
Mittwoch Nacht 22.06.2022
Ich hasse packen. Vermutlich ist das auch der Grund, warum ich es immer so lange wie möglich hinausschiebe und ist dann der Koffer endlich zu, bin ich total genervt.
Aber heute nicht. Heute Abend bin ich schnell und gut gelaunt. Mein liebster Mann und ich sind sogar so gut drauf, dass wir beschließen, noch vor der eigentlich geplanten Abfahrtszeit ins Auto zu steigen und gleich loszufahren, denn wir besuchen wieder unsere " große Kleine", also unsere Fernwehexpertin.... und ein nächtlicher Kurzschlaf wird ja auch irgendwie überbewertet.
So kommt es, dass wir nun bereits um 22,00 Uhr im Auto sitzen und unser Navi eine geplante Ankunftszeit in Kiel für 5.38 Uhr anzeigt.
Unsere "kleine Große" muss diesmal leider zu Hause bleiben, denn wir haben relativ spontan gebucht und sie hat so kurzfristig keinen Urlaub bekommen.
Wir machen viel Pause, versuchen auf den verschiedensten Autobahnparkplätzen Deutschlands vergeblich ein kurzes Schläfchen einzulegen, testen eine Vielzahl an Kaffeeautomaten, um schlussendlich festzustellen, wir werden langsam zu alt, um knappe 1.000 Kilometer am Stück zu fahren.
Gegen 10.00 Uhr erreichen wir den Parkplatz von "Hafen-Parken-KIel". Diese Parkplatzvermietung ist übrigens sehr empfehlenswert. Denn wir konnten hier nicht nur bereits einen Tag vor Abfahrt der AIDAluna einen Parkplatz reservieren, sondern man hat uns auch netterweise direkt von hier zu unserem Hotel für die Vorübernachtung gebracht. Also einen dicken Daumen hoch!
Für unsere Vorübernachtung haben wir das Steigenberger Conti Hansa am Ostseekai gebucht. Wir hatten auch nicht viel Auswahl, denn in Kiel findet endlich nach 2 Jahren wieder die Kieler Woche statt.
Leider ist unser Zimmer noch nicht bezugsfertig. Okay, irgendwie verständlich, denn es ist ja auch erst 11.00 Uhr vormittags. So bleibt uns nichts anderes übrig, als Kiel und die Kieler Woche zu entdecken. Und testen müssen wir uns ja auch noch.
Ziemlich erleichtert trinken wir mit dem Wissen unseres negativen Testergebnisses unseren ersten richtigen Urlaubskaffee. Hätte schließlich auch schief gehen können....
Für mein erstes Urlaubskaltgetränk bin ich trotz des schönen Wetters einfach zu fertig.
Wir schauen viel Schiffe, Fisch- und Getränkebuden, und wieder Schiffe und wieder Buden.
Die Zeit bis 15.00 Uhr tot zu schlagen ist ganz schön anstrengend.
Mir zu anstrengend, deswegen versuchen wir unser "Zimmerglück" bereits um 14.00 Uhr erneut. Schließlich habe ich nicht umsonst jahrelang im Hotelfach gearbeitet, übrigens auch bei oben genannter Hotelkette, um zu wissen, selbst bei voller Auslastung geht Check-in auch früher bei Bedarf.
Und was soll ich sagen..... im Hotel Conti Hansa..... leider nicht.
Ich halte mich zurück, man muss sich ja auch nicht wirklich über alles aufregen und wir warten friedlich weiter. Die Sessel in der Hotelhalle immerhin sind bequem. Genauso wie die Hotelbetten, auf denen wir endlich um kurz vor 15.00 Uhr in einen tiefen Mittagsschlaf fallen.
Gegen Abend schlendern wir nochmals durch Kiel, aber die Menschenmassen nach 2 Jahren Pandemie sind ganz schön gewöhnungsbedürftig.
Freitag, 24.06.2022
Ich werde geweckt von einer Whatsapp Nachricht von unserer Fernwehexpertin: " Ich bin jetzt auch in Kiel", gefolgt von der ernüchternden Mitteilung im Familienchat von Kind Nummer 2 " und ich leider noch immer am Bodensee".
Trotzdem gehen der einzelne Herr und ich ohne schlechtes Gewissen zum ersten Urlaubsfrühstück.
Es ist lecker, die Strapazen von gestern sind vergessen und die Vorfreude steigt.
Die tolle Lage des Hotels ermöglicht uns, zu Fuss mit unserem Gepäck zum Terminal der AIDA zu laufen.
Wir haben die erste Check-in Zeit gebucht, sind mehr als pünktlich, dennoch ist die Warteschlagen schon sehr lang. Vorschriftsmäßig reihen wir uns ein und ich bin erstaunt, wie viele Menschen hier schon stehen, die hier noch gar nicht hingehören. Manch einer hat eine Zeit gebucht, die eine Stunde oder mehr in der Zukunft liegt und diskutiert mit dem freundlichen "Bodenpersonal". Und freundlich ist in dem Fall wirklich nur das Personal und nicht die Menschen. Was bin ich froh, dass ich mich gestern so gut benommen habe...
Im Inneren des Terminals können wir endlich die Überholspur benutzen und dann sehen wir sie: unser Kind Nummer 1, unsere Fernwehexpertin, die heute beim Check-in aushilft. Mein Mutterherz schlägt höher, das Vaterherz vermutlich auch, wir freuen uns. Gut, wenn ich ehrlich bin, war die Trennung nicht wirklich lang, schließlich ist sie erst Anfang Mai aufgestiegen, aber zumindest die Entfernung war nicht ganz ohne, immerhin war sie seitdem schon ungefähr zweimal am Nordkap.
Aber vermutlich ist es wesentlich interessanter zu erfahren, dass trotz der frühen Zeit unsere Kabine bereits bezugsfertig ist, als irgendwelche Muttersentimentalitäten. AIDA putzt die Kabinen scheinbar nach Check-in Zeit. Da hat jetzt wirklich mal jemand mitgedacht! Da kann man nun auch mal loben.
Den Rest des Tages verbringen wir mit Entspannen, einigen Kaltgetränken an der Oceanbar und einem leckerem Abendessen im Marktrestaurant in Begleitung unserer Tochter.
Wir haben Urlaub!
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