authentischen Einblick in die Ursprünge der Stadt und in die Wiederstandsfähigkeit ihrer Bewohner.
Dass wir nicht den Vormittag zur Ausflugsfahrt gewählt hatten, erwies sich auch bei dieser Fahrt mit dem Sampan, als ein wahres mystisches Erlebnis, durch die Dunkelheit und das Lichtermeer um uns herum.
Wir hatten mit dem Ablaufsverlauf bei der Reihenfolge unseres Ausflugs wahrhaft Glück, denn andere Tourbusse fuhren diese Route und Anlaufstellen in anderer Reihenfolge an.
Für uns war es optimal, diese beiden letzten Orte zeitlich zum Abend hin erleben zu können.
Glücklich im Herzen, den Kopf voll an neugewonnenen Eindrücken und insgesamt an dem kompletten Tag 16,4 km gelaufen, fielen wir, nach einem im Buffetrestaurant eingenommem Abendessen und noch etwas vom Oberdeck Zuschauen beim Auslaufen aus Hongkong, todmüde ins Bett.
Herr Kapitän verabschiedete uns nicht nur offiziell von Hongkong, sondern auch von TUI MS 6 , mit einem freundlichen Typhongruß.
Während ich das alles hier niederschreibe, sitze ich auf dem Kabinenbalkon und erfreue mich, diesen ruhigen Platz nutzen zu können und auch an den endlich wieder etwas wärmeren Temperaturen, trotz ordentlich Wind.
Aber das alles gehört zur Seefahrt dazu:
Wind, Wellen, die Weite des Ozeans und das Rauschen des Meeres. ![]()