joachimmeertal Fortgeschrittener

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  • Borkum40 -

    Hallo Achim,
    wir sind im September mal wieder mit AIDA in Haugesund und möchten dieses Mal Richtung Langfossen mit dem Mietwagen fahren. Könntest du mir Infos zu eurer Tour geben?
    Das wäre sehr nett.
    LG Anke

    • joachimmeertal -

      Hallo Anke,
      ich mach´s mir einfach - hänge meinen Reisebericht - allerdings ohne Fotos - bei. Grüße bitte Norwegen!
      Achim

      Fünf Freunde auf großer Fahrt – mit der AIDAvita vom 30. Juli bis 13. August 2016 von Kiel bis zum Nordkap und zurück. Haugesund.

      Und schon wieder keine Stadtbesichtigung – die unglaubliche Natur des Hinterlands lockte uns.

      Introfoto

      10. August 2016 – Haugesund

      Kapitän Möller informierte uns am Vortag, dass wir bis zur Ankunft in Haugesund vier Stunden lang durch Schären fahren würden. Ein Argument, früh aufzustehen. Und zwar schon wieder um 6 Uhr. Was sah ich von ganz oben? Die über dem Land aufgehende Sonne.

      Foto 1

      Schären? Vereinzelt – erst ab ca. 6.45 Uhr tauchten einige mehr auf.

      Foto 2

      Ansonsten fanden wir die Einfahrt unspektakulär. Später hörten wir, dass die attraktivere Schärenfahrt nicht möglich war, da auf dem geplanten Kurs eine Bohrinsel geschleppt wurde und den Weg versperrte. Nach dem Frühstück gingen wir bei leichtem Regen zur Mietwagenstation. Unterwegs erhielten wir einen ersten Eindruck von Haugesund. Eine typische, teilweise auf Inseln erbaute norwegische Stadt mit maritimem Charakter. Viele Holzbauten – klein und groß. Bunt. Wie hätte alles bei Sonnenschein ausgesehen?

      Wir übernahmen unseren Ford Focus. Für die drei auf der Rückbank Sitzenden ein wenig eng. Aber zumindest kuschelig … Immerhin haben sie in den letzten Tagen das An- und Abschnallen gelernt, so dass sie es an diesem Tag schneller schafften …

      Wir verließen die Stadt Richtung Süden. Moderater Verkehr. Jede Menge Kreisverkehre, die die Fahrt ein wenig bremsten. Schnell erreichten wir über eine schon von weitem sichtbare, über den Karmsund führende Brücke die Insel Karmøy. Unser erstes Ziel war bei Avaldsnes die Olavskirche. Dieser kleine Ort mit knapp 3.000 Einwohnern hatte große Zeiten hinter sich. Einst war er Häuptlingssitz und für einige Jahre der erste Königssitz in Norwegen, nachdem 872 Harald Schönhaar seinen Hof nach Avaldsnes legte. Einer von seinen Nachfahren, Olav I. Tryggvason, ließ hier eine kleine Stabkirche bauen. Sie wurde ab 1250 von einer Steinkirche

      Foto 3

      ersetzt, die seinerzeit als größte Steinkirche in Norwegen galt. Geweiht wurde sie dem Heiligen Olav, der kein anderer als König Olav II. Haraldsson war. Olav ließ sich entweder in Rouen oder auf den Scilly-Inseln vor der Südwestspitze Englands zum Christen taufen. Wo genau? Das weiß man nicht so richtig. Aber immerhin – er war weit gereist. Und was machte er in Rouen oder auf den Scilly-Inseln? Ganz einfach – was damals ein Wikinger so tagtäglich machte. Geld verdienen. Aber nicht durch Arbeit nach heutigem Verständnis sondern nach Wikingerart. Mord, Brandschatzen (u.a. die London Bridge), Entführung, Erpressung, … Wahrhaft christlich … Aber immerhin, er gilt als derjenige, der Norwegen christianisierte. Und so wird man eben heilig! Ach ja, mit welchen Argumenten überzeugte er seine Landsleute, dem Götzenglauben abzuschwören? Auch ganz einfach. Er suchte einen norwegischen Häuptling nach dem anderen auf und stellte sie vor die Wahl: „Entweder wird Dein Volk christlich oder Rübe ab!“ Schlagende Argumente, die wirkten … und damit alles nicht vergessen werden sollte, wurde Olav mal so eben als Heiliger dargestellt.

      So, zurück zur Olavskirche. Bzw. rein in die Kirche. Dicke Mauern, bestimmt Wehrmauern in der guten alten Zeit. Schlicht und einfach – nordisch. Beeindruckend.

      Foto 4

      Und dann rum um die Kirche. Was war das? Ein langer, schlanker, in Richtung der Kirchenmauer geneigter Stein. Zwischen Mauer und Steinspitze war noch Platz. Zum Glück … Ein sogenannter Bautastein.

      Foto 5

      In dem allseits bekannten Dorf in Gallien wurden solche Steine von Obelix hergestellt. Es war also ein Menhir. Ein wenig schlanker als die von Obelix hergestellten Brocken. Wurde der Bautastein aus diesem Grund „Nähnadel Mariens“ getauft? Der Überlieferung nach würde das Zusammentreffen der 9,2 cm von der Außenmauer entfernten Nähnadel und Kirchenmauer den Weltuntergang bedeuten. Also Stress für die jeweiligen Gemeindepfarrer … denn nur für die Menschheit schlugen einige verantwortungsbewusste Kirchenmänner die Spitze des mit 7,2 m zweithöchsten norwegischen Bautasteins ab, sobald er der Mauer zu nahe kam. Diese verdienten Kleriker sollten heilig gesprochen werden – aber auf mich hört ja niemand …

      Wir schauten uns das weitläufige Kirchengelände ein wenig länger an. Viele alte Gräber und Grabsteine. Von der Mauer ein tolles Panorama mit der Karmsundbrücke.

      Foto 6

      Holen wir sie doch ein bisschen näher … wofür hatte man denn das Teleobjektiv?

      Foto 7

      Unser angestrebtes Hauptziel, das unterirdische Nordvegen historiesenter,

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      war leider nur für eine AIDA-Gruppe geöffnet. Gut, wir hätten uns anschließen können – es wäre nicht aufgefallen. Wir wurden sogar „gemahnt“ mitzugehen. Aber wir blieben ehrlich – die Führung hätte für das auf uns wartende Programm zu lange gedauert. Aber immerhin konnten wir einen Blick auf den Heiligen Olav werfen, als er noch nicht heilig war.

      Foto 9

      Gut hat er sich über viele Jahrhunderte gehalten. Ob es an der Pflege der neben ihn stehenden Ehefrau lag? Welche war es überhaupt? Er hatte nicht nur eine … Schließlich war er noch nicht heilig, nur Christ. Übrigens waren einige seiner Ehefrauen vorher mit Häuptlingen verheiratet, die sich nicht zum Übertritt zum Christentum überzeugen ließen. Das tat weh, vor allen Dingen den nicht-mehr-Häuptlingen. Trennung Kopf von Körper! Aber Olav hatte Mitleid mit deren Neu-Witwen und nahm sie unter seine Fittiche. Wahrhaft christlich …

      Mehr Wikinger oder auch Hinterlassenschaften konnten wir uns nicht anschauen. Also weiter mit unserem Auto. Zurück Richtung Karmsundbrücke. Durch eine Landschaft, die wie die deutschen Mittelgebirge anmutete.

      Foto 10

      Nicht, dass wir die deutschen Mittelgebirge nicht mögen. Aber alles zu seiner Zeit. Für heute stand das liebliche, aber auch wilde Norwegen auf unserem Programm. Also zunächst Richtung Haugesund und später auf der gut zu befahrenen E134 Richtung Oslo. Eine beeindruckende Landschaftsfahrt begann. Vorbei am Førresfjord. Er lockte wie auch ein Parkplatz. Raus aus unserem Ford, über den Zaun gestiegen, die ein wenig sumpfige, mit Hinterlassenschaften von Schafen und Kühen versehene Weide bewältigt, auf einen Felsen gekraxelt und schon lag der Fjord zu unseren Füßen – eine idyllische Landschaft, die eine himmlische Ruhe ausstrahlte.

      Foto 11

      Von hier aus hielten wir uns Richtung Landesinnere, hatten aber immer wieder Kontakt mit dem Wasser. Zum Glück nicht von oben sondern mit Fjorden und Seen. Die Berge wurden höher, waren aber nicht so spektakulär wie im Norden des Landes. Felsgestein kam immer wieder hervor, größtenteils von Bäumen und Sträuchern umringt. In den Tälern breiteten sich Weiden aus – es wurde Vieh gehalten. Wir fuhren durch die Orte Ølen und Etne. Von der Durchfahrtsstraße aus nicht sehr anziehend; aber der schönste Teil der Fahrt lag noch vor uns. Rechts von uns plätscherte der Etneelva vor sich hin. Ein Fluss mit vielen Stromschnellen, ab und zu mit Miniwasserfällen. Er verbindet den soeben verlassenen Etnefjord mit dem Stordalsvatnet. Ein See, an dem wir eine kurze Fotopause machten.

      Fotos 12, 13

      Eine Landschaft, die an unseren Schwarzwald erinnerte.

      Der Stordalsvatnet blieb hinter uns und vor uns genossen wir während der Fahrt die Ausblicke auf den Åkrafjord. Wir folgten größtenteils der Uferlinie. Allerdings nicht knapp oberhalb des Ufers sondern meistens in einer Höhe zwischen 50 bis 100 m. Nicht nur geradeaus – es war eine kurvenreiche, gut ausgebaute Strecke mit unermüdlichem Auf und Ab. Ein Tunnel folgte dem anderen – der längste maß mehr als 7 km. Direkt hinter dem Langfoss-Tunnel fanden wir auf einem Parkplatz zum Glück noch Platz für unser Auto. Ein Parkplatz mit Aussicht.

      Foto 14

      Und es brauste. Vereinzelte Wassertropfen benetzten nicht nur Brillen und Objektive. Regen? Nein – nicht weit von uns entfernt zeigte der Langfoss seine ganze Pracht!

      Foto 15

      612 m donnerte er herunter. Je näher wir kamen desto gewaltiger wurde das Getöse. Von oben stürzte er sich über zahlreiche Felskanten hinab, erreichte Straßenniveau, setzte seinen Weg unter der Brücke fort und vereinigte sich schließlich mit dem Wasser des Åkrafjords. In dieser Umgebung blieben wir länger und stiegen über Treppen und Pfade hinab bis wir fast Fjordniveau erreichten.

      Fotos 16, 17

      Vom anderen Ufer des Åkrafjords näherte sich ein Ausflugsboot. Es fuhr direkt zum Langfoss.

      Foto 18

      Das Boot drosselte die Geschwindigkeit und glitt langsam zum Wasserfall. Natürlich wurde es rechtzeitig gestoppt. Von der Bugspitze aus hielt ein Besatzungsmitglied an einem langen Stab hängenden Eimer in die auch hier noch tosenden Wassermassen.

      Foto 19

      Ein guter Schluck für die Passagiere – ob er gesund war, ist eine andere Sache …

      Wir konnten nicht genug vom Langfoss bekommen und mussten noch näher an ihn heran. Also wieder hoch, die Straße durch einen Tunnel unterquert und dann ganz, ganz nahe heran. Feucht war´s – nicht nur ein wenig. Gischt hüllte uns ein. Wir mussten uns anschreien – eine angenehme Unterhaltung bei dem gewaltigen Donnern des Langfoss´.

      Fotos 20, 21

      So, zurück zum Parkplatz und wir begannen die Rückfahrt. Zunächst auf derselben Straße wie auf der Hinfahrt. Eine Alternativroute hätte die uns zur Verfügung stehende Zeit gesprengt. Ab und zu gönnten wir uns natürlich einen Fotostopp. Dort, wo oberhalb des Åkrafjords eine Parkmöglichkeit bestand. Eine Landschaft! Sie reizte uns … doch wir blieben standhaft …

      Foto 22, 23

      Einen längeren Aufenthalt erlaubten wir uns in Ølen an einem Nebenarm des Åkrafjords mit einem herrlichen Blick Richtung Hauptfjord.

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      Der kleine Sport- und Fischereihafen

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      lockte uns wie auch die am anderen Ufer in Reparatur befindlichen Ölplattformen.

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      Wie auch die nur wenige Meter entfernte Touristeninformation – eher ein Andenkengeschäft –

      Foto 27

      mit einem wunderschönen Garten

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      und mehreren Trollen.

      Foto 29

      Echten? Wohl nicht …

      Wir machten uns wieder auf. Einige Kilometer hinter Ølen verließen wir die direkte Route nach Haugesund. Schmal war unsere Straße, die sich zwischen Felsen und durch Wälder schlängelte. Es begann zu regnen. Leider. Und ganz schön kräftig, so dass wir die Geschwindigkeit tüchtig drosseln mussten. Mit Fotos war absolut nichts. Schade, denn die an uns vorüberziehende, Regen verhangene Landschaft war trotz der Sichtbeeinträchtigung attraktiv. Doch später gönnte sich der Regen eine Pause. Als wir in Skjoldastraumen ankamen, um an der einzigen Salzwasserschleuse Norwegens unsere Beine zu vertreten. Sie hatten es nötig …

      Foto 30

      Die Schleuse wurde 1908 eingeweiht. In dieser Zeit wurde damit ein regelmäßiger Schiffsverkehr zwischen Haugesund und Stavanger gewährleistet. Die Schleuse ist heute noch immer in Betrieb. Beide Seiten – Verlängerung Schleusenausfahrt

      Foto 31

      und Schleuseneinfahrt (wie man es sehen will) –

      Foto 32

      verlockten zum Bleiben. Besonders der Platz oberhalb der Schleuse – aber vor uns lagen noch einige Kilometer! Und es dauerte nicht sehr lange und wir legten einen weiteren Fotostopp ein. An einer urgeschichtlichen Stätte – bei den Bautasteinen von Grinde.

      Foto 33

      Diese schlanken Bautasteine wurden 1919 entdeckt. Einer stand aufrecht; sechs weitere waren als Baumaterial in Brücken zweckentfremdet. Letztere wurden natürlich befreit – und trotzen auf diesem vorzeitlichen Fundplatz Wetter und Besuchern …

      Nun aber ohne Pause zurück nach Haugesund. Zunächst begleitete uns Regen; Haugesund begrüßte uns mit Sonnenschein. Allerdings fuhren wir nicht direkt zurück zum Schiff. Vorgenommen hatten wir uns den Besuch von Haraldshaugen, einem Nationalmonument Norwegens.

      Foto 34

      Gewidmet wurde es König Harald Hårfagre, auf gut deutsch Harald Schönhaar. Harald ermunterte im 9. Jahrhundert die 28 anderen Stämme Norwegens mit im wahrsten Sinne des Wortes schlagkräftigen Argumenten, sich ihm anzuschließen und ihn als Herrscher anzuerkennen. Viele der Stammesoberen blieben dabei auf der Strecke – zum Ausgleich übernahm er einige Ehefrauen der verschiedenen Stammesfürsten (s.o. – Das war damals mit Sicherheit üblich und praktisch!). Er heiratete sie. Oder nahm sie als Nebenfrauen. Böse Zungen behaupten, dass er mindestens 10 Ehefrauen und Konkubinen hatte.
      872 hatte es der schöne Haarträger erreicht. Er einigte Norwegen. Oder das, was man damals als Norwegen ansah. Harald starb 932 und wurde dort beigesetzt, wo sich heute Haraldshaugen befindet (norw. Haugen = Hügel). Zum 1.000. Jahrestag der Reichseinigung wurde über seiner Ruhestätte das Monument mit einem 17 m hohen Grantobelisk und 29 mit den Namen der Stämme versehenen Stelen (=Bautasteine?) errichtet.

      Foto 35

      Nur ein paar Meter davon entfernt stand auf einem Felsblock ein Kreuz,

      Foto 36

      das 1.000 Jahre alt ist. Diese Stelle war in früheren Zeiten ein Thingplatz. Man sagt, dass während der Versammlungen die Bauern das Christentum angenommen hatten und aus diesem Grunde das Kreuz (Krosshaugen) errichtet wurde.

      Von beiden Stellen, von Kross- und Haraldshaugen hatten wir einen sehr guten Überblick auf das Meer und einen Villenvorort Haugesunds.

      Fotos 37, 38

      Unser Mietwagenausflug neigte sich dem Ende zu. Wir gaben unseren Ford ab und schlenderten langsam Richtung Hafen. Und schon sahen wir sie – unsere AIDAvita. So nah – und doch so fern …

      Foto 39

      Auf geradem Wege konnten wir nicht zu ihr – wir hätten den Smedasundet, einen nicht sehr breiten Meeresarm und Teil des Hafens, durchschwimmen müssen. Dafür hatten wir absolut keine Lust – also schnupperten wir in die eine oder andere Nebenstraße. Wir sahen sehr schöne Holzhäuser in verschiedenen Farben. Also nicht langweilig – wie immer hätten wir mehr Zeit haben müssen …

      Foto 40

      Die Vår Frelsers Kirken mit ihren gegen den blauen Himmel stechenden Turm wurde umrundet,

      Foto 41

      die lebendige Einkaufsstraße Sørhauggata besucht. Anschließend gingen wir bergab – zum Smedasundet, wo der Bär tobte. Jede Menge gut besuchte Restaurants. Viele Holzhäuser, vorherrschend in weiß. Auf der anderen Wasserseite ältere und auch entkernte und renovierte Lagerhäuser.

      Fotos 42,43

      Vor uns die Risøy bru, die wir noch zu bewältigen hatten.

      Foto 44

      Doch halt! Was war das? Auf einem Sockel eine gut gebaute weibliche Figur mit sehr, sehr langen Beinen. Aber kalt. Aus Stein. Tatsächlich – es war Marilyn Monroe.

      Foto 45

      “Diamonds Are a Girl’s Best Friend” sang sie – davon hatte in ihren letzten Tagen mit Sicherheit genug. Diamanten, aber keine guten Freunde … leider …
      Aber warum wurde sie in Haugesund zur Schau gestellt? Ihr Vater war in dieser Stadt geboren und wanderte später in die Vereinigten Staaten, wo seine Tochter ihr Glück und Unglück fand. Happy birthday, Mr. President … auch John F. Kennedy war letzten Endes keine Hilfe.

      Nun aber zur Risøy bru. Ein recht steiler Anstieg; wir stoppten am Zenith für kurze Zeit und genossen den Blick über den Hafen und die ihn begrenzenden Bauten Richtung Karmsundbrücke.

      Foto 46

      Die entgegengesetzte Richtung zeigte eine zumindest genauso attraktive Wasserlinie und einen guten Blick über die Stadt. Einfach toll, dieses Flair!

      Fotos 47, 48

      Aber auch hier durften wir nicht länger bleiben. Unsere AIDAvita rief uns. Auch das Marktrestaurant mit „Spanien“; den Nachtisch genossen wir im Calypso, das an diesem Abend „Ranchero“ präsentierte. Den Tag verabschiedeten wir in der Ohschän-Bar. Dort gab es tatsächlich neben freien Plätzen ein bestimmtes Getränk … aber das wisst Ihr ja schon …

      Foto 49

      11. August 2016 – 6. Seetag

      Schön, „kein Land in Sicht“ war avisiert. Ausschlafen oder so ähnlich. Kurz nach 8 Uhr war ich oben auf Deck. Zu meinem Glück ergatterte ich gerade so noch einen Becher Kaffee und setzte mich in die Sonne – herrlich!

      Foto 50

      Eine himmlische Ruhe an Deck. Viele freie Liegen. Noch …

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      Aber nicht alle – wir sollten nicht enttäuscht werden!

      Foto 52

      Nun aber nach unten. Alle waren bereit – Frühstück! Und anschließend wieder in die Sonne. Auf Deck 6, wo es noch nicht besetzte Stühle gab. Eine kurzzeitige Verlagerung auf Deck 10 erfolgte, als unser Küchenchef persönlich seine Soljanka verteilte. Lecker …

      Ansonsten hielten wir uns an die allseits bekannten und von der Mehrheit der Kreuzfahrer akzeptierten und befolgten Vorgaben eines Seetages (nur eine begrenzte Auswahl!):

      - nicht zu viel bewegen – maximal von der Sonnenliege bis zum Restaurant
      - nach dem Futtern ausgiebig ausruhen
      - nur wenn es unbedingt notwendig ist, die Kabine aufsuchen
      - öfters auf die Uhr schauen, um die Essenszeiten nicht zu verpassen
      - bei optimalem Wetter (hatten wir!) im Außenbereich des Restaurants speisen

      Genau das machten wir an diesem Nachmittag. Die Frischluftzone des Calypso war besonders zur Kaffeezeit optimal. So ausgezeichnet, dass wir uns nicht von unseren Plätzen an der Heckreling lösen konnten! Die Wasserspur unserer AIDAvita unter uns, das stahlblaue Meer, die Sonne, der vorwiegend blaue Himmel – Fünf Freunde, was wolltet Ihr mehr?

      Foto 53

      Auch im windgeschützten Bereich des Pooldecks gab es wenig Bewegung.

      Foto 54

      Liegenbewohner mussten mit der vollen Breite der Handtücher den Mitpassagieren signalisieren: Das ist meine! Grins …

      Auf dem Wasser war mehr Bewegung. Der Schiffsverkehr zwischen Südnorwegen und Norddänemark nahm merklich zu. Die Küste Dänemark war – allerdings sehr weit weg – zu erkennen.

      Foto 55

      Uns gefiel es, einfach nichts zu tun. Nur in die Gegend, nein, besser über das Wasser zu schauen und zu sinnieren. Dem gaben wir uns sehr, sehr lange hin. Bis kurze Zeit vor dem Abendessen. Im Marktrestaurant hauten wir beim Thema „USA“ zu; das Calypso mit „Australien“ kam zu kurz. Aber satt waren wir und schon wieder nicht in der Stimmung, viel Äktschn zu zeigen. Also bewegten wir uns. Ob mit dem Fahrstuhl oder zu Fuß zum Außenbereich der Anytime-Bar. Nichts war los – wir belegten Plätze im windgeschützten Bereich. Ach ja, nichts war los … auch der Barkeeper bewegte sich nicht in unsere Richtung. So wie es aussah, musste er auf seine beiden, ein wenig merkwürdig auf dem Barhocker thronenden bzw. schwankenden Gäste aufpassen. So widmeten wir uns zunächst einmal der dänischen Küste. Eine flache Linie – aber die Wolkenbildung … einfach toll …

      Foto 56

      Irgendwann beschlossen wir, die Theke aufzusuchen. Uns kamen die beiden, sehr schnieke bekleideten Gäste entgegen. Prima – sie konnten sich tatsächlich noch auf den Beinen halten … kein Wunder, dass der Barkeeper wenig Interesse an uns zeigte. Bis er unsere Aufträge erhielt. Und uns sogar die Getränke brachte … Ein Abend, wie er nicht schöner sein konnte.

      Foto 57

      Wir genossen ihn einfach in aller Ruhe und ließen uns später von der Dunkelheit umhüllen. Erfreuten uns auch an der Deckillumination.

      Fotos 58, 59

      Und an den immer wieder an uns vorüberziehenden Schiffen.

      Foto 60

      Bis wir uns verzogen …

    • Borkum40 -

      Super, besten Dank!

  • joachimmeertal -

    Hallo Uli, in der AIDA-Weblounge gibt´s keine Reiseberichte mehr von mir. Ich habe sie dort gelöscht. Aber gerne maile ich Dir den Bericht zu, falls Du mir Deine E-Mail-Adresse gibst - allerdings leider ohne Fotos.
    Viel Spaß bei der Planung
    Achim

  • tim-teufelchen -

    und wo finde ich die "Reiseberichte Weblounge"?? Sorry, bin ihr recht neu und fast etwas spät mit der Urlaubsplanung.... kannst du mir evtl. deinen Reisebericht per Mail schicken? LG Uli

  • tim-teufelchen -

    Hallo, wie finde ich deinen Bericht über Haugesund?

    DANKE :)

    • joachimmeertal -

      Leider nicht mehr - ich habe sämtliche "Werke" in der Weblounge gelöscht. Die Begründung findest Du in meinem "Reisebericht" auf Seite 2 Reiseberichte Weblounge.

  • berlini 18 -

    Danke für Antwort zum ca.Preis für Ausflug in Danzig!

  • Janab -

    Wir überlegen noch was wir machen, aber vielen Dank für deine Tipps.

  • joachimmeertal -

    Das wird dann knapp - auf eigene Faust. Die Gegend rund um Haugesund mit einem Auto abzuklappern dürfte auch interessant sein.

  • Janab -

    Wir müsse um 16:00 Uhr schon auf dem Schiff sein, ich weis nicht recht ob es sich da lohnt.

  • joachimmeertal -

    Hallo Jana,
    wir sind ca. 9 Uhr vom Autovermieter abgefahren, benötigten ca. 1/2 Stunde bis zur Olafskirche auf Karmoy, blieben auf Karmoy ungefähr 45 Min. bis eine Stunde und kamen am Langfossen gegen 12.30 Uhr an. Zwischendurch machten wir noch zwei kurze Pausen (insgesamt ungefähr 30 Minuten). Dabei hielten wir uns an die Höchstgeschwindigkeit - alles andere könnte in Norwegen teuer werden. Aufenthalt am Langfossen rd. 1 Stunde. Rückfahrt auf derselben Strecke bis kurz hinter Oelen, das wir uns auch ca. 45 Minuten anschauten (incl. Andenkenladen). Weiterfahrt zur Salzwasserschleuse, dann zu den Bautasteinen von ? und nach Haraldshaugen (Ankunft ungefähr 16.30 Uhr. Dort blieben wir rd. 1/2 Stunde und dann zurück zu Hertz. Zurück durch Haugesund zum Schiff. Die Hafengegend ist sehr schön - bei gutem Wetter tobt dort der Bär.
    Schau Dir nochmal meinen Reisebericht in der weblounge an - dort ist der Tagesablauf beschrieben.
    LG Achim

  • Janab -

    Sie können ihn zum Hafen bringen. Das ist super. allerdings kostet der Wagen dann 130€ insgesamt. Achim kannst du mir vielleicht noch etwas mehr zu der Route sagen. Wie lange fährt man bis zum Langfossen und was lohnt sich noch unterwegs anzuschauen oder ist es ratsam nach Avaldsnes oder zur HI Karmög zu fahren. und wie ist Haugesund selber, könnte man da auch viel sehen?
    Vielen Dank
    LG Jana

  • joachimmeertal -

    Versuch´s mal - einfach anmailen. Entweder hast Du Glück oder nicht.
    LG Achim

  • Janab -

    Danke Achim, wir sind leider an einem Sonntag in Haugesund und da haben nur die Stationen am Flughafen auf. Vielleicht liefen sie auch zum Schiff.
    LG Jana

  • joachimmeertal -

    Hallo Jana,
    wir haben in Deutschland über den ADAC gebucht mit kleinerem finanziellen Vorteil. Der Wagen - bereitgestellt von Hertz - kostete € 151,--. Abgeholt und zurückgegeben haben wir ihn in der Karmsundgate 178. Es war ein etwas längerer Weg - aber dafür sahen wir - besonders auf dem Rückweg - Interessanten in Haugesund.
    Viel Spaß bei der Vorbereitung
    Achim

  • Janab -

    Hallo Achim, welchen Mietwagenanbieter hattet ihr in Hausgesund, wo ist die Station und was hat es gekostet.
    Vielen Dank
    LG Jana