Luftverschmutzung durch Luxus-Kreuzfahrtschiffe

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  • Ich bin kein Freund vom NABU, aber grundsätzlich ist so eine Untersuchung sehr gut. Enttäuschend ist, das Phoenix sich tot gestellt hat!

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  • Interessant wäre so eine Statistik mit den Frachtern und Tankern, die ja überwiegend die Meere bevölkern! Leider wird ja überwiegend auf den KF Schiffen herumgehackt! Wer sich selbst informieren möchte, einfach mal marine Punkt Traffic oder Ähnliches aufrufen.


  • Die Detailbewertung:



    Unabhängig davon, dass sie erneut die Bewertungskriterien verändert haben finde ich, dass sie diesmal wesentlich ausgewogener argumentieren als noch vor Jahren, wo sie nurzu mit Lügen um sich geworfen haben. Sie sehen ein, dass der Umstieg schwierig ist und benennen Bereiche, die ein zweischneidiges Schwert sind. LNG ist wie sie schreiben aus Perspektive der Luftschadstoffe extrem sauber und ein riesiger Fortschritt. Weil das Methan aber nicht vollständig verbrannt wird und überall in der Lieferkette und bei der Förderung Leckagen sind, ist es aus Klimasicht, wenn es schlimm läuft, sogar ein Rückschritt. So wie die Reederein sie aktuell noch aufgrund des niedrigeren CO2 Ausstoßes als klimafreundlich promoten ist es jedenfalls nicht haltbar und es ist gut, dass sie darauf hinweisen. das gleiche bei Bio Treibstoffen, die wenn sie nur explizit für Treibstoffe produziert werden viel Land fressen. Hier übertreiben sie es aber dann doch wieder etwas (#Palmöl), weil die Reederein schon darauf achten und nur Biofuels aus Reststoffen nutzen. Die hätten zwar auch woanders genutzt werden können (LKW, PKW), aber dort gibt es in der Regel wesentlich bessere Alternativen (Batterie) weshalb das schon in Ordnung ist die in der Schiffahrt einzusetzen.


    Dass AIDA abrutscht kann ich tatsächlich mittlerweile mittragen. Ihr letzter Nachhaltigkeitsbericht ist 4 Jahre alt. Landstrom wird mittlerweile auch von TUI genutzt. TUI setzt bei der Mein Schiff 7 auf Methanol und verzichtet erstmals auf Schweröl (was sie in der Restflotte aber noch zu über 90% nutzen und damit wesentlich mehr als AIDA, wobei man das auch nicht sagen kann, weil AIDA ja keine Berichte mehr veröffentlicht...). Der Fokus verschiebt sich von Luftschadstoffen zu Klimaschutz, wodurch die Vorreiterrolle bei LNG weniger wiegt. Wasserstoff/ Brennstoffzellen werden es nicht machen und so ist der einzige Bereich wo AIDA noch vor TUI ist die Batterie auf der prima.



    Vergleich Klimaeffekt bei der Stromproduktion zur im Vergleich von Diesel/ Öl noch dreckigeren Kohle (5% Verluste sind leider gar nicht so unrealistisch)



    Zweite Frage bei Seite gestellt kann dieser Treibstoff eher nicht in Deutschland erzeugt werden. Hier braucht man die erneuerbare Energie an anderer Stelle. Aber schauen wir uns mal Marokko an, die arabische Halbinsel und teilweise auch Spanien. Oder auch Kanada (dann aber weniger mit Sonne). Dort kann Strom aus PV für teilweise weniger als 1 cent/kWh hergestellt werden. Und das auch zumindest mittelfristig in ausreichender Menge. Natürlich schließen sich jetzt hier Fragestellungen wie die Verlässlichkeit der Lieferanten, der Transport usw. an. Aber es wird dann an Lösungen mit Hochdruck gearbeitet, wenn man weiß, dass man an den Lösungen Geld verdienen kann.

    Elektrolyseure, die den Wasserstoff produzieren, der die Grundlage für all die neuen sauberen Treibstoffe ist, müssen viele Stunden laufen um effizient zu sein. Die Sonne scheint aber leider nicht so viel und vor allerm gibt es da sehr viele Erträge um die Mittagszeit, die zu viel sind und dann wenig am Rest des Tages und 0 in der Nacht (je weiter vom Äquartor weg dann noch die saisonalen Effekte). Windkraft kommt auf wesentlich mehr Vollaststunden als Solar, weshalb sich Wasserstoff Projekte eher Richtung Windkraft entwickeln. Am bessten ist natürlich eine Kombi aus beidem, weil sie sich oft gengenseitig ergänzen und so noch mehr Volllaststunden zussamen kommen. Deshalb ist zum Beispiel das Projekt in Namibia sehr vielversprechend. Was man für Wasserstoff auch noch braucht ist tonnenweise Wasser. Das gibt es in der Wüste eher weniger, wehalb die Projekte dort allein dadurch zusätzliche Probleme haben. Dazu kommt, dass die PV Module dort auch schnell mit Wüstensand/ Staub bedeckt sind und wesentlich an Leistung verlieren. Da hilft es dann auch schnell nicht mehr, dass Sonne dort die doppelte oder dreifache Energie wie in Europa liefert. Und der Transport von Wasserstoff um die halbe Welt ist ebenfalls wesentlich aufwändieger als sich das viele vorstellen, weshalb es schon sehr sinnvoll große Mengen hier zu produzieren. Ideale Standorte in Europa sind die Nordsee, Biscaya, iberische Halbinsel und Skandinavien. Potential haben wir auch in Deutschland/ Europa. Für Methanol braucht man am Ende auch viel aufgefangenes CO2, was in dichter besiedelten Gebieten auch eher leichter einzufangen ist als in dünn besiedelten Gebieten.


    Offshore-Wasserstoff: Tanker statt Gasleitungen machen alles viel einfacher
    Grüner Wasserstoff, der auf schwimmenden Offshore-Windkraftanlagen erzeugt wird, könnte per Tanker transportiert werden, statt teuere neue Leitungen zu…
    www.tagesspiegel.de

  • Klar sollten Kreuzfahrtschiffe mit an der Spitze der Entwicklung schadstoffarmer Schiffe stehen, trotzdem sollte die Frage erlaubt sein, was mit den restlichen, 40.000 Schiffen ist, die die Meere bevölkern. Darunter Tausende von Seelenverkäufern, die noch Jahrzehnte die Ozeane befahren.

  • Interessant wäre so eine Statistik mit den Frachtern und Tankern, die ja überwiegend die Meere bevölkern! Leider wird ja überwiegend auf den KF Schiffen herumgehackt! Wer sich selbst informieren möchte, einfach mal marine Punkt Traffic oder Ähnliches aufrufen.

    Die Vorreiter in der Seefahrt sind nur mittlerweile nicht mehr die Kreuzfahrtreederein. Maersk hat beispielsweise bereits jetzt schon mehrere Methanol Containerschiffe, die sie im Gegensatz zu TUI auch bereits damit betreiben. LNG und Landstrom (Kalifornien) wird auch schon von vielen genutzt. Am Ende müssen alle sauberer und kimaneutral werden, weshalb öffentlicher Druck auch auf die Kreuzfahrtreederein schon angebracht ist.


    Ich bin kein Freund vom NABU, aber grundsätzlich ist so eine Untersuchung sehr gut. Enttäuschend ist, das Phoenix sich tot gestellt hat!

    Das tun sie schon seit Jahren. Mit 30+ Jahre alten Schiffen hatten sie auch lange nichts vorzuzeigen. Mittlerweile haben sie bei einigen die Motoren ausgetauscht und einige können nun Landstrom nehmen, aber Vorreiter werden sie ohne Neubauten nie werden...

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    Elektrolyseure, die den Wasserstoff produzieren, der die Grundlage für all die neuen sauberen Treibstoffe ist, müssen viele Stunden laufen um effizient zu sein. Die Sonne scheint aber leider nicht so viel und vor allerm gibt es da sehr viele Erträge um die Mittagszeit, die zu viel sind und dann wenig am Rest des Tages und 0 in der Nacht (je weiter vom Äquartor weg dann noch die saisonalen Effekte). ...

    Sollte der Strom über Solarzellen erzeugt werden, hast Du Recht. In Großanlagen macht man das aber durchaus anders. Über Spiegel wird die Sonne an einen Punkt gelenkt. Dort wird die Hitze in Salzflüssigspeichern gespeichert. Von dort aus wird dann Dampf erzeugt, der klassisch in einer Turbine Strom erzeugt. So erzeugt man kontinuierlich und wenn der Speicher groß genug ist auch über Nacht, bei Bewölkung usw. Strom, der dann z,B, zu Wasserstoff in der Elektrolyse weiterverarbeitet wird.


    24 Stunden am Tag sind möglich. Jedoch muss dann die Wirtschaftlichkeit betrachtet werden, da hier der Salzspeicher größer ausfallen muss. In der Wüste sind allerdings 6000 Vollaststunden pro Jahr durchaus wirtschaftlich realisierbar (und passiert ja auch schon). Mehr als genug für eine gute Elektrolyse.

  • Interessant wäre so eine Statistik mit den Frachtern und Tankern, die ja überwiegend die Meere bevölkern! Leider wird ja überwiegend auf den KF Schiffen herumgehackt! Wer sich selbst informieren möchte, einfach mal marine Punkt Traffic oder Ähnliches aufrufen.

    Ich sehe das nicht als "herumhacken" an. Und gerade der NABU ist hier nicht moralisierend oder ideologisch. Auch wenn man solche Rankings so oder so machen ggf. auch besser machen kann Aber man muss zugegeben: Kreuzfahren machen wir, weil es uns Spaß macht. Und da darf man sich Fragen gefallen lassen ohne auf andere zu zeigen.


    Und im Besten Fall ist ein Kreuzfahrtschiff Vorreiter für die gesamte Schifffahrt.

  • Stimmt, nicht auszudenken wir hätten alle unsere eigene Luxusjacht und würden damit über die Weltmeere schippern... :titanic: .

    Cara Whn/Silv 2001 Karibik; Vita Whn/Silv 2002 Karibik; Vita Dez 2005 Karibik; Aura Dez 2006 Karibik; Cara Feb 2007 Orient; Vita Dez 2008 Karibik; bella Okt 2009 wMM; Aura Nov 2010 soA; blu Nov 2011 RM; diva Jul 2012 öMM; blu Sept 2013 wMM; Vita Aug 2014 wMM/Atl; bella Dez 2014 Karibik; Aura Aug 2017 wMM; stella Dez 2017 Orient; blu Dez 2018 Ind.Ozean; luna Dez 2021 Karibik; blu Mai 2022 Adria; Aura Dez 2022 Südafr./Namibia; blu Okt 2023 MM-Inseln; diva Dez 2023 Karibik; bella Mrz 2024 Asien; bella Dez 2024 Karibik; sol Juni 2025 Norw./Schottl.: ...

  • Aber man muss zugegeben: Kreuzfahren machen wir, weil es uns Spaß macht. Und da darf man sich Fragen gefallen lassen ohne auf andere zu zeigen.

    Schon richtig! Aber das ganze Zeug, was quer über die Weltmeere gefahren wird, bräuchten wir teilweise gar nicht oder könnten es in Europa produzieren. Nur einige Beispiele : der ganze Plastikmüll, der nach SOA geschifft wird in den ältesten Frachtern der Welt, die Autos, die von dort zu uns kommen…. Wer Statistiken über KF schiffe macht, sollte auch eine über die restlichen Schiffe machen, sonst braucht man diese auch nicht!

  • Schon richtig! Aber das ganze Zeug, was quer über die Weltmeere gefahren wird, bräuchten wir teilweise gar nicht oder könnten es in Europa produzieren. Nur einige Beispiele : der ganze Plastikmüll, der nach SOA geschifft wird in den ältesten Frachtern der Welt, die Autos, die von dort zu uns kommen…. Wer Statistiken über KF schiffe macht, sollte auch eine über die restlichen Schiffe machen, sonst braucht man diese auch nicht!

    Ich bin da voll bei Dir (eigentlich finde ich diesen Ausspruch doof, passt aber). Diese Diskussion muss man natürlich führen. Muss ich alles irgendwo in der Welt produzieren und durch die ganze Welt karren, nur weil es in Summe günstiger für uns Käufer ist? Das muss man diskutieren!


    Es ist nur problematisch, wenn man als Kreuzfahrer auf andere zeigt und sagen würde "Lass erst die da machen, mein Schaden, den ich verursache ist dagegen viel geringe". Ich weiß, dass Du da auch so nicht gesagt hast. Also nicht angesprochen fühlen!!! Ich kenne nur einige Leute, die genau mit diesem Hinweis selbst das eigene Nichtstun verteidigen. (Nochmal: Ich meine nicht Dich)


    Ich versuche daher, solche Diskussionen komplett auseinander zu halten.

  • Schon richtig! Aber das ganze Zeug, was quer über die Weltmeere gefahren wird, bräuchten wir teilweise gar nicht oder könnten es in Europa produzieren. Nur einige Beispiele : der ganze Plastikmüll, der nach SOA geschifft wird in den ältesten Frachtern der Welt, die Autos, die von dort zu uns kommen…. Wer Statistiken über KF schiffe macht, sollte auch eine über die restlichen Schiffe machen, sonst braucht man diese auch nicht!

    Mich würde eher ein Vergleich zwischen KF-Urlaub und anderen Urlaubsformen interessieren. Beispielsweise der Vergleich Fahrt mit einem modernen Kreuzfahrtschiff incl. Hotelbetrieb in den Fjorden und Anfahrt + Fahrten 2 Personen im Uralt-Wohmobil mit Nutzung der norwegischen Infrastruktur. Oder Mittelmeerkreuzfahrt im Vergleich zum AI-Hotel vor Ort. Da habe ich bei einer Kurzsuche nichts gefunden. Überspitzt gesagt wird immer eine Kreuzfahrt gegen den Balkonien-Urlaub eines Radfahrers gestellt - da ist es klar, dass die Kreuzfahrt verliert.

  • Mich würde eher ein Vergleich zwischen KF-Urlaub und anderen Urlaubsformen interessieren. Beispielsweise der Vergleich Fahrt mit einem modernen Kreuzfahrtschiff incl. Hotelbetrieb in den Fjorden und Anfahrt + Fahrten 2 Personen im Uralt-Wohmobil mit Nutzung der norwegischen Infrastruktur. Oder Mittelmeerkreuzfahrt im Vergleich zum AI-Hotel vor Ort. Da habe ich bei einer Kurzsuche nichts gefunden. Überspitzt gesagt wird immer eine Kreuzfahrt gegen den Balkonien-Urlaub eines Radfahrers gestellt - da ist es klar, dass die Kreuzfahrt verliert.

    Ich habe da was gelesen, finde das aber nicht auf die Schnelle. Da lag das Kreuzfahren schon sehr weit vorne, was den CO2-Fußabdruck angeht. Allerdings war z.B. die Anfahrt mit dem Flieger sehr problematisch. VOn der Menge in etwas so hoch, wie die ganze Kreuzfahrt. Also eine Kreuzfahrt von Kiel aus mit dem Zug angereist sollte da besser abschneiden, als der Individualnatururlaub auf Korsika mit dem Flieger. Nach den Zahlen suche ich ab er nochmal.


    Aber so oder so würde ich diese Zahlen ungern dafür verwenden um mit dem Argument "Andere sind auch nicht besser" ein nichts oder zu wenig tun zu verteidigen.


    Ergänzung: Hier kann man ein wenig selbst rechnen. Wie die jedoch auf welche Zahlen gekommen sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Z.B. dass man alle Schiffe in einen Topf schmeißt. Aer ich find: Besser als nichts


    Meine CO2-Bilanz: Fahrten & Reisen | CO2-Rechner des Umweltbundesamtes


    Ergänzung 2:

    In o.g. CO2-Rechner wird z.B. gut 100 kg CO2/Tag für das Schiffsreisen angenommen. AIDA und TUI weisen (ich kenen jetzt nur eine Quelle aus 2018) unter 60 kg aus. Ist aber immer noch kein Schnapper die Zahl ...

    2 Mal editiert, zuletzt von Mausgatt ()

  • Mir geht es nicht um ein "Andere sind auch nicht besser", sondern um einen tatsächlichen Vergleich. Da müsste wesentlich mehr berücksichtigt werden, als die Rechner hergeben. Kreuzfahrer stehen pauschal am Pranger, andere Urlaubsformen werden deutlich weniger kritisiert. Einen interessanten Artikel habe ich noch gefunden https://www.nabu.de/umwelt-und…trassenverkehr/32153.html

    Ich gebe Dir vollkommen Recht, dass das Kreuzfahren am Pranger steht. Das Problem ist, dass das jeder Vergleich, den man auch anstellen würde, auch wenn dieser viel gerechter wäre und das Kreuzfahren dann sehr viel besser dastünde nichts daran ändern würde. Im Gegenteil so nach dem Motto „Jetzt müssen diese Umweltvernichter auch noch selbst erstellte Vergleiche heranziehen, um ihr unverantwortliches Handeln zu rechtfertigen“. Jetzt übertreibe ich ein bisschen, obwohl einige Diskussion tatsächlich in diese Richtung gehen.


    Ich denke, dass es die einzige Chance ist, aus der Schmuddelecke (auch wenn man zu Unrecht in dieser Ecke ist) herauszukommen: Handeln. Am Besten sogar als Vorreiter. Und das komplett ohne auf andere zu zeigen. Ich weiß, dass das schwer fällt, wenn gerade dieser andere, der einem die Kreuzfahrt vermiesen will selbst mit seinem alten Diesel und Wohn-Anhänger mit 2 Personen 5300 km durch Norwegen getuckert ist.

    Einmal editiert, zuletzt von Mausgatt ()